Get Adobe Flash player

Suche




Der Sinn des Lebens

Islam annehmen

Islam Forum

Newsletter

Jetzt Newsletter bestellen.
E-Mail-Adresse eingeben:


Besucher

Besucher gesamt: 24.310.455
Besucher heute: 1.610
Besucher gestern: 3.976
Max. Besucher pro Tag: 14.492
gerade online: 55
max. online: 1.377
Seitenaufrufe gesamt: 64.316.817
Seitenaufrufe diese Seite: 87
counter   Statistiken

Kategorien

Hat Israel den Krieg verloren?

Meine lieben muslimischen wie auch nichtmuslimischen Leserinnen und Leser! Wieder einmal bin ich im Fundus des Internets auf ein Interview gestoßen, das es in sich hat.

Dem Historiker Shlomo Sand wurde die Frage gestellt, ob Israel den Krieg in Gaza verloren hätte. Und hier habt ihr das gekürzte Interview mit den knallharten Antworten darauf:


Frage: Welche Bilanz ziehen Sie aus der israelischen Offensive auf Gaza?

Antwort: Das timing der Wahlen war perfekt. Vor den israelischen Wahlen und vor dem Amtsantritt Obamas hat Ehud Barak diesen Blitzkrieg organisiert mit einer Sintflut von Bomben, die das Leben seiner Soldaten nicht gefährdeten. Wir haben Verzweiflung gesät, 1300 Palästinenser getötet, mehr als 5000 verwundet, davon 2/3 Frauen und Kinder, fast alle Opfer unserer Luftwaffe. Ist Hamas endlich eliminiert? Nein. Haben wir das Friedenscamp der Palästinenser verstärkt? Nein.

Frage: Aber die israelische Meinung hat diesen Krieg unterstützt. Sie sind eine misstönende Stimme?

Antwort: Ich bin an der Spitze meiner Hochschul-Karriere angelangt und habe nichts zu verlieren und keine Angst. Sicher, fühle ich mich allein – aber vergessen sie nicht – fast 10.000 Jugendliche haben am 3. Januar in Tel Aviv demonstriert! Selbst 2006 Anfang des Krieges gegen Hisbollah hat keine so weitreichende Mobilisierung stattgefunden. Es war eine sehr politische Kundgebung mit der extremen Linken sowie der arabischen Israelis, die Tel Aviv oder Jaffa bewohnen.

Frage: Die Linke und selbst solche Schriftsteller wie Amos Oz oder Avraham B. Yehoshua haben die Bombardierungen gut geheißen.

Antwort: Das ist unsere Gewohnheit. Am Anfang eines jeden Krieges, seit 1973. Die linken zionistischen Intellektuellen unterstützen Israel vollkommen. Nach einigen Wochen aber ändern sie ihre Meinung. Eine Person fehlt uns heute entsetzlich: Prof. Yeshajahou Leibowitz, der großer Philosoph, der 1994 verstorben ist, der sich immer gegen Nicht-Defensiv Kriege gestellt hat und der ein großes moralisches Vakuum hinterlässt.

Frage: Weil dieser Krieg für Sie kein Verteidigungskrieg war? Die Raketen fielen doch auf israelische Städte.

Antwort: Sicherlich. Es ist nicht normal, dass Raketen auf Israel fallen. Aber ist es normal, dass Israel bis heute nicht seine Grenzen festgelegt hat. Dieser Staat der Raketen nicht erträgt kann sich nicht aus den 1967 eroberten Gebieten zurückziehen. Dieser Staat lehnte das 2002 von der Arabischen Liga ausgesprochene Angebot ab, Israel voll anzuerkennen, wenn es sich auf die Grenzen von 1967 zurückzöge.

Frage: Aber Hamas? Hamas hat Israel nicht anerkannt.

Antwort: Hamas, diese schlimme undiplomatische Partei, hatte eine „Houdna“, einen Waffenstillstand, von langer Dauer für Gaza und das Westjordanland angeboten. Israel hat das Angebot abgelehnt. weil es weiter die Führer der Hamas töten will, auch im Westjordanland. Israel hat seinen Teil der Verantwortung für die Wiederaufnahme des Raketenbeschusses. Anstatt die Mäßigung der Hamas zu unterstützen, hat Israel die Palästinenser in die Verzweiflung gestürzt. Wir haben ein ganzes Volk seit 42 Jahren gettoisiert, und wir weigern uns, ihm seine Souveränität anzuerkennen. Ich vergebe es Israel nicht –ich würde sagen seit 20 Jahren – dass, 1988 als Arafat und die palästinensische Autonomie den Staat Israel anerkannten – Israel im Gegenzug nichts gegeben hat.

[ ... ]
Als Israeli und als Mensch mag ich die Raketen nicht. Aber als Historiker vergesse ich nicht, dass diejenigen, die die Raketen schicken, diejenigen sind, die aus Jaffa und Ashkelon 1948 vertrieben wurden. Ich, Shlomo Sand, lebe auf dem Land das diesen vertriebenen Flüchtlinge gehörte. Ich kann nicht sagen, ich könnte ihnen das Land zurückgeben, aber jedes Angebot von Frieden soll von diesem Standpunkt ausgehen. Wer das vergisst, wird niemals den Palästinensern einen gerechten Frieden anbieten.

Frage: Aber die Befürworter des Bombardements sagen, Israel hat sich zurückgezogen aus Gaza – doch die Raketen haben sich verdoppelt.

Antwort: Das ist absurd. Stellen Sie sich vor, die Deutschen hätten 1940 nur den Norden Frankreichs besetzt und nicht auch den Süden. Würden Sie sagen, die Deutschen respektierten das Recht der Franzosen auf Selbstbestimmung? Sharon hat sich unilateral aus Gaza zurückgezogen, um keinen Frieden mit Arafat schließen und nicht das Westjordanland abgeben zu müssen. Aber die Palästinenser wollten kein indianisches Reservat in Gaza. Was sie wollen, ist ein palästinensischer souveräner Staat in Westjordanland und Gaza.

Frage: Ist also alles falsch was Israel macht ?

Antwort: Israel versteht leider nur die Sprache des Stärkeren. Der Grund für die Unmöglichkeit eines gerechten Friedens an diesem Anfang des 21. Jahrhunderts sind nicht die Raketen sondern die Schwäche der Palästinenser. Israel hat erst den Frieden mit Sadat 1977 unterschrieben nachdem Ägypten 1973 einen halben Sieg errungen hatte.

Frage: Der große Rabbiner Gilles Bernheim sagt nicht desto trotz darf Israel nicht „Selbstmord“ verüben im Namen des Entgegenkommens“

Antwort: Aber wovon spricht er? Wer bedroht unsere Existenz? Wir haben die besten Waffen und die Unterstützung der ersten Macht weltweit. Die arabische Welt bietet uns einen globalen Frieden in den Grenzen von 1967 an. Der letzte Krieg, der Israels Existenz bedrohte, war vor 35 Jahren. Versteht er das nicht, dieser große Rabbiner?

Frage: Er ist nicht der Einzige. Im Hinblick auf die israelischen Bombardements schreibt Andre Glucksman „es ist nicht unverhältnismäßig, überleben zu wollen.“

Antwort: Sie sprechen von einem Mann, der Mao bewundert hat. Diese Törichten von 1968, die die chinesischen Schrecken unterstützt haben, waren nie selbstkritisch und haben nie versucht, zu verstehen warum sie sich mit totalitären Regimen identifiziert haben. Sowohl Glucksmann als auch Bernard-Henri Levy sind heute immer auf der Seite des Stärkeren. Diesmal ist es Jerusalem. Sie haben sich nicht geändert.

Frage: Aber Bernard-Henri Levy erinnert, dass die israelische Armee mit den Einwohnern von Gaza telefonierte, um ihnen zu sagen, sie sollten vor den Bombardements fliehen, und dass Israel alles Mögliche getan hat um zivile Opfer zu vermeiden.

Antwort: Aha, Israel hat telefoniert. Israel hat Vorsichtsmaßnahmen getroffen? Ja, aber wohin hätten die palästinensischen Familien fliehen können? Es ist wahr, Israel hat viele Vorsichtsmaßnahmen getroffen, aber nur für seine eigenen Truppen! Diese Toten bekümmern uns sehr, weil wir eine individualistische und hedonistische Gesellschaft geworden sind. Und unsere Führer sind sehr um ihre Wiederwahl besorgt.

[ ... ]

Frage: Die Palästinenser im Westjordanland haben sich nicht gerührt.

Antwort: Dieser Krieg verstärkt deren Verzweiflung. Seit Anapolis (Nov.2007) tut Mahmoud Abbas alles Mögliche um den Frieden zu fördern. [.....] Israel bedankt sich bei ihm mit der Vermehrung der Checkpoints und verfolgt weiter seine Kolonisationspolitik und die Errichtung der Mauer auf dem Boden des zu gründenden Staates Palästina. Welcher sich respektierende Palästinenser kann die Politik von Abbas noch unterstützen?

Frage: Und die israelischen Araber ? Wie ist deren Geisteshaltung?

Antwort: Ich bin ständig im Kontakt mit meinen arabischen Studenten. Das ist schlimm. Viele sprechen besser hebräisch als ich. Ich sehe sie jeden Tag mehr zu Israelis werden in Bezug auf Kultur und mehr antiisraelisch was Politik betrifft. Wie können sie in einem Land leben, das sie nicht als volle Bürger akzeptiert? Ich fürchte, dass ihre Entfremdung zu einem Kosovo in Galiläa führt.

[ ... ]

Frage: Eine jüdische Minderheit nicht ausgeschlossen?

Antwort: Die Entfernung die mich von meinen Enkelkindern trennen wird, wird wenigstens kulturell gleichwertig sein gegenüber der, die mich von meinen Großeltern trennt. D.h. im Nahen Osten zu leben, muss in Symbiose mit der arabischen Kultur sein. Andererseits wünsche ich eine israeli-palästinensische Konföderation sofort nachdem Israel sich zu den Grenzen von 1967 zurückgezogen hat. Es ist eine rassistische Dummheit zu sagen – wie Amos Oz – wir sollen uns von den Arabern trennen. Im Frieden werden wir etwas mehr arabisch, wie die Franzosen oder Deutschen etwas mehr europäisch werden.

[... ]

Frage: Man ist sehr weit von der israelischen Politik.

Antwort: Israel wird nur unter Druck Frieden schließen. Ich wünsche, ich hoffe, ich bete, dass Obama ein Carter sei und kein Clinton. Carter hat Israel unter Druck gesetzt um Frieden mit Ägypten zu schließen, Clinton hat Israel nicht unter Druck gesetzt um mit den Palästinensern Frieden zu schließen. Das Risiko ist natürlich dass Hilary Clinton, zu nahe der pro-israelischen Lobby, zuviel Platz in der Außenpolitik einnähme. Ich will kein Fatalist sein. Ich hoffe.

Quelle: http://www.dersemit.de/Artikel/hat_israel_den_krieg.html

Drucken Drucken Dieser Artkel wurde so oft gelesen: 545

4 Antworten auf Hat Israel den Krieg verloren?