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Muslima wegen Kopftuch angegriffen und beschimpft

Tätliche oder verbale Angriffe haben sicherlich schon viele Musliminnen selbst erlebt. Frauen mit Kopftuch sind ja am ehesten als Muslime zu erkennen. Folglich halten sie auch am häufigsten "den Kopf" für ihren Glauben hin. Diese Phänomene treten besonders dann auf, wenn die "normalen Bürger" das Gefühl haben, dass ihr Staat nicht genug zu ihrem Schutz tut. Es ist eine Art der Selbstjustiz.

Häufig steht die Selbstjustiz eng im Zusammenhang mit politischen Ereignissen. Dass die weltpolitischen Ereignisse im Lichte einer dem Westen dienlichen Zielsetzung gesehen und berichtet werden, ist wohl jedem einleuchtend. Mit dieser einseitigen westlichen Orientierung werden aber auch Bilder aufgebaut, die die Welt in „gut und böse“ einteilen. Man erinnere sich doch nur an Bushs „Achse des Bösen“. Die Auseinandersetzung auf dem „politischen Weltparkett“ wird via Medien in die einzelnen Haushalte hineingetragen, und manche fühlen sich dann herausgefordert, im Rahmen des Konflikts „zivilisierte westliche Welt contra Muslime“ buchstäblich handgreiflich zu werden. Folglich agiert ein „normaler Bürger“ gegen eine „normale Muslimin auf der Straße“, um damit seinen Teil im Kampf gegen die Muslime weltweit beizutragen. Sie wird als „Feindin“ wahrgenommen; dabei spielt es keine Rolle, ob sie aus Afghanistan, Somalia, Pakistan, etc. kommt.

Es gibt eine globale Auseinandersetzung zwischen dem ausbeuterischen Westen auf der einen Seite und den Widerstandsgruppen auf der anderen Seite. Der Westen merkt zunehmend, dass die Realisierung seiner ausbeuterischen Pläne durch die Widerstandsgruppen vom „Horn von Afrika“ bis zum „Hindukusch“ behindert wird.

Auch wenn manche Muslime es nicht wahrhaben wollen, so sind wir Muslime alle Teil einer globalen Welt. Anti-islamische Vorfälle, wie sie in der Schweiz, in der BRD und anderen Ländern Europas vorkommen, müssen vor dem Hintergrund dieser globalen Auseinandersetzung analysiert werden. Der Islam hat ein Widerstandspotential gegen die herrschende Weltordnung der Ausbeuter. Ein vergleichbares Widerstandspotential haben andere Religionen (Katholizismus, Hinduismus, Buddhismus…) nicht. Darum machen die westlichen Medien so intensiv mobil gegen den Islam.

Bei den anti-islamischen Vorfällen im Westen spielt meistens auch der Rassismus eine große Rolle (zumal die Muslime im Westen in der Regel „Ausländer“ sind). Diese seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts verstärkt auftretenden pogromähnlichen Vorkommnisse erinnern sehr an die anti-jüdischen Aktionen in Europa seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Wir alle wissen, zu welch unglaublichen Exzessen der Antisemitismus 3 bis 4 Jahrzehnte später führte. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir Muslime im Westen die anti-islamischen Vorfälle nicht stumm hinnehmen!
 

Quelle: http://bazonline.ch/basel/stadt/Muslimin-wegen-Kopftuch-angegriffen-und-beschimpft/story/12360827

2 Antworten auf Muslima wegen Kopftuch angegriffen und beschimpft

  • Asma sagt:

    Auch wenn Muslime in der Regel Ausländer sind, gibt es auch immer mehr Einheimische die sich für den Islam entscheiden.
    Ich habe schon einige Male erlebt das solchen Muslimen das Deutsch-sein regelrecht abgesprochen wird. Ihnen wird quasi von einigen Leuten die Staatsbürgerschaft entzogen und sie werden auf Grund ihrer Entscheidung zu Nichtdeutschen erklärt.

  • bismillah sagt:

    Salamu alleikum!
    wenn das ganze von Selbstjustiz zeugt, da frag ich mich, wo bleibt die Selbstjustiz wenn die Leute sehen das andere mit gewallt angegriffen werden, wo bleibt die Selbstjustiz wenn alle zusehn das andere verbal beschimpft angegriffen oder vergewaltigt werden?! die Selbstjustiz kommt nur zum Vorschein wenn es darum geht sie auf schwachen Menschen anzuwenden, wie in diesem Fall auf Frauen!!!
    Mit “in der Regel Ausländer”, ist ja auch gemeint das in den Hirn von diesen Leuten man Ausländer ist auch wenn man aus dem gleichen Land kommt, die haben nicht so viel Grips zu denken das selbst ursprüngliche Deutsche Muslime werden können. Als ich mit einer Frau einmal über Islam geredet habe, sagte sie zu mir “Aber ich bin doch Deutsche!!!”