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Muslime bleiben friedlich – trotz islamfeindlicher Kundgebungen

Die Organisation "Pro-NRW" bezeichnet sich selbst als Bürgerinitiative und nennt als eines ihrer Ziele die Bekämpfung des Islam.

Jetzt, kurz vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen wird Pro-NRW besonders aktiv und startete am 26.03.2010 im ganzen Ruhrgebiet ein sogenanntes "islamkritisches Wochenende" bei dem auch ein Themenparteitag zum Thema Minarettverbot stattfinden soll.
Die Anhänger von Pro-NRW befürworten ein Minarettverbot, denn sie wollen nach eigenen Angaben ein Zeichen gegen die Islamisierung des Abendlandes setzen. Sie behaupten nicht ausländerfeindlich zu sein, sondern sie wollen lediglich den Islam bekämpfen.
Ist das nicht ein bißchen zu kurz gedacht? Was soll ein Minarettverbot bringen? Sind damit alle Probleme auf wundersame Weise gelöst?

Auch die sogenannte "abendländische Kultur" soll erhalten werden, aber worin besteht sie eigentlich? Sie ist mit Sicherheit durch das Christentum geprägt worden, aber unterliegt auch sehr starken amerikanischen Einflüssen. Das Christentum jedoch entstammt ausgerechnet dem Orient!
Die viel gepriesenen "christlichen" Werte wie Gastfreundschaft, Nächstenliebe und Beistand der Unterdrückten finden sich auch im Islam, dort sogar noch stärker ausgeprägt. Das scheint aber Pro-NRW entgangen zu sein
Deshalb diskutierten Vertreter der Organisation mit dem SPD-Chef Gabriel über die "Gefahren" der Islamisierung.
Gabriel trat jedoch als Gegendemonstrant auf und sagte in Oberhausen: „Wer Minarette verbieten will und den Islam mit Terrorismus gleichsetzt, verfolgt in Wahrheit fremdenfeindliche Motive.“
Er erklärte: "Wir wollen den islamischen Gemeindemitgliedern zeigen, dass wir hinter ihnen stehen.“ Gleichzeitig mahnte er „Pro NRW“ müsse ernst genommen werden.

Ähnlich äußerte sich der Landes-Integrationsminister Armin Laschet (CDU) in Düsseldorf. Er sagte:
„Rechtsextreme wie Pro-NRW und die NPD haben in NRW keinen Platz!“
Viele Muslime empfanden diese Anti-Islam-Veranstaltung der rechten Provinzgruppe zwar als Provokation, aber sie blieben ruhig und wollten sich nicht auf das angebotene Freund-Feind-Spiel einlassen. Ihnen ist klar, daß haßerfüllte Gruppen von der Existenz eines Gegners abhängen. Muslime halten sich aus diesem Katz-und-Maus-Spiel heraus, denn sie möchten nichts anderes als friedlich ihren Teil zum Wohl der Gesellschaft beitragen.

Es ist wichtig Ruhe zu bewahren, denn nur so wird rechtsradikalen Bewegungen der Wind aus den Segeln genommen, zumal sie selbst nicht mal definieren können was denn nun eigentlich die positive Essenz ihrer Veranstaltungen sein soll.
Ohne ein Feindbild, in diesem Fall der Islam, wären sie ganz schnell am Ende.
Einem kritischen Betrachter erschließt sich einfach nicht welches intellektuelle Profil, oder welcher Anspruch eigentlich hinter Pro-NRW steht. Muslime lieben Deutschland genau so wie Christen oder Juden und sie erfüllen in gleicher Weise ihre staatsbürgerlichen Pflichten.

Auch in der deutschen Geschichte und Philosophie gab es noch nie ein Problem mit dem Islam. Nietzsche mochte den Islam, Goethe bewunderte ihn, Rilke sehnte sich danach. Heidegger formulierte eine Sprachphilosophie, die nicht nur die Trinitätslehre ablehnte, sondern das Denken der Einheit ermöglichte.
Eine kritische Auseinandersetzung ist etwas anderes als stumpfsinniges Ablehnen wobei Argumente durch aufwiegelnde Parolen ersetzt werden.
Muslime sind der Überzeugung, daß unterschiedliche, aber absolut gleichwertige, gleich wunderbare Menschen erschaffen wurden, und daraus ergibt sich daß ihnen jeglicher Rassismus völlig fernliegt. Vielleicht ist es das was Pro-Nrw so stört?
Warten wir ab ob es nach Abschluß der anti-islamischen Demonstrations- und Veranstaltungsreihe ersichtlich wird!

Die rechtslastige Organisation trägt bei ihren Agitationsveranstaltungen recht marzialisch wirkende islamfeindliche Schilder bei sich.
In ihrem Wahlprogramm behauptet sie jedoch innere Sicherheit herstellen zu wollen. Erreicht man das durch Provokation und Aggression?
In der Bevölkerung besteht eine tiefe Sehnsucht nach sozialer Gerechtigkeit und einer werteorientierten Erziehung. Das sind islamische Prinzipien!

Pro-Nrw aber bekämpft den Islam und schwächt dadurch die Bürgerrechte und stellt sich damit sogar gegen das Grundgesetz das die freie Ausübung von Religionen garantiert.

Deutsche Bürger haben das offenbar erkannt, denn bei dem Aufruf zu einem anti-islamischen Wochenende stellte sich die Mehrheit auf die Seite der Muslime und der deutschen Gesetzgebung, wärend sich die Pro-Nrw-Anhänger überwiegend selbst beklatschten. Das ist für sie um so peinlicher als sie auch Vertreter rechter Parteien aus ganz Europa (z.B. Vlaams Belang und FPÖ) herbeigebracht hatten.
Alles in allem verlief der Parteitag ruhiger als ursprünglich erwartet, was sicherlich auch ein Verdienst der umsichtig handelnden Polizisten ist.
Die islamische Gemeinde Bochum hat einige Fotos vom 26.03.2010 von der "Mahnwache" der rechtspopulistischen Organisation auf ihrer Homepage veröffentlicht.

http://www.islamischegemeindebochum.de/n…ro.nrw.htm

Am Sonntag, den 28.03.2010 sollen die Aktionstage der Islamfeinde ihren Höhepunkt in einem Sternmarsch auf die Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh finden.

 

Ein Artikel von Schwester Djibrila

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5 Antworten auf Muslime bleiben friedlich – trotz islamfeindlicher Kundgebungen

  • magicat sagt:

    Bei Pro-NRW finden sich ziemlich viele Hohlköpfe zusammen.
    Sie rennen im Regen rum, tragen Schilder mit einer durchgestrichenen Moschee drauf und fordern weg mit den Moscheen.
    Sie stören sich an bestimmten Gebäuden, sagen aber nicht warum.
    Heute die Moschee, morgen das Jugendheim, übermorgen die Synagoge?

    Ich hoffe daß es nie so weit kommt daß vor jedem Bau eines neuen Gebäudes pro nrw oder die NPD gefragt werden muß ob es denen auch genehm ist!
    Welche Auflagen ein Gebäude erfüllen muß ist doch schon längst durch die Städtebauordnung festgelegt.
    In Deutschland muß man sogar eine Genehmigung haben wenn man ein zusätzliches Fenster einbauen will. Auch eine Moschee unterliegt diesen Bauvorschriften.
    Wovor haben die also Angst?
    Die Kameraden können ganz beruhigt sein; hier wird schon nichts gebaut was nicht den geltenden Gesetzen entspricht!
    Deshalb war die Demo komplett überflüssig.
    Das ist ihnen aber egal, hauptsache sie kamen mal wieder an die frische Luft. Sie hatten ihren Spaß beim Räuber-und Gendarme-Spiel, und auch schaulustigen Anwohnern wurde was geboten.

    Durch diese dumme Aktion wird nicht ein Moslem auch nur ein Gebet weniger beten.

  • Djibrila sagt:

    Denen geht´s doch gar nicht um die Gebäude! Die Schildchen mit der durchgestrichenen Moschee sollen nur symbolisieren, daß sie
    i n h a l t l i c h gegen den Islam sind.
    Allerdings haben sie nur ein sehr dubioses Halbwissen über den Islam.
    Sie stellen haarsträubende Behauptungen auf (z.B., daß Frauen im Islam keine Gleichberechtigung hätten) und bekämpfen diese selbst erstellten Thesen dann.

    Einer der Wahlsprüche lautet: “„Mehr Freiheit – weniger Sozialismus“
    Das macht mich nachdenklich. Wie soll die “Freiheit” aussehen, die die Errichtung von Gebetsstätten verhindern will?
    Was ist das für eine “Freiheit” wenn Frauen bevormundet werden, indem man ihnen das Kopftuch verbieten will?

    Die Pro-NRWler bekämpfen die (wörtliches Zitat!) “Zuwanderung von kostenintensiven Muslimen” und übersehen dabei, daß die Imigranten aus Rußland wesentlich höhere Kosten verursachen.
    Für sie gibt es z.B. zur Förderung von Projekten für jüdische Zuwanderer bis zu 15.000 € je Projekt.

    http://www.zentralratderjuden.de/down/Antrag_2010.pdf
    http://www.zentralratdjuden.de/down/Mittelanforderung.pdf
    http://www.zentralratdjuden.de/down/Erklaerung_2007.pdf

    Darüberhinaus erhalten sie Integrationskurse, Sprachkurse, Reisekostenentschädigungen usw., und alles wird aus Bundesmiteln finanziert. Aber davon spricht pro-nrw nicht!

    Dafür findet man auf ihrer HP immer wieder das Wort “Haßprediger”.
    Ich halte das für eine Verunglimpfung von Imamen und frage mich ob sie jemals an einem Freitagsgebet teilgenommen haben.
    Falls nicht: ahlan wa sachlan! Herzlich willkommen! Kommt in die Moscheen, lernt was über den Islam und diskutiert mit uns!

    Das bringt mehr als die düsteren aus der Schweiz imitierten Wahlkampfplakate.

  • atos sagt:

    Liebe Djibrila, Sie vergleichen judische Einwanderung aus Rußland nach Deutschland und die ” kostenintensive muslimische Einwanderung “.

    Es gibt kleine Unterschiede :

    a) Nazi-Deutschland beschäftigte sich mit der Endlösung der
    Judenfrage und nicht der Muslimfrage. Es gab damals fast keine
    Muslime im 3 Reich.

    b) Laut Sarazzin gibt es keine Integrationsprobleme mit der
    dritten und kaum mit der zweiten Generation bei den Juden.

    Verehrter JudgIsrael, Sie haben das Wort !

  • Djibrila sagt:

    @atos:
    Nachdem der von Ihnen angesprochene user nicht geantwortet hat, stelle ich nun mal eine Gegenfrage:

    Kann es sein, daß sich israelische Politiker mit der Endlösung der Palästinenserfrage beschäftigen?

  • Djibrila sagt:

    Zitat Atos:

    >Laut Sarazzin gibt es keine Integrationsprobleme mit der
    dritten und kaum mit der zweiten Generation bei den Juden.<

    Ja und? Das ist seine unmaßgebliche Meinung.
    Er sollte sich lieber um die Aufgaben kümmern für die er mit unseren Steuergeldern bezahlt wird.
    Intergrationsbeauftragter ist er meines Wissens nicht.
    Wahrscheinlich hat er aber sogar Recht. Juden die aus dem Ostblock einwandern erhalten nämlich oft vorzügliche Starthilfen und sehr viel Unterstützung damit sie hier Fuß fassen können. Da fällt die Integration natürlich leicht!

    Außerdem ist die Darstellung in den Medien komplett anders.
    Ein Beispiel:

    - Vor der Errichtung einer Moschee gibt es erst mal ein riesiges öffentliches Gezeter, Demonstrationen, Gegendemonstrationen, usw., und zwar selbst dann wenn sie nur am Stadtrand oder in einem häßlichen Industriegebiet geplant ist.

    - Wenn aber eine weitere prächtige (größtenteils aus Steuergeldern finanzierte) Synagoge eingeweiht wird, stellt man das als Kulturbereicherung dar, und hochrangige Politiker nehmen mit feierlicher Miene an der Einweihungsfeier teil.

    Gäbe es aber die selben Voraussetzungen für alle und würde man gleiche Maßstäbe anlegen, könnte man Muslime durchaus als ebenso gut integriert ansehen wie Juden.