Gastkommentar von Bruder Abud (7)
Von der Redaktion hervorgehoben
Bruder Abuds Antwort auf einen Leserkommentar zum Verbot der Vollverschleierung in Italien
GenGin schrieb:
Der Grund der Vermummung ist nur sekundär und vorgeschoben. Es muss ja rechtsstaatlich abgesichert sein. Der wahre Grund ist die Tatsache, die Mehrheit der Europäer sich von vollverschleierten Frauen gestört fühlen. Die Burka ist nur mal ein Symbol der Unterdrückung und zeigt eine gewisse religiöse Rückständigkeit und fehlende Integrationsbereitschaft der Trägerin.
Herr Bortolotti hat meine Hochachtung und ich wünsche mir mehr Regenten seines Schlages.
Ein Teilnehmer schreibt: „Der wahre Grund ist die Tatsache, die Mehrheit der Europäer sich von vollverschleierten Frauen gestört fühlt“. Nicht minder, wie sich manche Europäer von vollverschleierten Frauen gestört fühlen, fühlen sich die meisten Muslime von halbnackten Frauen gestört, die heutzutage eine „normale“ Erscheinung in der Öffentlichkeit geworden sind. Solange beides toleriert wird und jeder, der sich durch den anderen gestört fühlt, bereit ist, dies um des gesellschaftlichen Friedens willen zu ertragen, besteht ein gewisses Gleichgewicht. Dieses Gleichgewicht wird jedoch durch jene rassistischen, faschistischen Politiker gestört, was notwendigerweise früher oder später Reaktionen der Muslime hervorrufen wird. Sollte die Wiederherstellung dieses Gleichgewichts auf längere Sicht auf dem Rechtsweg und durch demokratische Mittel scheitern, so droht der soziale Friede zu zerbrechen.
Übrigens ist die Burka ein in Afghanistan beheimatetes Ganzkörpergewand mit einem Gitterfenster für die Augen, während die meist in arabischen Ländern zu findende Gesichtsverschleierung, die unabhängig von der übrigen Kleidung ist, und bei der die Augen frei sind, „Niqâb“ genannt wird. Bei den meisten Nichtmuslimen reicht ihr Wissen jedoch nicht soweit, zwischen beiden zu unterscheiden.
Eine bedauerliche Tatsache ist, daß die muslimischen Frauen mit dieser Bürde von den Männern nicht unterstützt werden. So finden wir bspw. Besucher aus den Golfstaaten, bei denen die Frauen in der Öffentlichkeit in weiter schwarzer Kleidung mit Gesichtsschleier auftreten, während ihre Männer in Jeans und T-Shirt nebenher laufen. Noch krasser ist der Gegensatz, wenn diese Männer sich nicht einmal ihren Bart stehen lassen, was im Islam nach überwiegender Meinung der Gelehrten Pflicht ist. Was allzu häufig übersehen und vergessen wird, ist, daß es im Islam auch für Männer gewisse Bekleidungsvorschriften gibt. Dazu gehört, daß sie keine enganliegenden Hosen tragen sollen, weswegen wir in den verschiedenen muslimischen Ländern, entsprechend der klimatischen Bedinungen, die unterschiedlichsten regionalen Trachten finden, die diesen Zweck erfüllen, wie weite Hosen, bis über die Knie reichende Lendentücher, knie- oder knöchellange Hemden usw. Zwar ist den muslimischen Männern das Tragen einer Kopfbedeckung nicht vorgeschrieben, doch wird es von einigen Gelehrten als Sunna des Propheten – Allah (SWT) segne ihn und gebe ihm Heil – als nachahmenswert angesehen, weswegen es noch bis vor nicht allzu langer Zeit in einigen muslimischen Ländern als anstößig galt, in der Öffentlichkeit ohne Kopfbedeckung aufzutreten, oder Vorbeter ohne Kopfbedeckung nicht akzeptiert wurden, wie auch bspw. in Saudi Arabien keine Paßphotos mit entblößtem Haupt. Über die Jahrhunderte hin hatte sich in fast allen Ländern der islamischen Welt das Tragen eines, sei es auch nur kleinen, meist weißen Turbantuches oder zumindest einer Mütze als Kennzeichen der Muslime verbreitet, so daß man dies beinahe schon als Konsens der Umma betrachten könnte. Hier hätten die muslimischen Männer die Möglichkeit, in Solidarität mit ihren Schwestern im Islam und gewissermaßen aus Protest gegen die Verschleierungsverbote, auf diese Weise ihre Zugehörigkeit zum Islam öffentlich erkennen zu lassen. Ein solches Verhalten wäre zweifellos der Ausdruck von Stärke und eine friedliche Demonstration des Willens, sich von den Nichtmuslimen nicht unterkriegen zu lassen.
Wer behauptet, die islamische Verschleierung der Frau sei ein Zeichen der Unterdrückung, ist nicht richtig informiert. Vielmehr ist sie ein Zeichen dafür, daß die Frau ihre körperlichen Reize nur denjenigen Männern zu zeigen bereit ist, denen dies nach den islamischen Regeln zusteht, und daß sie sich nicht sexuell vermarkten und mißbrauchen läßt. Daher ist die Verschleierung kein Symbol für Unterdrückung und Rückständigkeit, sondern für die Emanzipation, die Befreiung aus den unmoralischen Zwängen, die die nichtmuslimische Mehrheitsgesellschaft ihren Mitgliedern auferlegen will.
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Als Schwester im Islam, kann ich zu diesem Bericht nur eines sagen:
MaschALLAH!!!
Lest bitte den letzten Satz noch einmal genau durch!!!
“Daher ist die Verschleierung kein Symbol fr Unterdrckung und Rckstndigkeit, sondern fr die Emanzipation, die Befreiung aus den unmoralischen Zwngen, die die nichtmuslimische Mehrheitsgesellschaft ihren Mitgliedern auferlegen will.”
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