Nimm dich in Acht vor dir selbst, Teil 1
Das Wort “Psychohygiene” gemeinsam mit dem Islam zu verwenden, mag für viele etwas unglücklich erscheinen. Doch was versteht man unter “Psychohygiene” ?
Mierke (1967, S.8) sieht drei Ebenen der Psychohygiene: Die präventive Psychohygiene hat die Gesunderhaltung des Individuums und der Gesellschaft zum Ziel. Die restitutive Psychohygiene ist bemüht in Lebenskrisen oder Konfliktsituationen frühzeitig regenerative und korrigierende Maßnahmen einzuleiten. Die kurative Psychohygiene nimmt sich bereits bestehender Einschränkungen an, um diese mit klinischen oder psychotherapeutischen Verfahrensweisen zu heilen.
E. Schomburg formuliert die folgenden Lebensgrundbedürfnisse:
* 1. Liebe
* 2. Sicherheit
* 3. Anerkennung, Bestätigung, Erfolgserlebnisse,
* 4. Raum zu freiem schöpferischem Tun,
* 5. Erlebnisse mit Erinnerungswert und
* 6. Selbstachtung.
Auf das Erhalten oder Erreichen dieser Grundbedürfnisse ziele die Psychohygiene.”
(http://de.wikipedia.org/wiki/Psychohygiene)
“Psychohygiene” im Islam beginnt schon bei kleinen Sachen, die für uns ohne Bedeutung erscheinen. Der Gesandte Mohammed, Friede sei auf ihm, war anwesend, als eine Mutter ihr Kind rief und ihm eine Dattel versprach. Der Gesandte, Friede sei auf ihm, fragte sie dann, ob sie ihrem Kind die versprochene Dattel gab und sie bejahte. Der Gesandte, Friede sei auf ihm, sagte ihr, wenn sie ihrem Kind die Dattel nicht gegeben hätte, wäre das eine Lüge gewesen. Es gibt keine kleinen Lügen, denn der größte Gauner hat klein angefangen. Vielleicht wurde auch bei uns, als wir Kinder waren, allzu oft “ein Auge zugedrückt”, denn wir waren ja noch klein und jetzt als Erwachsene wundern wir uns, warum wir einiges nicht in den Griff bekommen. Alles wird mit der Zeit zur Gewohnheit und du solltest selbst schauen, was bei dir zur Gewohnheit geworden ist- So sollte eigentlich tagtäglich dein Umgang mit dir selbst verlaufen und somit auch der Umgang mit deinen Mitmenschen. Ziemlich anstrengend ist es, die meisten Gedanken unter Kontrolle zu bekommen, oder? Wenn du dich einmal bei deiner schlechten Gewohnheit und die Gedanken und Gefühle, die dabei hervorkommen, ganz bewusst selbst beobachtest, findest du vielleicht heraus, wie du das ändern könntest, besser gesagt in die positive Richtung lenken könntest. Das kann auch jahrelang dauern, besser Schritt für Schritt, aber ( mit der Hilfe deines SCHÖPFERS) mit Erfolg. Der Kampf mit dir selbst ist ein sehr wichtiger Kampf im Islam, im Leben. Danach sind die anderen kein Problem mehr. Das Naturgesetz, ALLAHs Gesetz, ist das schrittweise Vorgehen. Aus eigener und schmerzlicher Erfahrung weiß ich, dass es gar nicht anders geht, als sich schrittweise zu entwickeln und das kann wirklich sehr lange dauern. Es ist ziemlich schwierig, schlechte Eigenschaften in Gute umzuwandeln und ohne die Hilfe deines SCHÖPFERS kannst du es ganz vergessen!
Es fängt ja schon bei Kleinigkeiten an, wie zum Beispiel das Essen und Trinken. Man glaubt gar nicht, was für einen Einfluss diese Tätigkeiten auf unseren Geisteszustand haben. Dieses, sich bewusst selbst beobachten, verhilft dir schlechte Gewohnheiten abzulegen, weil du deine Gedankenvorgänge von schlecht in gut umänderst. Ihr kennt sicher den Ausspruch “ein voller Bauch studiert nicht gerne”. Das bedeutet, auch wenn du wollen würdest, du könntest dich nicht mehr konzentrieren. Du bist nicht mehr fähig klar zu denken, wenn du zu viel gegessen hast.
“Der der fest im Islam ist, isst in einen Darm hinein, die Ungläubigen in sieben.”
(Aussage von dem Gesandten, Friede sei auf ihm, überliefert bei Buhari, Muslim, Tirmizi, Ibn-Madze, Ahmed)
Weisheit kann nicht in einen vollen Bauch gelangen. Wer die Menge seiner Nahrung verkleinert, wird auch weniger trinken, wer die Menge seiner Flüssigkeitszufuhr verkleinert, erleichtert seinen Schlaf und wer seinen Schlaf erleichtert, führt ein segenreiches Leben.
Derjenige, der seinen Bauch füllt, muss viel trinken, wer viel trinkt, erschwert seinen Schlaf, wer einen schweren Schlaf hat führt ein schweres Leben (kein segenreiches Leben). (Vgl. “Ishrana Poslanika Muhammeda, a.s. -Hrana izmedzu Bolesti i Lijeka, s.79)
“O Kinder Adams, habt eine gepflegte Erscheinung an jeder Gebetsstätte, und esst und trinkt, doch überschreitet (dabei) das Maß nicht, wahrlich, ER liebt nicht diejenigen, die nicht Maß halten.”
(Die ungefähre Bedeutung des heiligen Qur’an, Kapitel Al-A’raf, Vers 31)
“Der Mensch kann keinen schlimmeren Sack füllen als seinen Bauch. Es genügen einige Bissen, um aktiv zu bleiben und um weiter tätig zu werden. Doch wenn er schon weiteressen möchte, so soll ein Drittel für die Nahrung, ein Drittel für die Flüssigkeit und ein Drittel zum Atmen vorhanden sein.”
“Wer zufrieden ist, ohne Völlegefühl seines Bauches, hat seinen Körper gut ernährt und den Zustand seines Herzens und seiner Seele verbessert. Wer die Lust nach Nahrung verspürt, bringt Unruhe in seinen Körper, tut seiner Seele schlechtes und wird hartherzig. Deswegen nehmt euch in Acht vor den köstlichsten Speisen, denn sie vergiften euer Herz mit Kälte, schwächt die Ergebenheit gegenüber ALLAH und macht das Ohr taub für gute Ratschläge…”
(Aussage von dem Gesandten, Friede sei auf ihm, überliefert bei Buhari, Ahmed)
Seht ihr, was nur “das zu viele Essen und Trinken” bewirkt? Ist es denn nicht so? Natürlich tun uns die Menschen, die nichts zum Essen haben, oder sonst schwere Schicksalsschläge erlitten haben, sehr leid. Meistens war das auch schon alles. Damit sich unser schlechtes Gewissen verringert, spenden wir ein Mal im Jahr. Doch die Menschen haben nicht nur ein Mal im Jahr nichts zu Essen, sondern das ganze Jahr über. Wem hast du hauptsächlich damit geholfen? Eigentlich nur deinem kleinem schlechtem Gewissen und deinen Gedanken. “Naja, ich alleine kann die Welt eh’ nicht ändern und retten”.Das denken sich die meisten Menschen. Unser Wohlstand verkürzt den anderen Menschen das Notwendigste, weil wir zu faul sind, um zu reagieren oder aus eigener Gier, Machtanspruch, zu großer Liebe für teure und schnelle Autos oder sonst etwas. Fakt ist, dass weil wir so mit uns selbst beschäftigt sind, notleidende Menschen noch immer hungrig warten oder kein Geld für Medikamente haben oder keinen seelischen Beistand haben, weil alle zu beschäftigt sind, mit ihren Autos, Häuser bauen oder der neuesten Mode nachzugehen. Das betrifft viele Bereiche des Lebens.
Nehmen wir einmal ein gegenteiliges Beispiel. Du bist jemand, der den Menschen sehr viel hilft. Deine ehrliche Absicht ist es, Menschen zu helfen. Du fühlst dich dabei auch sehr gut und es gibt dir auch Selbstbewusstsein. Die Leute fangen an dich zu loben und zu loben und zu loben. Und du hast dich daran gewöhnt, ohne das es dir bewusst geworden ist, denn du handelst ja eigentlich nur aus Selbstlosigkeit, dachtest du. Eines Tages tust du wieder einmal etwas Gutes und plötzlich hörst du kein Dankeschön mehr oder wie super du dich wieder einmal verhalten hast. Was ist passiert? Du beginnst schlecht über deine Mitmenschen zu denken, obwohl sie dir noch immer sehr dankbar sind und es nur nicht mehr aussprechen. Du hälst sie für “ein undankbares Pack” und “wenn sie dich nicht hätten” und “du hast deine Zeit geopfert” usw.
Oder in der Ehe, du hast einen sehr lieben Partner oder Partnerin, der oder die dir sehr viel Aufmerksamkeit schenkt. Du merkst gar nicht, dass du all das was dein Partner für dich tut als vollkommen selbstverständlich hinnimmst und dementsprechend auch dein Verhalten gegenüber deinem Partner ist.
Der Mann lobt seine Frau nicht, wenn sie sich für ihn herrichtet oder die Frau richtet sich für ihn gar nicht her, wozu denn? Ist ja nicht mehr nötig. (Gilt natürlich auch umgekehrt, denn der Mann hat sich auch für seine Frau auch “schön zu machen”). Der Alltag ist eingetroffen und das ist das Gefährlichste.
Wenn es mit der Zeit langweilig wird, sieht der Mann sich um und findet eine andere Frau, die ihm gefällt und plötzlich tritt der berühmte “zweite Frühling” ein. Das kann eine jahrelange Beziehung zerstören, was auch sehr oft eintrifft. Die Leute wissen nicht mehr was sie möchten, alles ist langweilig geworden, “Swingerclubs” peppen angeblich die Ehe auf. Die Menschen drehen sich im Kreis und suchen immer nach Neuem, ohne sich um das zu kümmern, was sie schon haben und das immer wieder zu “erneuern” und sich etwas einfallen zu lassen.
All diese Probleme kommen von dir selbst, weil du dich um alles und jeden kümmerst, nur einen Menschen vergisst du dabei jedesmal, dich selbst.
“Alles womit der Mann spielt und sich unterhält ist nichtig (vergeudete Zeit), außer drei Dinge: Bogenschießen, sein Pferd trainieren und mit seiner Frau zu spielen und anständige Scherze zu machen. Diese drei Dinge sind von al-Haqq (wertvoll und erlaubt)
(Aussagen des Gesandten Muhammed, Friede sei auf ihm, überliefert bei Thirmidhi, vgl. “Frauen im Schutz des Islam”, von Abd ar-Rahman Asch-Schiha)
Aischa, ALLAHS Wohlgefallen sei auf ihr, berichtete über ihren Ehemann, den Gesandten Mohammed, Friede sei auf ihm:
“ALLAHS Prophet, Friede sei auf ihm, machte ein Wettrennen mit mir und ich schlug ihn, bevor ich älter wurde und an Gewicht zunahm. Nachdem ich älter und schwerer geworden war, machte er wieder ein Wettrennen mit mir und gewann. Daraufhin sagte ALLAHS Gesandter, Friede sei auf ihm, zu mir:’ Mein Gewinn gleicht deinen Gewinn aus.”
(Imam Ahmed)
Nach dem ‘Ischaa’ Gebet und vor dem Schlafengehen pflegte der Gesandte, Friede sei auf ihm bei seiner Familie zu sitzen, sich mit ihnen zu unterhalten, ihnen Gesellschaft zu leisten und Freundlichkeit zu zeigen.
(vgl. “Frauen im Schutz des Islam”, von Abd ar-Rahman Asch-Schiha)
Das sind alles sozusagen Kleinigkeiten, denen wir keine Beachtung schenken. Doch deswegen wird dann alles langweilig und es verändert sich alles negativ und wir wissen eigentlich fast nie warum. Um eine gesunde Gesellschaft zu bekommen, verlangt der SCHÖPFER, dass jeder bei sich selbst beginnt. Was möchtest du? Womit fühlst du dich wohl und dementsprechend so wie du gerne möchtest, dass man dich behandelt, behandle auch andere. Mit wem möchtest du gerne zusammen sein, wer tut dir gut? (Hier möchte ich nur kurz erwähnen, dass eine Zwangsheirat dann ziemlich unlogisch wäre, denn der SCHÖPFER zeigt dir, wie man eine gesunde Gesellschaft bekommt und nicht wie du sie noch mehr zerstören kannst)
Vefasst von Schwester Ahiret

ich hab ein neues video fr euch
http://www.youtube.com/watch?v=lYf3mnGgEjg