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Islamhass im Alltag Nr.7

Salamu alaikum wa rahmatullahi wa barakatuhu

Das Projekt „Islamhass im Alltag“ finde ich sehr gut macha allah- denn dieses Thema wird leider immer präsenter. Incha allah werden noch viele Muslime ihre Erfahrungsberichte einsenden, wahrscheinlich weiterhin hauptsächlich Schwestern, denn aufgrund ihrer Kleidung kriegen sie meist mehr Hass zu spüren als ihre Männer- subhanallah!

Ich bin 22 Jahre alt und Deutsche. Al hamdu lillah bin ich 2006 zum Islam konvertiert. Seitdem verstehe ich endlich wie sich Ausländer oft fühlen, und noch schlimmer- ich fühle mich fremd im eigenen Land, wo ich mich bislang immer sicher und wohl gefühlt hatte. Nun streben wir aber als Muslime ohnehin die Hijrah an, so kann ich mittlerweile gut damit umgehen, hier eben nicht mehr herzugehören.

Als ich nur ein Tuch auf dem Kopf hatte, ja selbst mit Abaya und Khimar, hat man mich weitestgehend in Ruhe gelassen, al hamdu lillah. Manchmal kamen Blicke, und die Mehrheit hielt mich für eine Türkin. Als ich mal ganz in schwarz gekleidet war sagte jemand „oh Gott, ein Geist“. Aber es hielt sich in Grenzen, es war nicht wirklich schlimm oder nervig.

Sehr massiv änderten sich die Reaktionen erst als ich im Sommer 2008 nun auch einen Gesichtsschleier trug.

Wenn man keine Kommentare an den Kopf geschmissen bekommt, wird man zumindest angegafft wie ein Tier im Zoo. Manchmal bleiben die Leute stehen, drehen sich um, schütteln den Kopf. Ich drehe mich dann meist auch um, oder lächle einfach nur vor mich hin, was sie ja nicht sehen können. „Mumie“ oder „Ninja“ wird gezischt, „Al Kaida“ gerufen, „ach du liebe Zeit“ oder „da kriegt man ja Angst“ heißt es. Die Menschen scheinen das Bedürfnis zu haben, meine Kleidung zu kommentieren, sind aber zu feige, mich persönlich anzusprechen. Subhanallah- wenn ICH alles kommentieren würde was ich so sehe… Meistens ignoriere ich sie einfach, erledige meine Sachen, husche durch die Straßen und Supermarktgänge, und bin wieder weg. Überfüllte Orte meide ich, weil ich genau wie alle Anderen meine Ruhe haben will, während ich meine Sachen erledige. Was sich wie ein Verstecken anhört, oder wie eine maßlose Einschränkung , ein Spießrutenlauf- ist letztlich nur eine Sache der Organisation und Gewohnheit und längst kein Problem mehr al hamdu lillah.

Durchaus hatte ich auch positive Erlebnisse mit meinem Niqab, doch die kann man an einer Hand abzählen.

Nun zu meiner ersten „brisanten“ Situation:

Ich bin mit meiner Tochter an der Kasse bei Lidl. Ich bin beim Bezahlen, als hinter mir ein älterer Herr meint „Nanu, Karneval ist doch vorbei.“ Er spricht wohl in Richtung der Kassiererin, die darauf aber al hamdu lillah nicht eingeht. Ich nehme mir vor, das einfach zu ignorieren. Doch er lässt nicht locker: „Ist das jetzt die neue Terroristenverkleidung, oder was?“ Ich bin sauer, koche innerlich, aber beeile mich nur, meine Lebensmittel im Netz unter dem Kinderwagen unterzubringen, und fahre dann mit dem Wagen 2 Meter rüber zum Ablagetisch, um dort weiter zu packen, aber den anderen Kunden schon mal Platz zu machen. Der Mann findet das scheinbar lustig, glaubt er hat einen super Witz gerissen- al hamdu lillah geht niemand der anderen darauf ein. Da muss ich doch was sagen: „Es gehört sich nicht, sich über die Kleidung anderer Menschen lustig zu machen.“ Der Mann ist nun auch fertig mit bezahlen und steht neben mir, erklärt irgendwas von wegen wir seien hier nicht im Orient. Ich sage, dass wir in Deutschland sind, und dass ich meine Rechte kenne. Ich verstoße gegen kein Gesetz. Und ich sei Deutsche. Er ganz verdutzt: „Sie sind Deutsche?“ das scheint ihn zu entwaffnen, „das glaub ich Ihnen nicht.“ „Na das glauben sie mir mal“, sage ich, „ich kann Ihnen meinen Ausweis zeigen.“ Mache ich selbstverständlich nicht, sondern lasse ihn sprachlos stehen und gehe.

Eine andere Situation:

Ich bin mit meinem Mann und meiner Tochter im Kaufland.

In einem Gang schiebt eine ältere Dame ihren Wagen vor uns her. Als sie mich aus den Augenwinkeln sieht, nuschelt sie „nicht zu fassen“. Ich sage das meinem Mann, da meint er „geh zu ihr, fang ein Gespräch mit ihr an“ Er wartet die paar Schritte weiter, ich laufe wieder zurück zu der Frau: „Was ist nicht zu fassen?“ „Wie sie aussehen! Da ist doch keine Freiheit mehr!“ „Ich bin frei. Und ich bin Deutsche!“ „Wie bitte?!“ ruft die Frau entsetzt, „ich würd mich schämen!“ Audhu billah. Ich will ruhig bleiben, sie ist sehr respektlos, erhebt direkt die Stimme… Ich gehe wieder zu meinem Mann, sage ihm was sie gesagt hat. Wir wollen uns weiter unserem Einkauf widmen. Da ruft die Frau rüber: „Sagen Sie mal, wenn Sie so aussehen, was wollen Sie dann hier?! Warum gehen Sie nicht in IHR Land?!“ Mein Mann ruft genauso aggressiv zu ihr rüber: „Das machen wir ja!“ im Sinne von „das haben wir vor“- „aber in UNSEREM Land schreiben wir Ihnen nicht vor, wie sie sich zu kleiden haben!“ (Mein Mann kommt aus Marokko). Die Frau schämt sich nun und haut schnell ab, später beobachten wir, dass sie die Gänge meidet, in denen wir uns befinden, und als wir ihr an der Kasse wieder begegnen sieht sie bewusst nicht mehr in unsere Richtung. Al hamdu lillah.

Kurz nachdem diese Frau gegangen ist, kommt eine andere Frau zu uns, und fängt ein Gespräch mit uns an, mit den Worten „ich möchte mich im Namen dieser Frau entschuldigen. Nicht alle sind so!“ Macha allah!

Wenn ich hier andere Schwestern sehe, die davon schreiben was sie schon alles erlebt haben macht mich das sehr froh, nicht ganz alleine zu sein. Al hamdu lillah. Möge Allah uns alle stärken und geduldig machen.

Salamu alaikum

UmKenza

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40 Antworten auf Islamhass im Alltag Nr.7

  • Djibril sagt:

    @Ahmad

    Jede Tat ist fr Allah und jede Belohung ist nur von Allah. Inschallah wird jeder fr seine Taten, dies bekommen was ihn zusteht. Maschallah es freut mich sehr, dass du Turban trgst. Aber du darfst, was du tust, nicht automatisch auf andere Brder und Schwestern schlieen. Manche haben nicht so sehr dem Iman verinnerlicht, wie du beispielsweise. Deshalb habe Geduld mit ihnen und rufe sie zum guten auf. Mge Allah dich belohnen fr deine Absicht.

  • Miriam sagt:

    As Salamualeykum wr/wb, liebe Geschwister im Islam,

    ISLAMHASS

    ich finde es ganz groartig, dass es endlich mal ein “forum” gibt, in dem ber Islamhass gesprochen wird.
    also zu mir: ich bin deutsche (vollblut), 18 jahre alt und trage den hijab seit dem ch 15 bin- FREIWILLIG, al hamdulillah.
    am anfang war das kopftuch noch etwas krzer als jetzt, mit der zeit wurde es dann immer lnger und schlichter…
    naja
    was ich erst einmal sagen muss: egal wie das kopftuch aussieht- gro/klein, bunt/dunkel, abya/hose
    man wird immer angefeindet!!!
    und egal in welcher stadt europas man lebt, man wird berall angefeindet, in einige grostdtene eben nur weniger.

    fange ich nun mit meiner schlimmsten erfahrung an:

    eines tages stehe ich am dresdner hauptbahnhof und warte auf die bahn. um mich herum starren mich wie immer ettliche leute an. pltzlich torgelt ein lterer mann (um die 50) an mir vorbei und fngt urpltzlich an zu schreien.
    die leute um mich herum schauen nur erschrocken.
    ich steige in die bahn ein und denke, naja der wird schon nicht einsteigen.
    doch er steigt ein und als ich die nchste haltestelle sofort aussteige rennt er mir pltzlich hinter her und blgt herum und will mir seine bierflasche an den kopf schmeien.
    ich dachte ich bin im falschen film.
    aber hamdulillah, da er so besoffen war konnte er nicht sonderlich schnelle rennen und somit versteckte ich mich im haus meiner freundin, die in der nhe wohnte.
    hamdulillah es ist nix passiert, aber diese bergriffe werden immer hufiger.
    mge allah uns alle schtzen vor diesen irren. amin