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Alltag

Vieles auf unserem Blog befasst sich mit negativen Beispielen unserer Gesellschaft und schreckt möglicherweise auch viele Muslime ab. Es ist uns daher auch ein Anliegen, auf die positiven Ereignisse in Deutschland hinzuweisen und dazu passt der Kommentar von Bruder Abdullah (möge Allah, der Erhabene, ihn für den Kommentar und für seine Standhaftigkeit reichlich belohnen.)

Salam Aleikum.

Ich will euch hier eine kleine Begebenheit erzählen, die mir am Arbeitsplatz widerfahren ist. Ich bin im letzten Lehrjahr und arbeite bei der ABB im Maschinenbau. Als Prüfungsarbeit musste ich eine Maschine ohne Hilfe selber bauen. Ein Experte beurteilte dann meine Maschine. Ich habe einen kleinen Raum, wo ich immer das Gebet verrichte. Als ich eines Tages dort meine vier Sunnah Gebete und das Mittgabsgebet verrichtete, kam mein Vorgesetzter, um mir etwas mitzuteilen. Er stand an der Tür, ich fuhr jedoch mit meinem Gebet fort, ohne mich um ihn zu kümmern (Er wusste, dass ich dort Gebet verrichte). Er schloss die Tür. Nach dem Mittagsgebet, machte ich noch zwei Raka Sunnah Gebet. Mitten im Gebet kam der Vorgesetzte noch einmal. Er flüsterte: ” kann ich dich stören?” Al Hamdu Lillah, war ich im Sunnah Gebet. Ich brach das Gebet ab und fragte ihn freundlich, was denn los sei. Er gab mir zu Wissen, dass der Experte warten würde. Ich sagte ihm nur, dass ich das Gebet noch zu machen hätte. Er sah, dass mir das Gebet wichtig war und ging. Als ich das Gebet verrichtet habe, ging ich zu meiner Maschine, an der die beiden warteten. Niemand war böse, dass ich das Gebet vorgezogen habe. Jetzt bin ich fast am Ende meiner Lehre. Und was wurde mir offeriert: Ich konnte zwischen zwei Orten auswählen, wo ich arbeiten wollte. Die Entscheidung lag bei mir. Ich war ein bisschen erstaunt, mit wie viel Respekt man mir entgegenkam. An diesem Beispiel sieht man: Haltet fest an eurer Religion. Schreit die Mitmenschen niemals an und seid niemals unfreundlich. Dann kommt man wirklich zum Erfolg.

(Von der Rekaktion leicht bearbeitet)

Es ist wieder das bekannte Prinzip, das wir uns nur immer und immer wieder einprägen müssen:

[…]und wer Allah fürchtet, dem gibt Er einen Ausweg (aus allen Bedrängnissen) und versorgt ihn aus (ihm) unbekannten Wegen. Und wer auf Allah vertraut, dem genügt Er!“

(Sura At-Talaq, 2-3)

Eine weitere schöne Geschichte habe ich am Sonntag erlebt. Bekanntlich hat Pierre Vogel vor kurzem seine Deutschland-Tour angetreten. Er ist dafür in 4 Tagen von Stuttgart über Dortmund und Berlin, bis nach Hannover gereist. Nach Aussagen von Pierre Vogel sind ca. 20 Menschen direkt zum Islam konvertiert und die Moscheen bzw. Hallen waren voll. Was heißt voll ? Voll bedeutet, dass tatsächlich jeweils über 1000 (!) Menschen in den Hallen in Dortmund und Stuttgart Platz gefunden haben. Mir wurde erzählt, dass einige stehen mussten, weil auf dem Boden kein Platz mehr war. Gepriesen sei der allmächtige Gott!

Noch eine schöne Geschichte.

Ich hatte die Ehre, einen Bruder kennen zu lernen, der ca. 17 Jahre alt ist und jeden Vortrag von Pierre Vogel live mitverfolgt hat. Wie hat er das gemacht ? Ganz einfach, er ist von Hamburg mit dem Flugzeug (35€) nach Stuttgart geflogen, von dort aus mit dem Zug nach Dortmund (30€), von da an mit dem Bus jeweils nach Berlin und dann nach Hannover (beides insg. 60€). Liebe Geschwister, er hat das ganz alleine gemacht ! 17 Jahre alt. Allah ist groß!

Der Bruder hat keine Kosten und vor allem keine Mühen gescheut und sich auf dem Wege Allahs bemüht. So etwas gibt es immer wieder zu sehen oder zu hören, wenn man sich mit den Brüdern unterhält.

Doch nach all dieser euphorischen Tatsachenbeschreibung wieder zurück zu uns.

Wo waren wir, während 20 Leute zum Islam konvertierten? Während Menschen (Muslime und Nicht-Muslime) sich im Stehen die Vorträge anschauten, schauten wir wahrscheinlich um 20:15 Uhr Fernsehen. Eine Tüte Chips in der Rechten und die Cola (hoffentlich keine Coke) immer griffbereit.

Oft heißt es dann:

“Ich hatte einen harten Arbeitstag, ein wenig Entspannung ist ok”.

Naja, wenn ein siebzehnjähriger Junge über 100€ aufbringt und 4 Tage lang Pierre Vogel verfolgt, weil er für Allah, dem Erhabenen, etwas lernen will, dann und spätestens dann, sollten wir uns wirklich fragen wo wir eigentlich waren.

Barrak Allahu fiekum, liebe Geschwister.

2 Antworten auf Alltag