England und Islam (SF)
England und der Islam
Neulich habe ich folgende Berichterstattung gesehen:
Das Schweizer Fernsehen berichtet über die Toleranz der Briten gegenüber den Muslimen. Was die Bilder sagen und was der Kommentator erzählt, stimmen aber in ihrer Richtung nicht überein.
Zunächst beginnt man mit den Londoner Anschlägen vom 07.07.2005.
Entgegen der Mainstream-Meinung gibt es aber dazu viele Widersprüche. Diese Widersprüche kann man in dem Artikel Der Anschlag in London war selbstinszeniert nachlesen. Die Anschläge den Muslimen zuzuordnen ist schlecht recherchierter Journalismus. Deswegen wundert sich der Nachrichtensprecher auch, mit welcher "außergewöhnlichen Toleranz" den Muslimen dort begegnet wird. Auch erstaunt es ihn, dass Scharia-Scheidungsgerichte in England Praxis gefunden haben. Dazu später mehr.
Er beendet seinen Satz, dass für viele Briten die Toleranz offenbar zu weit geht. Ich nehme mir also vor, die Augen nach solchen Briten aufzuhalten.
Der Bericht beginnt mit Bildern von der gut besuchten Ost-London-Moschee, die als gemäßigt und modern gilt. Der Sprecher der Moschee spricht über die gute Zusammenarbeit mit den Nachbarn im Stadtteil. Dies wird auch später von einem anglikanischen Pfarrer aus der Nachbarschaft bestätigt. Dieser hatte sich damals für den Bau der Moschee ausgesprochen. Es werden gemeinsam Projekte auf die Beine gestellt und Probleme gemeinsam angegangen. Zur Toleranz gehört auch, sich an die komplett verhüllten Frauen auf den Straßen zu gewöhnen oder auch die Religion der Arbeitnehmer zu respektieren. Dass eine bekannte englische Supermarktkette aber dazu vor einem schweizer Fernsehteam keine Stellung nehmen will, deutet der Reporter wie folgt: "Vielen Briten geht die Toleranz zu weit".
Weiter wird auf die von der anglikanisch-christlichen Kirche befürworteten Scharia-Schiedsgerichte eingegangen. Ein Schiedsgericht dient dazu, einen Rechtsstreit zwischen zwei Personen beizulegen, damit man unötige Kosten durch ein Gerichtsverfahren und Anwälte vermeidet. Im Bericht wird dies jedoch negativ dargestellt. Dabei müssen beide Parteien mit der Einigung einverstanden sein.
Nun zeigt der Bericht Briten, die mit der Toleranz nicht einverstanden sind: Die rechtsextreme Gruppierung British Defense League. Wie sich herausstellen wird, die einzigen Briten im Film, die gegen das friedliche Zusammenleben der Religionen sind. Leider kam aber auch keiner aus dieser Gruppierung im Bericht zu Wort.
Weiter wird über die Forderung der Gruppe "Islam for UK" die Einführung der Scharia in England korrespondiert. Der Bericht erwähnt nicht die Größe und die Anhängerschaft dieser Gruppierung, nur dass sie radikal sei.
Zum Schluss stellt sich der Reporter in eine beschmückte Straße und behauptet, man suche vergeblich nach typischer weihnachtlicher Beleuchtung, weil diese die muslimische Bevölkerung störe. Dies wird jedoch vom Sprecher der Ost-London-Mosche bestritten. Die Muslime würden sich nicht durch Weihnachtsschmuck und -sterne beleidigt fühlen. Sie wissen, dass das zur christlichen Kultur so gehöre.
So endet der Bericht.
Ich wundere mich, wie man mit Filmmaterial, das keine Probleme der integrierten Muslime beinhaltet, dennoch versucht, ein negatives Meinungsbild zu erzeugen. Ein schweizer Reporter in England ist noch lange kein Brite, so dass seine Aussage, die Toleranz ginge zu weit, als Aussage eines Briten aufgefasst werden kann. Vielmehr sollte dieser Bericht ein Beispiel sein, wie religiöse Pluralität friedlich nebeneinander und miteinander funktionieren kann.

Das Video ist echt der Hammer, ich schick das sofort allen Leuten.
In Deutschland muss auch endlich mehr Bewegung entstehen. Geht zu der Demo am 9.1. !
Interessanter Bericht, drüben in England scheint sich mehr zu bewegen als hier..aber als ich letztens in England war kams mir auch richtig tolerant Muslimen gegenüber vor..mashallah.
Dass die Reporter wieder ein negatives Bild daraus machen wollten war ja klar, darauf hört man aber langsam schon garnicht mehr..naja kheir inshallah..wäre schön, wenn wir hier in Deutschland nur halb so viel Akzeptanz bekommen würden