Widerlegung der Gerüchte (3)
Gerücht: Der Koran ist nicht göttlicher Herkunft.
Wahrheit:
Von Nicht-Muslimen, die für die außergewöhnliche Sprache und die rational und wissenschaftlich schlüssigen Inhalte des Qur`an eine andere Erklärung suchen, als dass er göttlichen Ursprungs ist, werden oft folgende Thesen angeführt:
These 1: Der Qur`an ist eine Erfindung Muhammeds, der eben ein Genie gewesen sein muss. Er hat den Qur`an aus meditativen und kontemplativen Übungen heraus entwickelt. Oder auch:
These 2: Muhammed verfasste den Qur`an mit Hilfe anderer Menschen (z.B. mit Theologen oder Gelehrten seiner Zeit).
Dagegen wird jedoch aus muslimischer Perspektive unter anderem argumentiert:
1) Der sprachliche „Wundercharakter“ des Qur`an kann weder durch Meditation noch durch „menschliche Hilfeleistungen“ erklärt werden.
2) Der Qur`an beinhaltet – ganz abgesehen von seiner Sprache – in weiten Teilen historische Ereignisse vergangener Generationen und Völker, die sicherlich nicht durch Nachdenken oder Meditation erkannt worden sein können. Denn es sind schon Entdeckungen gemacht worden, die die Ereignisse beweisen, die Allah im Koran erwähnt. Zb. Das Volk von Lut.
3) Der Qur`an geht zum Teil sehr präzise auf wissenschaftliche Gegebenheiten ein. So beschreibt er ozeanologische,geologische, astronomische, kosmologische, anatomische und andere Phänomene. Oft handelt es sich dabei um Erkenntnisse, die erst in der Neuzeit und mitunter auch erst vor einigen Jahrzehnten entdeckt wurden. Durch Meditation oder Nachdenken können derartige Erkenntnisse sicherlich nicht erlangt werden. Noch dazu war der Analphabet Muhammed (s.a.s.) weder Wissenschaftler noch Philosoph. Er arbeitete in seiner Kindheit nahezu ausschließlich als Hirte und später als Händler. Auch lebte er nicht in einer der Weltmetropolen der damaligen Zeit, in der er derartige Themen mit Gelehrten diskutieren oder die Büchereien Athens oder Roms studieren hätte können, sondern in einer abgelegenen sowie gesellschaftlich und intellektuell eher primitiven Wüstenregion, ganz abgesehen davon, dass auch die besten Bibliotheken seinerzeit nicht das im Qur`an erwähnte Wissen zutage gebracht hätten.
4) Wäre der Prophet (s.a.s.) der „Erfinder“ des Qur`an gewesen, so stellt sich die Frage, weshalb er darauf bedacht war, zwischen seinen eigenen Aussagen – den Hadithen – und dem Qur`an in der uns bekannten Sorgfalt zu trennen. Auch stellt sich die Frage, weshalb sich die Sprache der Prophetenaussagen derart von der Sprache des Qur`an unterscheidet.
5) Zwar kam der Gesandte (s.a.s.) mit Andersgläubigen in Kontakt, so etwa einmal als 12-Jähriger auf einer Handelsreise in Busra mit dem christlichen Mönch Bahira. Überdies kannte er den Christen Waraqa Ibnu Naufal, der allerdings lange verstorben war, bevor der Qur`an vollendet wurde. All diese Kontakte waren jedoch von sehr kurzer Dauer und überdies hätten auch andere Personen seiner Zeit, ihm Sprache und Inhalt des Qur`an nie vermitteln können.
6) Die Menschen seiner Zeit hätten überdies doch solche Treffen und mutmaßlichen menschlichen Quellen als Argumente gegen die göttliche Authentizität des Qur`an anführen können. Dies ist jedoch nicht geschehen. Auch nahm niemand an, dass der Analphabet Muhammed (s.a.s.) das sprachliche Wunderwerk des Qur`an selbst verfassen würde. Vielmehr wurde ihm von Seiten seiner Gegner zum Vorwurf gemacht, mit irgendwelchen Geistwesen zusammen zu arbeiten bzw. von diesen besessen zu sein oder aber spezielle Zauberkräfte (arab. Sihr) zu besitzen.
7) Auch hätten derart charakterstarke Persönlichkeiten wie z.B. Abu Bakr, Ummar oder Ali Ibn Abi Talib einen solchen „Schwindel“ Muhammeds (s.a.s.) doch leicht aufdecken können. Im Gegensatz dazu traten sie offensichtlich ohne den geringsten weltlichen Nutzen zum Islam über und begaben sich damit insbesondere in der Anfangsphase des Islam sogar in große Gefahr.
8 ) Auch die Art und Weise sowie die zeitliche Abfolge der Herabsendung des Qur`an widerspricht der These, Muhammed habe diesen selbst verfasst: Denn dieser sah sich durch das Ausbleiben qur`anischer Sendungen manchmal ernsthaften Konfliktsituationen ausgesetzt. So etwa in bekannten Fällen, in denen sein Umfeld ihn unter massiven Druck setzte, da von ihm eine qur`anische Antwort auf eine Frage bzw. zur Lösung eines Problems erwartet wurde, er jedoch bis zur entsprechenden – teilweise über Monate auf sich warten lassenden – Sendung nichts dazu sagen konnte. Wäre er selbst der Urheber des Qur`an gewesen, hätte er solche Situationen doch leicht vermeiden können.
9) Bis zum heutigen Tage besteht die Herausforderung des Qur`an an alle Menschen – ob nun mit oder ohne fremde Hilfe – Gleiches oder Ähnliches hinsichtlich der Sprache und des Inhaltes hervorzubringen. Wenn der Qur`an das Werk eines oder mehrerer Menschen ist, dann müsste es doch möglich sein, diese Herausforderung anzunehmen und zu erfüllen. Es ist überliefert, dass seit dem Tode des Propheten im Jahre 632 verschiedene Personen diese Herausforderung annahmen, dann aber nach kurzer Zeit und ohne Erfolg wieder aufgaben. Mit Blick auf den somit nach wie vor fortbestehenden Wundercharakter des Qur`an, heisst es in Suratu-l-Isra`: „Wenn sich auch die Menschen und die Djinn (Dämonen) vereinigten, um ein diesem Qur`an Gleiches hervorzubringen, brächten sie doch nichts Gleiches hervor, selbst wenn sie einander beistünden.“19 Qur`an, Suratu-l-Isra` (17), Ayah 88.
von Schwester Jasmina A.

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