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Israel greift Hilfskonvoi an

In den Nachrichten wurde berichtet, dass Israelis brutale Angriffe gegen Schiffe vornahmen, die Hilfslieferungen in den Gaza-Streifen bringen wollten. Dabei haben sie mehrere Zivilisten erschossen und Dutzende verletzt.
Die israelische Armee gab 10 Tote an, die Hilfsorganisation IHH sprach jedoch von 15 Toten.
Die genauen Hintergründe müssen wohl noch geklärt werden, aber was jetzt schon klar wird ist, dass Israel internationales Recht verletzt hat.

Der israelische Angriff richtete sich nämlich gegen einen zivilen Hilfskonvoi in neutralem Gewässer.
Die Fracht der Schiffe bestand aus Hilfsgütern, die für die geschundene palästinensische Bevölkerung im Gaza-Streifen bestimmt waren.
Es drängt sich der Verdacht auf, dass die israelische Regierung gerade diese Hilfe für die Palästinenser verhinden will, denn israelische Soldaten ließen sich von Hubschraubern aus auf das Schiff herab.
Als Grund dafür gab der Vertreter des israelischen Außenministeriums Schahar Areli an, die Soldaten seien von "30 Terroristen" angegriffen worden.
Diese Version stößt bei Vertretern der internationalen Presse auf Skepsis, da die Augenzeugen, also die Pazifisten der Hilfsorganisation, die als "Terroristen" bezeichnet werden, Redeverbot erhielten.

Das Entsetzen internationaler Politiker teilte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak keineswegs, sondern er versuchte die Gewalttat zu rechtfertigen indem er sagte, dass die Opfer selbst schuld seien, denn sie hätten Israel provoziert.
Zynisch mutet auch die Wortwahl an, denn das Massaker mit Maschinengewehren wird schlicht als "Aktion" bezeichnet und wie immer "verteidigt" Israel sich ja nur.
Was für eine Moralvorstelung muss eine Regierung haben, wenn sie sich durch eine internationale Hilfslieferung "provoziert" fühlt?

Seit Beginn des Angriffs der israelischen Armee am 27. Dezember haben zionistische Soldaten im Gaza-Streifen weit über 600 Menschen getötet und fast 3000 verletzt.
Die Krankenhäuser sind teilweise zerstört, in jedem Fall aber überfüllt, und es fehlt nicht nur an Medikamenten, sondern auch an Betten.
Die Grundnahrungsmittel sind schon lange knapp, so dass die palästinensische Bevölkerung unter Mangelerscheinungen leidet und die Kindersterblichkeit sehr hoch ist. Die Regierung Israels bestreitet jedoch jede humanitäre Notlage im Palästinensergebiet.

Die Hilfsgüter wären nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen, aber sogar das verweigert die israelische Regierung.

Empörend ist nicht nur die Gewalttätigkeit mit der die sogenannten "Elitetruppen" gegen unbewaffnete Zivilisten vorgehen, sondern auch die Rücksichtslosigkeit mit der sich hochrangige Regierungsvertreter über internationale Bedenken hinwegsetzen.
Haben sie denn vergessen, daß Abraham (Friede sei auf ihm) ihr Vorbild sein sollte?

>Und damals als Abraham von seinem Herrn mit Worten auf die Probe gestellt wurde. Und er erfüllte sie. Er sagte: "Ich will dich zu einem Vorbild (Imam) für die Menschen machen." Abraham sagte: "Bezieh in deine Verheißung auch Leute von meiner Nachkommenschaft ein!" Allah sagte: "Aber auf die Frevler erstreckt sich mein Bund nicht."<
(ungefähre Übersetzung aus Sure 2/124)

Barmherzigkeit, Gerechtigkeitssinn, Mitleid und andere religiöse Moralvorstellungen werden immer mehr vernachlässigt, und es scheint schon lange nicht mehr darum zu gehen Land zu erobern um einen eigenen Staat zu errichten, denn dieses Ziel ist ja bereits erreicht.
Worum geht es also dann? Was auch immer mit dem menschenverachtenden Embargo und der Torpedierung von Hilfslieferungen erreicht werden soll, Israel hat es jetzt endgültig geschafft auch Verbündete aus der EU und Vermittler wie die Türkei vor den Kopf zu stoßen.
Das für den 1. Juni 2010 geplante Treffen zwischen Netanjahu und Obama wurde abgesagt, und der israelische Ministerpräsident ließ verlautbaren er stehe „voll und ganz“ hinter der Aktion der israelischen Marine.
Benjamin Nentanjahu weist alle Schuld von sich und behauptete lediglich, dass die IDF in "Notwehr" gehandelt hätte. Gleichzeitig betonte er, dass er den Gaza-Streifen weiter blockieren will, wodurch die Palästinenser selbst das Nötigste zum Überleben entbehren müssen.

An Bord waren auch die deutschen Abgeordneten Annette Groth, Inge Höger und der frühere Parlamentarier Norman Paech. Ebenso wie den anderen Passagieren wurde ihnen der Kontakt nach Deutschland und zu Journalisten vor Ort verboten.
Bis zu ihrer Abschiebung sind sie in einer erst vor einigen Tagen errichteten Einrichtung im Hafengebiet untergebracht.
Auch diese Tatsache läßt Zweifel an der Version von "Notwehr" aufkommen.
Unabhängig davon was der Auslöser für die Gewalttätigkeit der israelischen Soldaten gewesen sein mag, in der Bevölkerung werden sie umjubelt.
Mit Ferngläsern bewaffnete israelische Bürger sahen von einem sicheren Standort aus dem Treiben im Hafen zu und laut Spiegel

waren dort Äußerungen zu hören wie: "schade, daß wir nicht alle Schiffe versenkt haben."
Auch das offizielle "Bedauern" hält sich in Grenzen, denn der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hat die Organisatoren der Gaza-Hilfsaktion für den blutigen Zwischenfall im Mittelmeer verantwortlich gemacht.
Er sagte vor Journalisten inTel Aviv: "Wir bedauern, dass es Opfer gegeben hat, aber die Verantwortung liegt bei den Organisatoren der Flotille". Ihr Vergehen lag wohl darin den Palästinensern helfen zu wollen. Internationale zivile Pazifisten, unter ihnen der schwedische Krimiautor Henning Mankell, mehrere EU-Parlamentarier, Künstler und eine Holocaust-Überlebende rechtferigen wohl kaum das Aufgebot von besonders hartgesottenen Spezialeinheiten des Militärs.
Internationale Politiker bezeichnen das Vorgehen jedenfalls als unmenschlich und stellen die Verhältnismäßigkeit der Mittel in Frage.

Der französische Außenminister Bernard Kouchner sagte: "Nichts kann den Einsatz solcher Gewalt rechtfertigen" und war zutiefst schockiert über die tragischen Folgen des israelischen Militäreinsatzes gegen die Schiffe.
Die spanische Regierung hat den israelischen Botschafter ins Außenministerium bestellt und erwartet eine Erklärung.
Der Europa-Staatssekretär Diego López Garrido bezeichnete Israels Vorgehen als "äußerst schwerwiegend" und "inakzeptabel".
Eine Dringlichkeitssitzung der Arabischen Liga ist vorgesehen und vorab sagte ihr Generalsekretär Amre Mussa auf einer Konferenz in Katar "der jüdische Staat ignoriert das internationale Recht, er denkt, dass er über dem Gesetz steht".
Auch die Schweiz kritisiert Israel. Der Aargauer Nationalrat Geri Müller forderte sogar, daß Israels Regierung vor ein internationales Gericht gestellt wird. Mit den Worten: "Einmal mehr hat Israel gezeigt, dass es nicht an einer Lösung des Nahost-Konflikts interessiert ist" gab er seiner Empörung Ausdruck und fügte hinzu: "Jetzt muss die internationale Gemeinschaft endlich handeln."
Der Präsident der Palästinenser Machmud Abbas verhängte drei Tage Staatstrauer auf palästinensischem Territorium.
Sogar unsere extrem israelfreundliche Regierung ist bestürzt über das Vorgehen der israelischen Armee gegen die Friedensaktivisten und der Regierungssprecher Ulrich Wilhelm äußerte tiefes Bedauern über den Verlust von Menschenleben. Er erinnerte an den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit der Mittel, der Bestandteil des internationalen Rechts sei und sagte "Der erste Anschein spricht nicht dafür, dass dieser Grundsatz eingehalten wurde."
Der Außenminister Westerwelle übermittelte "tief besorgt" an Avigdor Lieberman die Einschätzung der Regierung. Er sagte in Berlin über die Gewaltaktion: "Das sind bestürzende erste Nachrichten."
Es bleibt allerdings die Frage wie ernst es unserer tief besorgten bestürzten Regierung mit ihrem Bemühen um Frieden und Gerechtigkeit ist.
Wann folgen Taten?
Wann stoppt die Regierung Waffenlieferungen, besser gesagt Waffengeschenke an Israel?
Warum wird Israel nicht dazu bewogen den Atomwaffensperrvertrag zu unterzeichnen?
Wann durchsuchen Atomwaffen-Inspektoren das Land wie damals den Irak?
Warum schweigt der Weltsicherheitsrat?
In welchen Handlungen werden die "christlichen Werte" unserer CDU-geführten Regierung sichtbar? Doppelmoral gehört jedenfalls nicht dazu.
Es kann doch nicht angehen, daß Deutschland mithilft ein bis unter die Zähne bewaffnetes Land weiter aufzurüsten und gleichzeitig vorgibt für Frieden im Nahen Osten einzutreten.
Den Palästinensern ist es verboten mehr als ein Messer im Haushalt zu haben und sogar die Haltung von Hunden ist untersagt weil sie als "Waffe" eingesetzt werden könnten. Alles was zur Selbstverteidigung dienen könnte wird einfach als Waffenschmuggel bezeichnet und somit für illegal erklärt. Andererseits gesteht man Israel hochmoderne Angriffswaffen zu.

Im Islam sind Angriffskriege streng verboten. Selbst Kampfhandlungen die der Verteidigung dienen, müssen sofort beendet werden, sobald der Gegner sich als schwächer erweist.

Und wie ist das bei den viel gerühmten "westlichen Werten"? Angriffskriege scheinen erlaubt zu sein, Hauptsache das Feindbild stimmt.
Und wann gilt ein Krieg als beendet? Wenn der Gegner entwaffnet am Boden liegt? Oder muß er erst ausgerottet werden? Die Fragen sind wohl schwer zu beantworten, denn sonst wären die Kampfhandlungen längst beendet.
Einfach Schiffe mit Hilfsgütern zu kapern hat jedenfalls nichts mit Selbstverteidigung zu tun, sondern mutet eher an wie Terrorismus – in diesem Fall Staatsterrorismus.
Es ist unehrenhaft sich über internationale Abkommen hinwegzusetzen und auf Unbewaffnete zu schießen, und sie obendrein als Terroristen zu beschimpfen wenn sie sich mit Knüppen verteidigen.
In vielen Medien wird das Gemetzel als "Vorfall" bezeichnet, gekrönt von dem perfiden Hinweis alles wäre vermeidbar gewesen wenn sich die Menschen auf dem Schiff den Israelischen Soldaten unterworfen hätten um die Ladung in einen anderen Hafen zu bringen.

Mit welchem Recht eigentlich? Mit dem Recht des Stärkeren?
Israel sollte mal langsam damit aufhören gegen Abkommen zu verstoßen, denn es handelt sich schließlich um internationale Gewässer!
Die Türkei hat die meisten Toten zu beklagen und das wird sicherlich nachhaltige Auswirkungen auf die diplomatischen Beziehungen haben. Israel hat damit einen wertvollen Vermittler im Friedensprozeß verloren. Oder will dieses selbstherrliche Land vielleicht gar keinen Frieden?
Auch bei bei anderen Ländern sinkt Israels Ansehen immer mehr, doch wann wird dem ungleichen Kampf Einhalt geboten?

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6 Antworten auf Israel greift Hilfskonvoi an

  • Tino sagt:

    Es ist schlimm das man nicht mal mehr helfen darf.
    Man stelle sich vor man braucht dringend hilfe dann nach langer Zeit kommt jemand und der wird getötet , gefangen genommen oder zurückgeschickt,kann so etwas nicht in Worte fassen .

    • windlicht sagt:

      da hast du recht, tino.

      es ist einfach unfassbar, wie geradezu entmenschlicht manche der von gott erschaffenen kreaturen sind.

  • windlicht sagt:

    assalamu alaikum,

    auf dieser bosnischen homepage könnt ihr eine slideshow von der janaza/totengebet für die getöten des hilfskonvois für gaza sehen.
    das totengebet fand in istanbul statt:

    http://www.islambosna.ba/index.php/vijesti/vijesti-svijet/14673-slike-denaze-u-carigradu

  • Dajjal.TV sagt:

    Hier die Fotos der Elite Soldaten der Israelischen Armee

    http://www.dajjal.tv/bericht/91

  • Djibrila sagt:

    Erst überfallen sie das Schiff wie brutale Seeräuber und dann lassen sie sich von den Freunden der Palästinenser die Nase tupfen.
    Kein Wunder, daß der israelischen Regierung die Fotos über ihre sogenannten “Elitesoldaten” peinlich sind!
    Ohne Heftpflaster ist diese “Elitetruppe” doch glatt aufgeschmissen!

    Diese israelischen Soldaten sind nur “mutig” wenn sie ihre Brutalität mit hochmodernen Waffen austoben können.
    Wie der Goldstonebericht belegt gibt es unter ihnen Feiglinge die sich sogar hinter (palästinensischen) Kindern verstecken.

  • Klaus sagt:

    Wie geht die Angelegenheit eigentlich weiter?
    Sind die israelischen Terroristen (besser gesagt Staatsterroristen) bestraft worden?
    Wer hat die Ware die auf den Schiffen waren an sich genommen?