CDU ist gegen ein Koftuchverbot, aber….
'Ich glaub ich bin im falschen Film.’, dieses Gefühl hatte ich am Freitag beim Lesen der folgenden Schlagzeile:
„Integrationskonzept der CDU: Gelassen mit dem Kopftuch umgehen”.
“Kopftücher bedrohen die verfassungsgemäße Ordnung nicht”
Was für ein Fortschritt! Solche Töne sind wir von der CDU nicht gewohnt. Doch der Schein trügt, wie wir im Folgenden gleich sehen werden.
Neun Tage lang diskutierten die Mitglieder der Berliner CDU über das neue Integrationskonzept, welches sie am Donnerstag den 18.03.2010 vorstellten.
Eines der Forderungen der CDU ist:
„Wir sind gegen ein Kopftuchverbot und plädieren dafür, gelassener mit diesem Thema umzugehen“, so die stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Monika Grütters.
Weiter heißt es:
„Kopftücher bedrohen die verfassungsgemäße Ordnung nicht. Wir wollen auch nicht, dass die – oftmals gut ausgebildeten – Trägerinnen des Kopftuches durch ein Kopftuchverbot in eine illegale Parallelgesellschaft gedrängt werden. Wir wollen, dass sie bekennende Träger unserer Verfassungsordnung werden.“
Auf den ersten Blick erscheinen diese Punkte des Dokuments recht fortschrittlich. Doch halt. Man schaue sich die „Forderungen“ einmal genauer an.
Erstens ist ein generelles Kopftuchverbot mit dem Grundgesetz ohnehin nicht vereinbar.
Wieso fordert dann die CDU etwas, was mit dem Grundgesetz schon garantiert sein müsste?
Zweitens stellt die CDU diese Forderung im neuen Integrationskonzept, begrüßt jedoch das Kopftuchverbot für Lehrerinnen, Polizistinnen und anderen staatlichen Angestellten, da diese „zur religiösen Neutralität“ verpflichtet seien.
Ist das kein Widerspruch? Wem bringen dann diese „neuen“ Forderungen im Integrationskonzept der CDU überhaupt was? Wie sollen denn die – „oftmals gut ausgebildeten – Trägerinnen des Kopftuches“ “bekennende Träger unserer Verfassungsordnung werden”, wenn sie durch staatliche Verbote „in eine illegale Parallelgesellschaft gedrängt werden”.
Danke liebe CDU, für das neue , in neun Tage und Nächte schwer erschaffene Integrationskonzept, in dem letztlich nicht mehr drin steht, was man sonst von euch liest.
Letztlich bleibt den Lehrerinnen und anderen „staatlichen Angestellten“ doch nichts anderes übrig, als ihre eigenen Einrichtungen zu gründen, um sich später allerdings von euch die Vorwürfe „Parallelgesellschaft“ und „misslungene Integration“ anhören zu müssen.
Quellen:
http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1277272/Gelassen-mit-dem-Kopftuch-umgehen.html
http://www.tagesspiegel.de/berlin/CDU-Integration-Bildung;art270,3060673
http://www.migazin.de/2010/03/19/kopftucher-bedrohen-die-verfassungsgemase-ordnung-nicht/
http://www.igmg.de/nachrichten/artikel/2010/03/20/kopftuch-cdu-berlin-ruft-zur-gelassenheit-auf.html
Kopftuchverbot in der Schule – Bald Realität???
Das Thema Kopftuchverbot beschäftigt uns jeden Tag etwas mehr. In der Anne Frank Realschule in Düsseldorf ist es schon eine Tatsache.
Im Unterricht darf man auch aus religiösen Gründen kein Kopftuch tragen. Aber ein tatsächliches Kopftuchverbot gibt es in diesem Sinne eigentlich gar nicht und sei ist mit den Prinzipien der Verfassung auch nicht vereinbar.
Das Schulministerium in NRW hat der Düsseldorfer Realschule untersagt solch ein Verbot in der Hausordnung zu verankern.
Eine Zehntklässlerin eines Gymnasiums in Oberhausen verklagte ihren Lehrer, weil er ihr verbot während des Unterrichts ein Kopftuch zu tragen (Dies ereignete sich vor 2 Jahren). Der Rektor der Schule äußerte sich, indem er sagte, dass ein Kopftuch auch ein politisches Symbol sei und dass man nicht alle gesellschaftlichen Probleme, die anderswo laufen, auch noch in die Schule bringen kann.
Auch in Senden ( Baden-Württemberg) sorgte in den letzten Wochen ein Kopftuch an einer Grundschule für Aufsehen. Hier trug jedoch die Grundschülerin noch nicht einmal ihr Kopftuch in der Schule oder im Klassenraum, sondern nur auf ihrem Schulweg.
Also selbst in der „Freizeit“ wird das Kopftuchtragen nun auch von der Lehrerschaft und den Anwohnern beanstandet. Da hieß es sofort, die Familie sei "extrem religiös" und "unheimlich" , da die Mutter in Schleier (Niqab) gesichtet gesehen wurde.
Die Lehrer beteuern zwar Kinder sollen nicht ausgegrenzt werden, aber akzeptieren will man es auch nicht gerade sie tragen zur Ausgrenzung bei.
Leider gibt es schon solche Gesetze in Frankreich, die es verbieten das Kopftuch in der Schule zu tragen, jedoch können wir noch etwas dagegen unternehmen, denn in Deutschland gibt es noch die Meinungs-und Religionsfreiheit. Und Es ist unser Recht uns äußern zu dürfen und uns so zu kleiden wie wir es für richtig halten…..
Ein Artikel von Schwester Hilal
Kündigungsgrund: Kopftuch
Die 27-jährige Arzthelferin Dunja Allioui aus Düsseldorf durfte dies eines Tages erleben, als sie sich dazu entschloss ihr Kopftuch auch während der Arbeit zu tragen.
Dunja schien ihre Arbeit gut zu machen. Wie sonst lässt sich erklären, dass sie nach dem Praktikum ihre Ausbildung in der Praxis vollendete und schließlich auch noch übernommen wurde? Die Internisten der Gemeinschaftspraxis mussten mit ihr zufrieden gewesen sein. Sie hatte ihre Arbeit gut gemacht, weder Patienten noch Kollegen haben sich über sie beschwert.
Doch ein Stück Stoff auf dem Kopf wird eines Tages wichtiger, als ein zehnjähriges, reibungslos funktionierendes Arbeitsverhältnis. Ihre Kompetenzen scheinen keine Rolle mehr zu spielen. Für die Ärzte ist sofort klar: Das Kopftuch stört. Denn „mit einem Kopftuch kann kein ausreichendes Vertrauen zu Patienten aufgebaut werden“.
Muss man das verstehen? Was hat denn bitteschön das Vertrauen zum Arzt mit dem Vertrauen zur Arzthelferin zu tun? Ich persönlich mag auch nicht alle Arzthelferinnen meines Arztes, doch hat dies keine Auswirkung auf mein Patient-Arzt-Verhältnis. Und wieso sollten Patienten kein Vertrauen zu Dunja mit Kopftuch haben? Macht das Kopftuch sie etwa zu einer schlechteren, gar unzuverlässigeren Arzthelferin? Zählt etwa nicht das, was sie im Kopf hat, sondern nur das, was sie auf dem Kopf hat? Und ist – ganz nebenbei gesagt – ein Kopftuch in einer Praxis nicht einfach praktisch und hygienisch im Vergleich zu lang herumhängenden Haaren ?
Geht es um das Kopftuch, so sind auch bei diesem Fall die Schlagwörter Integration und Parallelgesellschaft nicht weit.
Die Arzthelferin kann doch einwandfrei deutsch sprechen. Sie beteiligt sich am öffentlichen Leben. Zumindest will sie das. Müsste man dies eigentlich nicht als "gelungene Integration" bezeichnen?
„Indem ihr euch anders kleidet, grenzt ihr euch aus!“, heißt es dann aber. Wer grenzt hier wen aus? Wer hat wen gekündigt? Wieso stellt das Kopftuch eine Parallelgesellschaft dar? Wer macht denn hier die Kopftuchträgerin zur Außenseiterin?
„Achtung, die Arzthelferin will ihre „islamischen Gesetze“ oder gar die „Scharia“ in Deutschland durchsetzten“, wird seit einigen Tagen in vielen Foren und Kommentarfunktionen gewarnt. Nein. Die Arzthelferin versucht nur eins, nämlich das im Grundgesetz verankerte Recht auf freie Religionsausübung für sich in Anspruch zu nehmen!
Normalerweise müsste man das Selbstbewusstsein positiv werten, dass muslimische Frauen und Mädchen es nicht mehr hinnehmen wollen, wegen ihres Glaubens diskriminiert zu werden und sich trauen für ihre Rechte einzustehen.
Aber nein. Bilder im Kopf, die dank Mainstream-Medien tief und fest verankert sind, möchte man ja nicht zerstören. Deshalb bleiben ja nur die zwei Optionen:
Wenn „Kopftuchträgerin“ nichts sagt, ist sie unterdrückt, rückständig, ungebildet und muss unbedingt und schleunigst gerettet werden. Wenn sie jedoch den Mund aufmacht, ist sie radikal, politisch, fanatisch und will die Scharia in Deutschland einführen.
Dass die "Kopftuchträgerin" aus Anwendung reiner menschlicher Vernunft zu dem Entschluss kommt, ihr Haupt zu bedecken, fällt also als Option weg. Na, vielen Dank!
Die Arzthelferin hat die Dortmunder Ärzte nach dem Antidiskriminierungsgesetz, welches besagt, dass Beschäftigte nicht aus Gründen der Rasse, der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität benachteiligt werden dürfen, auf 1200 € Schadenersatz verklagt.
Nach dieser Rechtslage müssten die Internisten keinerlei Chance haben ihre Kündigung durchzusetzen. Selbst die Vorsitzende der 4. Kammer deutete dies an und sagte: "Wir müssen uns vielleicht daran gewöhnen, dass es bei uns nicht nur Christen gibt, sondern auch große Gruppen anderer Religionen."
Jawohl. Denn, wir leben heute in einer pluralistischen Gesellschaft.
Und das ist ein Segen und kein Fluch. Auch wenn wir verschiedene Überzeugungen haben, können wir friedlich miteinander Leben. Und das ist doch im Sinne all unserer Weltanschauungen, oder?
Quellen:
http://www.westline.de/westline_aktuell/kopftuch-klage—aerzte-auf-schadenersatz-verklagt-.php
Sarrazin und das Kopftuch
Die Öffentlichkeit kannte Thilo Sarrazin vor dem Oktober 2009 nicht. Dann nämlich wurde sein Interview mit „Lettre International“ heiß diskutiert. Da teilte er die Ausländer in gute (EU-Ausländer, Amerikaner, Russen) und böse (Türken, Araber) ein.
Auch sagte er, er müsse "niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert“. Natürlich ist das Zitat jetzt aus dem Kontext gegriffen. Er meinte eher, dass er niemanden anerkennen müsse, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert. Nur um das mal nebenbei klarzustellen.
Bei einer Podiumsdiskussion forderte er nun:
„Ich würde Kopftücher im Unterricht untersagen. Sie sind kein religiöses Symbol, sondern ein politisches. Ein Symbol des Machtanspruches des Mannes über die Frau.“
Zunächst einmal würde keine Muslima ein Kopftuch tragen, wenn nicht im Koran stehen würde, dass sich die Frauen in der Öffentlichkeit verhüllen sollen. Wegen der Anbetung Allahs und der Einhaltung Seines Gebotes entscheidet sich die Muslima ein Kopftuch zu tragen. Daher ist die Aussage "Sie sind kein religiöses Symbol, sondern ein politisches" schlicht FALSCH.
Das Kopftuch ist kein besitzanzeigendes Kleidungsstück. Dort steht nicht der Name des Ehemannes drauf. Zu behaupten, es sei ein "Symbol des Machtanspruches des Mannes über die Frau", ist absolut fehlerhaft. Demnach müssten verwitwete Musliminen/Muslimas, die aus dem "Joch des Mannes" befreit werden, sofort ihr Kopftuch ablegen. Eine sehr fragwürdige Logik.
Nun will Herr Sarrazin im Unterricht Kopftücher untersagen. Es ist zu bezweifeln, dass er der Fachman für Schulwesen und eine Autorität in pädagogischen Angelegenheiten ist. Für einen Christen ist es kein Gebot ein Kreuz zu tragen, für einen Juden kein Gebot eine jüdische Kippa zu tragen, aber Allah gebietet es den gläubigen Musliminen sich zu verhüllen. Das Verbot solcher Religionsäußerungen muss daher auch differenziert betrachtet werden. Zumal es Herrn Sarrazin ja nicht um das Kreuz oder die Kippa geht.
Mit scheinheiligen Begründungen will man nach und nach das Praktizieren des Islam immer schwieriger gestalten. Sollte sich so ein Verbot durchsetzen, dann bleibt es natürlich nicht dabei. Denn Sarrazin weiter: „In Europa haben wir steigende Zahlen von Muslimen, was in allen Ländern Probleme macht."
Wir haben in Europa auch immer mehr Arbeitslose, immer mehr Kinderarmut und immer mehr Insolvenzverfahren von Betrieben. Zuerst sollte er sich seinem Sachgebiet widmen, bevor ihn seine islamophobische Paranoia zu solchen Aussagen zwingt.
Und die Lösung für das "Problem" mit den Muslimen hat er auch gleich parat: "Erstens den Zuzug begrenzen. Zweitens diejenigen, die da sind, unter Integrationsdruck setzen. Politik und Gesellschaft müssen eine Erwartungshaltung herstellen."
Ich lese in der Zwischenzeile den Unterton: "… und die, die diese Erwartung nicht erfüllen, mögen wieder aus Deutschland ausreisen".
Die Gesinnung, zum einen den Zuzug von Ausländern verbieten und zum anderen die Ausländer, die schon hier sind, loswerden zu wollen, nennt man auch Rassismus.
Weiter besteht Sarrazin darauf, "dass man [in Schulen] deutsch redet."
Natürlich soll in Schulen auf Deutsch geredet werden, und auf Englisch. Und es soll auch Mathematik unterrichtet werden. Dafür ist eine Schule da. Dadurch, dass er seine diskriminierenden Forderungen mit einem Status-Quo abschließt, versucht er Zustimmung mit Populismus einzuholen.
Allerdings versteht jeder auch so, was Sarrazin will. Ein Rassist versteht das, ein Muslim versteht das, ein Ausländer versteht das und die Politiker verstehen das. Aber wer erklärt dem kleinen muslimischen Mädchen oder der jungen muslimischen Frau, warum man ihr nicht erlaubt, sich ihr Kopftuch aufzusetzen, wenn es doch ihr Gott so gebietet?
Minderheit ist nicht gleich Minderheit
Nach dem Minarettenverbot in der Schweiz sind sich viele Menschen sicher: Bei den Minaretten bleibt es nicht. Was kann man noch verbieten? Welcher Minderheit soll man noch Rechte abnehmen? Soll man bei den Muslimen bleiben oder darf man auch andere nicht-christliche Religionen diskriminieren? Ganz nach dem Motto "Wenn wir schon dabei sind…" oder "Ganz oder gar nicht".
Christophe Darbellay seit 2006 Präsident der CVP Schweiz forderte das Verbot von Kopftüchern in öffentlichen Funktionen und keine neuen Friedhöfe für Moslems und Juden.
Hat er da eine Kleinigkeit zu viel gefordert? Muslimen die Rechte abzuschneiden ist doch in Ordnung, aber den Juden?
"Ich habe kein Verständnis dafür, dass er Verfassungsgrundsätze infrage stellt, um nach der Minarett-Initiative Aufmerksamkeit zu heischen", so Yves Kugelmann vom jüdischen Magazin «Tachles».
Verfassungsgrundsätze nach der Minarett-Initiative in Frage stellen? Der Grundsatz der Religionsfreiheit wurde doch schon vor der Minarett-Initiative in Frage gestellt. Für mich ist das doch eine "logische" Erweiterung der Forderung gegenüber Minderheiten.
"Mit dieser Forderung würde die Schweiz ins vorletzte Jahrhundert zurückkatapultiert", so Michael Chiller-Glaus von der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus.
Genau. Der Muslimin/Muslima das Tragen von Kopftüchern zu verbieten katapultiert die Schweiz ins letzte Jahrhundert. Ach ne, damit war wahrscheinlich nur die Forderung nach den judischen Friedhöfen gemeint.
Laut SP-Präsident Christian Levrat hat der CVP-Chef «eine rote Linie überschritten»: «Er versucht, die Rechten rechts zu überholen. Das ist verantwortungslose Hetzerei.» Selbst in der eigenen Partei findet Darbellay keinen Rückhalt.
Endlich sagt jemand , was diese Forderungen sind. Verantwortungslose Hetze! Es wird energisch Hetze gegen Minderheiten getrieben. Würde dies auch Hetze genannt werden, wenn das Wort "Jude" nicht gefallen wäre?
CVP-Nationalrätin Kathy Riklin: "Wir sind sehr unglücklich darüber, dass er diese Diskussion ausgelöst hat."
Diese Diskussion wurde nicht erst hier ausgelöst, sie wird hier nur weitergeführt. Womöglich meinte sie: "Wir sind sehr unglücklich darüber, dass er diese Diskussion auf die jüdische Bevölkerung ausgedehnt hat" ?
Dabei ist der Graben zwischen einer geglückten Themensetzung und dem politischen Glatteis oft schmal.
Es ist geglückte Themensetzung, wenn man Kopftücher nur für Muslimas/Musliminen verbieten will. Es ist politisches Glatteis, wenn man den Juden ihre Friedhöfe verbietet.
In einem offenen Brief entschuldigt sich Christophe Darbellay: "
Meine Äusserungen waren persönlicher Art. Ich hatte sie auch in der Hitze des Gefechts [...] zuwenig differenziert ausführen können und wurde von der Frage bezüglich jüdischer Friedhöfe überrascht, gegen welche ich mich nicht aussprechen wollte.
[...] Wir [haben] als einzige Partei mit einem weiteren Grundlagenpapier reagiert "Sie sagen Minarette und meinen Moscheen- Es geht auch anders". In diesem Papier haben wir [...] die Stellvertreterdebatte um die Minarette klar verurteilt. Sogar die Befürworter der Initiative geben heute zu, dass es gar nicht um die Minarette ging. Weshalb haben sie dies nicht schon früher getan?"
Die Entschuldigung möge ernst gemeint sein. Er kann sich in "Hitze des Gefechts" zu diesen Äußerungen verleiten lassen haben. Wenn schon diesem Mann, einem Politiker, einem Präsidenten einer Partei, solche Forderungen leicht über die Lippen gebracht werden können, wie leicht ist es durch ständige mediale Verbreitung möglich, diese einem "normalen" Bürger zu entlocken?
Die ganzen Proteste auf eine einzige Forderung haben diesen Mann veranlasst sich dafür zu entschuldigen und diese Forderung wieder zurückzuziehen. Da merkt man den Umgang mit verschiedenen Minderheitenreligionen. Tausende praktizierender Moslems können da protestieren, verurteilen, Anstoß daran nehmen oder eine Entschuldigung verlangen. Ihnen wird gesagt, sie sollen mit den Rechten zufrieden sein, die ihnen – immer mehr eingeschränkt – gegeben werden. Der Forderung einiger weniger jüdischer und nicht-jüdischer Vertreter wird sofort nachgegangen.
Viele Kommentatoren dieser Hetzseiten empfinden dies als ein Rückschritt der Unterdrückung des Islams. Dieser "Vorfall" schade der richtigen "Diskussion". Wieso eigentlich? Dadurch, dass es zeigt, dass es nicht um die Einschränkung der "kleinen" Religionen geht, sondern speziell um die Einschränkung der Moslems?
Quellen: http://www.20min.ch/news/schweiz/story/Darbellay-stoesst-die-Juden-vor-den-Kopf-22838252
http://www.tagblatt.ch/aktuell/schweiz/tb-in/Darbellays-Tritte-in-den-Fettnapf;art143,1430482 http://www.kath.ch
/index.php?PHPSESSID=ujj2mki83on9r0g9mkva9knep4&na=11,11,0,0,d,44768
Immer wieder Wirbel um ein Stück Stoff
Als hätte man keine größeren Probleme auf der Welt, wird immer wieder wegen einem Stück Stoff ein Riesendrama gemacht.
Hat die Welt nichts Besseres zu tun? Was ist mit den Menschen in den Drittwelt-Ländern, die vor Hunger sterben? Müssten die verantwortlichen Personen sich denen erklären, würden diese Menschen in Ihrer Not, sich wohl an den Kopf greifen, wenn man erklären würde, dass man sich in dieser Zeit damit beschäftigt hat, ob jemand ein Kopftuch tragen darf oder nicht.
In Madrid wurde eine Anwältin von der Teilnahme an einem Prozess ausgeschlossen, weil sie ein Kopftuch trug. Der anwesende Richter Javier Gómez Bermúdez warf der Rechtsanwältin vor, nicht ordnungsgemäß gekleidet zu sein. Diese Ordnung besagt, dass die Robe zwingend getragen werden muss, nicht aber dass ein Kopftuch verboten ist.
Der Richter hatte seine Abweisung nicht weiter begründet, sondern meinte nur:
"In diesem Saal entscheide ich".
Die Juristin wäre somit gemäß den Regeln mit ihrer Robe richtig gekleidet gewesen, unbeachtet ihres Kopftuches! Die Anwältin zeigte deshalb daraufhin den Richter des Nationalen Gerichtshofes wegen Amtsmissbrauch an.
Erhält man weitere Informationen über Javier Gómez Bermúdez, so ist sicher, dass er die Anwältin absichtlich wegen ihrer Religionsangehörigkeit abgewiesen hat.
Dieser Richter war es nämlich, der den Prozess gegen die "Madrid-Attentäter" führte – und es ist auch der Richter, welcher im Oktober bei einer anderen Gerichtsverhandlung die Burka tragende Zeugin aufforderte ihr Gesicht zu zeigen, damit man die Gesichtszüge während der Verhandlung erkennen könne!
Ich bin diese ganze Islamhetze, die Falschaussagen über unsere Religion und das ewige Thema Kopftuch langsam leid. Warum dürfen Nonnen ihre Haube tragen ohne deswegen verbal oder sogar körperlich angegriffen zu werden, während wir Muslimas uns wegen dem kleinen Stück Stoff immer wieder aufs Neue rechtfertigen müssen und auch oft angegriffen werden?!
Warum nur schauen immer noch viele Menschen so auf Kleinigkeiten? Warum werden in unserer Zeit, der heutigen Gesellschaft, immer noch Menschen ausgeschlossen oder gemobbt, wenn sie nicht dem 0815-Bild entsprechen? Hat die Menschheit nichts Besseres zu tun?
Menschen verhungern, Kinder und Frauen werden missbraucht, verkauft, versklavt. Walfänger rotten unsere Wale aus, Regenwälder werden gerodet und ganze Stämme/Familien verlieren deswegen ihren Lebensraum, Pelz-Händler töten aus Geldgier Tiere und/oder ziehen ihnen bei lebendigem Leib das Fell ab, lebenden Elefanten werden die Stoßzähne abgeschnitten und die Tiere verbluten danach, Menschen werden krank/behindert wegen Verstrahlungen. Wäre dies alles nicht wichtiger als die ewigen Diskussionen um das Kopftuch, die Burka, Minarette, Islamisierung oder Ent-Islamisierung?
Wie wollen wir später unseren Kindern erklären warum all dieses Schlechte auf der Welt nach wie vor besteht oder warum es keine Wale mehr gibt? Weil die Prioritäten falsch gesetzt wurden? Das wird dann wohl weder unsere Kinder überzeugen noch etwas (an den Tatsachen) ändern.
Aus dem Leben der kleinen Alice (Schwarzer)
In einem weit, weit entfernten Land, wo die Menschenrechte noch für jeden und jede gelten sollen, scheint das Sonnenlicht für uns Gleichgesinnte von dunklen Wolken überschattet zu werden. Auf einer der „schwärzesten“, gemütlich dahinschwebenden Wolke sitzt die kleine Alice….Alice Schwarzer. Dort diskutiert sie mit ihresgleichen über ein Stück Stoff, dass der Grund für ihre dunklen Zeiten zu sein scheint. Ein Tuch, zumeist aus 100% Baumwolle und keine 2mm Dichte verwandelt ihr Leben zu Dauerregen und-stress.
"Lass den Regen fallen liebe Alice und ich werde dafür sorgen etwas Klarheit zu schaffen."
Niederschlag: „Das Kopftuch ist das Zeichen, das die Frauen zu den Anderen, zu Menschen zweiter Klasse macht.“
Ach meine liebe Alice, da hast du etwas ganz falsch verstanden. Aber ich erklär’s dir: Das Kopftuch ist kein Zeichen, es ist eine religiöse Pflicht. Und das Kopftuch macht jene Tuchträgerin nicht zum Menschen zweiter Klasse, sondern jene Gesetze und Menschen, die sie ganz gezielt aus bestimmten Bereichen ausschließen.
Donner: „Und real sind Kopftuch und Ganzkörperschleier eine schwere Behinderung und Einschränkung für die Bewegung und die Kommunikation.“
Aber nein Liebes. Setze deinen Schleier vor Augen ab, ups ich meinte natürlich schau mal ganz genau hin. Hunderte von Frauen mit Kopftuch kämpfen um gute Arbeitsplätze. Einige gehen sogar vor Gericht. Die einzige Einschränkung und Behinderung sind doch sogenannte Kopftuchverbote, nicht wahr? Aber vielleicht hast du ja recht. In Wirklichkeit wollen sie alle gar nicht studieren und arbeiten und schon gar sich weiterbilden, nicht wahr meine Liebe? Sie wollen alle lieber zu Hause bleiben, herumsitzen , dumm bleiben und nichts weiter machen..aber sie werden ja alle von den lieben Männern dazu gezwungen zu studieren und zu arbeiten…
Blitz: „Ich finde es selbstverständlich, dass wir uns an Ländern wie Frankreich ein Beispiel nehmen und das Kopftuch in der Schule und im Kindergarten untersagen, für Lehrerinnen und Schülerinnen.“
Alice, warum empfindest du einen Freiheitsentzug als selbstverständlich. Wieso willst du uns sagen was Freiheit ist? Ist Freiheit nicht gerade die Tatsache, dass man selbst entscheiden kann, was man anzieht und wie man sich zeigt? Oder ist Freiheit doch ein fest im Brockhaus definierter Begriff mit definierten Grenzen, in welchem Wirkkreis etwas Freiheit ist und wann es Zwang ist? Schau mal Alice, ist das einzig Wichtige etwa nicht, dass Lehrer kompetent, fair sind und Wissensinhalte vermitteln? Als Tuchträgerin noch Putzfrau war, war es in Ordnung. Jetzt, wo sie gebildet und ehrgeizig ist, darf sie keine Lehrerin werden. Als Putzfrau hätte sie problemlos eine Anstellung im Schulgebäude bekommen.
Wo ist also das Problem? Was stört dich wirklich, liebe Alice?
Warum trägst du kein Hijab ? Ein Dialog
Ein Dialog zwischen dem inneren Ich (Nafs) und dem guten und schlechten Willen einer Muslima,
die sich selber nicht zum Kopftuch entscheiden kann.
Wir haben das Video ausgewählt, weil es den inneren Kampf einer Muslima darstellt, die durch die Vorurteile der Gesellschaft so beeinflusst wird, dass sie selbst nicht mehr von ihrer eigenen Religion überzeugt ist bzw. von der Wichtigkeit des Kopftuches.
Es wird mit gängigen Klischees gesprochen: "Das Kopftuch ist nicht wichtig, es ist altmodisch …".
Der Text des Dialoges befindet sich unten zum mitlesen, oder nachlesen.
An die Schwestern:
Benutzt bitte die Kommentarfunktion, um zu beschreiben was ihr für Erfahrungen gemacht habt, als ihr das erste Mal das Kopftuch getragen habt. Hattet ihr auch solche Gewissensbisse und einen inneren Dialog ?!
A: Ich habe es so satt!
B: Was hast du denn satt?
A: Ich habe all die Leute satt, die mich beurteilen.
B: Wer beurteilt dich denn?
A: Diese Frau dort. Jedes Mal wenn ich neben Ihr sitze, erzählt sie mir vom Hijab.
B: Nun, Hijab zu tragen ist etwas Gutes.
A: Wer sagt das?
B: Das steht im Quran oder etwa nicht?
A: Ja sie erzählte mir etwas davon.
B: In Sura Nur und anderen Stellen wird darüber gesprochen.
A: Ja, aber es ist doch keine große Sünde keinen Hijab zu tragen. Anderen Menschen zu helfen und beten ist viel wichtiger.
B: Stimmt, aber die großen Sünden beginnen mit den Kleinen.
A: Das ist ein gutes Argument, aber es ist trotzdem nicht so wichtig was man trägt. Wichtig ist, dass man ein gutes und gesundes Herz haben sollte.
B: Wieso verbringst du dann jeden Morgen eine Stunde vor dem Spiegel?
B: Du verschwendest ein Haufen Geld für Kosmetika. Ganz davon abgesehen, wie lange du vor dem Spiegel stehst für deine Haare. Über Schlankheitskuren weißt du auch erstaunlich viel.
A: Aber ich mag keinen Hijab. Dadurch wird nur meine Freiheit eingeschränkt.
B: Führen dich denn die Gesichtslotionen, Lippenstifte, Mascaras, Kajals und all die anderen Kosmetika zu deiner Befreiung? Wie definierst du Freiheit?
A: Freiheit besteht darin alles zu tun, was man will.
B: Nein. Freiheit besteht darin, das Gute zu tun ohne dabei die Anderen zu fürchten.
A: Schau mal! Ich kenne so viele Leute die kein Hijab tragen und so gute Menschen. Ich kenn auch viele, die Hijab tragen und schlechte Menschen sind.
B: Was soll das heißen? Es gibt auch Leute, die nett zu dir sind und Alkholiker sind. Sollen wir nun auch alle Alkoholiker sein?
A: Ich will keine Fanatikerin sein. Ich finde mich okay, auch ohne Hijab.
B: Du bist aber eine säkulare Fanatikerin und eine Extremistin in Ungehorsam gegenüber Allah.
A: Du hast mich nicht richtig verstanden. Wer soll mich heiraten, wenn ich Hijab trage?
B: Glaubst du, dass all diese Frauen mit Hijab nie heiraten werden?
A: Okay. Was ist, wenn ich heirate und mein Ehemann es nicht mag? Was wenn er möchte, dass ich kein Hijab trage?
A: Wer würde mich denn überhaupt einstellen mit Hijab?
B: Eine Firma, die ihre Mitarbeiter und ihre Persönlichkeit respektiert.
A: Aber nach dem 11. September..
B: Ja selbst nach dem 11. September. Es gibt so viele muslimische Frauen mit Kopfbedeckung
A: Warum reduzierst du eigentlich die Religion auf ein Stück Stoff?
B: Wieso reduzierst du Weiblichkeit auf Stöckelschuhe und Lippenstiftfarbe?
A: Du hast meine Frage nicht beantwortet.
B: Doch das habe ich. Hijab ist nicht nur ein Kleidungsstück. Es geht um Gehorsamkeit gegenüber Allah in dieser schwierigen Umgebung. Es geht um Mut, Glauben und wahre Weiblichkeit. Was drücken denn deine kurzen Ärmel und dünnen Hosen aus?
A: Das ist Mode. Lebst du in einem Käfig oder was? Der Hijab wurde doch von den Männern erfunden, um die Frauen zu unterdrücken.
B: Was ist mit den Frauen, die dafür kämpfen ihr Hijab zu tragen? Wieso werden in Frankreich die Mädchen durch Männer gezwungen ihren Hijab abzunehmen? Was sagst du dazu?
B: Die Frau, die mit dir gesprochen hat, war doch eine Frau oder?
A: Ja, aber
B: Werden denn nicht viele Mode-Trends von Männern kreiert, die dich „befreien wollen? Männer haben keine Macht Frauen zu entblößen und missbrauchen sie als Ware?! Oh, ich brauch eine Pause
A: Ein Moment. Lass mich meine Gedanken beenden.
B: Willst du mir tatsächlich sagen, dass Männer die Frauen durch den Hijab kontrollieren?
A: Ja!
B: Wie denn?
A: Indem der Frau befohlen wird, was sie zu tragen hat!
B: Erzählen dir der Fernseher, die Filme und die Magazine denn nicht, was du anziehen sollst und was du machen musst um attraktiv auszusehen?
B: Ist das keine Kontrolle? Man erzeugt Druck, damit du das trägst, was die wollen, dass du trägst. Sie kontrollieren nicht nur dich, sondern den gesamten Markt.
A: Was meinst du damit?
B: Man erzählt dir, du sollst dünn und magersüchtig aussehen, wie die Frau auf dem Titelbild eines Magazins.
A: Ich begreif das nicht. Was hat der Hijab mit den Produkten zu tun?
B: Das ist alles miteinander verbunden. Bemerkst du denn nichts? Der Hijab ist eine Bedrohung für die Konsumwelt. Frauen geben Milliarden von Dollors aus, die alles tun um dem Schönheitsideal der Männer am nahsten zu kommen. Und hier ist der Islam der dir sagt du sollst auf deine Seele achten und sich keine Sorgen machen über das Mode-Diktat der Männer.
A: Hör jetzt endlich auf mich zu unterrichten! ICH WERDE KEIN HIJAB TRAGEN!!! Es ist peinlich, altmodisch und absolut nicht geeignet für diese Gesellschaft.
B: Schön.
A: …Ich kann das nicht tun.
Strategische Islamhetze in den Medien, mit “zionistichen Touch”?
Nach dem tragischen Fall von Marwa E., die am 01.07.09 in einem dresdner Landsgericht, von einem fanatischen Islamhasser mit 18 Messerstichen brutal ermordert wurde, habe ich die Strategie der systematischen Islamhetze in den Medien unter die Lupe genommen. Zufälligerweise stieß ich hierbei auf einen Bericht vom 08.09.07 des Senders "HR", der den Fall eines Rabbiners, der in Frankfurt auf offener Straße mit einem Messerstich im Bauch verletzt wurde, ausführlich behandelte. Fakt ist, dass die Medien nur in Fällen in denen "Muslime" als Täter gelten, Gebrauch von der Pressefreiheit machen. Der Islam wird, bevor die Ermittlungen überhaupt begonnen haben, als Tatmotiv in Erwägung gezogen, während man im Falle von Marwa E., einen sogenannten "ausländerfeindlichen Hintergrund", noch prüfen musste. In dem Bericht des Senders "HR" berichtete man über "das jüdische Opfer", während man im Falle von Schwester Marwa nur "das Opfer" oder "die Zeugin" erwähnte. Ebenso erwähnte man dort, dass der Täter wohl arabisch gesprochen habe. Während man bei Schwester Marwa, von einem Deutschrussen spricht. Beim Zuschauer diesen Berichtes, beabsichtigt man mit dem Adjektiv "arabisch" eine sogenannte Kettenassoziation auszulösen:
"Arabisch, Moslem, Islam, 9/11, Osama bin Laden, Terror und Frauenunterdrückung."
Desweiteren erwähnt "HR", dass ein jüdischer Bundestagsabgeordneter sich empört zeigte mit den Worten:
"Es ist erschreckend, dass es für Bürger jüdischen Glaubens, noch immer keine Normalität im Alltage gebe."
Man versucht eindeutig von der Diskriminierung der Muslime abzulenken. Warum hat man im Fall von Marwa nicht ebenso die Aussagen der muslimischen Mitbürger oder Politiker in den Medien erwähnt, die auch über diese Tat empört waren? Es ist in Deutschland verpönt, auch nur in geringsterweise, etwas gegen einen Juden zu sagen auch wenn er im Unrecht ist oder Israel wegen Ihres Apartheidsystems zu kritisieren. Stattdessen wird zugunsten der Zionisten gezielte Islamhetze betrieben. Man muss als Muslim, in einem korrupten Deutschland, ertragen, dass die Medien über Mordfälle mit islamfeindlichen Hintergrund schweigen. Also wer hat keine Normalität im Alltag? Eine größere Zumutung gibt es aus meiner Sicht für diese Diskriminierung nicht. Wenn man diese Art von Übergriffen gegenüber Muslimen unwichtiger als Übergriffe gegenüber anderen Religionsgemeinschaften betrachtet, ja dann herzlich Willkommen im Jahre 1933. Heute heißen diese Menschen nicht Ariel, Uri, Israel, nein heute heißen die Bösen Ahmet, Ali oder Mohammed.
Wie können deutsche Politiker behaupten, dass es in Deutschland kein Platz für Islamhass gibt, wenn eine Muslima in einem Gerichtssaal ermordet wird. Dass eine Frau wegen Ihrem Glauben, vor den Augen der Staatsanwaltschaft und des Richters, mit 18 Messerstichen abgestochen wird, ist nicht nur beispiellos, ja es zeigt uns in beängstigender Weise wie weit die Gleichgültigkeit gegenüber Islamhass in Deutschland gekommen ist. Mit dieser systematischen Relativierung moslemischer Grundrechte in USA-/Israelhörigen Medien, welche von USA-/Israelhörigen, korrupten Politikern auch noch unterstützt wird, entsteht eine Athmosphäre der Gewalt gegen Muslime. Kaum eine Politik trägt zur Angst vor dem Islam mehr bei als die der Zionisten.
Man kann nur hoffen, dass das Schüren von Islamhass in Deutschland nicht als eine ausgeartete sportliche Disziplin betrachtet wird.
Wir beabsichtigen nicht, mit diesem Bericht, Hass gegen Israelis oder Juden hervorzurufen. Vielmehr geht es um Gleichberechtigung, unabhängig welcher Religion man angehört.
15-jährige Muslima attackiert und Hijab verbrannt!
Muslimin attackiert: Schülerinnen suspendiert "Nach der Attacke auf ein muslimisches Mädchen in der Caritas-Schule in Graz werden die zwei beschuldigten Schülerinnen der Schule verwiesen. Die beiden hatten vergangene Woche das Kopftuch der 15-Jährigen angezündet." So berichtet steiermark.
Wieso hat man wohl das Kopftuch von diesem unschuldigem kleinem Mädchen angezündet?
Erstens hat sich das ganze in einem Ausflug abgespielt – und da wundert man sich warum wir unsere Kinder nicht mit zu Ausflügen oder zu Schullandheimen mitschicken. Jetzt müssen wir ja noch mehr Angst haben, dass sogar die kleinen anfangen wegen der Medien-Hetze unseren Kindern zu schaden.
Und sie haben wohl dieses arme Mädchen so sehr schikaniert, dass sie "trotz des Angriffs es nicht wagte, den Lehrern davon zu erzählen" und erst nachdem sie mit ihrer Mutter darüber sprach, meldete sie dies der Direktion. Aber wie es nicht anders zu erwarten war, hat die Direktion nicht viel getan. Die Mutter des angegriffenen Mädchens: "Die Direktion hat nur mit den Mädchen einzeln gesprochen – und das hat mir nicht gereicht", berichtet steiermark.ORF.
Doch das hat wohl nichts gebracht, es wurde schlimmer, sie haben unsere kleine Schwester noch viel mehr angepöbelt, doch die Direktorin beharrte darauf, dass es "Keine religiösen Motive" seien – klar deswegen haben sie ja auch nur die Flagge der Muslima verbrannt – das Kopftuch.
Nachdem die Mutter auf eigene Faust Anzeige erstattete, bekamen die extremen Schülerinnen einen Schulverweis – der Grund "Sie wollten sich NICHT entschuldigen".
Da sieht man wieder, dass dies als normal angesehen wird, und dies alles nur Dank der Hetze der Medien, sogar kleine Mädchen sehen es schon normal an und geben den Muslimen keine Rechte – ist das die Zukunft Europas? Keine Menschenrechte!?
Dies zeigt wieder mal WER unsere Frauen diskriminiert! Es sind nicht die Männer dieser Gemeinschaft, es sind die terroristischen Medien und die radikalen Eltern, die ihren Kindern beibringen, dass eine Muslima nichts wert sei.
Schwester wegen Kopftuch verprügelt *Update*
Eine 24 jährige Muslima syrischer Herkunft wurde in Göttingen auf dem Uni-Parkplatz verprügelt. Unsere Schwester, die Medizin studiert, wurde von vier Männern angegriffen.
Sie war auf dem Weg zu ihrem Auto als sie unvermittelt von hinten niedergestoßen wurde. Sie fiel auf den Rücken und wurde von einem zweiten Täter mehrfach in den Rücken getreten. Dabei beleidigten die Angreifer die mit einem Kopftuch, sonst jedoch unauffällig gekleidete Frau mit auf Herkunft und Kleidung abzielenden ausländerfeindlichen Äußerungen wie etwa der Forderung, sie solle „endlich deutsch“ werden. (…)
Parallel lief eine Demonstration von Autonomen, doch war unsere Schwester völlig unbeteiligt – sie war ja auf dem Weg, zu ihrem Auto. Möge Allah sie mit dem Besten belohnen, im Diesseits und im Jenseits. Möge er unsere Schwestern beschützen. Amin.
Die vier feigen Täter werden gesucht:
Die Polizei fahndet jetzt nach einem 19 bis 22 Jahre alten, etwa 1,80 Meter großen, hageren Mann mit hellgrünen Augen, blonden kurzen Haaren, Dreitagebart und blasser Haut. Bekleidet sei er gewesen mit einem schwarzen Daunenblouson, schwarzer Jeans und dunklem Schal. Ein zweiter gleich großer Mann sei dick, habe dunkle Haare und trug eine dunkelblaue Jacke. Ein dritter, kleinerer Angreifer trug eine weiß-graue Baseball-Cap. Zudem suchen die Ermittler den Fahrer eines älteren blauen VW Polo, der am Ort des Überfalls vorbeifuhr. UPDATE:
Wir raten trotzdem jeder Schwester weiter zu studieren, wenn sie damit der Umma nutzen will und nur die Belohung bei Allah sucht.
Dies soll uns nicht abhalten, auch wenn es eine Geschlechtermischung gibt, denn wenn jetzt jeder seine Tochter, seine Frau, etc. vom studieren abhält, dann haben wir keine Schwester mehr mit Wissen und wer soll dann unsere Kinder erziehen?
Und wenn dann mal die Frau zum Frauenarzt muss sucht der Mann eine muslimische Frauenärztin, aber dann wird es keine geben, da wir sie abgehalten haben vom Studium. Es ist falsch die Schwestern vom Studium abzuhalten, wenn ihre Absicht für die Umma für Allah ist, z.B. als Ärztin – was ist verkehrt daran? Unsere Schwestern sind die Perlen des Islams, so möge Allah sie beschützen und uns das Wahre als Wahr zeigen und uns helfen, es zu befolgen und das Falsche als Falsch und uns helfen, es zu vermeiden.
Diese Worte sollten kein Rechtsgutachten darstellen, sondern ein gut gemeinter Ratschlag sein, den man in Betracht ziehen sollte.
Quelle: http://goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Goettingen/Uebersicht/Wegen-Kopftuch-verpruegelt
Höchststrafe für Alex W. *Update*
Der 28-Jährige Alex W. ist heute zu einer lebenslänglichen Haft verurteilt worden. Zusätzlich wurde noch die “besondere Schwere der Schuld” festgestellt, was eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ausschließt. Des Weiteren muss der Täter für alle verursachten Schäden aufkommen:
Sowohl den Eltern der Getöteten als auch dem Witwer und dem dreijährigen Sohn müsse er “alle materiellen und immateriellen Schäden” ersetzen.
(…)
Unmittelbar vor der Urteilsverkündung haben rund 100 Muslime aus ganz Deutschland vor dem Landgericht gegen Diskriminierung protestiert. Es gehe nicht darum, Druck auf das Gericht auszuüben, sagte einer der Redner. Die Teilnehmer forderten von der Regierung, gegen antiislamische Hetze auf Internetseiten und in Vereinen vorzugehen
Hier zwei Videoausschnitte:
Al Jazeera, Interviewausschnitt mit Bruder Pierre Vogel
Video von Reuters
“Alex W. ist selber ein Opfer…”
Selbst wenn eine Schwester in einem Gericht getötet wird, fühlen sich einige Brüder nach wie vor nicht für diese Gemeinschaft zuständig. Vielen gucken auch weiterhin nur Fernsehen oder lenken sich anderweitig ab, damit sie bloß nicht handeln müssen. Das erinnert an 1939, als viele Juden sich gegenseitig aufmunterten und meinten “es ist doch gar nicht so schlimm”, oder “bald ist alles vorbei”. Die Ignoranten sind stets die, die es am schlimmsten erwischt, weil sie nicht vorbereitet waren und nichts gegen die Hetze unternommen haben!
Aber es gibt auch Brüder, die sich aktiv für die Gemeinschaft einsetzen. Einer dieser Brüder ist Abu Anas. Mit seiner Tatkraft und seinem Engagement, hat er nun auch das Dresdner Fernsehen angelockt und es entstand ein vier minütiges Interview.
Im Endeffekt wurde das Interview aber stark gekürzt (was auch völlig legitim und normal ist), wodurch aber ein entscheidender Satz von Abu Anas nicht hervorgehoben werden konnte: “Alex W. ist auch selber ein Opfer…” .
Selbstverständlich ist Alex W. keinesfalls nur Opfer, aber es evident, dass die ständige Lügenpropaganda und die vielen Hassparolen von politisch ignoranten Internetseiten wie PI-News oder (leider) vielen weiteren Seiten, welche mittlerweile ohne Probleme im Internet die Besucherrekorde brechen, einen großen Teil an dem Mord von Marwa beigetragen haben.
Islamhass wird Alltag und Salonfähig.
Wenn die Politik nicht langsam Mal einschreitet und die anderen Medien nicht auch endlich anfangen, uns Muslime Mal zu Wort kommen zu lassen, dann kann das Ganze noch sehr gefährlich für uns alle enden. Unser Interesse liegt in einem friedlichen Miteinander, genau wie Abu Anas es auch in dem veröffentlichten Beitrag schildert: “Wir können alle zusammenleben. Wir können Meinungsverschiedenheiten haben, aber [wir] brauchen uns dafür nicht gegenseitig schlagen…”.
Siehe auch: Wir leben MITeinander nicht GEGENeinander.
Erwartungen an Prozess zum Mord an Marwa al-Sherbini werden enttäuscht
Von Francis Byrne
Mit großer Aufmerksamkeit wird in Ägypten der Prozess um den Mord an Marwa al-Sherbini beobachtet. Auch in Deutschland wird der Prozess von Muslimen, Migranten, Antirassisten und Antifaschisten sehr genau verfolgt. Marwa al-Sherbini war am 1. Juli diesen Jahres im Gerichtssaal des Dresdener Landgerichts vor den Augen ihres Mannes, ihres Sohnes, des Richters und vieler Zeugen mit sechzehn Messerstichen von Alex W. erstochen worden. Ihr Ehemann wurde bei dem Versuch, das Leben seiner Frau zu retten, von einem Polizisten angeschossen und sehr schwer verletzt.
Die Bild-Zeitung berichtet, dass dem Gericht Monate vor dem Mord ein Brief des Angeklagten vorlag, der von Marwa al-Sherbini wegen Beleidigung angezeigt worden war. Zum Prozessauftakt las die Richterin Birgit Wiegand Teile des Briefes vor: „Jeder weiß, dass der Islam eine gefährliche Religion ist”, schrieb er. „Es ist durchaus verständlich, dass ich sie (Muslime, die Red.) für Feinde halte.” Und weiter: „Das Kopftuch ist eine Unterwerfung vor den Männern und vor Satan. Damit hat sie mich beleidigt.” Die Prozesskosten wolle er auf keinen Fall bezahlen, ebenso wenig gehe er stattdessen in den Knast – „lieber sterbe ich.” (1)
Die antiislamische Hetze muss gesellschaftlich thematisiert werden
Viele an den Prozess und die dazugehörige Berichterstattung geknüpften Hoffnungen werden allerdings enttäuscht. Die muslimische Gemeinschaft in Deutschland ist verunsichert. Frauen mit Kopftuch und erkennbar muslimisch gekleidete Männer erleben täglich Ausgrenzung. Alex W. mag zwar nur ein unorganisierter Einzeltäter sein, doch die Stimmung in Deutschland ist durch eine allgemeine mediale Hetze gegen Muslime stark aufgeheizt. Unverzichtbar ist in dieser Situation die Aufarbeitung der Frage, wie es zu diesem giftigen Hass kommen konnte. Enttäuschend ist allerdings, dass die allgemeine Atmosphäre der Hetze und Aggression gegen Muslime in Deutschland in den Medien so gut wie nicht thematisiert wird. Gegenüber Linkezeitung.de kritisiert der muslimische Prediger und Bürgerrechtler Pierre Vogel, Abu Hamsa:
„Es geht nicht um die Frage, ob der Angreifer die Höchststrafe bekommt. Ganz sicher hat der Angreifer selbst mit der Höchststrafe gerechnet, denn wer vor so vielen Zeugen einen so brutalen Mord begeht, rechnet damit. Doch wir werden durch eine hohe Strafe Marwa nicht wieder zurückbekommen. Es geht doch jetzt darum, zukünftige Morde zu verhindern. Um weitere solcher Taten zu verhindern, muss die Hetze gegen die Muslime thematisiert werden.”
Karsten Schmitz vom Anti-Kriegs-Komitee Kein Blut für Öl beleuchtete in einem Gespräch mit Linkezeitung.de einen anderen Punkt kritisch: „Es ist ein Skandal, dass die deutsche Justiz nicht gegen den schießwütigen Einsatzbeamten ermittelt und die Medien seine Tat verschweigen. Dass der Mörder eine Waffe ins Gericht bringen konnte, ist ebenfalls skandalös. Das riecht nicht mehr nach Pannen, sondern nach vorsätzlicher Provokation der islamischen Welt.”
Auch Dr. Sabine Schiffer vom Institut für Medienforschung äußerte sich kritisch gegenüber Linkezeitung.de. „ … anknüpfend an den skandalösen Text des Koalitionsvertrages, der Rechts- und Linksextremismus, Antisemitismus und Islamismus problematisiert, wird deutlich, dass das Potenzial der Islamfeindlichkeit weiterhin geleugnet wird – unsere Medien, die an dem Feindbild Islam fleißig mitbasteln, werden sich hüten, das Thema selbstkritisch aufzubringen.”
In ihrer Kolumne GeSpiegelte Ente schreibt Frau Dr. Schiffer über den Arbeitskreis Sicherheit bei der Deutschen Islamkonferenz:: „Es ging ausschließlich um die Sicherheit VOR Muslimen, nicht VON Muslimen – und auch nicht von Menschen, die von Muslimhassern bedroht werden. Es kann durchaus damit zusammen hängen, dass ein Fehlen der Vorstellung, dass Muslime bedroht sein könnten, dazu geführt hat, dass die verbalen und schriftlichen Drohungen eines Alexander Wiens keinerlei Schutzmaßnahmen für Frau El-Sherbini und ihre Familie nach sich zogen.” (2)
Wem nutzt die Hetze gegen die Muslime?
Spätestens seit den Attentaten in den USA am 11.9.2001 gibt es zumindest in den westlichen Ländern eine massive – medial unterstützte – antimuslimische Kampagne. Die Folge: Moscheen werden angegriffen und geschändet, muslimische Kolleginnen und Kollegen werden ausgegrenzt, bespuckt und stehen unter Generalverdacht.
Warum ist das so? Der Kapitalismus steht in einer sehr tiefen Krise, viele Analysten gehen davon aus, dass die gegenwärtige Krise des Kapitalismus noch stärker ist, als die Krise von 1929, die zu Holocaust und 2. Weltkrieg führte. In dieser Situation wird die antimuslimische Kampagne von den Herrschenden aus zwei Gründen dringend benötigt.
Erstens: Für die Misere, Auswegs- und Hoffnungslosigkeit des kapitalistischen Systems wird dringend ein Sündenbock gesucht. Dringend sollen die Unterdrückten gespalten werden, damit sie nicht auf die Idee kommen, gemeinsam gegen Entlassungen und Sozialabbau zu kämpfen.
Zweitens: In der Krise setzt der Westen verstärkt auf völkerrechtswidrige Angriffskriege. Von besonderer Wichtigkeit für den Westen sind die muslimischen Ölländer in der Golfregion, die Schauplatz dieser Angriffskriege sind. Ohne die massive Hetzkampagne würden sich nur wenige Soldaten finden, die am Hindukusch die Interessen des deutschen Kapitals verteidigen würden.
Stoppt die Hetze
In den bürgerlichen Medien wird jeden Tag ein klischeehaftes Bild des Islam und der Muslime in Deutschland präsentiert. Jeden Tag wird der Islam gleichgesetzt mit Gewalt, Hass, Unterdrückung, Irrationalität und vieles mehr. Nur wenige Medien und Autoren scheren aus dieser Hetze aus. Schon längst ist die Hetze in der Mitte der Gesellschaft angekommen, wie die Äußerungen des SPD (!) Mitglieds Thilo Sarrazin gegen Türken und Araber zeigen.
Auf vielen Homepages wie Politically Incorrect und in Foren wie Grüne Pest wird der Hass gegen den Islam und gegen Muslime allerdings auf die Spitze getrieben.
Jeden Tag gibt es auf diesen Internet-Seiten Dutzende und Hunderte Artikel und Kommentare, die recht eindeutig volksverhetzenden Charakter haben. Jeden Tag wird dort mit Gift und Galle gegen Muslime gehetzt. Das geht bis zu offenen Morddrohungen. In einem Kommentar auf PI wurde beispielsweise über einen muslimischen Aktivisten geschrieben: „Diese Kakaerlake gehört auf’s Schafott!”
Eine seriöse Berichterstattung über den Prozesses müsste also die Frage beinhalten, wie der Angreifer Alex W. so stark und brutalisiert gegen Muslime aufgehetzt werden konnte, und welche Rolle die Medien selbst bei dieser Hetze spielen.
Eine seriöse Prozessführung müsste die übelsten Gift- und Mord-Hetzseiten im Internet thematisieren. Die Staatsanwaltschaft müsste selbständig aktiv werden und öffentlich prüfen, ob diese Hass-Propaganda nicht den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt.
Allerdings können wir nicht darauf hoffen, dass die Gerichte oder andere Institutionen gegen die Islamophobie am grünen Tisch kämpfen werden. Zu stark benötigt das System in der tiefen Krise die Spaltung der Menschen. Wir müssen selbst aktiv werden gegen die Hetze und gemeinsam auf Demos gegen Pro-Köln und andere Hetzer Stellung beziehen. „Wehret den Anfängen” ist unser Ruf gegen die Rassistien. Erschreckenderweise sind die Anfänge des offenen und staatlichen Rassismus gegen die Muslime in Deutschland mehr als deutlich erkennbar. Wir müssen jetzt aktiv werden!
Pastor Niemöller, selbst Betroffener von KZ-Haft unter den Nazis, hat uns ein wichtiges Vermächtnis hinterlassen:
„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie die Sozialisten einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialist.
Als sie die Juden einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.”
Quelle:
http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7580&Itemid=286
Unsere Stellungnahme zum Niqab-Verbot in Ägypten
Niqab Verbot wühlt Schwestern in ganz Ägypten auf
Am 6.Oktober 2009 kam es zu einer wirklichen Tragödie an der bekannten Al-Azhar Universität in Kairo/Äqypten. Die Schwestern, die den Niqab tragen,wurden plötzlich nicht mehr in das Studiengelände gelassen.
Die Mehrheit der Ägypterinnen tragen das Kopftuch, doch in den vergangenen letzten Jahren hat die Zahl der Schwestern, die zusätzlich auch ihr Gesicht freiwillig mit dem Niqab bedecken möchten, zugenommen. Die ägyptische Regierung beobachtet diese Entwicklung mit Sorge. Al-Azhar wird von der Regierung kontrolliert und behauptet, die Ganzkörperverhüllung, die Burqa und der Niqab, seien reine Tradition und damit haram.
Buchvorstellung: Feindbild Muslim
Wir möchten euch hier das neue Buch von Kay Sokolowsky vorstellen. Der folgende Text stammt vom ArneHoffmann-Blog:
Von dem Medienkritiker Kay Sokolowsky, der beispielsweise durch seine ebenso pointierte wie bissige Abrechnung mit Alice Schwarzer bekannt wurde, ist in den letzten Tagen das Buch Feindbild Moslem erschienen. Wie man es von diesem Autor erwarten durfte, handelt es sich dabei um eine ebenso scharfe wie wortgewaltige Analyse der Islamophobie in unserer Gesellschaft.
Sokolowsky beginnt seine Analyse mit dem Kapitel “Die Angsthaber”. Darin veranschaulicht er an dem derzeit wohl drastischsten Beispiel antimuslimischen Fremdenhasses, zu welchen Extremen die Islamophobie in unserer Gesellschaft bereits geführt hat: mit den verschiedensten Zitaten aus dem rechtsradikalen Hetzblog “Politically Incorrect”. Solche oft schon in absurder Übersteigerung rassistischen Zitate – inzwischen fester Bestandteil längst nicht mehr allein in den Kommentaren, sondern auch in den redaktionellen Beiträgen dieses Blogs – verwendet Sokolowsky im Verlauf seines Buches immer wieder zur Illustration der dahinterstehenden Geisteshaltung. In einer Passage stellt er sogar Ausschnitte aus redaktionellen PI-Beiträgen und Ausschnitte aus Hitlers “Mein Kampf” einander gegenüber, was erschreckend deutlich macht, wie schwer unterscheidbar beide voneinander sind.
Texte aus diesem Weblog dienen Sokolowsky aber auch zu einer treffenden Psychoanalyse des typischen Islamophoben: “Fanatisch wirkt er aus Gerüchten und Halbwahrheiten eine Tapisserie des Schreckens, die selten die Realität doch stets das Grauen abbildet, das der Ängstliche ohne handfesten Anlass empfindet. Sämtliche Mitteilungen aus der Wirklichkeit hingegen, die seiner Wahnvorstellung von der Welt widersprechen könnten, ignoriert der Ängstliche oder denunziert sie als ‘Mainstream-Lügen’.” Mit dem Begriff “Gutmenschen” habe er auch einen Namen für diejenigen, die seine Angst nicht teilen, die sich, wie er meint, verschworen haben, ihm diese Angst auszureden. “Die allgegenwärtige Gewalt der Migranten, die der Angstgestörte fortwährend beschwört, schreit in ihm nach Blut und Rache. Allerdings traut er sich nicht, solange ihm keiner beisteht (…). Das Verzagen vor dem eingebildeten Feind enthält bereits den Hilfreruf nach der autoritären Macht (…) von der alle Reaktionäre schwärmen -, den Schrei nach einem rassistischen Staat, der den Wahn des Angsthabers teilt.” Dass der deutsche Staat sich dieser Forderung nicht fügt, erscheint den politisch Inkorrekten bereits als Hochverrat, wozu Sokolowsky süffisant anmerkt: “Noch hat, leider, niemand den Staatsanwalt auf sie gejagt, doch schon jammern sie, man habe es auf sie abgesehen. Sie fühlen sich so sehr im Recht, dass sie den Gedanken nicht ertragen können, mit ihren Hetztiraden und Terrorphantasien in staatlich sanktioniertes Unrecht gesetzt zu werden. Und schuld daran, dass sie als Rassisten künftig in ganz Europa, sogar in Deutschland, mit Strafe rechnen müssen, sind selbstverständlich die gefürchteten anderen, die verhassten Fremden.”
Immerhin gesteht es Sokolowsky auch den Islamophoben zu, lernfähig zu sein: “Sie haben kapiert, dass es nicht mehr oder noch nicht wieder gesellschaftsfähig ist, ‘Kanake’, ‘Kümmeltürke’, ‘Knoblauchfresser’ zu sagen, so gern sie es auch möchten.” Wo es aber nicht gesellschaftsfähig sei, auf “Dreckstürken” und “Kameltreiber” zu schimpfen, “so herrscht in weiten Teilen der Gesellschaft mittlerweile Einverständnis darüber, es sei Menschen, die sich zum Islam bekennen, nur bedingt zu trauen. (…) An diesem Punkt setzt die Propaganda ein, die Websites wie Politically Incorrect, Parteien wie die NPD oder Pro Köln und mehr als nur gelegentlich auch Politiker der bürgerlichen Parteien betreiben. Statt von Rasse redet diese Propaganda von Kultur, beschwört die Unvereinbarkeit des Islam mit der westlichen Demokratie, warnt vor einer globalen Konspiration der Islamisten gegen ‘unsere Werte’. Da das Medieninteresse am gewöhnlichen Leben muslimischer Bürger eng begrenzt ist, die Sensationsberichterstattung über Ehrenmorde und ‘Migrantengewalt’ jedoch die Titelseiten füllt, wird der unkritische Medienkonsument leichte Beute für die rassistische Propaganda. (…) Aufklärung tut bitter not, denn die Wortführer der Islamfeinde haben einen enormen Vorsprung in der medialen Aufmerksamkeit vor denen, die das ‘Islam-Bashing’ als das erkannt haben, was es ist: die neueste Verkleidung rassistischen Hasses. (…) Die Ausländerfeindlichkeit im Gewand der ‘Islamkritik’ vergiftet die bundesdeutsche Gesellschaft bis tief hinein ins bürgerliche und sogar linke Lager.”
Zu seinem Glück, das legt Sokolowsky im zweiten Kapitel seines Buches dar, könne sich der Angsthaber immer noch “auf Medien verlassen, die ihm die Realität so servieren, wie er sie am liebsten sieht: als Bedrohung.” Hier greift Sokolowsky insbesondere die Zeitschrift SPIEGEL heraus und erinnert daran, wie erfolgreich dieses Magazin bereits zu Beginn der neunziger Jahre Fremdenfeindlichkeit – damals gegen Flüchtlinge und Asylbewerber – geschürt hatte. Damals raunte der SPIEGEL von “10 Millionen Russen”, die bald gen Westen reisen würden, “100 Millionen Menschen” aus den südlichen Mittelmeerländern, darunter “2,3 Millionen jungen Türken”. Begeistert zitiert wurden etwa die Angstphantasien des damaligen Landesvorsitzenden der SPD in Brandenburg, Steffen Reiche: “(Große) Flüchtlingsströme aus dem Osten könnten der europäischen Kulur ein Ende setzen (…), sie könnten für Europa gefährlicher werden als die Rote Armee in den Zeiten des Kalten Krieges.” Damals wie heute, nur mit einer komplett unterschiedlichen Argumentation, bedeuteten Ausländer für manchen den baldigen Untergang Europas. Der Erfolg dieser Propaganda ließ nicht lange auf sich warten: Kurz nachdem BILD und SPIEGEL den Höhepunkt ihrer Das-Boot-ist-voll-Rhetorik gefahren hatten, brandschatzte der rassistische Mob Hoyerswerda ausländerfrei. Unter anderem in Mölln, Solingen und Rostock-Lichtenhagen sollten weitere Pogrome folgen.
Mehr als zehn Jahre später waren die furchtbaren Journalisten wieder am Werk – nur dass aus der Bedrohung durch Flüchtlinge die Bedrohung durch Muslime geworden war. Sokolowsky nennt hier in Kapitel 3, “Die Feindbildhauer”, deutlich Ross und Reiter: “Kein anderes Millionemedium in Deutschland, nicht einmal BILD, trug so überzeugt wie DER SPIEGEL dazu bei, die Angst vor dem Islam zu fördern”. Zwar hätten auch Zeitungen wie etwa die FAZ mit mancher Schlagzeile Öl ins Feuer gegossen (“Keine Toleranz im Islam”, “Der Islam will die Welteroberung” etc.). Jeoch habe die FAZ im selben Zeitraum auch solche Überschriften veröffentlicht: “Feminismus im Islam ist möglich”, “Die glorreichen Tage des Dschihad sind Geschichte”, “Der Islam ist keine Bedrohung für uns”. Dasselbe lasse sich etwa über die “Süddeutsche Zeitung” sagen. So gelangt Sokolowsky zu dem Fazit: “Die Redaktionen der FAZ und der Süddeutschen Zeitung haben versucht, das Bedrohliche des Islam zu kontern mit der Normalität, welche die meisten Muslime, auch in Deutschland, zu leben versuchen. Der SPIEGEL unter Stefan Aust hat sich ausschließlich für die Fanatiker, das Abnormale, die Bedrohung interessiert.” Wohin diese Berichterstattung führe, habe der Orientalist Navid Kermani in einem öffentlichen Brief an Aust klar benannt. Darin habe er Aust vorgeworfen, “jenes Klima noch anzuheizen, in dem Musliminnen in Deutschland auf der Straße angespuckt oder aufgefordert werden, zu den Mullahs zurückzukehren. (…) Genau das, was Sie heuchlerisch beklagen”, der Rückzug der Migrantenkinder “in die Imagination ihrer Elternkultur” werde durch die Titelgeschichten des SPIEGEL befördert. Eine öffentliche Antwort von Aust unterblieb.
Ich spare mir hier die Schilderung einzelner Beispiele für diesen SPIEGEL-Journalismus. Zum einen habe ich das in meiner Rezension zu Sabine Schiffers Buch “Die Darstellung des Islams in der Presse” bereits getan, zum anderen ist diese SPIEGEL-Kritik bereits wohlbekannt (siehe z.B. auch hier).
Kennzeichnend für Sokolowskys Analyse ist, dass er in “Stefan Austs antiislamischer Obsession” die Hauptschuld für diese Entwicklung verortet: “Das Feindbild namens Moslem hat Aust gemeinsam mit seinen Paladinen beim SPIEGEL genau umrissen. Sechs lange Jahre haben der Chefredakteur und seine Alliierten daran gearbeitet, die Muslime in Schreckgespenster zu verwandeln. Es ist fast unmöglich, Politically Incorrect und verwandte Internet-Hetzseiten zu mustern, ohne die Vorarbeit des SPIEGEL zu erkennen.” Bezeichnenderweise sei dem Hamburger Magazin nach Austs Abschied eine differenzierte, in keiner Weise verhetzende Titelgeschichte über den Koran sowie ein ähnlich seriöses, gruselfreies Sonderheft über den Islam und die Deutschen gelungen. Letzeres sei von folgender “Hausmitteilung” begleitet worden: “Muslime werden hierzulande immer wieder mit Fundamentalismus und Fanatismus, mit Gewalt und vormodernen patriarchalischen Traditionen gleichgesetzt. Der Vielfalt der mehr als drei Millionen Anhänger Allahs in Deutschland werden Pauschalurteile nicht gerecht, die Spannweite reicht von islamistischen Eiferern bis zu weltoffenen, liberalen Muslimen, die sich der westlichen Gesellschaft angepasst haben.” Wozu Sokolowsky anmerkt: “Selbstverständliche Sätze, gewiss. Aber sie lesen sich so, als sei nach vielen stickigen Jahren im Hochbunker an der Brandstwiete endlich wieder gelüftet worden.”
Dabei ist sich Sokolowsky klar darüber, dass die dunkle Ära unter Stefan Aust ihre Spuren in der Redaktion hinterlassen hat: “Konnte der SPIEGEL, der ja von Hunderten Journalisten hergestellt wird, schnell wieder zur Besinnung kommen, nachdem die Chefredaktion ausgewechselt worden war, so tun sich einzelne Autoren mit der Rückkehr zur Vernunft erheblich schwerer. Zumal bei ihnen, auch materiell, die Polemik gegen den Islam und seine Anhänger ebenso wie gegen ‘Multikultis’ und ‘Gutmenschen’ eine Aufgabe geworden ist, von der sie nicht lassen können.” Womit wir bei Henryk M. Broder wären.
“Die Muslimhasser, die auf Politically Incorrect (PI) zu Hause sind, wissen, was sie an ihm haben”, erklärt Sokolowsyk und zitiert schwärmerische, geradezu hingerissene Würdigungen, die die Rechtsradikalen an den SPIEGEL-Journalisten gerichtet haben. Diese ergänzt er durch Broders eigenen Unflat wie etwa es seien zwar nicht alle Moslems Terroristen, aber so gut wie alle Terroristen Moslems. Sokolowsky hat zu Broder und seinen Methoden sichtlich recherchiert: Da Broder “zu bequem und vielleicht auch zu eitel” sei, “sich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen (…), fällt er schon mal auf Fakes herein und verbreitet sie weiter – zum Beispiel die Ente von den Sparschweinen, die aus einigen britischen Banken verbannt worden seien, um muslimische Kunden nicht zu provozieren. Als man ihm nachgewiesen hatte, dass er mit einer Falschmeldung hausieren ging, pöbelte er los, die ‘islamophile Bloggerszene’ sei vom gleichen Kaliber wie die ‘Scharen von Revisionisten’, die das Tagebuch Anne Franks als Fälschung denunzieren, um so die Schoah zu leugnen. Dieser Vergleich war selbst für Broders Verhältnisse von überraschender Ekelhaftigkeit.”
In solchen Passagen wird deutlich, dass Sokolowsky heute ein Autor ist, wie es Broder vor, sagen wir, 15 Jahren einmal war – ein Autor, der ebenso scharf beobachtet wie formuliert. Jetzt hat Sokolowsky Broders Veröffentlichungen im Zustand des moralischen und journalistischen Verfalls sichtlich zur Kenntnis genommen, das Prinzip dahinter verstanden und es macht eine Freude zu lesen, wie er dieses Prinzip in Worte packt: “Henryk M. Broder kümmert sich, wenn er die Muslime ins Visier nimmt, nicht um solche Nebensächlichkeiten wie Geschmack oder Recherche. Verschont von jeglichem Selbstzweifel, gepanzert mit dem stahlharten Halbwissen eines Fanatikers ist er beim Schimpfen auf die Muslime so firm geworden, dass es wirkt, als hätte er die Weisheit, die er uns um die Löffel haut, mitsamt den Löffeln gefressen. Um von seiner Oberflächlichkeit abzulenken, setzt der ‘Kant der Moderne’ (so ein User von Politically Incorrect) auf Rüpelhaftigkeit. (…) Henryk M. Broder interessiert sich für seriösen Journalismus eher wenig, außer wenn er dessen Vertreter anrempeln will. Die Anforderungen moderner Massenmedien kennt er allerdings genau” und wisse sie als “Fachmann für Krawall” zu bedienen. Hierzu zitiert Sokolowsky eine selbstentblößende Äußerung Broders: “Ich stehe morgens nicht auf und überlege mir, mit wem lege ich mich heute an. Ich schreibe, weil ich so oft staunen muss, weil ich so vieles nicht verstehe, weil niemand da ist, der es mir erklären könnte, so dass ich es am Ende selber tun muss.” Sokolowskys treffender Kommentar: “Er versteht vieles nicht, trotzdem erklärt er es – hätte Broder das nicht selbst gesagt, für diese bündige Beschreibung seiner Methode müsste der klagefreudige Schriftdarsteller sofort den Anwalt in Bewegung setzen.”
Sokolowsky schildert in Abgrenzung zu Broder den dänischen Karikaturenstreit mitsamt seiner politischen Vorgeschichte, bei der es nicht nur der rechten Zeitung Jyllands-Posten ganz offenkundig darum ging, zu Gewalthandlungen unter den Muslimen zu provozieren, um so den schon seit einiger Zeit geradezu inständig herbeigeflehten “Kampf der Kulturen” endlich Wirklichkeit werden zu lassen. Broders Argumentation, der Westen habe “kapituliert”, als er, nachdem es zu den ersten Gewalthandlungen gekommen war, mit der muslimischen Welt nicht voll in die Kontroverse gegangen sei, erzeugt bei Sokolowsky vor allem Verachtung: “Die Sorge um Touristen, Botschaftsangestellte, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen oder Vertreter westlicher Firmen, das diplomatische Gebot, auf Wahnsinn mit Verstand zu reagieren, kennt Broder offenbar nicht. Was hätten die Politiker des Westens denn tun sollen, um in seinen Augen nicht feige zu erscheinen? Das verschweigt der Haudrauf, der keine Verantwortung zu tragen hat für Menschenleben, der nicht einmal für die Folgen seiner Bosheit so etwas wie Verantwortung kennt – sondern sich notfalls durch alle Instanzen klagt, damit er etwa die Tochter eines Auschwitz-Überlebenden, Evelyn Hecht-Galinski, weiterhin als Antisemitin anpöbeln darf.”
“Seine Art, die Welt zu sehen” fährt Sokolowsky in seiner Broder-Analyse fort, “ist der des islamistischen Mobs eng verwandt. Und die schlimmsten Beleidigungen, das ist keine Neuigkeit, fügen Familienangehörige einander zu. So liegt ein ziemlich strenger Geruch im Raum, wenn einer, der holzt wie Broder, sich Sorgen macht um den ‘Kern der Aufklärung’, denn für die Aufklärung hat er, im Kern, nichts übrig. (…) Respekt für andere Menschen, Rücksichtnahme auf ihre Empfindungen, Toleranz für abweichende Wertvorstellungen sind Broder ebenso gleichgültig wie dem Imam, der auf die stinkenden Ungläubigen flucht. (…) Über die Phobie ist Broder schon lange hinaus und tief im Hass gelandet.” Das alles wird mit Broders eigenen Äußerungen glänzend belegt. Hier findet und zitiert Sokolowsky immer wieder die aussagekräftigsten, bloßstellendsten Passagen.
Natürlich geht Sokolowsky nicht allein aufgrund mangelnder Sympathie so streng mit Broder ins Gericht. Was er stattdessen für offenkundig bedenklich hält, ist die Nähe eines SPIEGEL-Redakteurs zu rechtsradikalem Gedankengut bzw. zu rechtsradikalen Kreisen wie dem fremdenfeindlichen Hetzblog Politically Incorrect: “Broder der keine Beleidigung auslässt, wenn linke Journalisten und andere ‘Gutmenschen’ ihm in die Quere kommen, wehrte sich bislang mit keiner Silbe dagegen, von durchfallbraunen PI-Nutzern adoptiert zu werden.” In Broders Darstellung ist Politically Incorrect lediglich “monothematisch” und keineswegs schlimmer als beispielsweise das Bildblog. Was Sokolowsky wohl aus gutem Grund als einen Blödsinn erkennt, “den Broder allein deswegen in die Welt setzt, weil Bildblog-Mitbetreiber Stefan Niggemeier ihn einige Male als schlampigen Rechercheur und Taschenspieler überführt hat.” Als der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy von Broder wissen wollte, ob dieser das antidemokratische Deken, das auf PI zu Hause ist, für unproblematisch halte, wollte Broder dies bezeichnenderweise nicht beantworten. Nicht nur, dass Broder bis heute nicht auf die Idee gekommen ist, sich die Umarmungen von PI-Gründer Stefan Herre zu verbitten, hält Sokolowsky für vielsagend, sondern auch das folgende: “Online kann ein Foto besichtigt werden, das ihn strahlend vor Freude über solche Gesinnungsgenossen Seit’ an Seit’ mit Herre und weiteren Jungreaktionären in einem Biergarten zeigt. (…) Broder fühlt sich, scheint’s, wohl im Dunst der Rechten. So hatte er nichts dagegen, der Online-Schülerzeitung Blaue Narzisse ein langes Interview zu gewähren, ‘einer als rechtskonservativ bis rechtsradikal eingeschätzten Publikation’, die zwar mit der NPD nichts zu tun haben will, deren Autoren aber nicht müde werden, Gerechtigkeit für die Partei der Neonazis einzufordern. (Und) als ihn im Mai 2008 die Schweizerzeit einlud, einen Vortrag zu halten, war er gleichfalls gern dabei, obwohl das Blatt eng verbunden ist mit der erzreaktionären, migrantenfeindlichen Schweizerischen Volkspartei und sich nicht scheut, den Juden nachzusagen, sie seien selbst schuld am Antisemitismus und eine Bande von Beutezüglern und Beutelschneidern.”
Früher oder später muss Sokolowskys Broder-Analyse natürlich bei der Frage landen, wie einer, der noch im Jahr 1993 klarsichtige und integre Texte verfasst hat, eine derartig beängstigende Entwicklung nehmen konnte. Sokolowskys Mutmaßung: “Wahrscheinlich hat er mit den ‘Gutmenschen’ ein Problem, weil sie so viel Zeit mehr als er damit zubringen, gute statt boshafte Menschen zu sein, und weil sie es für sinnvoller halten, sich für die Rechte einer Minderheit starkzumachen als für den Chauvinismus einer ‘Mehrheitsgesellschaft’. Deren Stärke hat Henryk M. Broder irgendwann so beeindruckt, dass er beschloss, die faktisch Schwachen im Stich zu lassen, vor den Angsthabern und den Angstmachern zu kapitulieren und ihrer Paranoia mit großem Geschrei beizupflichten. Den Islamhassern wurde er damit zum lebenden Beweis, dass sie keine Nazis und Rassisten sein können. Denn mit Broder steht an ihrer Seite ja ein Jude, einer zumal, der komplett blind ist für den Antisemitismus, der in ihren Köpfen wütet.” In der Tat: Wenn einer wie Broder, der sonst aus jedem Komma noch eine antisemitische Entgleisung herauszulesen glaubt, den offenkundigen Judenhass in den geschilderten Kreisen völlig ignoriert, lässt das schon sehr tief blicken.
Broder ist indes nur einer der islamfeindlichen Autoren, die Sokolowsky insbesondere im Kapitel “Die Kronzeugen” seines Buches porträtiert. Mit derselben erkenntnisreichen Verve widmet er sich etwa auch Alice Schwarzer, deren abenteuerliche Verschwörungstheorien (“In konzertierten Aktionen wird seit einigen Jahren versucht, die Scharia in das deutsche Recht zu infiltrieren.”) sich inzwischen in zahllosen muslim- und imigrantenfeindlichen Polemiken wiederfänden. Zu Ralph Giordano, der Muslimas in der Tradition vieler Rassisten mit Tieren gleichsetze, merkt Sokolowsky an: “Sein Zorn, seine überschäumende Wut auf gläubige Muslime machen schon jetzt vergessen, weshalb er früher als ein Gewissen der Nation galt. (…) Giordano sollte sich jedenfalls nicht wundern, wenn viele Deutsche ihn heute nur mehr als den Mann kennen, der den Muslimen zeigt, was eine Harke ist (…). Es scheint, als habe sein absoluter Abscheu vorm Islam ihn in die frühen 50er Jahre zurückversetzt, als die einzige Wahrheit, die Giordano akzeptierte, von Josef Stalin verordnet wurde (…).” Bei Necla Kelek schließlich kritisiert Sokolowsky deren augenscheinliche Unfähigkeit, ihre kühnen Behauptungen auch mit Zitaten zu belegen. Zwar habe sie Bucherfolge damit errungen, dass sie dem deutschen Michel sagte, was der gerne hörte, aber wie Fachleute bemängelten, fehle es ihrem Werk an soliden und nachprüfbaren Daten. Während sie an einer Stelle sogar zugebe, selbst keine gesicherten Erkenntnisse zu besitzen, werfe sie mit regelrechten Horrorzahlen um sich – wobei sie drei Jahre zuvor in ihrer Dissertation zum Thema Islam noch zu ganz anderen Ergebnissen gekommen sei als in ihrem Reißer “Die fremde Braut”. Auch Udo Ulfkotte und Seyran Ates (zwischen denen natürlich Welten liegen) verschont Sokolowsky mit seiner Kritik nicht.
Im Kapitel “Die Inkorrekten” seziert Sokolowsky die geistige Verfasstheit der Islamophoben weiter und befindet: “Die Realität kann der Maßlosigkeit dieser Angst nicht standhalten, also erschafft der Angsthaber sich eine eigene Wirklichkeit, in die nichts Eingang finden darf als das, was seine Angst befeuert. Er braucht die Horrormeldung so sehr wie der Masochist die Demütigung und Qual, und darum kann kein Gerücht über den Fremden so unwahrscheinlich, keine Übertreibung so böswillig, keine Lüge so durchsichtig sein, dass sie vom Angstgestörten nicht ernst genommen würde. Was ihm an Selbstkritik fehlt, kompensiert er durch rasendes Misstrauen gegen alle Fakten und Mitteilungen, die seinen Klischees widersprechen.” Wer auch nur eine Zeitlang die Kommentare etwa auf Politically Incorrect mitverfolgt hat, am besten noch in Verbindung mit den kontinuierlichen Richtigstellungen der islamophoben Meldungen, wie sie der Politblogger leistet, wird dem nur zustimmen können. Und es ist sehr aussagekräftig, dass Dietmar Näher, Betreiber des Politbloggers, für die Richtigstellungen der rechtsextremen Propaganda regelmäßig mit Gewaltdrohungen leben muss. So weiß auch Sokolowsky: “Diskussionen mit dem Angsthaber führen zu nichts, weil er alle für verrückt hält, die anders denken als er. Er lässt nicht mit sich reden, sondern lauert auf Gelegenheiten, es denen heimzuzahlen, die versuchen, ihn von seiner Störung zu befreien.”
“Gezwungen, Angst und Wahn zu bekennen”, fährt Sokolowsky in seiner Analyse der islamophoben Psyche fort, “nennt er alle, die ihm nicht beipflichten, Feiglinge und Verrückte, beschimpft sie als Kollaborateure, die vorm Zwang der fremden Macht kapituliert haben. Der Angstgestörte misstraut allem und jedem, weil er nicht mal sich selbst traut, und daher bliebe er am liebsten allein mit seinem Grauen.” Was zuletzt die geradezu überschnappenden Reaktionen im PI-Kommentarbereich nach den Wahlergebnissen für “Pro Köln” & Co. bei den nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen hübsch veranschaulichten. Sokolowsky befindet zu solchen Leuten: “Ihre existenzielle Ohnmacht verbergen sie hinter einer Großsprecherei und verbalen Brutalität, die sich leider nicht einfach als Symptome eines zwar deformierten, doch vor allem furchtsamen Charakters abtun lassen. In ihren bösen Worten finden sie vor allem deshalb Befriedigung, weil die Flüche und Beleidigungen die bösere Tat vorwegnehmen. Die Angsthaber können den Tag nicht erwarten, an dem sie ungestraft so handeln dürfen, wie sie heute schon hetzen.” Oder, um einen der PI-Kommentare vom Abend nach den erwähnten Kommunalwahlen zu zitieren: “Dann soll der Bürgerkrieg lieber heute als morgen beginnen”.
In unerbittlicher Klarheit führt Sokolowsky weiter aus, was mittlerweile Sache ist: “Bei ehemals Linken wie Broder, Giordano, Aust oder Schwarzer, die es als Mission betrachten, vor dem Islam und seinen Anhängern als größter Bedrohung der Welt seit, mindestens, Adolf Hitler und den Nazis zu warnen, bei den Journalisten, Politikern und Bürgern, die ‘Muslim’ hören und ‘Selbstmordatentäter’ denken, die ein Kopftuch sehen und ‘Zwangsheirat’ oder ‘Ehrenmorde’ murmeln, die von einem Moscheebau lesen und ‘Parallelgesellschaft’ assoziieren: Bei all diesen Angsthabern ist die Grenze zur rassistischen ‘Ticket’-Gesinnung bereits überschritten. (…) Die anderen bleiben die anderen, was immer sie sagen und tun mögen; und am Tag der Abrechnung, auf den die Antiislamisten inständig hoffen, werden weder Kelek noch Cileli und Ahadi verschont werden. Egon Friedell, der über die Juden Dinge geschrieben hatte, die sich wie eine Rede auf dem Reichsparteitag lesen, war einer der ersten, die nach dem ‘Anschluss’ Österreichs ans Deutsche Reich von der SA besucht wurden. Er wusste, was ihm blühte, und entzog sich der Verbringung ins Konzentrationslager durch Suizid.”
Sokolowsky wird noch deutlicher: “Broder, Giordano, Kelek und Ates sind, mehr oder minder freiwillig, vor einen Karren gespannt worden, der sie gnadenlos überrollen wird, sollten sie einmal innehalten mit ihren Bannflüchen auf den Islam, ‘der das Problem ist’, oder auf die Linke, die ‘Parallelgesellschaften bildet’.” Vielleicht würde es Sokolowsky nicht so formulieren, aber das Fazit seiner Analyse ist eindeutig: Broder und Giordano sind inzwischen zu den Hofjuden der vereinigten Rechtsradikalen Deutschlands geworden – eine Karriere, die sie geradezu mit Inbrunst verfolgt haben. Man fragt sich unwillkürlich, was diese Herren vor z.B. 15 oder 20 Jahren gesagt hätten, wenn man ihnen prophezeit hätte, dass sie sich einmal auf diese Weise entwickeln würden.
Sokolowsky widerspricht vehement der beliebten Behauptung, Rechtsradikalismus und Rassismus seien in Deutschland erfolgreich an den Rand gedrängt worden: “Dass sämtliche Medien Deutschlands sich auf einen ‘Ehrenmord’-Fall stürzen, als ginge es ums Ganze der Einwanderung, dass der Bau einer Moschee erörtert wird, als wäre der Fortbestand des Christentums in Gefahr, dass ernsthaft von einer schleichenden Einführung der Scharia menetekelt wird, weil eine überforderte Familienrichterin sich zwischen Recht und Religion verhedderte: Dies alles deutet sicherlich nicht auf eine Marginalisierung des Rassismus hin, sondern auf den erschreckenden Erfolg, den er mit seiner Transformation zur ‘Islamkritik’ erzielt hat. Die unablässige Propaganda gegen ‘Multikulti-Illusionisten’ und ‘Gutmenschen’ zwingt mittlerweile alle in die Defensive, die den Rassismus in der Islamfeindschaft wittern und sich dem chauvinistischen Schlagetot-Diskurs verweigern. Sie und nicht die Rassisten müssen sich rechtfertigen, müssen sich entschuldigen, weil sie nicht von vorneherein jeden muslimischen Migranten für einen Schmarotzer, Dummkopf, Messerfuchtler, Drogenhändler, Schläger, Suizidbomber, Intellektuellenmörder, Frauenversklaver oder Rachemörder halten.” In seiner Auffassung, inzwischen seien die Gegner des Rassismus die eigentlich gesellschaftlich Verfemten, stimmt Sokolowsky etwa mit Sabine Schiffer überein (übrigens auch jemand, die wegen ihrem Eintreten gegen diese Fremdenfeindlichkeit Morddrohungen erhalten hatte).
Schließlich kommt Sokolowsky auch auf die Konferenz des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) zur Islamophobie zu sprechen – eine Konferenz, die Henryk Broder & Co. zu einer regelrechten Hasskampagne gegen dieses Zentrum veranlasste. Sokolowsky erklärt, warum die islamophobe Szene insgesamt so heftig reagierte: “Die Konferenz des ZfA schreckte die Islamhasser von PI auch deshalb auf, weil sie sich lange Zeit vor gleichsam amtlicher Kritik an ihrem rassistischen Gebrüll sicher gewähnt hatten. Um bloß nicht in den Verdacht zu geraten, mit Neonazis zu sympathisieren oder selber welche zu sein, bekunden sie bei jeder Gelegenheit ihren Abscheu vor Antisemiten und Antizionisten.” Diese Strategie sei aber durchschaubar: “Die Identifikation mit den Israelis und besonders den IDF fällt der PI-Gemeinde nur deshalb so leicht, weil die israelische Armee tut, was der PI-Gläubige für die Ultima ratio hält: mit Waffen gegen Muslime vorgehen. Der Anblick von Kriegsbildern aus Palästina lässt die Islamhasser in Vernichtungsphantasien schwelgen, die sich besonders an Kollateralschäden entzünden.” Worum es den falschen Freunden Israels in Wirklichkeit gehe, wenn sie vom totalen Krieg gegen die Palästinenser halluzinierten, spreche der Kommentator “Hochdruckreiniger” aus: “Ich träume davon, dass sich diese Offensive über ganz Europa bis nach Neukölln ausweitet.”
So gelangt Sokolowsky in dieser Frage zu dem Fazit: “Die martialischen Loyalitätserklärungen für die IDF und Netanjahu sind weiter nichts als Ausreden für das eliminatorische Gebrüll gegen die Muslime der Welt. Sobald aber Juden sich kritisch äußern über die Politik Israels, weiß der PI-Fan sofort, was er von denen zu halten hat. Die erklärte Antizionistin Evelyn Hecht-Galinski (…) wird von den Inkorrekten nicht etwa politisch attackiert, sondern nach alten antisemitischen Maß- und Vorgaben begeifert.” Und auch der fragwürdige Umgang mit der deutschen Schuld im Kommentarbereich von PI lasse tief blicken, wie Sokolowsky anhand entsprechender Zitate verdeutlicht. Diese bringen ihn zu dem Urteil: “Der kulturalistisch verbrämte Rassismus von Politically Incorrect war bisher keinem Staatsanwalt ein Ermittlungsverfahren wert. Die offene Holocaust-Leugnung jedoch, welche die PI-Macher in ihren Foren zulassen, sollte Stefan Herre endlich mal eine Vorladung einbringen.”
Wer von Politically Incorrect spricht, muss natürlich auch von Pro Köln sprechen. Hier erläutert Sokolowsky in einer übersichtlichen Zusammenfassung die Hintergründe und Kontakte der führenden Figuren dieser Partei, die offensichtlich bis nach ganz rechts außen reichen. Sokolowsky räumt ein, dass die “Anti-Islamisierungskongresse” der Partei im September 2008 und Mai 2009 lausig frequentiert wurden, gibt aber zu bedenken, dass noch 1925 auch der NSDAP niemand zugetraut habe, eine Massenbewegung zu werden. Dennoch kann er ein gewisses Amüsement nicht verbergen, wenn etwa Political Incorrect bei einer dieser Veranstaltungen knapp 1000 Teilnehmer meinte gesichtet zu haben, wo die Polizei gerade mal 150 gezählt hatte: “Denn die PI-Fans – durchweg hinter Nicknames versteckt, todesmutig an der Tastatur, feige bis in die Knochen – blieben lieber daheim und bibberten vor den ‘Todschlägern’ der Antifa. Doch das sollte den Beobachter nicht dazu verleiten, PI für eher einflussarm und ungefährlich zu halten.” Mit dem Verweis auf mehr als 30.000 Zugriffe auf dieses Hetzblog pro Tag befindet Sokolowsky: “Die ‘Anti-Islamisierungskongresse’ fanden vermutlich auch deshalb fast ohne Claquere statt, weil die avisierte Klientel solche ‘Kongresse’ jeden Tag auf Seiten wie Politically Incorrect durchführt.” Und nicht zuletzt sei die Verbreitung der fremdenfeindlichen Mythen zwischen solchen Hassblogs und Teilen der Massenmedien ein Problem, denn schließlich “finden sich etliche Ressentiments gegen Muslime, die der Islamhasser im Web verbreitet, genauso in der seriösen Presse wieder. Wer hier wen inspiriert, ist nicht mehr präzise zu bestimmen.”
Soviel zum ersten Teil des Buches. Der zweite Teil von “Feindbild Moslem” enthält Interviews unter anderem mit Wolfgang Benz vom Zentrum für Antisemitismusforschung über die Verwandtschaft von Judenhass und Muslimfeindschaft sowie mit Lale Akgün über Integration und Politik.
Besonders bemerkenswert ist hier das Interview mit Ann Löwin, die Migranten bei Behördengängen begleitet, über amtlichen Rassismus der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Löwin weiß beispielsweise folgendes zu berichten: “Das Problem bei arabischen und türkischen Leuten ist, dass man schon im Namen sieht, ob sie in die Kategorie ‘Muslim’ fallen oder nicht. Sobald da ein muslimischer Name steht, ist der Umgangston eine Katastrophe. Ich habe nie Probleme, etwa bei weißen deutschen Frauen regulär jeden Amtsgang durchzukriegen. Man nimmt Kontakt mit dem Sachbearbeiter auf, geht einmal mit, erklärt, dass sie Probleme hat, ihre Briefe zu bewältigen, sie zu öffnen und sie zu beantworten und dass sie deshalb zu mir gekommen ist, und dann läuft es wie am Schnürchen. Die wird geliebt, sie wird unterstützt, es gibt Weiterbildungsmöglichkeiten, sie wird in alle Praktika gelassen, die sie möchte, und es wird ihr stets zugute gehalten, dass sie sich bemüht. Wenn man aber mit einer jungen, besser noch: einer jungen alleinstehenden, am besten: attraktiven Frau mit einem türkischen oder arabischen Namen dahin geht, dann hat man von Anfang an verschissen. Wenn die alleine aufs Amt geht, fliegt sie hundertprozentig innerhalb von Minuten raus. Es wird ihr unterstellt, dass sie lügt und arbeitsunwillig, schlampig, unsauber ist, dass sie simuliert, dass sie unfähig ist, ihre Unterlagen zu bearbeiten. Wenn sie Schulabschlüsse hat und Qualifikationen, dann sind die nicht in Ordnung oder bringen angeblich nichts. Die ihr zustehenden Rechte werden ihr konsequent verweigert. Keine Informationen, keine Beratung, keine Hilfestellung für den Arbeitsmarkt. Die Leute gehen allein hinein und kommen psychisch gedemütigt wieder raus. Und dann gehen sie nie mehr dahin, die wollen nie wieder da rein. (…) Bei den Männern ist es dann meistens so, dass ihnen unterstellt wird, dass sie unter der Hand eine Menge Geld verdienen, aggressiv sind, uneinsichtig, sich von einer Frau nicht beraten lassen wollen – was völliger Blödsinn ist –, dass sie ihre Söhne verhätscheln und deshalb schlecht erziehen, ihre Töchter vernachlässigen, allgemein ihre Kinder vernachlässigen, dass sie zu Gewalt neigen und auch Gewalt an ihre Kinder vermitteln. Über diesen Männern, die zum Jobcenter gehen, hängt immer die Drohung, dass ihnen die Kinder weggenommen werden. (…) Es werden auch die Bewerbungen der Leute nicht akzeptiert. Wen wir vorlegen, dass wir zehn schriftliche Bewerbungen getätigt haben, dann wird einfach behauptet, das stimme nicht. Wir können Kopien vorlegen, wir können Postrechnungen vorlegen – prinzipiell wird behauptet, das sei alles erstunken und erlogen.”
Aus solchen Interviewpassagen wird deutlich, wie sehr die von Aust, Schwarzer, Broder und Konsorten geschürte Fremdenfeindlichkeit gegen Muslime und all die damit verbundenen Klischees und Vorurteile bereits in die Köpfe vieler eingesickert ist. Auch Polizisten, Rettungsdienste und die Feuerwehr scheinen solchen Schilderungen zufolge “nicht sehr zärtlich” mit muslimischen Patienten umzugehen – wozu Ann Löwin zu berichten weiß: “So was kriegen die anderen Leute aus der Community mit, und inzwischen greifen die ein. Besonders die jungen Leute, die gehen hin und regen sich auf und verlangen, dass der Mensch angemessen behandelt wird. Und das eskaliert immer öfter.” Was den Rassisten aus Journalismus und Bloggerszene natürlich Gelegenheit gibt, feixend über solche Eskalationen zu berichten, die Hintergründe und die Vorgeschichte aber einmal mehr komplett auszublenden, worauf wie immer bei dieser Methode das Bild entsteht: “Jaja, der Islam … bringt die Untermenschen immer wieder zum Austicken.”
“Dieses Buch” zieht Sokolowsky ein realistisches Fazit zu seinem Werk, “wird keinen einzigen Islamfeind bewegen, nachzudenken, in sich zu gehen und von seinem Wahn zu lassen. (…) Doch viel wäre schon gewonnen, würde die üble Nachrede von ‘den’ Muslimen nicht mehr autonomisch mit Literaturpreisen bedacht, bliebe das rassistische Treiben von Websites wie Politially Incorrect nicht länger ungestört, meldete sich endlich eine Öffentlichkeit zu Wort, die Hoyerswerda, Lichtenhagen, Mölln, Solingen, die ‘national befreiten Zonen’ und die 140 Todesopfer rechtsradikaler Gewalt seit 1990 für ein weit ernsteres Problem hält als das ‘Gutmenschentum’ und die Toleranz. Denn es ist höchste Zeit, den Antiislamismus gesellschaftlich als die korrupte, bigotte, intolerante, chauvinistische, verleumderische, ekelhafte, rassistische Hetzerei zu ächten, die er ist. Die Aufklärung über den radikalen Islam und die fundamentalistischen Muslime ist eine viel zu ernste Angelegenheit, um sie allein den Propagandisten und verkappten Rassisten überlassen zu dürfen. Erst wenn sie ihre Deutungshoheit in den Medien und den Gremien verlieren, kann ein Bewusstsein dafür entstehen, dass die Islamisten den ‘inneren Frieden in unserem Land’ weit weniger bedrohen als ihre angst- und hasserfüllten Gegner. Denn die benutzen die Kritik am Islamismus bloß als Vorwand, um auf ‘die Musel’, ‘Mohammedaner’, ‘Kulturbereicherer’, auf den anderen, den Fremden nebenan einzudreschen. Bislang vor allem mit Worten, aber das kann sich schnell ändern.”
Mein eigenes Urteil über dieses Buch dürfte bereits in der Ausführlichkeit meiner Rezension klar geworden sein. Seine sprachlich-inhaltliche Kraft ist vielen der von mir zitierten Passagen zu entnehmen. Es handelt sich, mit einem Wort, um Pflichtlektüre für jeden, der sich mit der neuen Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft auseinandersetzen möchte. Anders als in den Büchern von Henryk Broder und Co. belegt ein ausführliches Verzeichnis von Endnoten jede auf diesen Seiten getätigte Behauptung. Dabei besteht der besondere Verdienst dieses Buches allerdings darin, die bislang vor allem im wissenschaftlichen Bereich stattgefundene Auseinandersetzung mit der Islamophobie (man denke hier etwa an die Werke von Sabine Schiffer, Constantin Wagner etc.) auf die journalistische Ebene zu tragen. Sokolowsky analysiert in einer auch für Laien in der Debatte problemlos zugänglichen, sprachlich fulminanten Weise die Verfasstheit des islamophoben Spektrums zwischen SPIEGEL und NPD.
http://arnehoffmann.blogspot.com/2009/08/buchvorstellung-feindbild-moslem-von.html
Alltag (4) – es gibt auch positive Ereignisse
Da in letzter Zeit leider viel Negatives vermerkt werden muss, da immer mehr passiert, möchte ich euch positive Ereignisse schildern.
Ich arbeite bei einer international tätigen Firma im Büro. Alhamdulillah, dürfen Muslimas dort das Kopftuch tragen, ich wurde bei der Einstellung sogar aufgefordert mich zu melden, falls mich jemand aufgrund meiner Religion beleidigt oder mir das Leben schwer machen will.
Am Anfang habe ich die Gebete immer nach der Arbeit Zuhause verrichtet oder bin in der Mittagspause (falls sie lange genug war) in eine Moschee gegangen, welche sich in der Nähe befindet. Dies war aber auf die Dauer keine Lösung, daher habe ich Allah um Mut gebeten und einige Tage später meine Chefin gefragt, ob ich das Mittagsgebet nicht in einem freien Raum innerhalb des Büros verrichten darf.
Alhamdulillah, sofern dieses Gebet in meine Mittagspause fällt oder dann verrichtet werden kann, ist es mir offiziell erlaubt, in einem Raum des Büros zu beten. Voraussetzung ist nur, dass niemand anders diesen Platz für Büroarbeiten etc. zur selben Zeit nötig hätte. Das Schild an der Tür wird auf “Besetzt” gestellt und ich kann mein Gebet in Ruhe dort verrichten.
Auch kommt man uns muslimischen Mitarbeitern (wir waren fünf, nun sind zwei gegangen) oft im Ramadan entgegen. Es ist uns gestattet, ab und zu die Mittagspause zu verkürzen und allenfalls gegen Abend etwas früher Feierabend zu machen oder am Morgen etwas später zu beginnen, solange dies nicht jeden Tag (im Ramadan) gemacht wird.
Ich danke Allah dafür, dass er mich zum Besseren geführt hat. Denn ich habe auch das Gegenteil erlebt, dies schreibe ich aber in einem andern Bericht.
Bitte Geschwister, versucht auch mal positive Erfahrungen etc. mitzuteilen, auch wenn das Schlechte überhand hat im Moment, dürfen wir nicht vergessen, dass es auch Menschen gibt, welche uns respektieren oder uns zumindest tolerieren.
Schweiz: Menschenrechte durch die Hintertür abschaffen?
Diesen Aufruf haben wir von einer Schwester per E-Mail erhalten. Unsere Hilfe ist gefragt, liebe Geschwister!
Drei Schweizer Kommunen (in der Schweiz “Gemeinde” genannt) aus dem Kanton Bern versuchen Menschenrechte durch die Hintertür abzuschaffen. Das Kopftuch der muslimischen Frau ist ein Gebot ihrer Religion, eine Vorschrift des allmächtigen Gottes. Es ist durch die schweizerische Verfassung im Artikel 15:[1] geschützt.
Aber von Menschenrechten scheinen einige Schulen nicht viel zu halten. Klammheimlich versuchen sie die muslimische Frau zu unterdrücken und ihr die Freiheit zu nehmen. Kopftuchausziehzwang! Uns sind drei Schulen bekannt, die über die Hausordnung versuchen, den gläubigen Schülerinnen ihr Kopftuch zu verbieten.
Hier nun ein Auszug aus den Richtlinien zum Umgang mit kulturellen und religiösen Symbolen, sowie der Bekleidung in den Schulen Studen, Aegerten und Schwadernau-Scheuren:
Kleider, Kopfbedeckung, Haartracht
Worum es geht:
Wir begegnen in der Oeffentlichkeit vermehrt Angehörigen von Religionsgemeinschaften oder ethnischen Gruppen, die bestimmte Bekleidungs- und Haartracht-Vorschriften befolgen und damit u.a. ihre Gruppenzugehörigkeit dokumentieren.
Rechtliches:
Der Kanton Bern hat für Schulen keine Bekleidungs- oder ähnliche Vorschriften erlassen.
Weisung:
An den Schulen Studen, Aegerten und Schwadernau erwarten wir korrekte Kleidung. Religiös motivierte, provokative, politisch herabwürdigende, allzu freizügige Kleidung ist untersagt.
Kopfbedeckung jeglicher Art sind während des Unterrichts und in der Tagesschule nicht erlaubt.
Die Richtlinien treten am 1. August 2009 in Kraft.
–
Wir haben nur durch Schülerin A von diesem Skandal erfahren. Die gläubige und praktizierende Muslima besucht seit einigen Jahren eine dieser genannten Schulen. Bisher war das Kopftuch nie ein Thema gewesen. Aber nun soll sie es plötzlich nicht mehr tragen dürfen. Es sei schließlich ungerecht gegenüber den Jungs, denn diese müssen ihre Mützen im Unterricht ja auch ausziehen, meinte eine Lehrerin dazu. Doch Schülerin A hat nicht aufgegeben und sich geweigert ihren Hijab auszuziehen. Sie kämpft um ihre Religionsfreiheit. Elterngespräche haben bereits stattgefunden. Der Kampf geht weiter.
Obwohl die Freiheitsberauber selber zugeben müssen, dass der Kanton keine Kleidervorschriften erlassen hat, haben sie damit leider großen Erfolg. Viele Muslime kennen sich mit den Rechten diesbezüglich nicht genügend aus und tappen in die Falle. Sie lassen sich einschüchtern und unterdrücken. Und so scheinen solche Hausordnungen gerade arg im Trend zu sein. Man sagt, dass es auch in weiteren Gemeinden wie z.B. Münchenbuchsee, Lyss und vielen anderen mehr solcher Fälle gäbe. Aber leider war es uns nicht möglich dies in so kurzer Zeit zu überprüfen.
Liebe Geschwister, wir brauchen eure Hilfe! Bitte schreibt E-Mails, Briefe, Faxe oder ruft an. Jedes einzelne Schreiben zählt. Wir müssen uns für die Schwestern einsetzen und gegen diese Menschenrechtsverletzung kämpfen.
Möge Allah euch belohnen.
Hier findet ihr zwei Musterbriefe. Aber bitte kopiert sie nicht einfach, sondern ändert sie wenigstens geringfügig ab. Das Ziel ist nicht, dass diese Gemeinden x gleiche Schreiben erhalten. Eine Idee wäre es auch im Schreiben einen Link zu einer authentischen Islamseite anzugeben, so dass die Leute inscha Allah auch die Möglichkeit haben, sich über den Islam zu informieren.
Musterbrief 1
Sehr geehrte Damen und Herren.
Wie ich erfahren musste, versuchen Sie Menschenrechte durch die Schulordnung abzuschaffen! In Ihren “Richtlinien zum Umgang mit kulturellen und religiösen Symbolen, sowie Bekleidung in den Schulen Studen, Aegerten, Schwadernau-Scheuren”, schreiben Sie unter anderem:
“An den Schulen Studen, Aegerten und Schwadernau erwarten wir korrekte Kleidung. Religiös motivierte, provokative, politisch herabwürdigende, allzu freizügige Kleidung ist untersagt. Kopfbedeckung jeglicher Art sind während des Unterrichts und in der Tagesschule nicht erlaubt.”
Dies ist eine klare Menschenrechtsverletztung! Das Kopftuch der Muslimin ist ein Gebot des Islams (siehe Koran, Surah 24:31, Surah 33:53 und Surah 33:59) und ist somit durch die Religionsfreiheit in der Bundesverfassung Artikel 15:[1] geschützt. Diese “Richtlinie” ist daher rechtswiedrig und illegal.
Ich verlange deshalb, dass Sie diese sofort zurückziehen.
Mit freundlichen Grüßen
Name xxxx
–
Musterbrief Nr. 2
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich beziehe mich auf Ihre “Richtlinien zum Umgang mit kulturellen Symbolen…”. Mit folgender Vorschrift versuchen Sie hier geschickt Menschenrechte durch eine Schulordnung außer Kraft zu setzen:
“Religiös motivierte, provokative, politisch herabwürdigende, allzu freizügige Kleidung ist untersagt. Kopfbedeckung jeglicher Art sind während des Unterrichts und in der Tagesschule nicht erlaubt.”
Die Kleidung der muslimischen Frau, wozu bekanntlich auch das Kopftuch gehört, ist durch die Religionsfreiheit geschützt. Das Kantonsgericht Neuenburg erlaubte 1999 einer islamischen Schülerin ausdrücklich, ihr Kopftuch während des Unterrichts zu tragen. Deshalb fordere ich, dass sie diese rechtswidrige “Vorschrift” auf der Stelle streichen.
Mit freundlichen Grüßen
Name xxxx
–
Adressen:
Studen:
Gemeindeschreiberei
Hauptstrasse 61, Postfach 128, 2557 Studen
Telefon 032 374 40 80, Telefax 032 374 40 99
E-Mail: gemeindeschreiberei@studen.ch
Aegerten:
Schulleiterbüro
Lily Bachmann und Philipp Althaus
2558 Aegerten
Tel. 032 372 12 40
schuleaegerten@bluemail.ch
Einwohnergemeinde Aegerten
Schulstrasse 3
CH-2558 Aegerten
Tel. 032 374 74 00
gemeinde@aegerten.ch
Und zuständig für Aegerten:
Schulinspektorat Seeland
(Kreis 13)
Zentralstrasse 32 a
Postfach, 2501 Biel
Tel. 032 328 70 21
Zuständig: Dieter Sturm
Schwadernau:
Gemeindeverwaltung Schwadernau
Hauptstrasse 52
2556 Schwadernau
Tel 032 373 72 10
Fax 032 373 12 77
gemeindeverwaltung@schwadernau.ch
Primarschule Scheuren / Schwadernau
Schulhaus Schwadernau
Schulstrasse 17
2556 Schwadernau
schule@schwadernau.ch
Scheuren:
Primarschule Scheuren / Schwadernau
Schulhaus Scheuren
Hauptstrasse 56
2556 Scheuren
primscheuren@bluewin.ch
Hier alle E-Mailadressen nochmals, bereits mit Komma verbunden, so dass ihr sie nur kopieren könnt:
gemeindeschreiberei@studen.ch, schuleaegerten@bluemail.ch, gemeinde@aegerten.ch, gemeindeverwaltung@schwadernau.ch, schule@schwadernau.ch, primscheuren@bluewin.ch
Integration in der Schweiz
Gestern wurde in der Zeitung “Blick am Abend”, einer Gratis Zeitung in der Schweiz, ein Artikel veröffentlicht, der wieder einmal mehr dazu beträgt, das falsche Bild von Muslimen und Ausländern allgemein zu verstärken.
Es geht um Folgendes:
Wer sich im Kanton Bern einbürgern lassen will, muss in Zukunft einen Integrationskurs besuchen, worin er die Sitten in der Schweiz etwas besser kennen lernen soll und auch die deutsche Sprache üben kann. Nach diesem Kurs müssen die Teilnehmer mündlich und schriftlich in einem Test beweisen, dass sie sich verständigen können. Erst nachdem der Test bestanden wurde, besteht danach die Chance, den schweizer Pass erhalten zu können.
Jean François, von der Polizei- und Militärdirektion des Kanton Berns hat erklärt, was Ausländer bei diesem Kurs lernen. Unter anderem sind dies:
•Pünktlichkeit – wer einen Termin hat muss diesen einhalten
•Kriminalität – Die Teilnehmer des Kurses werden ermahnt, sich nicht gesetzeswidrig zu verhalten
•Frauen – “Frauen sind keine Sache über die Männer verfügen können”
•Höflichkeit – die Kursteilnehmer lernen wie man sich in der Schweiz begrüsst
•Einkaufen – es wird gelernt, dass man im Gegensatz zu andern Ländern, in der Schweiz, beim Einkaufen nicht feilscht
Wenn man in diesem Kurs unsere schweizer Sitten kennenlernen soll, so frage ich mich, ob wir nichts Wichtigeres in unseren Sitten und unserer Kultur aufzuzeigen haben.
Das zum Ersten.
Schaut man sich den Beitrag nun an, fällt einem auf den ersten Blick das große Foto darüber auf. Abgebildet ist der Gang eines Supermarktes und zwei Frauen mit Kopftuch. Die eine steht mit dem Einkaufswagen neben Getränkeflaschen und die zweite Muslima hebt gerade ein Sechserpack Limonade herunter, um dieses einzuladen. Ganz harmlos bisher, aber der Titel macht alles Harmlose zunichte:
Bezahlen was angeschrieben ist. Ausländer kaufen Fanta.
Etwas weiter unten, steht noch quer über dem Foto
“Beim Einkaufen nicht feilschen”
Soll man nun davon ausgehen, dass alle Muslime und/oder Ausländer in jedem Schweizer Laden oder Geschäft in Deutschland zu feilschen versuchen?
Will man versuchen, die Muslime als Straftäter darzustellen oder geht es wohl eher darum, wieder mal das Thema “Frauen sind keine Sache” aufzugreifen und den Muslimen unterzuschieben?
Es ist schade, wenn eine Tageszeitung, welche in der Regel sehr gute Beiträge bringt, durch solche negativen Texte noch dazu beiträgt, die Vorurteile gegenüber Ausländern und Muslimen zu verstärken.
Ich habe mich nun heute abend hingesetzt und einen Leserbrief an die Zeitung geschrieben. Sollte ich von der Zeitung eine Reaktion erhalten, werde gerne darüber berichten.
Der Originalbeitrag der Zeitung ist hier zu finden
http://issuu.com/blickamabend/docs/13082009_zh/4
Sollte der Beitrag im Archiv der Zeitung gelöscht werden, habe ich eine PDF-Kopie
Mord an einer Muslima – war das der zweite Fall?
Letzten Montag wurde eine Muslima in den Niederlanden ermordet.
Die deutschen Medien schweigen noch, deshalb sind wir auf Berichterstattungen der türkischen und niederländischen Agenturen angewiesen.
So viel steht aber Fest:
Bei dem Opfer handelt es sich um die 33-jährige, in der Türkei geborene Muslima Arzu Erbas, Mutter von zwei Kindern. Sie ist in den Niederlanden relativ bekannt, da sie dort mehrere Kinderbetreuungseinrichtungen gegründet hat.
Die einflussreiche Zeitung der Türkei „Hürriyet“ berichtet über den Mord auf der ersten Seite, zusammen mit einem Bild des Vaters der Ermordeten, der in Rize, dem Geburtsort von Arzu Erbas, lebt.
Der Vater beschreibt Arzu als eine „beliebte Businessfrau in den Niederlanden“.
Der Mord geschah am Montag, dem 10.August um 18:40, nachdem Arzu Erbas Feierabend hatte und auf dem Weg zu ihrem Auto war. Ein Mann kam von hinten und stoch Arzu Erbas nieder. Das Motiv des Angreifers ist nicht nur uns unklar, sondern auch der niederländischen Polizei.
Aus diesem Grund bitten sie im Fernsehen darum, dass sich mögliche Augenzeugen des Mordes bei ihnen melden.
Wir wissen nicht, warum Arzu getötet wurde, wir wissen nicht wer dahinter steckt und ob er vielleicht selber ein Muslim war. Wir hüten uns auch vor voreiligen Behauptungen, dass der Mord aus fremdenfeindlichen oder gar antiislamischen Gründen geschah, doch eines ist auf jeden Fall klar: Arzu Erbas war wie auch unsere Schwester Marwa, zweifelsohne ein Musterbeispiel der Integration.
Ein Beitrag über den Mord veröffentlicht „Kanal Avrupa“ (türkisch für „Kanal Europa“). Der Sender ist ein türkischer Kanal, welcher seinen Sitz jedoch in Deutschland (Duisburg) hat.
Weitere ausländische Quellen:
http://www.dutchamsterdam.nl/728-amsterd…press_905/
http://mixmode.blogspot.com/2009_08_01_archive.html
http://arama.hurriyet.com.tr/arsivnews.aspx?id=12259893

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