Sarrazin und das Kopftuch
Die Öffentlichkeit kannte Thilo Sarrazin vor dem Oktober 2009 nicht. Dann nämlich wurde sein Interview mit „Lettre International“ heiß diskutiert. Da teilte er die Ausländer in gute (EU-Ausländer, Amerikaner, Russen) und böse (Türken, Araber) ein.
Auch sagte er, er müsse "niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert“. Natürlich ist das Zitat jetzt aus dem Kontext gegriffen. Er meinte eher, dass er niemanden anerkennen müsse, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert. Nur um das mal nebenbei klarzustellen.
Bei einer Podiumsdiskussion forderte er nun:
„Ich würde Kopftücher im Unterricht untersagen. Sie sind kein religiöses Symbol, sondern ein politisches. Ein Symbol des Machtanspruches des Mannes über die Frau.“
Zunächst einmal würde keine Muslima ein Kopftuch tragen, wenn nicht im Koran stehen würde, dass sich die Frauen in der Öffentlichkeit verhüllen sollen. Wegen der Anbetung Allahs und der Einhaltung Seines Gebotes entscheidet sich die Muslima ein Kopftuch zu tragen. Daher ist die Aussage "Sie sind kein religiöses Symbol, sondern ein politisches" schlicht FALSCH.
Das Kopftuch ist kein besitzanzeigendes Kleidungsstück. Dort steht nicht der Name des Ehemannes drauf. Zu behaupten, es sei ein "Symbol des Machtanspruches des Mannes über die Frau", ist absolut fehlerhaft. Demnach müssten verwitwete Musliminen/Muslimas, die aus dem "Joch des Mannes" befreit werden, sofort ihr Kopftuch ablegen. Eine sehr fragwürdige Logik.
Nun will Herr Sarrazin im Unterricht Kopftücher untersagen. Es ist zu bezweifeln, dass er der Fachman für Schulwesen und eine Autorität in pädagogischen Angelegenheiten ist. Für einen Christen ist es kein Gebot ein Kreuz zu tragen, für einen Juden kein Gebot eine jüdische Kippa zu tragen, aber Allah gebietet es den gläubigen Musliminen sich zu verhüllen. Das Verbot solcher Religionsäußerungen muss daher auch differenziert betrachtet werden. Zumal es Herrn Sarrazin ja nicht um das Kreuz oder die Kippa geht.
Mit scheinheiligen Begründungen will man nach und nach das Praktizieren des Islam immer schwieriger gestalten. Sollte sich so ein Verbot durchsetzen, dann bleibt es natürlich nicht dabei. Denn Sarrazin weiter: „In Europa haben wir steigende Zahlen von Muslimen, was in allen Ländern Probleme macht."
Wir haben in Europa auch immer mehr Arbeitslose, immer mehr Kinderarmut und immer mehr Insolvenzverfahren von Betrieben. Zuerst sollte er sich seinem Sachgebiet widmen, bevor ihn seine islamophobische Paranoia zu solchen Aussagen zwingt.
Und die Lösung für das "Problem" mit den Muslimen hat er auch gleich parat: "Erstens den Zuzug begrenzen. Zweitens diejenigen, die da sind, unter Integrationsdruck setzen. Politik und Gesellschaft müssen eine Erwartungshaltung herstellen."
Ich lese in der Zwischenzeile den Unterton: "… und die, die diese Erwartung nicht erfüllen, mögen wieder aus Deutschland ausreisen".
Die Gesinnung, zum einen den Zuzug von Ausländern verbieten und zum anderen die Ausländer, die schon hier sind, loswerden zu wollen, nennt man auch Rassismus.
Weiter besteht Sarrazin darauf, "dass man [in Schulen] deutsch redet."
Natürlich soll in Schulen auf Deutsch geredet werden, und auf Englisch. Und es soll auch Mathematik unterrichtet werden. Dafür ist eine Schule da. Dadurch, dass er seine diskriminierenden Forderungen mit einem Status-Quo abschließt, versucht er Zustimmung mit Populismus einzuholen.
Allerdings versteht jeder auch so, was Sarrazin will. Ein Rassist versteht das, ein Muslim versteht das, ein Ausländer versteht das und die Politiker verstehen das. Aber wer erklärt dem kleinen muslimischen Mädchen oder der jungen muslimischen Frau, warum man ihr nicht erlaubt, sich ihr Kopftuch aufzusetzen, wenn es doch ihr Gott so gebietet?

Ich glaube er gehört eher zu NPD als zu SPD.
Thilo Sarrazin war auch schon vor Oktober 2009 in der Öffentlichkeit durch soziale Inkompetenz bekannt geworden, als er noch Finanzsenator in Berlin war. Er hatte u.a. vorgeschlagen, daß ALG II Empfänger auch mit weniger als 4,00 Euro pro Tag auskommen könnten:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Landespolitik-Hartz-IV-Thilo-Sarrazin;art124,2474631
Sowie andere unsinnige Vorschläge, die er selbst, wenn er ALG II bekommen würde, nicht einhalten könnte, aber wer ungefähr 10000 Euro monatlich als Finanzsenator und dann als Bundesbankvorstand bekommt, verliert den Sinn für die Realität:
http://www.bild.de/BILD/politik/2009/05/13/thilo-sarrazin/wirft-hartz-iv-empfaengern-verschwendung-vor.html
Bezüglich des Islam bzw. des Tagen des Kopftuch hat der Herr Sarrazin eine ähnlich geartete paranoide Intoleranz wie der dauerempörte Udo Ulfkotte sowie alle anderen Kleinbürgern von PI News, Pax Europa & Co.
salamu alaykum meine kleine schwester ist 7 und traut sich nicht kopftuch anzuziehen wegen der verspottung durch die mitschüler und fragt mich ob allah sie deswegen bestrafen wird.also dass fängt jetzt schon an dass wir muslime uns psychichen druck ausgesetzt sehen.was soll ich ihr sagen da sie 7 ist hab ich ihr erklärt sie muss es noch nicht tragen aber sie will es ja freiwillig und später dann wenn sie es tragen muss will sie bestimmt nicht mehr alles wegen diesen blöden hetzern.die wollen ausländer raus seit wann sind deutsche muslime ausländer?