“Alex W. ist selber ein Opfer…”
Selbst wenn eine Schwester in einem Gericht getötet wird, fühlen sich einige Brüder nach wie vor nicht für diese Gemeinschaft zuständig. Vielen gucken auch weiterhin nur Fernsehen oder lenken sich anderweitig ab, damit sie bloß nicht handeln müssen. Das erinnert an 1939, als viele Juden sich gegenseitig aufmunterten und meinten “es ist doch gar nicht so schlimm”, oder “bald ist alles vorbei”. Die Ignoranten sind stets die, die es am schlimmsten erwischt, weil sie nicht vorbereitet waren und nichts gegen die Hetze unternommen haben!
Aber es gibt auch Brüder, die sich aktiv für die Gemeinschaft einsetzen. Einer dieser Brüder ist Abu Anas. Mit seiner Tatkraft und seinem Engagement, hat er nun auch das Dresdner Fernsehen angelockt und es entstand ein vier minütiges Interview.
Im Endeffekt wurde das Interview aber stark gekürzt (was auch völlig legitim und normal ist), wodurch aber ein entscheidender Satz von Abu Anas nicht hervorgehoben werden konnte: “Alex W. ist auch selber ein Opfer…” .
Selbstverständlich ist Alex W. keinesfalls nur Opfer, aber es evident, dass die ständige Lügenpropaganda und die vielen Hassparolen von politisch ignoranten Internetseiten wie PI-News oder (leider) vielen weiteren Seiten, welche mittlerweile ohne Probleme im Internet die Besucherrekorde brechen, einen großen Teil an dem Mord von Marwa beigetragen haben.
Islamhass wird Alltag und Salonfähig.
Wenn die Politik nicht langsam Mal einschreitet und die anderen Medien nicht auch endlich anfangen, uns Muslime Mal zu Wort kommen zu lassen, dann kann das Ganze noch sehr gefährlich für uns alle enden. Unser Interesse liegt in einem friedlichen Miteinander, genau wie Abu Anas es auch in dem veröffentlichten Beitrag schildert: “Wir können alle zusammenleben. Wir können Meinungsverschiedenheiten haben, aber [wir] brauchen uns dafür nicht gegenseitig schlagen…”.
Siehe auch: Wir leben MITeinander nicht GEGENeinander.
Erwartungen an Prozess zum Mord an Marwa al-Sherbini werden enttäuscht
Von Francis Byrne
Mit großer Aufmerksamkeit wird in Ägypten der Prozess um den Mord an Marwa al-Sherbini beobachtet. Auch in Deutschland wird der Prozess von Muslimen, Migranten, Antirassisten und Antifaschisten sehr genau verfolgt. Marwa al-Sherbini war am 1. Juli diesen Jahres im Gerichtssaal des Dresdener Landgerichts vor den Augen ihres Mannes, ihres Sohnes, des Richters und vieler Zeugen mit sechzehn Messerstichen von Alex W. erstochen worden. Ihr Ehemann wurde bei dem Versuch, das Leben seiner Frau zu retten, von einem Polizisten angeschossen und sehr schwer verletzt.
Die Bild-Zeitung berichtet, dass dem Gericht Monate vor dem Mord ein Brief des Angeklagten vorlag, der von Marwa al-Sherbini wegen Beleidigung angezeigt worden war. Zum Prozessauftakt las die Richterin Birgit Wiegand Teile des Briefes vor: „Jeder weiß, dass der Islam eine gefährliche Religion ist”, schrieb er. „Es ist durchaus verständlich, dass ich sie (Muslime, die Red.) für Feinde halte.” Und weiter: „Das Kopftuch ist eine Unterwerfung vor den Männern und vor Satan. Damit hat sie mich beleidigt.” Die Prozesskosten wolle er auf keinen Fall bezahlen, ebenso wenig gehe er stattdessen in den Knast – „lieber sterbe ich.” (1)
Die antiislamische Hetze muss gesellschaftlich thematisiert werden
Viele an den Prozess und die dazugehörige Berichterstattung geknüpften Hoffnungen werden allerdings enttäuscht. Die muslimische Gemeinschaft in Deutschland ist verunsichert. Frauen mit Kopftuch und erkennbar muslimisch gekleidete Männer erleben täglich Ausgrenzung. Alex W. mag zwar nur ein unorganisierter Einzeltäter sein, doch die Stimmung in Deutschland ist durch eine allgemeine mediale Hetze gegen Muslime stark aufgeheizt. Unverzichtbar ist in dieser Situation die Aufarbeitung der Frage, wie es zu diesem giftigen Hass kommen konnte. Enttäuschend ist allerdings, dass die allgemeine Atmosphäre der Hetze und Aggression gegen Muslime in Deutschland in den Medien so gut wie nicht thematisiert wird. Gegenüber Linkezeitung.de kritisiert der muslimische Prediger und Bürgerrechtler Pierre Vogel, Abu Hamsa:
„Es geht nicht um die Frage, ob der Angreifer die Höchststrafe bekommt. Ganz sicher hat der Angreifer selbst mit der Höchststrafe gerechnet, denn wer vor so vielen Zeugen einen so brutalen Mord begeht, rechnet damit. Doch wir werden durch eine hohe Strafe Marwa nicht wieder zurückbekommen. Es geht doch jetzt darum, zukünftige Morde zu verhindern. Um weitere solcher Taten zu verhindern, muss die Hetze gegen die Muslime thematisiert werden.”
Karsten Schmitz vom Anti-Kriegs-Komitee Kein Blut für Öl beleuchtete in einem Gespräch mit Linkezeitung.de einen anderen Punkt kritisch: „Es ist ein Skandal, dass die deutsche Justiz nicht gegen den schießwütigen Einsatzbeamten ermittelt und die Medien seine Tat verschweigen. Dass der Mörder eine Waffe ins Gericht bringen konnte, ist ebenfalls skandalös. Das riecht nicht mehr nach Pannen, sondern nach vorsätzlicher Provokation der islamischen Welt.”
Auch Dr. Sabine Schiffer vom Institut für Medienforschung äußerte sich kritisch gegenüber Linkezeitung.de. „ … anknüpfend an den skandalösen Text des Koalitionsvertrages, der Rechts- und Linksextremismus, Antisemitismus und Islamismus problematisiert, wird deutlich, dass das Potenzial der Islamfeindlichkeit weiterhin geleugnet wird – unsere Medien, die an dem Feindbild Islam fleißig mitbasteln, werden sich hüten, das Thema selbstkritisch aufzubringen.”
In ihrer Kolumne GeSpiegelte Ente schreibt Frau Dr. Schiffer über den Arbeitskreis Sicherheit bei der Deutschen Islamkonferenz:: „Es ging ausschließlich um die Sicherheit VOR Muslimen, nicht VON Muslimen – und auch nicht von Menschen, die von Muslimhassern bedroht werden. Es kann durchaus damit zusammen hängen, dass ein Fehlen der Vorstellung, dass Muslime bedroht sein könnten, dazu geführt hat, dass die verbalen und schriftlichen Drohungen eines Alexander Wiens keinerlei Schutzmaßnahmen für Frau El-Sherbini und ihre Familie nach sich zogen.” (2)
Wem nutzt die Hetze gegen die Muslime?
Spätestens seit den Attentaten in den USA am 11.9.2001 gibt es zumindest in den westlichen Ländern eine massive – medial unterstützte – antimuslimische Kampagne. Die Folge: Moscheen werden angegriffen und geschändet, muslimische Kolleginnen und Kollegen werden ausgegrenzt, bespuckt und stehen unter Generalverdacht.
Warum ist das so? Der Kapitalismus steht in einer sehr tiefen Krise, viele Analysten gehen davon aus, dass die gegenwärtige Krise des Kapitalismus noch stärker ist, als die Krise von 1929, die zu Holocaust und 2. Weltkrieg führte. In dieser Situation wird die antimuslimische Kampagne von den Herrschenden aus zwei Gründen dringend benötigt.
Erstens: Für die Misere, Auswegs- und Hoffnungslosigkeit des kapitalistischen Systems wird dringend ein Sündenbock gesucht. Dringend sollen die Unterdrückten gespalten werden, damit sie nicht auf die Idee kommen, gemeinsam gegen Entlassungen und Sozialabbau zu kämpfen.
Zweitens: In der Krise setzt der Westen verstärkt auf völkerrechtswidrige Angriffskriege. Von besonderer Wichtigkeit für den Westen sind die muslimischen Ölländer in der Golfregion, die Schauplatz dieser Angriffskriege sind. Ohne die massive Hetzkampagne würden sich nur wenige Soldaten finden, die am Hindukusch die Interessen des deutschen Kapitals verteidigen würden.
Stoppt die Hetze
In den bürgerlichen Medien wird jeden Tag ein klischeehaftes Bild des Islam und der Muslime in Deutschland präsentiert. Jeden Tag wird der Islam gleichgesetzt mit Gewalt, Hass, Unterdrückung, Irrationalität und vieles mehr. Nur wenige Medien und Autoren scheren aus dieser Hetze aus. Schon längst ist die Hetze in der Mitte der Gesellschaft angekommen, wie die Äußerungen des SPD (!) Mitglieds Thilo Sarrazin gegen Türken und Araber zeigen.
Auf vielen Homepages wie Politically Incorrect und in Foren wie Grüne Pest wird der Hass gegen den Islam und gegen Muslime allerdings auf die Spitze getrieben.
Jeden Tag gibt es auf diesen Internet-Seiten Dutzende und Hunderte Artikel und Kommentare, die recht eindeutig volksverhetzenden Charakter haben. Jeden Tag wird dort mit Gift und Galle gegen Muslime gehetzt. Das geht bis zu offenen Morddrohungen. In einem Kommentar auf PI wurde beispielsweise über einen muslimischen Aktivisten geschrieben: „Diese Kakaerlake gehört auf’s Schafott!”
Eine seriöse Berichterstattung über den Prozesses müsste also die Frage beinhalten, wie der Angreifer Alex W. so stark und brutalisiert gegen Muslime aufgehetzt werden konnte, und welche Rolle die Medien selbst bei dieser Hetze spielen.
Eine seriöse Prozessführung müsste die übelsten Gift- und Mord-Hetzseiten im Internet thematisieren. Die Staatsanwaltschaft müsste selbständig aktiv werden und öffentlich prüfen, ob diese Hass-Propaganda nicht den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt.
Allerdings können wir nicht darauf hoffen, dass die Gerichte oder andere Institutionen gegen die Islamophobie am grünen Tisch kämpfen werden. Zu stark benötigt das System in der tiefen Krise die Spaltung der Menschen. Wir müssen selbst aktiv werden gegen die Hetze und gemeinsam auf Demos gegen Pro-Köln und andere Hetzer Stellung beziehen. „Wehret den Anfängen” ist unser Ruf gegen die Rassistien. Erschreckenderweise sind die Anfänge des offenen und staatlichen Rassismus gegen die Muslime in Deutschland mehr als deutlich erkennbar. Wir müssen jetzt aktiv werden!
Pastor Niemöller, selbst Betroffener von KZ-Haft unter den Nazis, hat uns ein wichtiges Vermächtnis hinterlassen:
„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie die Sozialisten einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialist.
Als sie die Juden einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.”
Quelle:
http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7580&Itemid=286
Masjid Taiba und der Terror – eine Stellungnahme der Moschee
Hier eine Stellungnahme der Masjid Taiba:
Die negative Ausbeute an zufriedenstellenden Antworten werden dann mit zwei Szenen von aufgebrachten Moscheebesuchern wieder wettgemacht.
Am Tag darauf berichten dann auch schon die Hamburger Morgenpost und das Hamburger Abendblatt mit folgenden Überschriften über die Angelegenheit:
“Hamburger in Terror-Camp ausgebildet” (Hamburger Morgenpost)
“Terrorismusverdacht – ARD: Islamisten-Gruppe in Hamburg” (Hamburger Abendblatt)
Auch in diesen Artikeln wird wieder unsere Moschee (in der Mopo sogar mit Foto) als Treffpunkt für diese Gruppe genannt, die als “gefährlich und gewaltbereit” gilt und von denen einige Männer bereit seien “Selbstmord-Anschläge zu begehen”.
Als Quelle für diese Informationen wird wiederum dieses interne Dokument genannt… jedoch ist es laut Hamburger Abendblatt plötzlich ein “Bericht des Hamburger Verfassungsschutzes und des Landeskriminalamts“.
Einen Tag später, am 07.10.2009, gibt es dann wieder einen Bericht in Hamburger Abendblatt, dieses Mal auch mit Foto und dieser Überschrift:
“Islamismus: Treffpunkt ist Moschee am Steindamm – Terrorgefahr: In Hamburg leben 50 “Heilige Krieger”" (Hamburger Abendblatt)
Mittlerweile ist die Anzahl der “gewaltbereiten Djihadisten” auf eine Gruppe von 50 Männern angewachsen…und wer hätte es anders erwartet…:
“Zentrum der rund 50 Hamburger Dschihadisten ist die Taiba-Moschee am Steindamm.” (Zitat / Hamburger Abendblatt)
Aber die große Sensation ist die Herkunft dieser Informationen (wir erinnern uns… erst Hamburger Verfassungsschutz, dann Hamburger Verfassungsschutz und Landeskriminalamt). Jetzt kommt das interne Papier auf einmal vom BKA:
“Das BKA sieht in der “Gruppe ein hohes Gefahrenpotenzial”. Das geht aus einer internen Einschätzung des BKA hervor (wir berichteten).” (Zitat / Hamburger Abendblatt)
Am 11.10.2009 dann endlich etwas mit Hand und Fuß. Abu Askar wurde auf einem angeblichen “Terror-Video” als ein Iraner mit ehemaligem Wohnsitz in Hamburg identifiziert.
Er soll einer derjenigen sein, “die in Videos Deutschland mit Terroranschlägen drohen.” berichtet die WELT
Und:
“Er wird zum „50er-Klub” der Masjid-Taiba-Moschee (früher Al-Quds-Moschee) gerechnet. Dieser Kreis von 50 Personen bildet einen inneren Zirkel unter den 160 Personen, die die Moschee regelmäßig besuchen, und er wird als tauglich für islamistische Aktionen eingestuft.” (Zitat / WELT)
Zudem wird geschrieben:
“Es kommt häufiger vor, dass junge Muslime in Hamburg angeworben und als Islamisten auf Linie gebracht werden.” (Zitat / WELT)
Und weiter:
“Den Islamisten ist so gut wie nie wirklich etwas nachzuweisen. „Die Al-Quds-Moschee ist weiter ein Treffpunkt und eine Drehscheibe für alle möglichen religiösen Krieger”, sagt ein Sicherheitsbeamter. Was aber hinter den Türen der Moschee geschieht, ist kaum bekannt.” (Zitat / WELT)
Das sollte erst mal als Einführung ausreichen.
Oder vielleicht auch nicht…ein Zeitungszitat möchten wir noch bringen:
“Koalition beschließt „BKA-Gesetz light” – Union und FDP haben bei einem ihrer größten Streitthemen Einigung erzielt: der inneren Sicherheit. Das BKA-Gesetz bleibt,…” (15.10.09 – FOCUS)
Wir hoffen, der Groschen ist gefallen.
Falls nicht, dann eben ein wenig deutlicher:
20.09.2009: Die heiße Phase des Wahlkampfes ist angebrochen. Eine Woche später (am 27.09.2009) sollen die Bundestagswahlen stattfinden. Die FDP hat hervorragende Umfragewerte. Sie fordert (gemäß ihrer freiheitlichen Gesinnung) eine Abschaffung des neuen BKA-Gesetzes… und hier insbesondere der sogenannten Vorratsdatenspeicherung, der Online-Durchsuchungen und der geplanten Internetsperren. Zudem sollen auch die EU-Pläne zur Speicherung und Auswertung von Flugdaten verhindert werden. Aber auch die SPD, die GRÜNEN und die LINKE sind gegenüber diesen Gesetzesvorlagen äußerst kritisch eingestellt. Einzig und allein die CDU und natürlich das BKA scheinen verständlicherweise ein ausgeprägtes Interesse an der Umsetzung dieser Gesetze zu haben.
Auf einmal erscheint ein äußerst eigenartiges und befremdliches “Al-Qaida”-Video auf der Bildfläche. Ein glattrasierter und gegelter Bakkay Harrach aka Abu Talha droht im chiken Zweireiher mit Krawatte und rotem Samtvorhang im Hintergrund, der Bundesrepublik Deutschland mit Anschlägen, falls sich die Wähler am Wahltag nicht gegen den Krieg in Afghanistan entscheiden.
Die Bedrohungslage steigt und somit der Ruf nach mehr innerer Sicherheit = mehr Stimmen für das neue BKA-Gesetz.
Dann der Tag der Entscheidung. Am 27.09.2009 wählen Teile des deutschen Volkes einen neuen Bundestag. Es kommt, wie es kommen musste.
Die CDU ist die stärkste Partei und die FDP hat das beste Wahlergebnis seit Bestehen der Partei.
Die Koalition zwischen CDU und FDP war im Wahlkampf bereits vorangekündigt, jedoch ging die FDP noch nie dermaßen stark in Koalitionsverhandlungen mit einer Regierungspartei. Das BKA-Gesetz scheint zu wackeln, denn die FDP hat im Wahlkampf eindeutig dessen Abschaffung gefordert.
Am 05.10.2009 sollen die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und FDP beginnen.
05.10.2009???
War da nicht etwas? Ja, genau! Am 05.10.2009 strahlt die ARD das TV-Magazin REPORT MAINZ aus. Unter anderem wird ein Bericht namens “Terrorangst nach der Bundestagswahl – Wie Al Kaida in Deutschland Attentäter rekrutiert” ausgestrahlt. Verdächtig pünktlich. Die Informationen aus diesem Bericht entstammen angeblich einem internen Dokument vom Hamburger Verfassungsschutz. In folgenden Zeitungsberichten wird die Quelle dieses internen Dokumentes jedoch eruiert. Erst heißt es LKA, aber letztendlich wird das BKA als der Lieferant dieses Dokumentes ausgemacht.
Auch in den folgenden Tagen gibt das BKA bereitwillig Auskunft über die Gefährdungslage und bringt offen unseren Moschee-Verein und einige seiner Besucher damit in Verbindung. Die Dienste werden kurzfristig aktiviert und diverse Besucher unseres Moschee-Vereins werden (z.T. verdächtig auffällig) beschattet und zu kurzen Gesprächen kontaktiert.
Ich (der Verfasser dieses Artikels) persönlich hatte das Vergnügen, mit einem Vertreter des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz zu sprechen. Bereitwillig gab er mir Auskunft darüber, dass dieses interne Dokument aus dem REPORT MAINZ-Bericht nicht vom Verfassungsschutz stamme.
Zum 15.10.2009 entspannte sich die gesamte Lage wieder. Die Dienste scheinen ihre “offene Beschattung” eingestellt zu haben und die Medien berichten auch nicht mehr in diesem Ausmaße über unsere Moschee. Kein Wunder. Am 15.10.2009 endeten die Koalitionsverhandlungen zum Thema Sicherheit/Justiz zwischen CDU und FDP…hier nochmal das Zitat aus dem FOCUS:
“Koalition beschließt „BKA-Gesetz light” – Union und FDP haben bei einem ihrer größten Streitthemen Einigung erzielt: der inneren Sicherheit. Das BKA-Gesetz bleibt,…” (15.10.09 – FOCUS)
Warum man den ganzen medialen Zirkus nicht schon viel früher, nämlich im März/April 2009 veranstaltet hat, als offensichtlich wurde, dass einige Menschen mit Reiseziel Pakistan abheben wollten, ist nun auch klar. Terror-Schlagzeilen schüren Angst. Angst ist eine Autobahn für Sicherheitsgesetze. Und der beste Zeitpunkt, diese Ängste zu bedienen ist natürlich kurz vor den Wahlen und pünktlich zu den Koalitionsverhandlungen.
Geschätzte Geschwister im Islam und geehrte Besucher,
unser Moschee-Verein sieht sich als Opfer einer großen Medienkampagne, einem schlechten geheimdienstlichen Schmierentheater und einer fingierten politischen Posse.
Unsere Moschee ist ein offenes Gebetshaus. Jeder ist herzlich eingeladen, uns zu besuchen und sich über unser Angebot zu informieren.
Weder werden bei uns Kämpfer für den Djihad angeworben, noch bringen wir Islamisten auf Linie.
In unseren Räumlichkeiten finden keine illegalen oder sonst wie konspirativen Treffen und Verschwörungen statt. Abgeschlossen sind in unserem Gebäude nur menschenleere Räume.
Sobald in einem Raum ein Unterricht, ein Gebet, eine Unterhaltung oder eine Diskussion stattfindet, dann ist dieser Raum offen und für jeden Besucher zugänglich.
All unsere Unterrichte, egal ob für Kleinkinder, Jugendliche oder Erwachsene, finden in deutscher Sprache statt und sind für JEDEN offen.
Die Predigt zum Freitagsgebet wird zwar in arabischer Sprache gehalten, jedoch findet im Anschluss an das Gebet eine Versammlung im Unterrichtraum statt, wo es eine deutschsprachige Erläuterung der Predigt gibt.
Die Inhalte der angebotenen Unterrichte und der Predigten befassen sich mehrheitlich mit der Glaubenslehre (Aqida) des Islams und hier insbesondere mit dem Wesen des islamischen Monotheismus (Tauhid). Außerdem wird sich viel mit der Auslegung
von Quran-Versen und Überlieferungen (Tafsir) befasst. Politik und aktuelle Kriegsgeschehen sind nicht Inhalt unseres Unterrichtsstoffes.
All das kann jederzeit überprüft und bestätigt werden.
Es wird weder in Unterrichten und Predigten, noch in konspirativen Versammlungen innerhalb der Moschee Werbung für jedwede Kampforganisationen gemacht.
Unsere Moschee ist für jeden frei zugänglich. Für jeden Muslim und jeden Nichtmuslim. Ein anständiger Mensch genießt bei uns vollkommenes Gastrecht.
Wir erkundigen uns grundsätzlich nicht über die Herkunft, die politische Gesinnung oder die zukünftigen Reisepläne unserer Besucher.
Es ist jedoch ausdrücklich verboten, ohne die Einwilligung des Moschee-Vorstandes einen Unterricht, Vortrag oder eine Predigt abzuhalten. Nur vertrauenswürdige Personen dürfen solche durchführen und der Moschee-Vorstand hat immer ein waches Auge darauf.
FAZIT: Die Masjid Taiba ist ein Moschee-Verein mit einem Angebot an diversen Unterrichten und Vorträgen. Sollte es tatsächlich Muslime geben, die Deutschland verlassen haben um in Afghanistan oder anderswo zu kämpfen, dann waren für diese Entscheidung weder die Gebete, noch die Unterrichte und Vorträge in unserer Moschee der Auslöser dafür. Jedem in der Moschee ist bekannt, dass sich der Fokus der hiesigen Sicherheitsorgane speziell auf unseren Moschee-Verein richtet. Sollte also ein Besucher ein solches Vorhaben der Ausreise mit sich tragen, dann würde er diese Absicht sicherlich nicht ausgerechnet in unserer Moschee besprechen. Für alles was außerhalb der Moschee passiert, z.B. in den Wohnungen unserer Besucher, im Internet oder anderswo, kann und will die Masjid Taiba keine Verantwortung übernehmen.
Liebe Leser dieses Artikels,
öffnet die Augen fürs Wesentliche und erkennt die Zusammenhänge dieser Vorkommnisse.
Fernsehsender, Zeitungen und Internetblogs sind nie wirklich neutral und oft sogar Handlanger in der hiesigen Politik.
Sogar die Sender des öffentlich rechtlichen Fernsehens sind oft durch ihre Intendanten politisch gebunden oder zumindest beeinflusst.
Der REPORT MAINZ z.B. wird vom SWR (Südwestrundfunk) produziert. Baden-Württemberg wird von der CDU regiert (FDP als Koalitionspartner) und ein Blick auf den Artikel zum REPORT MAINZ bei Wikipedia (unter Geschichte) sagt schon einiges über ihre politische Neutralität aus.
Wir freuen uns über Eure Unterstützung.
Eure Masjid Taiba
Quelle: http://www.masjid-taiba.de/index.php?option=com_content&view=article&id=110&
Islam in den Medien – ein Vortrag von Dr. Sabine Schiffer
Hier präsentieren wir euch eine interessanten Vortrag von Dr. Sabine Schiffer über das Thema "Islam in den Medien", gehalten im Audiomax der TU Clausthal.
Sie zeigt hier bestimmte Methoden und Vorgehensweisen der Darstellungen in den Medien auf und kommentiert diese auch.
Mehr über Sabine Schiffer: http://dawa-news.net/2009/07/interview-mit-dr-sabine-schiffer/
Keine Sorge bald gibt es das Video zu sehen auch wenn Frau Schiffer das nicht will, denn in einem E-Mail-Austausch bezeichnet auch sie uns für "Musels" also denkt nicht, dass sie für uns wäre, denn ansonsten hätte sie auch den Islam angenommen!!!
So da ist das Video:
Buchvorstellung: Feindbild Muslim
Wir möchten euch hier das neue Buch von Kay Sokolowsky vorstellen. Der folgende Text stammt vom ArneHoffmann-Blog:
Von dem Medienkritiker Kay Sokolowsky, der beispielsweise durch seine ebenso pointierte wie bissige Abrechnung mit Alice Schwarzer bekannt wurde, ist in den letzten Tagen das Buch Feindbild Moslem erschienen. Wie man es von diesem Autor erwarten durfte, handelt es sich dabei um eine ebenso scharfe wie wortgewaltige Analyse der Islamophobie in unserer Gesellschaft.
Sokolowsky beginnt seine Analyse mit dem Kapitel “Die Angsthaber”. Darin veranschaulicht er an dem derzeit wohl drastischsten Beispiel antimuslimischen Fremdenhasses, zu welchen Extremen die Islamophobie in unserer Gesellschaft bereits geführt hat: mit den verschiedensten Zitaten aus dem rechtsradikalen Hetzblog “Politically Incorrect”. Solche oft schon in absurder Übersteigerung rassistischen Zitate – inzwischen fester Bestandteil längst nicht mehr allein in den Kommentaren, sondern auch in den redaktionellen Beiträgen dieses Blogs – verwendet Sokolowsky im Verlauf seines Buches immer wieder zur Illustration der dahinterstehenden Geisteshaltung. In einer Passage stellt er sogar Ausschnitte aus redaktionellen PI-Beiträgen und Ausschnitte aus Hitlers “Mein Kampf” einander gegenüber, was erschreckend deutlich macht, wie schwer unterscheidbar beide voneinander sind.
Texte aus diesem Weblog dienen Sokolowsky aber auch zu einer treffenden Psychoanalyse des typischen Islamophoben: “Fanatisch wirkt er aus Gerüchten und Halbwahrheiten eine Tapisserie des Schreckens, die selten die Realität doch stets das Grauen abbildet, das der Ängstliche ohne handfesten Anlass empfindet. Sämtliche Mitteilungen aus der Wirklichkeit hingegen, die seiner Wahnvorstellung von der Welt widersprechen könnten, ignoriert der Ängstliche oder denunziert sie als ‘Mainstream-Lügen’.” Mit dem Begriff “Gutmenschen” habe er auch einen Namen für diejenigen, die seine Angst nicht teilen, die sich, wie er meint, verschworen haben, ihm diese Angst auszureden. “Die allgegenwärtige Gewalt der Migranten, die der Angstgestörte fortwährend beschwört, schreit in ihm nach Blut und Rache. Allerdings traut er sich nicht, solange ihm keiner beisteht (…). Das Verzagen vor dem eingebildeten Feind enthält bereits den Hilfreruf nach der autoritären Macht (…) von der alle Reaktionäre schwärmen -, den Schrei nach einem rassistischen Staat, der den Wahn des Angsthabers teilt.” Dass der deutsche Staat sich dieser Forderung nicht fügt, erscheint den politisch Inkorrekten bereits als Hochverrat, wozu Sokolowsky süffisant anmerkt: “Noch hat, leider, niemand den Staatsanwalt auf sie gejagt, doch schon jammern sie, man habe es auf sie abgesehen. Sie fühlen sich so sehr im Recht, dass sie den Gedanken nicht ertragen können, mit ihren Hetztiraden und Terrorphantasien in staatlich sanktioniertes Unrecht gesetzt zu werden. Und schuld daran, dass sie als Rassisten künftig in ganz Europa, sogar in Deutschland, mit Strafe rechnen müssen, sind selbstverständlich die gefürchteten anderen, die verhassten Fremden.”
Immerhin gesteht es Sokolowsky auch den Islamophoben zu, lernfähig zu sein: “Sie haben kapiert, dass es nicht mehr oder noch nicht wieder gesellschaftsfähig ist, ‘Kanake’, ‘Kümmeltürke’, ‘Knoblauchfresser’ zu sagen, so gern sie es auch möchten.” Wo es aber nicht gesellschaftsfähig sei, auf “Dreckstürken” und “Kameltreiber” zu schimpfen, “so herrscht in weiten Teilen der Gesellschaft mittlerweile Einverständnis darüber, es sei Menschen, die sich zum Islam bekennen, nur bedingt zu trauen. (…) An diesem Punkt setzt die Propaganda ein, die Websites wie Politically Incorrect, Parteien wie die NPD oder Pro Köln und mehr als nur gelegentlich auch Politiker der bürgerlichen Parteien betreiben. Statt von Rasse redet diese Propaganda von Kultur, beschwört die Unvereinbarkeit des Islam mit der westlichen Demokratie, warnt vor einer globalen Konspiration der Islamisten gegen ‘unsere Werte’. Da das Medieninteresse am gewöhnlichen Leben muslimischer Bürger eng begrenzt ist, die Sensationsberichterstattung über Ehrenmorde und ‘Migrantengewalt’ jedoch die Titelseiten füllt, wird der unkritische Medienkonsument leichte Beute für die rassistische Propaganda. (…) Aufklärung tut bitter not, denn die Wortführer der Islamfeinde haben einen enormen Vorsprung in der medialen Aufmerksamkeit vor denen, die das ‘Islam-Bashing’ als das erkannt haben, was es ist: die neueste Verkleidung rassistischen Hasses. (…) Die Ausländerfeindlichkeit im Gewand der ‘Islamkritik’ vergiftet die bundesdeutsche Gesellschaft bis tief hinein ins bürgerliche und sogar linke Lager.”
Zu seinem Glück, das legt Sokolowsky im zweiten Kapitel seines Buches dar, könne sich der Angsthaber immer noch “auf Medien verlassen, die ihm die Realität so servieren, wie er sie am liebsten sieht: als Bedrohung.” Hier greift Sokolowsky insbesondere die Zeitschrift SPIEGEL heraus und erinnert daran, wie erfolgreich dieses Magazin bereits zu Beginn der neunziger Jahre Fremdenfeindlichkeit – damals gegen Flüchtlinge und Asylbewerber – geschürt hatte. Damals raunte der SPIEGEL von “10 Millionen Russen”, die bald gen Westen reisen würden, “100 Millionen Menschen” aus den südlichen Mittelmeerländern, darunter “2,3 Millionen jungen Türken”. Begeistert zitiert wurden etwa die Angstphantasien des damaligen Landesvorsitzenden der SPD in Brandenburg, Steffen Reiche: “(Große) Flüchtlingsströme aus dem Osten könnten der europäischen Kulur ein Ende setzen (…), sie könnten für Europa gefährlicher werden als die Rote Armee in den Zeiten des Kalten Krieges.” Damals wie heute, nur mit einer komplett unterschiedlichen Argumentation, bedeuteten Ausländer für manchen den baldigen Untergang Europas. Der Erfolg dieser Propaganda ließ nicht lange auf sich warten: Kurz nachdem BILD und SPIEGEL den Höhepunkt ihrer Das-Boot-ist-voll-Rhetorik gefahren hatten, brandschatzte der rassistische Mob Hoyerswerda ausländerfrei. Unter anderem in Mölln, Solingen und Rostock-Lichtenhagen sollten weitere Pogrome folgen.
Mehr als zehn Jahre später waren die furchtbaren Journalisten wieder am Werk – nur dass aus der Bedrohung durch Flüchtlinge die Bedrohung durch Muslime geworden war. Sokolowsky nennt hier in Kapitel 3, “Die Feindbildhauer”, deutlich Ross und Reiter: “Kein anderes Millionemedium in Deutschland, nicht einmal BILD, trug so überzeugt wie DER SPIEGEL dazu bei, die Angst vor dem Islam zu fördern”. Zwar hätten auch Zeitungen wie etwa die FAZ mit mancher Schlagzeile Öl ins Feuer gegossen (“Keine Toleranz im Islam”, “Der Islam will die Welteroberung” etc.). Jeoch habe die FAZ im selben Zeitraum auch solche Überschriften veröffentlicht: “Feminismus im Islam ist möglich”, “Die glorreichen Tage des Dschihad sind Geschichte”, “Der Islam ist keine Bedrohung für uns”. Dasselbe lasse sich etwa über die “Süddeutsche Zeitung” sagen. So gelangt Sokolowsky zu dem Fazit: “Die Redaktionen der FAZ und der Süddeutschen Zeitung haben versucht, das Bedrohliche des Islam zu kontern mit der Normalität, welche die meisten Muslime, auch in Deutschland, zu leben versuchen. Der SPIEGEL unter Stefan Aust hat sich ausschließlich für die Fanatiker, das Abnormale, die Bedrohung interessiert.” Wohin diese Berichterstattung führe, habe der Orientalist Navid Kermani in einem öffentlichen Brief an Aust klar benannt. Darin habe er Aust vorgeworfen, “jenes Klima noch anzuheizen, in dem Musliminnen in Deutschland auf der Straße angespuckt oder aufgefordert werden, zu den Mullahs zurückzukehren. (…) Genau das, was Sie heuchlerisch beklagen”, der Rückzug der Migrantenkinder “in die Imagination ihrer Elternkultur” werde durch die Titelgeschichten des SPIEGEL befördert. Eine öffentliche Antwort von Aust unterblieb.
Ich spare mir hier die Schilderung einzelner Beispiele für diesen SPIEGEL-Journalismus. Zum einen habe ich das in meiner Rezension zu Sabine Schiffers Buch “Die Darstellung des Islams in der Presse” bereits getan, zum anderen ist diese SPIEGEL-Kritik bereits wohlbekannt (siehe z.B. auch hier).
Kennzeichnend für Sokolowskys Analyse ist, dass er in “Stefan Austs antiislamischer Obsession” die Hauptschuld für diese Entwicklung verortet: “Das Feindbild namens Moslem hat Aust gemeinsam mit seinen Paladinen beim SPIEGEL genau umrissen. Sechs lange Jahre haben der Chefredakteur und seine Alliierten daran gearbeitet, die Muslime in Schreckgespenster zu verwandeln. Es ist fast unmöglich, Politically Incorrect und verwandte Internet-Hetzseiten zu mustern, ohne die Vorarbeit des SPIEGEL zu erkennen.” Bezeichnenderweise sei dem Hamburger Magazin nach Austs Abschied eine differenzierte, in keiner Weise verhetzende Titelgeschichte über den Koran sowie ein ähnlich seriöses, gruselfreies Sonderheft über den Islam und die Deutschen gelungen. Letzeres sei von folgender “Hausmitteilung” begleitet worden: “Muslime werden hierzulande immer wieder mit Fundamentalismus und Fanatismus, mit Gewalt und vormodernen patriarchalischen Traditionen gleichgesetzt. Der Vielfalt der mehr als drei Millionen Anhänger Allahs in Deutschland werden Pauschalurteile nicht gerecht, die Spannweite reicht von islamistischen Eiferern bis zu weltoffenen, liberalen Muslimen, die sich der westlichen Gesellschaft angepasst haben.” Wozu Sokolowsky anmerkt: “Selbstverständliche Sätze, gewiss. Aber sie lesen sich so, als sei nach vielen stickigen Jahren im Hochbunker an der Brandstwiete endlich wieder gelüftet worden.”
Dabei ist sich Sokolowsky klar darüber, dass die dunkle Ära unter Stefan Aust ihre Spuren in der Redaktion hinterlassen hat: “Konnte der SPIEGEL, der ja von Hunderten Journalisten hergestellt wird, schnell wieder zur Besinnung kommen, nachdem die Chefredaktion ausgewechselt worden war, so tun sich einzelne Autoren mit der Rückkehr zur Vernunft erheblich schwerer. Zumal bei ihnen, auch materiell, die Polemik gegen den Islam und seine Anhänger ebenso wie gegen ‘Multikultis’ und ‘Gutmenschen’ eine Aufgabe geworden ist, von der sie nicht lassen können.” Womit wir bei Henryk M. Broder wären.
“Die Muslimhasser, die auf Politically Incorrect (PI) zu Hause sind, wissen, was sie an ihm haben”, erklärt Sokolowsyk und zitiert schwärmerische, geradezu hingerissene Würdigungen, die die Rechtsradikalen an den SPIEGEL-Journalisten gerichtet haben. Diese ergänzt er durch Broders eigenen Unflat wie etwa es seien zwar nicht alle Moslems Terroristen, aber so gut wie alle Terroristen Moslems. Sokolowsky hat zu Broder und seinen Methoden sichtlich recherchiert: Da Broder “zu bequem und vielleicht auch zu eitel” sei, “sich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen (…), fällt er schon mal auf Fakes herein und verbreitet sie weiter – zum Beispiel die Ente von den Sparschweinen, die aus einigen britischen Banken verbannt worden seien, um muslimische Kunden nicht zu provozieren. Als man ihm nachgewiesen hatte, dass er mit einer Falschmeldung hausieren ging, pöbelte er los, die ‘islamophile Bloggerszene’ sei vom gleichen Kaliber wie die ‘Scharen von Revisionisten’, die das Tagebuch Anne Franks als Fälschung denunzieren, um so die Schoah zu leugnen. Dieser Vergleich war selbst für Broders Verhältnisse von überraschender Ekelhaftigkeit.”
In solchen Passagen wird deutlich, dass Sokolowsky heute ein Autor ist, wie es Broder vor, sagen wir, 15 Jahren einmal war – ein Autor, der ebenso scharf beobachtet wie formuliert. Jetzt hat Sokolowsky Broders Veröffentlichungen im Zustand des moralischen und journalistischen Verfalls sichtlich zur Kenntnis genommen, das Prinzip dahinter verstanden und es macht eine Freude zu lesen, wie er dieses Prinzip in Worte packt: “Henryk M. Broder kümmert sich, wenn er die Muslime ins Visier nimmt, nicht um solche Nebensächlichkeiten wie Geschmack oder Recherche. Verschont von jeglichem Selbstzweifel, gepanzert mit dem stahlharten Halbwissen eines Fanatikers ist er beim Schimpfen auf die Muslime so firm geworden, dass es wirkt, als hätte er die Weisheit, die er uns um die Löffel haut, mitsamt den Löffeln gefressen. Um von seiner Oberflächlichkeit abzulenken, setzt der ‘Kant der Moderne’ (so ein User von Politically Incorrect) auf Rüpelhaftigkeit. (…) Henryk M. Broder interessiert sich für seriösen Journalismus eher wenig, außer wenn er dessen Vertreter anrempeln will. Die Anforderungen moderner Massenmedien kennt er allerdings genau” und wisse sie als “Fachmann für Krawall” zu bedienen. Hierzu zitiert Sokolowsky eine selbstentblößende Äußerung Broders: “Ich stehe morgens nicht auf und überlege mir, mit wem lege ich mich heute an. Ich schreibe, weil ich so oft staunen muss, weil ich so vieles nicht verstehe, weil niemand da ist, der es mir erklären könnte, so dass ich es am Ende selber tun muss.” Sokolowskys treffender Kommentar: “Er versteht vieles nicht, trotzdem erklärt er es – hätte Broder das nicht selbst gesagt, für diese bündige Beschreibung seiner Methode müsste der klagefreudige Schriftdarsteller sofort den Anwalt in Bewegung setzen.”
Sokolowsky schildert in Abgrenzung zu Broder den dänischen Karikaturenstreit mitsamt seiner politischen Vorgeschichte, bei der es nicht nur der rechten Zeitung Jyllands-Posten ganz offenkundig darum ging, zu Gewalthandlungen unter den Muslimen zu provozieren, um so den schon seit einiger Zeit geradezu inständig herbeigeflehten “Kampf der Kulturen” endlich Wirklichkeit werden zu lassen. Broders Argumentation, der Westen habe “kapituliert”, als er, nachdem es zu den ersten Gewalthandlungen gekommen war, mit der muslimischen Welt nicht voll in die Kontroverse gegangen sei, erzeugt bei Sokolowsky vor allem Verachtung: “Die Sorge um Touristen, Botschaftsangestellte, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen oder Vertreter westlicher Firmen, das diplomatische Gebot, auf Wahnsinn mit Verstand zu reagieren, kennt Broder offenbar nicht. Was hätten die Politiker des Westens denn tun sollen, um in seinen Augen nicht feige zu erscheinen? Das verschweigt der Haudrauf, der keine Verantwortung zu tragen hat für Menschenleben, der nicht einmal für die Folgen seiner Bosheit so etwas wie Verantwortung kennt – sondern sich notfalls durch alle Instanzen klagt, damit er etwa die Tochter eines Auschwitz-Überlebenden, Evelyn Hecht-Galinski, weiterhin als Antisemitin anpöbeln darf.”
“Seine Art, die Welt zu sehen” fährt Sokolowsky in seiner Broder-Analyse fort, “ist der des islamistischen Mobs eng verwandt. Und die schlimmsten Beleidigungen, das ist keine Neuigkeit, fügen Familienangehörige einander zu. So liegt ein ziemlich strenger Geruch im Raum, wenn einer, der holzt wie Broder, sich Sorgen macht um den ‘Kern der Aufklärung’, denn für die Aufklärung hat er, im Kern, nichts übrig. (…) Respekt für andere Menschen, Rücksichtnahme auf ihre Empfindungen, Toleranz für abweichende Wertvorstellungen sind Broder ebenso gleichgültig wie dem Imam, der auf die stinkenden Ungläubigen flucht. (…) Über die Phobie ist Broder schon lange hinaus und tief im Hass gelandet.” Das alles wird mit Broders eigenen Äußerungen glänzend belegt. Hier findet und zitiert Sokolowsky immer wieder die aussagekräftigsten, bloßstellendsten Passagen.
Natürlich geht Sokolowsky nicht allein aufgrund mangelnder Sympathie so streng mit Broder ins Gericht. Was er stattdessen für offenkundig bedenklich hält, ist die Nähe eines SPIEGEL-Redakteurs zu rechtsradikalem Gedankengut bzw. zu rechtsradikalen Kreisen wie dem fremdenfeindlichen Hetzblog Politically Incorrect: “Broder der keine Beleidigung auslässt, wenn linke Journalisten und andere ‘Gutmenschen’ ihm in die Quere kommen, wehrte sich bislang mit keiner Silbe dagegen, von durchfallbraunen PI-Nutzern adoptiert zu werden.” In Broders Darstellung ist Politically Incorrect lediglich “monothematisch” und keineswegs schlimmer als beispielsweise das Bildblog. Was Sokolowsky wohl aus gutem Grund als einen Blödsinn erkennt, “den Broder allein deswegen in die Welt setzt, weil Bildblog-Mitbetreiber Stefan Niggemeier ihn einige Male als schlampigen Rechercheur und Taschenspieler überführt hat.” Als der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy von Broder wissen wollte, ob dieser das antidemokratische Deken, das auf PI zu Hause ist, für unproblematisch halte, wollte Broder dies bezeichnenderweise nicht beantworten. Nicht nur, dass Broder bis heute nicht auf die Idee gekommen ist, sich die Umarmungen von PI-Gründer Stefan Herre zu verbitten, hält Sokolowsky für vielsagend, sondern auch das folgende: “Online kann ein Foto besichtigt werden, das ihn strahlend vor Freude über solche Gesinnungsgenossen Seit’ an Seit’ mit Herre und weiteren Jungreaktionären in einem Biergarten zeigt. (…) Broder fühlt sich, scheint’s, wohl im Dunst der Rechten. So hatte er nichts dagegen, der Online-Schülerzeitung Blaue Narzisse ein langes Interview zu gewähren, ‘einer als rechtskonservativ bis rechtsradikal eingeschätzten Publikation’, die zwar mit der NPD nichts zu tun haben will, deren Autoren aber nicht müde werden, Gerechtigkeit für die Partei der Neonazis einzufordern. (Und) als ihn im Mai 2008 die Schweizerzeit einlud, einen Vortrag zu halten, war er gleichfalls gern dabei, obwohl das Blatt eng verbunden ist mit der erzreaktionären, migrantenfeindlichen Schweizerischen Volkspartei und sich nicht scheut, den Juden nachzusagen, sie seien selbst schuld am Antisemitismus und eine Bande von Beutezüglern und Beutelschneidern.”
Früher oder später muss Sokolowskys Broder-Analyse natürlich bei der Frage landen, wie einer, der noch im Jahr 1993 klarsichtige und integre Texte verfasst hat, eine derartig beängstigende Entwicklung nehmen konnte. Sokolowskys Mutmaßung: “Wahrscheinlich hat er mit den ‘Gutmenschen’ ein Problem, weil sie so viel Zeit mehr als er damit zubringen, gute statt boshafte Menschen zu sein, und weil sie es für sinnvoller halten, sich für die Rechte einer Minderheit starkzumachen als für den Chauvinismus einer ‘Mehrheitsgesellschaft’. Deren Stärke hat Henryk M. Broder irgendwann so beeindruckt, dass er beschloss, die faktisch Schwachen im Stich zu lassen, vor den Angsthabern und den Angstmachern zu kapitulieren und ihrer Paranoia mit großem Geschrei beizupflichten. Den Islamhassern wurde er damit zum lebenden Beweis, dass sie keine Nazis und Rassisten sein können. Denn mit Broder steht an ihrer Seite ja ein Jude, einer zumal, der komplett blind ist für den Antisemitismus, der in ihren Köpfen wütet.” In der Tat: Wenn einer wie Broder, der sonst aus jedem Komma noch eine antisemitische Entgleisung herauszulesen glaubt, den offenkundigen Judenhass in den geschilderten Kreisen völlig ignoriert, lässt das schon sehr tief blicken.
Broder ist indes nur einer der islamfeindlichen Autoren, die Sokolowsky insbesondere im Kapitel “Die Kronzeugen” seines Buches porträtiert. Mit derselben erkenntnisreichen Verve widmet er sich etwa auch Alice Schwarzer, deren abenteuerliche Verschwörungstheorien (“In konzertierten Aktionen wird seit einigen Jahren versucht, die Scharia in das deutsche Recht zu infiltrieren.”) sich inzwischen in zahllosen muslim- und imigrantenfeindlichen Polemiken wiederfänden. Zu Ralph Giordano, der Muslimas in der Tradition vieler Rassisten mit Tieren gleichsetze, merkt Sokolowsky an: “Sein Zorn, seine überschäumende Wut auf gläubige Muslime machen schon jetzt vergessen, weshalb er früher als ein Gewissen der Nation galt. (…) Giordano sollte sich jedenfalls nicht wundern, wenn viele Deutsche ihn heute nur mehr als den Mann kennen, der den Muslimen zeigt, was eine Harke ist (…). Es scheint, als habe sein absoluter Abscheu vorm Islam ihn in die frühen 50er Jahre zurückversetzt, als die einzige Wahrheit, die Giordano akzeptierte, von Josef Stalin verordnet wurde (…).” Bei Necla Kelek schließlich kritisiert Sokolowsky deren augenscheinliche Unfähigkeit, ihre kühnen Behauptungen auch mit Zitaten zu belegen. Zwar habe sie Bucherfolge damit errungen, dass sie dem deutschen Michel sagte, was der gerne hörte, aber wie Fachleute bemängelten, fehle es ihrem Werk an soliden und nachprüfbaren Daten. Während sie an einer Stelle sogar zugebe, selbst keine gesicherten Erkenntnisse zu besitzen, werfe sie mit regelrechten Horrorzahlen um sich – wobei sie drei Jahre zuvor in ihrer Dissertation zum Thema Islam noch zu ganz anderen Ergebnissen gekommen sei als in ihrem Reißer “Die fremde Braut”. Auch Udo Ulfkotte und Seyran Ates (zwischen denen natürlich Welten liegen) verschont Sokolowsky mit seiner Kritik nicht.
Im Kapitel “Die Inkorrekten” seziert Sokolowsky die geistige Verfasstheit der Islamophoben weiter und befindet: “Die Realität kann der Maßlosigkeit dieser Angst nicht standhalten, also erschafft der Angsthaber sich eine eigene Wirklichkeit, in die nichts Eingang finden darf als das, was seine Angst befeuert. Er braucht die Horrormeldung so sehr wie der Masochist die Demütigung und Qual, und darum kann kein Gerücht über den Fremden so unwahrscheinlich, keine Übertreibung so böswillig, keine Lüge so durchsichtig sein, dass sie vom Angstgestörten nicht ernst genommen würde. Was ihm an Selbstkritik fehlt, kompensiert er durch rasendes Misstrauen gegen alle Fakten und Mitteilungen, die seinen Klischees widersprechen.” Wer auch nur eine Zeitlang die Kommentare etwa auf Politically Incorrect mitverfolgt hat, am besten noch in Verbindung mit den kontinuierlichen Richtigstellungen der islamophoben Meldungen, wie sie der Politblogger leistet, wird dem nur zustimmen können. Und es ist sehr aussagekräftig, dass Dietmar Näher, Betreiber des Politbloggers, für die Richtigstellungen der rechtsextremen Propaganda regelmäßig mit Gewaltdrohungen leben muss. So weiß auch Sokolowsky: “Diskussionen mit dem Angsthaber führen zu nichts, weil er alle für verrückt hält, die anders denken als er. Er lässt nicht mit sich reden, sondern lauert auf Gelegenheiten, es denen heimzuzahlen, die versuchen, ihn von seiner Störung zu befreien.”
“Gezwungen, Angst und Wahn zu bekennen”, fährt Sokolowsky in seiner Analyse der islamophoben Psyche fort, “nennt er alle, die ihm nicht beipflichten, Feiglinge und Verrückte, beschimpft sie als Kollaborateure, die vorm Zwang der fremden Macht kapituliert haben. Der Angstgestörte misstraut allem und jedem, weil er nicht mal sich selbst traut, und daher bliebe er am liebsten allein mit seinem Grauen.” Was zuletzt die geradezu überschnappenden Reaktionen im PI-Kommentarbereich nach den Wahlergebnissen für “Pro Köln” & Co. bei den nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen hübsch veranschaulichten. Sokolowsky befindet zu solchen Leuten: “Ihre existenzielle Ohnmacht verbergen sie hinter einer Großsprecherei und verbalen Brutalität, die sich leider nicht einfach als Symptome eines zwar deformierten, doch vor allem furchtsamen Charakters abtun lassen. In ihren bösen Worten finden sie vor allem deshalb Befriedigung, weil die Flüche und Beleidigungen die bösere Tat vorwegnehmen. Die Angsthaber können den Tag nicht erwarten, an dem sie ungestraft so handeln dürfen, wie sie heute schon hetzen.” Oder, um einen der PI-Kommentare vom Abend nach den erwähnten Kommunalwahlen zu zitieren: “Dann soll der Bürgerkrieg lieber heute als morgen beginnen”.
In unerbittlicher Klarheit führt Sokolowsky weiter aus, was mittlerweile Sache ist: “Bei ehemals Linken wie Broder, Giordano, Aust oder Schwarzer, die es als Mission betrachten, vor dem Islam und seinen Anhängern als größter Bedrohung der Welt seit, mindestens, Adolf Hitler und den Nazis zu warnen, bei den Journalisten, Politikern und Bürgern, die ‘Muslim’ hören und ‘Selbstmordatentäter’ denken, die ein Kopftuch sehen und ‘Zwangsheirat’ oder ‘Ehrenmorde’ murmeln, die von einem Moscheebau lesen und ‘Parallelgesellschaft’ assoziieren: Bei all diesen Angsthabern ist die Grenze zur rassistischen ‘Ticket’-Gesinnung bereits überschritten. (…) Die anderen bleiben die anderen, was immer sie sagen und tun mögen; und am Tag der Abrechnung, auf den die Antiislamisten inständig hoffen, werden weder Kelek noch Cileli und Ahadi verschont werden. Egon Friedell, der über die Juden Dinge geschrieben hatte, die sich wie eine Rede auf dem Reichsparteitag lesen, war einer der ersten, die nach dem ‘Anschluss’ Österreichs ans Deutsche Reich von der SA besucht wurden. Er wusste, was ihm blühte, und entzog sich der Verbringung ins Konzentrationslager durch Suizid.”
Sokolowsky wird noch deutlicher: “Broder, Giordano, Kelek und Ates sind, mehr oder minder freiwillig, vor einen Karren gespannt worden, der sie gnadenlos überrollen wird, sollten sie einmal innehalten mit ihren Bannflüchen auf den Islam, ‘der das Problem ist’, oder auf die Linke, die ‘Parallelgesellschaften bildet’.” Vielleicht würde es Sokolowsky nicht so formulieren, aber das Fazit seiner Analyse ist eindeutig: Broder und Giordano sind inzwischen zu den Hofjuden der vereinigten Rechtsradikalen Deutschlands geworden – eine Karriere, die sie geradezu mit Inbrunst verfolgt haben. Man fragt sich unwillkürlich, was diese Herren vor z.B. 15 oder 20 Jahren gesagt hätten, wenn man ihnen prophezeit hätte, dass sie sich einmal auf diese Weise entwickeln würden.
Sokolowsky widerspricht vehement der beliebten Behauptung, Rechtsradikalismus und Rassismus seien in Deutschland erfolgreich an den Rand gedrängt worden: “Dass sämtliche Medien Deutschlands sich auf einen ‘Ehrenmord’-Fall stürzen, als ginge es ums Ganze der Einwanderung, dass der Bau einer Moschee erörtert wird, als wäre der Fortbestand des Christentums in Gefahr, dass ernsthaft von einer schleichenden Einführung der Scharia menetekelt wird, weil eine überforderte Familienrichterin sich zwischen Recht und Religion verhedderte: Dies alles deutet sicherlich nicht auf eine Marginalisierung des Rassismus hin, sondern auf den erschreckenden Erfolg, den er mit seiner Transformation zur ‘Islamkritik’ erzielt hat. Die unablässige Propaganda gegen ‘Multikulti-Illusionisten’ und ‘Gutmenschen’ zwingt mittlerweile alle in die Defensive, die den Rassismus in der Islamfeindschaft wittern und sich dem chauvinistischen Schlagetot-Diskurs verweigern. Sie und nicht die Rassisten müssen sich rechtfertigen, müssen sich entschuldigen, weil sie nicht von vorneherein jeden muslimischen Migranten für einen Schmarotzer, Dummkopf, Messerfuchtler, Drogenhändler, Schläger, Suizidbomber, Intellektuellenmörder, Frauenversklaver oder Rachemörder halten.” In seiner Auffassung, inzwischen seien die Gegner des Rassismus die eigentlich gesellschaftlich Verfemten, stimmt Sokolowsky etwa mit Sabine Schiffer überein (übrigens auch jemand, die wegen ihrem Eintreten gegen diese Fremdenfeindlichkeit Morddrohungen erhalten hatte).
Schließlich kommt Sokolowsky auch auf die Konferenz des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) zur Islamophobie zu sprechen – eine Konferenz, die Henryk Broder & Co. zu einer regelrechten Hasskampagne gegen dieses Zentrum veranlasste. Sokolowsky erklärt, warum die islamophobe Szene insgesamt so heftig reagierte: “Die Konferenz des ZfA schreckte die Islamhasser von PI auch deshalb auf, weil sie sich lange Zeit vor gleichsam amtlicher Kritik an ihrem rassistischen Gebrüll sicher gewähnt hatten. Um bloß nicht in den Verdacht zu geraten, mit Neonazis zu sympathisieren oder selber welche zu sein, bekunden sie bei jeder Gelegenheit ihren Abscheu vor Antisemiten und Antizionisten.” Diese Strategie sei aber durchschaubar: “Die Identifikation mit den Israelis und besonders den IDF fällt der PI-Gemeinde nur deshalb so leicht, weil die israelische Armee tut, was der PI-Gläubige für die Ultima ratio hält: mit Waffen gegen Muslime vorgehen. Der Anblick von Kriegsbildern aus Palästina lässt die Islamhasser in Vernichtungsphantasien schwelgen, die sich besonders an Kollateralschäden entzünden.” Worum es den falschen Freunden Israels in Wirklichkeit gehe, wenn sie vom totalen Krieg gegen die Palästinenser halluzinierten, spreche der Kommentator “Hochdruckreiniger” aus: “Ich träume davon, dass sich diese Offensive über ganz Europa bis nach Neukölln ausweitet.”
So gelangt Sokolowsky in dieser Frage zu dem Fazit: “Die martialischen Loyalitätserklärungen für die IDF und Netanjahu sind weiter nichts als Ausreden für das eliminatorische Gebrüll gegen die Muslime der Welt. Sobald aber Juden sich kritisch äußern über die Politik Israels, weiß der PI-Fan sofort, was er von denen zu halten hat. Die erklärte Antizionistin Evelyn Hecht-Galinski (…) wird von den Inkorrekten nicht etwa politisch attackiert, sondern nach alten antisemitischen Maß- und Vorgaben begeifert.” Und auch der fragwürdige Umgang mit der deutschen Schuld im Kommentarbereich von PI lasse tief blicken, wie Sokolowsky anhand entsprechender Zitate verdeutlicht. Diese bringen ihn zu dem Urteil: “Der kulturalistisch verbrämte Rassismus von Politically Incorrect war bisher keinem Staatsanwalt ein Ermittlungsverfahren wert. Die offene Holocaust-Leugnung jedoch, welche die PI-Macher in ihren Foren zulassen, sollte Stefan Herre endlich mal eine Vorladung einbringen.”
Wer von Politically Incorrect spricht, muss natürlich auch von Pro Köln sprechen. Hier erläutert Sokolowsky in einer übersichtlichen Zusammenfassung die Hintergründe und Kontakte der führenden Figuren dieser Partei, die offensichtlich bis nach ganz rechts außen reichen. Sokolowsky räumt ein, dass die “Anti-Islamisierungskongresse” der Partei im September 2008 und Mai 2009 lausig frequentiert wurden, gibt aber zu bedenken, dass noch 1925 auch der NSDAP niemand zugetraut habe, eine Massenbewegung zu werden. Dennoch kann er ein gewisses Amüsement nicht verbergen, wenn etwa Political Incorrect bei einer dieser Veranstaltungen knapp 1000 Teilnehmer meinte gesichtet zu haben, wo die Polizei gerade mal 150 gezählt hatte: “Denn die PI-Fans – durchweg hinter Nicknames versteckt, todesmutig an der Tastatur, feige bis in die Knochen – blieben lieber daheim und bibberten vor den ‘Todschlägern’ der Antifa. Doch das sollte den Beobachter nicht dazu verleiten, PI für eher einflussarm und ungefährlich zu halten.” Mit dem Verweis auf mehr als 30.000 Zugriffe auf dieses Hetzblog pro Tag befindet Sokolowsky: “Die ‘Anti-Islamisierungskongresse’ fanden vermutlich auch deshalb fast ohne Claquere statt, weil die avisierte Klientel solche ‘Kongresse’ jeden Tag auf Seiten wie Politically Incorrect durchführt.” Und nicht zuletzt sei die Verbreitung der fremdenfeindlichen Mythen zwischen solchen Hassblogs und Teilen der Massenmedien ein Problem, denn schließlich “finden sich etliche Ressentiments gegen Muslime, die der Islamhasser im Web verbreitet, genauso in der seriösen Presse wieder. Wer hier wen inspiriert, ist nicht mehr präzise zu bestimmen.”
Soviel zum ersten Teil des Buches. Der zweite Teil von “Feindbild Moslem” enthält Interviews unter anderem mit Wolfgang Benz vom Zentrum für Antisemitismusforschung über die Verwandtschaft von Judenhass und Muslimfeindschaft sowie mit Lale Akgün über Integration und Politik.
Besonders bemerkenswert ist hier das Interview mit Ann Löwin, die Migranten bei Behördengängen begleitet, über amtlichen Rassismus der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Löwin weiß beispielsweise folgendes zu berichten: “Das Problem bei arabischen und türkischen Leuten ist, dass man schon im Namen sieht, ob sie in die Kategorie ‘Muslim’ fallen oder nicht. Sobald da ein muslimischer Name steht, ist der Umgangston eine Katastrophe. Ich habe nie Probleme, etwa bei weißen deutschen Frauen regulär jeden Amtsgang durchzukriegen. Man nimmt Kontakt mit dem Sachbearbeiter auf, geht einmal mit, erklärt, dass sie Probleme hat, ihre Briefe zu bewältigen, sie zu öffnen und sie zu beantworten und dass sie deshalb zu mir gekommen ist, und dann läuft es wie am Schnürchen. Die wird geliebt, sie wird unterstützt, es gibt Weiterbildungsmöglichkeiten, sie wird in alle Praktika gelassen, die sie möchte, und es wird ihr stets zugute gehalten, dass sie sich bemüht. Wenn man aber mit einer jungen, besser noch: einer jungen alleinstehenden, am besten: attraktiven Frau mit einem türkischen oder arabischen Namen dahin geht, dann hat man von Anfang an verschissen. Wenn die alleine aufs Amt geht, fliegt sie hundertprozentig innerhalb von Minuten raus. Es wird ihr unterstellt, dass sie lügt und arbeitsunwillig, schlampig, unsauber ist, dass sie simuliert, dass sie unfähig ist, ihre Unterlagen zu bearbeiten. Wenn sie Schulabschlüsse hat und Qualifikationen, dann sind die nicht in Ordnung oder bringen angeblich nichts. Die ihr zustehenden Rechte werden ihr konsequent verweigert. Keine Informationen, keine Beratung, keine Hilfestellung für den Arbeitsmarkt. Die Leute gehen allein hinein und kommen psychisch gedemütigt wieder raus. Und dann gehen sie nie mehr dahin, die wollen nie wieder da rein. (…) Bei den Männern ist es dann meistens so, dass ihnen unterstellt wird, dass sie unter der Hand eine Menge Geld verdienen, aggressiv sind, uneinsichtig, sich von einer Frau nicht beraten lassen wollen – was völliger Blödsinn ist –, dass sie ihre Söhne verhätscheln und deshalb schlecht erziehen, ihre Töchter vernachlässigen, allgemein ihre Kinder vernachlässigen, dass sie zu Gewalt neigen und auch Gewalt an ihre Kinder vermitteln. Über diesen Männern, die zum Jobcenter gehen, hängt immer die Drohung, dass ihnen die Kinder weggenommen werden. (…) Es werden auch die Bewerbungen der Leute nicht akzeptiert. Wen wir vorlegen, dass wir zehn schriftliche Bewerbungen getätigt haben, dann wird einfach behauptet, das stimme nicht. Wir können Kopien vorlegen, wir können Postrechnungen vorlegen – prinzipiell wird behauptet, das sei alles erstunken und erlogen.”
Aus solchen Interviewpassagen wird deutlich, wie sehr die von Aust, Schwarzer, Broder und Konsorten geschürte Fremdenfeindlichkeit gegen Muslime und all die damit verbundenen Klischees und Vorurteile bereits in die Köpfe vieler eingesickert ist. Auch Polizisten, Rettungsdienste und die Feuerwehr scheinen solchen Schilderungen zufolge “nicht sehr zärtlich” mit muslimischen Patienten umzugehen – wozu Ann Löwin zu berichten weiß: “So was kriegen die anderen Leute aus der Community mit, und inzwischen greifen die ein. Besonders die jungen Leute, die gehen hin und regen sich auf und verlangen, dass der Mensch angemessen behandelt wird. Und das eskaliert immer öfter.” Was den Rassisten aus Journalismus und Bloggerszene natürlich Gelegenheit gibt, feixend über solche Eskalationen zu berichten, die Hintergründe und die Vorgeschichte aber einmal mehr komplett auszublenden, worauf wie immer bei dieser Methode das Bild entsteht: “Jaja, der Islam … bringt die Untermenschen immer wieder zum Austicken.”
“Dieses Buch” zieht Sokolowsky ein realistisches Fazit zu seinem Werk, “wird keinen einzigen Islamfeind bewegen, nachzudenken, in sich zu gehen und von seinem Wahn zu lassen. (…) Doch viel wäre schon gewonnen, würde die üble Nachrede von ‘den’ Muslimen nicht mehr autonomisch mit Literaturpreisen bedacht, bliebe das rassistische Treiben von Websites wie Politially Incorrect nicht länger ungestört, meldete sich endlich eine Öffentlichkeit zu Wort, die Hoyerswerda, Lichtenhagen, Mölln, Solingen, die ‘national befreiten Zonen’ und die 140 Todesopfer rechtsradikaler Gewalt seit 1990 für ein weit ernsteres Problem hält als das ‘Gutmenschentum’ und die Toleranz. Denn es ist höchste Zeit, den Antiislamismus gesellschaftlich als die korrupte, bigotte, intolerante, chauvinistische, verleumderische, ekelhafte, rassistische Hetzerei zu ächten, die er ist. Die Aufklärung über den radikalen Islam und die fundamentalistischen Muslime ist eine viel zu ernste Angelegenheit, um sie allein den Propagandisten und verkappten Rassisten überlassen zu dürfen. Erst wenn sie ihre Deutungshoheit in den Medien und den Gremien verlieren, kann ein Bewusstsein dafür entstehen, dass die Islamisten den ‘inneren Frieden in unserem Land’ weit weniger bedrohen als ihre angst- und hasserfüllten Gegner. Denn die benutzen die Kritik am Islamismus bloß als Vorwand, um auf ‘die Musel’, ‘Mohammedaner’, ‘Kulturbereicherer’, auf den anderen, den Fremden nebenan einzudreschen. Bislang vor allem mit Worten, aber das kann sich schnell ändern.”
Mein eigenes Urteil über dieses Buch dürfte bereits in der Ausführlichkeit meiner Rezension klar geworden sein. Seine sprachlich-inhaltliche Kraft ist vielen der von mir zitierten Passagen zu entnehmen. Es handelt sich, mit einem Wort, um Pflichtlektüre für jeden, der sich mit der neuen Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft auseinandersetzen möchte. Anders als in den Büchern von Henryk Broder und Co. belegt ein ausführliches Verzeichnis von Endnoten jede auf diesen Seiten getätigte Behauptung. Dabei besteht der besondere Verdienst dieses Buches allerdings darin, die bislang vor allem im wissenschaftlichen Bereich stattgefundene Auseinandersetzung mit der Islamophobie (man denke hier etwa an die Werke von Sabine Schiffer, Constantin Wagner etc.) auf die journalistische Ebene zu tragen. Sokolowsky analysiert in einer auch für Laien in der Debatte problemlos zugänglichen, sprachlich fulminanten Weise die Verfasstheit des islamophoben Spektrums zwischen SPIEGEL und NPD.
http://arnehoffmann.blogspot.com/2009/08/buchvorstellung-feindbild-moslem-von.html
[Update2] Informationen [Update2]
Assalamualaikum, liebe Geschwister.
Morgen, inschaAllah, werde ich euch alles in einem neuen Artikel erklären. Macht Dua, dass Allah uns rechtleitet, die Augen zur Wahrheit öffnet, uns ihr folgen lässt und uns zufrieden macht mit ihr – Amin
Allah sagt sinngemäß:â€Und hasset nicht etwas und es ist doch gut für euch.â€
Nabil
Die “radikalen” muslimischen Frauen
Ich möchte zuerst erläutern, was mich dazu bewogen hat, diesem freundlichen Artikel noch die gewisse Würze zu verleihen. Ich war sehr erstaunt, wie gewissenhaft und ordentlich die Autorin hier tätig war. Diese Offenheit, die in derartig liebevoller Art, diesem Artikel eine sprühende Frische verleiht, fand ich einfach hinreißend.
Verfassungsschutz sieht Radikalisierungsschub bei Frauen
Von Eva Eusterhus
http://www.welt.de/hamburg/article4140784/Radikalisierungsschub-bei-Frauen.html
Zugriffsdatum, 18. Juli 2009
Neuer Bericht des Hamburger Landesamtes
Khaled war der Erste, der ihr das Gefühl gab, eine Frau zu sein, sagt Leyla*. Als 19-Jährige, damals nannte sie sich noch Nadine*, lernte sie ihren jetzigen Mann in einem Online-Forum kennen. Der Student erzählte ihr vom Koran. Dass er danach lebe und dass er das auch von seiner Frau erwarte. Denn schließlich sei es das reine, unverfälschte, das einzige Gesetz, das es zu befolgen gelte. Die heute 23-Jährige trägt ein eng gebundenes Kopftuch und einen bodenlangen Mantel.
http://www.welt.de/hamburg/article4140784/Radikalisierungsschub-bei-Frauen.html
Genauso wie eine Muslima von ihrem zukünftigen Mann erwartet, dass er fest im Islam ist, hat auch der Mann das Recht dazu. Hinzu kommt, dass man von einem erwachsenen Menschen sehr wohl annehmen kann, selbst zu entscheiden, was man möchte. Oder war “Leyla” noch ein Baby, dass an einem Schnuller saugte, als sie “ihren jetzigen Mann” heiratete? Wusste sie nicht, was seine Lebensprinzipien sind? Wenn diese mit ihren nicht übereinstimmen, warum sollte sie ihn heiraten? Liebe auf den ersten Blick gibt es nicht. Es stimmt, hier kommt die sprühende Intelligenz der Autorin zum Vorschein, das Wort des SCHÖPFERS, der Qur’an ist das reine, unverfälschte Gesetz.
Leyla ist vor drei Jahren zum Islam übergetreten. Sie trinkt nicht mehr, sie raucht nicht mehr. Dass sie heute ein besserer Mensch ist, verdanke sie dem Islam. Auch ihren Sohn erzieht sie streng nach den muslimischen Regeln. Den Kontakt zu ihren Eltern hat sie abgebrochen. Junge Muslimas wie sie rücken verstärkt ins Visier von Islamismusexperten. Auch der Hamburger Verfassungsschutz stößt im Rahmen seiner Beobachtungen von Dschihadisten auf zum Teil erstaunlich schnelle Radikalisierungsverläufe bei jungen Frauen. Im Extremfall führt diese Entwicklung bis zur völligen Selbstaufgabe und Isolation – oder in ein Terror-Camp. (…)
http://www.welt.de/hamburg/article4140784/Radikalisierungsschub-bei-Frauen.html
In diesem zweiten Absatz erkennt man schon die eigentliche Absicht dieses Artikels. Ein gewisses Wissen besitzt die Autorin, aber wie es üblich in der “zivilisierten” Welt ist, wird die Wahrheit mit der Unwahrheit “unauffällig” vermischt.
Sind nun alle Menschen, die keinen Alkohol trinken und mit dem Rauchen aufhören und der Meinung sind, ein besserer Mensch geworden zu sein, radikal? Es ist mit Sicherheit kein Zufall, dass nach den ersten Aufzählungen, die beliebten knackigen Schlagwörter wie “Islamismus, Dschihadisten, radikal, Terror-Camp” fallen. Es ist uns nichts Neues: Mit fast identischen Mitteln haben die Redaktionen von Fakt und Report Mainz versucht, praktizierende Muslime sofort als radikale, “dschihadischtische”, fundamentalistische Islamisten darzustellen. Nur hat man dort zum Beispiel betende Geschwister direkt nach Explosionen und Menschen mit Panzerfäusten gezeigt. Den Menschen soll unterschwellig suggeriert werden, dass jeder, der den Islam praktiziert, eine Gefahr darstellt.
Nun darf man als Leser nicht den Fehler begehen und diese “Informationen” einfach so hinnehmen – das Hinterfragen ist hier von äußerster Wichtigkeit! Es ist eine Frechheit und für uns nichts anderes als eine Hetze gegen Muslime, in diesem Fall gegen unsere Schwestern, wenn man sie nur aufgrund des Praktizierens der Religion, in ein terroristisches Gefüge einordnen möchte. Das Gegenteil ist hier doch der Fall: Abgesehen davon, dass Muslime den Kontakt zu ihren Eltern nicht abbrechen dürfen, sind die restlichen Eigenschaften von allen ehrlichen und aufrechten nichtmuslimischen Standpunkten aus, zu loben.
Die sogenannten “Experten” sollten sich an uns wenden und nicht an fiktive Personen, die in ihrem Geiste herumschwirren. Doch was hier sehr schnell zum Vorschein kommt, ist diese ungeheure Angst. Der Islam scheint sich anscheinend besonders in Deutschland “radikal” zu verbreiten. Solche Artikel tragen einen großen Anteil an dieser Situation bei. Doch auch Nichtmuslime, haben den Wert von Frauen erkannt, denn wenn man ein Volk zerstören möchte, wo fängt man denn am Besten an? Bei der Frau. Ich bitte hiermit auch den Artikel “Warum wollt ihr uns unsere Würde nehmen” durchzulesen.
http://dawa-news.de/2009/04/kopftuchverb…de-nehmen/
Der Prophet, Muhammed, Friede sei auf ihm, sagte:
“Die Mutter wiegt mit einer Hand ihr Kind und mit der anderen die ganze Menschheit”
Dieser Artikel ist der Beweis. Ich lebe nicht in Deutschland, dennoch entnehme ich diesem Artikel, dass unsere Schwestern viele Kinder gebären, elhamduLILLAH. Nach diesem “Unglück” der Nichtmuslime, scheint der Zulauf vieler deutscher Frauen in den Islam überragend zu sein. Dies alles entnehme ich aus diesem Artikel. Was kann man noch aus diesem Artikel entnehmen? Hier wird über die Selbstaufgabe und Isolation gesprochen. Dank ALLAHS haben sich anscheinend unsere Schwestern der Manipulation und Kontrolle der Nichtmuslime entzogen. Sie scheinen den Weg ALLAHS zu gehen und lassen sich nicht beeinflussen. Dieser Absatz ist ein Hilfeschrei, dass ihnen konvertierte Muslime aus den Fingern gleiten und auf ihren SCHÖPFER hören.
Warum werden hier keine Beispiele genannt? In welcher Form isolieren sie sich, weil sie vielleicht nicht mit fremden Männern zusammensitzen möchten? Das ist im Islam verboten und es gibt Gründe, warum ALLAH es verboten hat. Eine Gegenfrage möchte ich dieser “ehrlichen” Autorin stellen: wie viele Ehen wurden zerstört, weil der Bruder oder Schwager ein Verhältnis mit der Frau seines Bruders oder seines Schwagers hatte?
Liegt es daran, dass die Frau statt Musik, ihrem Kind nur Qur’an hören lässt? Wo bleibt hier die Toleranz? Soll es in Zukunft so laufen, dass wir fragen sollen, ob und wann wir unsere Fingernägel schneiden dürfen? Um natürlich die Situation zu dramatisieren und dafür zu sorgen, dass die “Terrorangst” in den Köpfen der Menschen bleibt, enden die muslimischen Frauen im “Terror-Camp.”
Ich möchte noch einmal nachfragen, warum werden wir nicht zu Interviews gebeten? Weil sie zu mir sicher nicht kommen werden, denn meine Antworten würden nicht im entferntesten diesem Artikel ähneln. Oder man macht das Übliche. “Wenn etwas nicht passt wird es passend gemacht”.
So veröffentliche die Islamische Bewegung Usbekistans (IBU), ein der al-Qaida nahestehendes Netzwerk, in der letzten Zeit wiederholt Propagandavideos in deutscher Sprache, heißt es. In einem Video, das sich insbesondere an in Deutschland lebende Dschihadisten richtete, rief sie dazu auf, Frauen und Kinder mitzubringen.
http://www.welt.de/hamburg/article4140784/Radikalisierungsschub-bei-Frauen.html
Bei diesem Absatz hätte ich eine Frage. Wie kommt es, dass man zu seinen Themen rein “zufällig” und so schnell die passenden “Terrorvideos” bekommt?
Desweiteren bezweifeln wir die Glaubhaftigkeit dieser mysteriösen Terrorgruppen im fernen Usbekistan. Bestes Beispiel: Die IJU:
Siehe dazu hiier:
Und hier zum lesen:
http://www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/…error.php5
Man muss bedenken, dass es sich hier nicht um “verschwörerische” Quellen handelt, sondern dem WDR. Doch leider wird das von der Masse der Menschen ignoriert. Es ist eine Degradierung und Rufmord der ersten Klasse, dass nach der Beschreibung einer konvertierten Schwester, die wahnsinnigsten Assoziationen geschnürt werden – um anscheinend sicher zu gehen, dass man nun immer, wenn man von einer konvertierten Schwester hört oder eine sieht, sie sich im nächsten Moment in einem Kampfanzug, einer AK-47 und einer Panzerfaust im Rucksack, auf der Straße vorstellt.
Außerdem sind dem Hamburger Verfassungsschutz einzelne Fälle bekannt: In Hamburg lebt eine Frau seit mehr als einem Jahr mit einem salafistischen Glaubensbruder in einem kleinen Zimmer einer Moschee zusammen, ohne das Gebäude je zu verlassen. In Gesprächen mit Behördenvertretern behauptet sie, diese Lebensumstände freiwillig auf sich zu nehmen. In einem anderen Fall hat ein Dschihadist seine Frau auf eine Auslandsreise zu Glaubenszwecken mitgenommen, weitere Absichten hat er ihr vermutlich verschwiegen. Tatsächlich endete diese Reise in Pakistan – wahrscheinlich in einem Ausbildungslager des Netzwerks islamistischer Terroristen.
http://www.welt.de/hamburg/article4140784/Radikalisierungsschub-bei-Frauen.html
Und die absolute Frechheit ist, dass Muslime anscheinend absolut kein Recht haben sich zu bewegen, denn wenn sie es nicht tun, scheint der Verfassungsschutz bestens informiert zu sein.
Woher wissen sie, dass Menschen ihre Wohnung nicht verlassen? Müssen wir jetzt fürchten, dass alle Muslime auf der ganzen Welt “Big Brother” ausgeliefert werden? Wie kann es sein, dass man darüber informiert ist, wann jemand aus seinem Haus geht und wann nicht? Wenn wir ganz genau hinschauen, sehen wir, wie aggressiv dieses Verhalten ist. Das zeigt sich schon darin, dass man den Frauen nicht glaubt, dass sie ihre Religion freiwillig ausleben. Wenn es nicht so wäre, warum flüchten sie nicht zu den Beamten, da sie anscheinend die Chance hatten, bei den Gesprächen mit der Behörde. Besonders deutsche Frauen wissen, dass die Behörden nur darauf warten und ihnen sofort “Schutz” gewähren würden.
Was natürlich in keinem schlechten Anti-Islam-Artikel fehlen darf, sind Vermutungen:
“wahrscheinlich in einem Ausbildungslager des Netzwerks islamistischer Terroristen.”
http://www.welt.de/hamburg/article4140784/Radikalisierungsschub-bei-Frauen.html
Was, wenn nicht? Wie jedes andere Land kann man Pakistan auch besuchen, ohne gleich in ein sogenanntes “Terror-Camp” zu fahren. Und so aufmerksam und fürsorglich die Behörden auf die “Islamisten”(=praktizierende Muslime) aufpassen, so sollte man doch sicher sagen können, wohin die Reise wirklich ging.
Noch eine unbedeutende und unscheinbare Frage: Was ist eigentlich mit den Nonnen? Sie leben alleine in einem kleinen Kämmerlein, welches nicht allzu groß sein dürfte und verrichten ihre religiöse Pflicht. Klosterschwestern und Klosterbrüder entziehen sich vollkommen dem Diesseits.
Warum ist der Islam der mittlere Weg? Muslime sollen sich um ihr Jenseits kümmern, denn sie wissen, wenn sie im Diesseits versagt haben, erwartet sie, die Strafe im Jenseits.
Ein Muslim muss beten, fasten, die Pilgerfahrt verrichten, die sozial-religiöse Pflichtabtgabe (Zakah) entrichten. Der Muslim sollte, um sein eigenes Wohl, so viel und so oft, wie möglich spenden. Wenn ein Muslim finanziell nicht dazu in der Lage ist, ist auch dies kein Problem. Die stärkste Waffe eines Muslim ist sein Bittgebet, dass er von Herzen an seinen SCHÖPFER richtet.
Ein Muslim muss heiraten, um sich vor Sünden zu schützen. Denn wir wollen kleine Jungs in Ruhe lassen. Wer heiratet denn nicht gerne die Dame oder den Mann seines Herzens? Darum wiederrum, bittet der Muslim seinen SCHÖPFER. Das gehört zum Diesseits und wenn die Ehe mit der Zufriedenheit des SCHÖPFERS endet, haben Beide, mit der Hilfe ihres SCHÖPFERS, das Beste leben im Jenseits.
Man sieht, dass man sich nicht vollkommen von der Außenwelt abkapseln muss, um seinem SCHÖPFER zu dienen. Muslimische Frauen schminken sich, zeigen ihre Reize aber eben nur ihrem eigenen Ehemann.
“Wahrlich die Frauen sind die Zwillingshälften der Männer.” (“Frauen im Schutz des Islam”, s.15, dokumentiert bei Tirmidhi)
“ Oh, ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, der Angesehenste von euch vor Gott ist der welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Gott ist Allwissend und Allkundig.“ (Kapitel Hugurat, Vers 13)
“Zu SEINEN Zeichen gehört, dass ER euch aus eurer Art Gattinen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet, und ER hat zwischen euch Liebe und Barmherzigkeit bewirkt. Darin sind Zeichen für Menschen, die nachdenken können.†(Kapitel Ar-Rum, Vers 21)
„Sie sind euch ein Gewand, und ihr seid ihnen ein Gewand.“ ( 2:187)
Salman al-Farisi, ALLAHS Wohlgefallen sei auf ihm, berichtete:
“Ich ging, um meinem Bruder im Glauben, Abu Darda, ALLAHS Wohlgefallen sei auf ihm, zu besuchen, und als ich ankam, wurde ich von seiner Gattin, ALLAHS Wohlgefallen sei auf ihr, begrüßt die sehr einfache Hauskleidung trug. Angesichts dessen fragte ich sie:’Was ist los mit dir? Warum trägst du so einfache und schlichte Kleidung und nicht etwas passenderes, um deinem Ehemann zu gefallen?’ Sie sagte:’Dein Bruder, Abu Darda, ALLAHS Wohlgefallen sei auf ihm, besitzt, aus welchem Grund auch immer, kein Interesse an dieser Welt und ihren Angelegenheiten. Er verbringt Nächte im Gebet und die Tage fastend!’ Dann kam Abu Darda, ALLAHS Wohlgefallen sei auf ihm, hieß Salman, ALLAHS Wohlgefallen sei auf ihm, willkommen und bot ihm etwas zu Essen an. Salman, ALLAHS Wohlgefallen sei auf ihm, fragte:’ Warum isst du nicht mit mir?’ Abu Darda sagte:’ Ich faste.’ Salman sagte:’ Ich schwöre bei ALLAH, dass du dein Fasten brechen musst und mit mir isst.’ Abu Darda, ALLAHS Wohlgefallen sei auf ihm, brach sein Fasten und aß mit Salman, ALLAHS Wohlgefallen sei auf ihm. Salman verbrachte die Nacht bei Abu Darda. Abu Darda stand in der Nacht auf und betete einige Nachtgebete. Salman hielt ihn davon ab und sagte:
‘Dein Körper hat bestimmte Rechte bei dir, und deine Familie hat bestimmte Rechte bei dir. Faste einige Tage und brich das Fasten an anderen, nähere dich deiner Gattin und erfülle ihre Bedürfnisse. Gewähre jeder Person das ihm zustehende Recht.’ Kurz vor Sonnenaufgang erlaubte Salman, ALLAHS Wohlgefallen sei auf ihm, Abu Darda aufzustehen und zu beten. Beide standen auf, verrichteten die Gebetswaschung und einige Gebete, dann machten sie sich auf dem Weg zur Moschee, um Fagr (das Morgengebet) zu bete. Nach dem Gebet mit ALLAHS Gesandte, Muhammed, Friede sei auf ihm, berichtete Abu Darda dem Propheten, Friede sei auf ihm, was Salman gesagt und getan hatte. Der Prophet, Friede sei auf ihm, sagte: ‘Salman hat die Wahrheit gesprochen.’ (überliefert bei Bukhari, “Frauen im Schutz des Islam”, Abd ar-Rahman Asch-Schiha)
(Muhammed, Friede sei auf ihm, überliefert bei Tirmidhi)
“Ihr Recht (der Frau) ist, dass du sie speist, wie du dich selber speist und kleidest, wie du dich selber kleidest, schlag’ sie nicht in ihr Gesicht, benutze keine abfällige Sprache und meide nicht ihr Bett (zum Schlafen), indem du irgendwo außerhalb des Hauses schläfst.†(berichtet von Ibn Hibban und Abu Dawud, Vgl. “Frauen im Schutz des Islamâ€, Abd ar-Rahman Asch-Schiha, 2003)
“Die vollkommensten die standhaft im Islam sind, sind die, die das sittlichste Benehmen besitzen. Die Besten von euch sind die, die am Besten zu ihren Frauen sind.†(berichtet von Thirmidhi, Vgl. “Frauen im Schutz des Islamâ€)
Weiter im Text:
Ist der Kontakt gefestigt oder die Ehe geschlossen, drängen sie den Frauen ihren Lebensstil auf. Man verkehrt nur noch unter Gleichgesinnten, den Frauen werden Kontakte zu ihrem früheren Umfeld und zu ihren Familien untersagt, da diese als Ungläubige unrein seien. Eine Trennung oder Scheidung wird als allerletzter Ausweg oder in einigen Kreisen auch als verabscheuungswürdig betrachtet.
http://www.welt.de/hamburg/article4140784/Radikalisierungsschub-bei-Frauen.html
Hier liegt wiedereinmal eine mehr als offensichtliche Mischung zwischen Wahrheit und Unwahrheit. Der SCHÖPFER ist nicht froh, wenn sich seine Geschöpfe, Mann und Frau, trennen aber die Scheidung ist erlaubt. Es gibt im Qur’an ein eigenes Kapitel über die Scheidung und wie sie zu vollziehen ist.
“Und wenn eine Frau von ihrem Ehemann rohe Behandlung oder Gleichgültigkeit befürchtet, so soll es keine Sünde für beide sein, wenn sie sich auf geziemende Art miteinander versöhnen, denn Versöhnung ist gut…” (4:128)
(4:128)
“Eine Geschiedene (oder eine Witwe) darf nicht verheiratet werden, bevor sie nach ihrer Erlaubnis (und Zustimmung) gefragt wurde. Und eine Jungfrau darf nicht verheiratet werden (oder zur Heirat angeboten werden), bevor sie darüber befragt wurde.”
(Prophet, Muhammed, Friede sei auf ihm, überliefert bei Buchari und Muslim)
Auch der Kontakt zu den Eltern wird abgebrochen. Die Einschätzung, selbst das “richtige”, durch den Glauben vorgegebene Leben zu leben, verfestigt sich bis zur völligen Selbstaufgabe. Anregungen aus der “Außenwelt”, die sich kritisch zu dem neuen Lebensstil äußern, werden als Versuch gewertet, die “Ungläubigen” wollten sie, die “Gläubigen”, vom richtigen Weg abbringen. Die Kritik anderer wird als “Prüfung Allahs” angesehen, der es zu widerstehen gilt.
http://www.welt.de/hamburg/article4140784/Radikalisierungsschub-bei-Frauen.html
Auch wenn deine Eltern, Nichtmuslime sind, bist du verpflichtet, sich um sie zu kümmern. Das ist deine Pflicht, ganz besonders der Mutter gegenüber. Mütter tragen ihre Kinder neun Monate in ihren Leibern, dann kommen die Geburtswehen. Dies allein berechtigt die Mutter, dass sie dem Vater vorgezogen wird. Doch wenn die Eltern ihre Kinder vom Wege ihres SCHÖPFERS abhalten wollen, hören die Kinder nicht auf ihre Eltern. Trotz allem ist es die Pflicht der Kinder dafür zu sorgen, dass es ihren Eltern physisch und finanziell gut geht. Sie dürfen ihren Eltern auch sonst keine Sorgen machen, doch wenn es um ALLAH geht gibt es keine Kompromisse und sie bleiben in Verbindung mit ihrem SCHÖPFER.
“Und wir haben dem Menschen im Hinblick auf seine Eltern anbefohlen- seine Mutter trug ihn in Schwäche über Schwäche, und seine Entwöhnung erfordet zwei Jahre-: ‘Sei MIR und deinen Eltern dankbar. Zu MIR ist die Heimkehr.” (31:14)
“Doch wenn sie dich auffordern, MIR das zur Seite zu setzen, wovon du keine Kenntnis hast, dann gehorche ihnen nicht. In weltlichen Dingen aber verkehre mit ihnen auf gütige Weise. Doch folge dem Weg dessen, der sich zu MIR wendet. Dann werdet ihr zu MIR zurückkehren, und ICH werde euch verkünden, was ihr getan habt.” (31:15)
Nicht selten steht das Vorleben dieser eifrigen Konvertiten im völligen Gegensatz zu dem neuen, sehr frommen Lebensstil. So sind viele der neuen Radikalen den Ermittlern schon als Drogenhändler und Kleinkriminelle bekannt. Ein anderer Typus sind Migrantenkinder, die, verunsichert von zwei Kulturen – die der Deutschen und die ihrer Eltern -, im Islam ein klares, allumfassendes Gesetz für sich entdecken, das auf alle Lebensfragen klare Antworten liefert und keinen Raum für individuelle Interpretationen lässt.
http://www.welt.de/hamburg/article4140784/Radikalisierungsschub-bei-Frauen.html
Warum lobt man den neuen Lebensstil der Konvertierten nicht? Warum ist man nicht froh, dass man nun eventuell einen ehemaligen Drogenhändler und Kleinkriminellen weniger hat? Der Artikel macht immer wieder den Eindruck, die Menschen einfach nur gegen zum Islam konvertierte Geschwister zu hetzen. Desweiteren spricht der Artikel hier nun allgemein von den “neuen” Radikalen – ohne zu differenzieren.
Eines wird hier sehr deutlich: Der Autorin sind Drogenhändler und Kleinkriminelle lieber und sympathischer, als neu konvertierte Muslime, die nun mit diesen abzuweisenden Taten aufgehört haben.
Was desweiteren fehlt, sind genaue Angaben. Wo sind hier die Statistiken über die Konvertierten? Solange uns keiner aufzeigen kann, dass es sich anscheinend bei allen konvertierten Muslimen um Menschen handelt, die entweder eine kriminelle Vergangenheit haben oder “unsichere” Migrantenkinder waren, bezeichnen wir diese Aussage als eine Unwahrheit – oder eine bewusste Lüge.
Denn im Gegensatz zu Frau Eusterhus, haben wir etliche hunderte Videos konvertierter Geschwister, aufzuzeigen, die uns ganz klar und deutlich zeigen, dass die meisten Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und Spiritualität im Leben, auf den Islam gestoßen sind und in ihm die Wahrheit gefunden haben.
Und um genau auf den letzten Satz des Absatzes einzugehen:
“die der Deutschen und die ihrer Eltern -, im Islam ein klares, allumfassendes Gesetz für sich entdecken, das auf alle Lebensfragen klare Antworten liefert und keinen Raum für individuelle Interpretationen lässt.”
http://www.welt.de/hamburg/article4140784/Radikalisierungsschub-bei-Frauen.html
Um welche Interpretationen handelt sich es denn hier? Ein bisschen Alkohol schadet niemandem? Das ist doch gar nicht schlimm, wenn ihre Tochter mit dem Jungen ins Bett will? Seien Sie nicht so kleinlich, ihre Frau soll ja nur das Kopftuch bei der Arbeit hinuntergeben, seien Sie doch nicht so extrem und radikal? Meine Frage ist jetzt. Mit welchem Recht wollen sie uns vorschreiben, wie wir zu Leben haben? Wahrscheinlich solange, bis wir eine Waffe auf unsere eigenen Geschwister richten, dann lassen sie uns in Ruhe, aber auch nur wenn wir abdrücken.
Was den letzten Absatz des Artikels betrifft, möchte ich diesen Link von Bruder Amgharbi fi Rif, hinzufügen.
http://www.nafisa.de/medienanalyse/kopft…ol-zitate/
“Mit dir werden weder die Juden noch die Christen zufrieden sein, bis du ihrem Bekenntnis gefolgt bist. Sprich:’Wahrlich, die Rechtleitung ALLAHS ist die wahre Rechtleitung.”
(Kapitel Al-Baqara, Vers 120)
“Sie sagten:â€Wir sehen in euch ein böses Omen. Wenn ihr nicht aufhört mit eurem Gerede, werden wir euch mit Steinen bewerfen, und ihr werdet von uns eine peinvolle Strafe erleiden.â€
“Sie sprachen (die Gesandten):’Euer Omen ist bei euch selbst. Ist es so, weil wir euch ermahnen? Ihr überschreitet jegliches Maßâ€
(Kapitel Ya-sin, Vers 18-19)
“Ihr die ihr fest im Islam seid! Nehmt keine Vertrauten außerhalb eures Kreises der fest im Islam ist, denn sie schrecken nicht davor zurück, euch Lasten aufzubürden und möchten, dass ihr in Not geratet. Ihren Hass erkennt ihr an ihren Äußerungen, und sie verbergen in ihrer Brust noch mehr davon. WIR haben die Offenbarung deutlich gemacht, damit ihr sie versteht, wenn ihr euch nur eures Verstandes bedienen wolltet!†â€
Seht ihr liebt sie, während sie euch nicht lieben, obwohl ihr euch der Schrift in ihrer Gesamtheit sicher seid. Wenn sie euch treffen, sagen sie:â€Wir glauben!†Wenn sie aber unter sich sind, beißen sie sich vor Wut über euch in die Finger. Sprich:’Sterbt an eurer Wut!’ Der SCHÖPFER weiss genau, was jeder im Herzen verbirgt.†“Wenn euch etwas Gutes geschieht, ärgern sie sich, und wenn euch etwas Böses zustößt, freuen sie sich darüber. Wenn ihr aber geduldig und seid, schadet euch ihre Heimtücke nicht. Der SCHÖPFER weiß genau, was sie tun.â€
(Kapitel Al-Imran, Vers 118-120)
“Die, die nicht im Islam sind, die den SCHÖPFER verleugnen und die Menschen von SEINEM Wege abgehalten haben, erhöhen WIR die peinvolle Strafe, weil sie-über den Unglauben hinaus-Unheil gestiftet haben.â€
(Die ungefähre Bedeutung des heiligen Qur’an, Kapitel An-Nahl, Vers 88)
“Sie wollen gern Allahs Licht mit ihren Mündern auslöschen. Aber Allah wird Sein Licht vollenden, auch wenn es denen die nicht im Islam sind zuwider ist.â€
(Kapitel 61 Vers acht)
“DAS ERBRINGEN DER BEWEISLAST OBLIEGT DEM KLÄGER, UND DER EID DEM, DER (DIE FORDERUNG) LEUGNET” (Der Prophet, Muhammed, Friede sei auf ihm, dokumentiert bei An-Nawawyy)
“Wenn man den Menschen immer gäbe, worauf sie Anspruch erheben, so würden die Leute die Güter der anderen und ihr Blut fordern. Aber das Erbringen der Beweislast obliegt dem Kläger, und der Eid dem, der (die Forderung) leugnet.”
Wer hat das Öl und den Reichtum, den der SCHÖPFER SEINEN Dienern gegeben hat? Wer fordert das Blut der Muslime auf der ganzen Welt. Es ist schlimmer jemandem seinen Ruf zu zerstören als ihn umzubringen. Unruhe zu stiften zwischen den Menschen und ihren Geist zu vernebeln und sie zu verunsichern, ist schlimmer als sie umzubringen. Dieser Artikel von dieser Dame trägt seinen Teil dazu bei.
Todesopfer in Bosnien
Wie uns ein Bruder mitteilte, ist in Bosnien ein Bruder am 17.07.09, dem Islamhass und der dortigen Islamhetze seitens der Medien zum Opfer gefallen. Leider berichten bosnische Sender wie “FTV” über radikale “Wahabiten” und scheinen es so darstellen zu wollen, dass sie die eigentlichen Täter sind – dieses traurige Prozedere ist uns hier in Deutschland, aber wohl auch in der ganzen Welt ganz gut bekannt.
So berichtet der Standart.at von einer Massenschlägerei in Mostar, der Hauptstadt Bosniens und macht nicht selten Gebrauch von dem Unwort “Wahabiten “- aber nicht genug, es sind sogar “ultrareligiöse” Wahabiten. Leider nimmt man auch nicht viel mehr aus dem Artikel mit, denn er widmet den “Wahabiten” noch einen extra Absatz.
http://derstandard.at/fs/1246542409958/Massenschlaegerei-in-Mostar
Wie uns die Seite IslamBosna.ba mitteilt, resultierte der Konflikt nach einer verrückten Autofahrt mit jungen Männer. Nachdem sie einen Bruder von uns fast überfahren hatten, fingen sie an, ihn zu beleidigen. Der Streit eskalierte, als die alkoholisierten Männer ausstiegen und handgreiflich wurden. So kam es, dass weitere Jugendliche aus einem Cafe zum Tatort stürmten. Nun standen ungefähr 20-30 junge Männer letztendlich fünf Brüdern gegenüber, welche brutal zusammengeschlagen worden sind.
Ein Bruder von uns, der 34-jährige Magdi Dizdarevic, wurde von einem stumpfen Gegenstand am Kopf getroffen und starb an den Folgen der Verletzung.
Wir beten zu Allah, dass er den Bruder als Märtyrer anerkennt, denn er wurde aufgrund seiner Konfession beleidigt und umgebracht. Möge Allah seinen Angehören Standhaftigkeit und Geduld geben, Amin!
Die Islamhetzer in ganz Europa schlafen nicht, im Gegenteil. Und leider müssen wir die immer schlimmer werdenden Folgen registrieren. Darum warnen wir die Islamhetzer vor Folgen, deren Schuld sie später nicht tragen möchten. In Deutschland wurde schon eine Schwester ermordet – nun auch ein Bruder in Bosnien.
Es gibt ein Handy-Video von dem Angriff:
Hier ein offizielles Video:
Das Totengebet wurde am 18.07.2009 um 18:00 Uhr verrichtet.
www.islambosna.ba
www.minbar.ba
PS: Und barakallahu fiek an Bruder ADMIR, der uns darauf aufmerksam gemacht hat!
[Update] Unterschiedliche Arten des Gedenkens an unsere Schwester
[Update]
Einige unserer Leser wollten wissen, was eigentlich aus der Unterschriftensammlung von www.wobleibtmerkel.de geschehen ist.
Es gibt neue Information:
Wir haben uns bei Melih Kesmen (Gründer der Unterschriftensammlung) erkundigt, es sind bis zum 17.07.09 10.854 Unterschriften gesammelt und am selben Tag an die Bundeskanzlerin überreicht worden.
Was jetzt geschieht bleibt abzuwarten, wir halten euch – mit Allahs Erlaubnis – auf dem Laufenden.
[Update Ende]
_____
Es gibt in Ägypten ein Sprichwort, das heißt: „Man sollte auf das Eisen hauen, so lange es noch heiß ist“. Die Konsequenz, die sich ergibt, wenn man das Eisen nur wenig schlägt oder erst zu spät auf den Gedanken kommt, ist einleuchtend: das Eisen wird zu hart und am Ende war die Hitze nur ein Strohfeuer. Damit der Tod von Marwa nicht jenem Strohfeuer gleicht, sondern auch für die Nachwelt eine Warnung ist, gibt es in Alexandria, dem Geburtsort unserer Schwester Marwa, nun eine Straße, die den Namen der getöteten Muslima trägt.
Die Landeshauptstadt Dresden überlegt jetzt, ob auch sie dem Opfer diese Ehre zuteil kommen lassen will und somit der Familie die Anteilnahme zu demonstrieren. Laut Informationen der Regionalzeitung möchte sich der Oberbürgermeister Helma Orosz nächste Woche mit Vertretern der muslimischen Gemeinde treffen und über die Namensänderung beraten. Wir begrüßen diese Anteilnahme, ebenso wie auch der größte Teil der Politiker in Dresden.
Eines möchten wir hier besonders klarstellen: Uns geht es auf keinem Fall darum, wie einige Behaupten, den Mord an unserer Schwester Marwa für “unsere Zwecke” zu instrumentalisieren. Unsere Intention liegt darin, den Menschen deutlich zu machen, dass der Weg, den die Medien und einige Politiker einschlagen, sehr gefährliche Spuren hinterlässt. Und dabei bedarf es zum Teil auch Erinnerungen.
Wenn es keinen Grund für diese Seite geben würde, so wären wir auch nicht auf die Idee gekommen, dieses Projekt auf die Beine zu stellen. Solange wir aber den Eindruck haben, dass die anti-islamische Bewegung immer mehr an Einfluss gewinnt, werden wir weiter machen und auf die Missstände, bezüglich den Umgang mit dem Islam, deutlich machen.
Und die Medien zeigen uns ganz deutlich, dass die einseitig-negativen Berichterstattungen über den Islam, konsequent fortgeführt werden.
“18 Stiche” – Tod im Gericht
Auf seiner Homepage ist von „Spoken Words“ die Rede.
Sayfoudin114 hat unserer Schwester Marwa einen “Rap” (man könnte es auch Gedicht nennen) gewidmet, der ganz ohne Instrumente auskommt. Wir raten zwar davon ab, auf die Startseite von Sayfoudin114 zu gehen, da dort Musik zu hören ist, jedoch haben wir großen Respekt vor dem Sprachvermögen des Rappers und haben uns nach einiger Überlegung dazu entschieden, den Rap auf unserer Seite zu veröffentlichen. Der Rapper schreibt auf seiner Homepage folgenden Text, den wir ungeändert so stehen lassen können:
„Wir wollen Zeichen setzen, unsere Anteilnahme zeigen und fordern
Stellungnahme von politischen Größen. Die Medien dürfen diesen Fall nicht einfach unter den Teppich kehren und müssen die Hintergründe dieses sinnlosen Todes hinreichend benennen! Rassismus und Islamophobie sind schon lange keine Randthemen unserer Gesellschaft mehr, sie sind aktueller denn je.“
Wir würden uns freuen, in Zukunft mehr von sayfoudin114 zu hören. Er zeigt sehr deutlich, dass es keiner Instrumente bedarf, um emotional und ergreifend zu sein.
Die Mp3-Datei kann man unter:
www.wobleibtmerkel.de hören.
Hier ein Video dazu:
Und wir haben uns die Mühe gemacht, den Songtext für euch abzuschreiben, so sind alle – so Allah will – zufriedengestellt und es ist jedem freigestellt, ob er das Video, die Mp3-Datei oder den Text annimmt und vor allem weitergibt, denn auf das Eisen muss geschlagen werden, so lange es noch heiß ist. Lasst den Tod einer Schwester nicht überflüssig werden!
“18 Stich” ein Gedicht von Sayfoudin114
Liebe Schwester, wir sind uns nie begegnet.
Haben leider nie zusammen gebetet.
Ich wusste nichts über dich,
bis zu jenem Tag, als ich zufällig den Titel las: „Tod im Gericht“.
Ich fing an zu lesen. Erfuhr, dass du einen Mann und einen Sohn hast.
Dann der große Schock im nächsten Satz, ich las, dass du schwanger warst.
Meine Neugier ließ mich nicht mehr los,
ich verschlang die Worte bis zu dem Punkt, als ich erfuhr, warum der Täter dich ermordete.
18 Stiche in 30 Sekunden, überall war dein Blut. 18 Stiche und das, wegen deinem Kopftuch.
Mir schnürte es den Hals zu, weil du meine Schwester im Glauben bist.
Mein Herz pocht jetzt noch und ich frage mich:
wie kann so was passieren, in einem Land, das sich so aufgeklärt und modern hält, dass die Gleichberechtigung und Menschenwürde an höchster Stelle stellt.
Hier in einem Land, in dem man frei zu sein scheint, ob als Homosexueller, als Punk oder Nonne, wenn man meint. Ein Land, dessen Geschichte uns erzählt, wohin Hass und Ausgrenzung führt, dennoch ein Land, welches nicht versteht, sich nicht rührt.
Warum? Weil euch das Kopftuch stört? Weil es zum Feindbild des Westens gehört? Warum? Weil der Islam eure Freiheit zerstört, habt ihr euch deshalb gegen uns verschwört?
Während der Staat damit beschäftigt, ist Schläfer zu suchen, hat die Antiislamkampagne jetzt einen Tod in Deutschland zu verbuchen.
18 Stiche in 30 Sekunden, überall war dein Blut. 18 Stiche und das, wegen deinem Kopftuch.
Die Berichterstattungen sind voller Vorurteile.
Sie füllen die Medien Zeile für Zeile.
„Die Muslimische Frau ist unterdrückt, darf ihre Meinung nicht sagen. Nur ihr Vater zwingt sie dazu Kopftuch zu tragen.“
Kein Platz für den Tod unserer Schwester Marwa.
Für den Schmerz ihres Mannes, der dazwischen ging,
den Schmerz ihres Sohnes, der an seiner Mutter hing.
Wo sind sie Frau Kanzlerin?
Auf dem G8 Gipfel sprechen sie darüber mit dem ägyptischen Präsidenten.
Doch ihre Aufmerksamkeit sollten sie uns hier lieber schenken.
Wo soll das hinführen?
Moscheen haben schon gebrannt in diesem Land.
Frauen wir Marwa werden Islamistin, Terroristen und Schl.. genannt.
Du hast kein Recht zu leben, sagte der Täter.
Was ist Frau Merkel, ist Rassismus immer noch ein Randthema?
18 Stiche in 30 Sekunden, überall war dein Blut. 18 Stiche und das, wegen deinem Kopftuch. Ich halt mir immer wieder diesen Satz vor Augen.
18 Stiche in 30 Sekunden, überall war ihr Blut. 18 Stiche und das, wegen ihrem Kopftuch.
Sollte mich jemand nach der Bedeutung des Wortes Sinnlosigkeit fragen, kann ich voller Überzeugung sagen:
18 Stiche und das, wegen einem Kopftuch.
“Ehrenmord” in München *aktualisiert*
In München hat ein Afghane seine wohl mögliche Frau bzw. Partnerin umgebracht, da sie eine Beziehung mit einem anderen Mann eingegangen ist. Den Mord stützte er mit Quranaussagen – So möchte es uns jedenfalls der Spiegel-Online mit seiner Überschrift
“Afghane ersticht Frau und beruft sich auf Koran”
klar machen.
Die Anti-Islam-Propaganda scheint auch nach dem ersten Mordfall nicht aufhören zu wollen. Der Weg scheint eindeutig zu sein: Wenn über das Wort Islam fällt wird, dann muss es in einem negativen Rahmen fallen.
Der Artikel, der auf Spiegel-Online zu lesen ist, ist äußerst schwammig geschrieben. Denn wenn man sich den Text nach der Einleitung genau durchließt, kommt man zum Ergebnis, dass unser Bruder, der mit dieser Tat gezeigt hat, wie weit er von der islamischen Lehre entfernt ist, seiner Frau auf Berufung von Quranstellen verboten hat, sich mit dem Mann zu treffen.
“Unter Berufung auf eine Stelle im Koran verbot ihr der Täter dies zunächst und forderte sie auf, wieder zu ihm zurückzukommen.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,…92,00.html
Als sie nicht reagierte, zog der Mann eines Nachts ein Messer und stach auf sie ein. Wo steht hier, dass er die Rechtfertigung dieses abscheulichen Mordes, im Quran gefunden hat, wie es kurz in dem Teaser steht:
Eifersuchtsdrama oder Ehrenmord? In München hat ein 27-Jähriger seine frühere Partnerin erstochen, weil diese eine neue Beziehung eingegangen war. Der aus Afghanistan stammende Verdächtige ist geständig – und rechtfertigt die Tat mit einer Stelle aus dem Koran.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,…92,00.html
Der Text zeigt, dass er unserer Schwester unter Berufung des Qurans verboten hat, sich mit fremden Männern zu treffen und nicht, dass er den Mord auf den Koran gestützt hat.*
*Siehe Anmerkung am Ende des Artikels
Der Mord ist für uns nicht mehr und nicht weniger als Eifersucht – ein Mordmotiv, dass unter den Menschen keinem Fremd sein sollte. Selbst wenn er meinte, dass der Islam ihm die Rechtfertigung für eine so schreckliche Tat gegeben hat, so hat er sich wahrscheinlich niemals mit dem Islam richtig befasst, sondern sich von Emotionen leiten lassen. Genauso sieht es auch aus, wenn man sich das Leben der anderen “Ehrenmörder” anschaut:
Der “Ehrenmöder” von unserer Schwester Hatun Sürücü, nämlich ihr Bruder Ayhan, hatte selbst eine Freundin:
„ Allein durch die Aussage von Melek, zur Tatzeit die Freundin des geständigen Ayhan Sürücü, war die Staatsanwaltschaft in der Lage, Anklage zu erheben”
Er wurde aufgrund von Schlägereien und Drogenbesitz angeklagt:
„Am 5. April 2007 wurde Ayhan Sürücü erneut verurteilt und erhielt drei Monate Haftverlängerung wegen einer Schlägerei in der Jugendstrafanstalt, Gefangenenmeuterei und Drogenbesitz.“
Er trug eine Golduhr und zeigte sich hochmütig:
Jedes Mal, wenn die Hauptzeugin und ihre Mutter mit Bodyguards und Schusswesten den Gerichtssaal betraten, krempelte der Angeklagte Ayhan Sürücü den Ärmel hoch und zeigte demonstrativ seine goldene Armbanduhr.
Das Tragen von Gold für Männer und das hochmütige Auftreten sind im Islam untersagt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hatun_S%C3%BCr%C3%BCc%C3%BC
Ayhan führte also kein streng islamisches, sondern ein streng unislamisches Leben.
Es ist eindeutig und unter Geschwistern, die den Islam wirklich praktizieren, nichts Neues, dass der Islam Selbstjustiz verbietet – niemand hat das Recht, ein Messer zu nehmen und jemanden zu töten.
So sagte der islamische Gelehrte Imam al-Qurtubi:
„Es gibt keine Meinungsunterschiede unter den Gelehrten bezüglich der Tatsache, dass vergeltende Strafen, wie beispielsweise die Hinrichtung, von niemanden ausgeführt werden können als von denen, die in dieser Sache die staatliche Autorität besitzen und mit dieser Aufgabe (die Strafen durchzuführen) beauftragt sind.“
(Tafseer al-Qurtubi, 2/245, 246)
Eine weitere Aussage, vom “Ständigen Komitee für Rechtsfragen”
„Die Hadd-Strafen können nur von einem islamischen Staatsoberhaupt ausgeführt werden, oder von dem, der seinen Platz einnimmt / ihn vertritt. Es ist einem islamischen Individuum nicht erlaubt diese Strafen durchzuführen, aufgrund der Unruhe und dem Chaos in welchem dies münden würde.“
(Fataawa al-Lajnah al-Daa’imah 7 / 21)
http://www.fragenzumislam.de/?p=92#7
Taten, wie die “Ehrenmorde” sind eine Schande für die Muslime.
So Allah will, werden wir euch in den nächsten Tagen einen allgemeinen Artikel über “Ehrenmord im Islam” veröffentlichen.
Edit: Wie die Bildzeitung berichtet, hat er auch den Mord auf den Koran berufen:
“Der Koran erlaubt mir, meine Frau zu töten, wenn sie einen anderen liebtâ€
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,637307,00.html
Doch bleibt die Kernaussage unseres Artikels erhalten: Der Islam bietet keinerlei Rechtfertigung für sogenannte “Ehrenmorde” und somit sagen wir uns ganz klar und deutlich von derartigen Schandtaten los.
(BarakAllahu fieki an Schwesterchen)
“Islamophobie in der Mitte der Gesellschaft angekommen”
Hier nun ein neues Interview, welches von der “Linken Zeitung” geführt worden ist:
http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7073&Itemid=1
Evelyn Hecht-Galinski ist Publizistin und politische Aktivistin.
Texte von und über Evelyn Hecht-Galinski finden sich auf diesem Link bei Arendt-Art.
Linkezeitung: Der Mord an der 32-jährigen Muslimin Marwa El Sherbini rückt ein lange verdrängtes Thema auf die gesellschaftliche Tagesordnung: Islamophobie. Die Hetze gegen Muslime und den Islam wird nicht nur vom rechten Rand betrieben. Täglich gibt es viele diffamierende Pauschalisierungen in der ganz normalen bürgerlichen Presse wie „Der Spiegel” oder „Die Welt”. Schlüsselfigur zur Verallgemeinerung dieses besonderen Rassismus war der bekennende Islamhasser Henryk Broder. Tragen diese Hetzer von „Spiegel”, „Welt” und Broder nicht eine Mitschuld an der giftigen antimuslimischen Atmosphäre?
Evelyn Hecht-Galinski: In der Tat, Islamophobie wird nicht mehr verdrängt sondern offen gelebt. Bezeichnete sich Hendryk M. Broder anlässlich der Buchmesse in Frankfurt während eines HR Interviews doch selbst als islamophob. Das schafft natürlich ein ungutes Klima, das bis in die „Mitte der Gesellschaft” geht. Nicht der Antisemitismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, sondern die berechtigte Kritik an der menschenrechtsverletzenden Unrechtspolitik des israelischen Staates, begangen am palästinensischen Volk. Letztendlich ist aber durch Äußerungen, wie die von Broder, vom geistigen Brandstifter und Islamhetzer, Ralph Giordano und anderen, die Islamophobie in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Der schreckliche Mord an der 32jährigen Muslimin ist nur der traurige Höhepunkt. In Deutschland müsste auch vielmehr auf die unsäglichen Äußerungen von rassistischen Islamophoben, wie dem gefährlich rassistischen Parteigründer Geerd Wijlders in den Niederlanden, aufmerksam gemacht und diese bekämpft werden. Auch hier vermisse ich den großen Aufschrei. Trifft uns nicht alle eine Mitschuld an dieser giftigen, aufgeheizten Atmosphäre, wenn wir dies tatenlos hinnehmen? Wehret den Anfängen.
Linkezeitung: Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stefan Kramer besuchte zusammen mit seinem muslimischen Kollegen Aiman Mazyek den verletzten Ehemann der Getöteten und bekundete sein Mitgefühl. Über diese Äußerung hat sich die muslimische Gemeinschaft in Deutschland sehr gefreut. Allerdings unterstützte der Zentralrat noch im Januar das Massaker Israels in Gaza. Israel ist ein Staat, der auf Vertreibung, ethnischer Säuberung und Drangsalierung der weitgehend muslimischen Palästinenser basiert. Auch stellt sich der Zentralrat bei rassistischen Entgleisungen immer wieder schützend vor Broder und solchen Leuten. Wie geht das zusammen?
Evelyn Hecht-Galinski: Ich kann mich über den Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, nicht freuen. Seine Anteilnahme schien mir mehr dem Medieninteresse gezollt. Das kann man sehr genau sehen, wenn man die Website des Zentralrats oder ihm nahe stehende Webblocks, wie H.C. und andere sieht. Auch Broders Schmähseiten gehören dazu.
Nicht umsonst unterstützt der Zentralrat Broder und steht voll hinter seinen Äußerungen, wie Präsidentin Knobloch in einem Interview anlässlich eine Prozesses, den ich gegen Broder führe, kundtat. Kramer betont, dass er als Jude und Angehöriger einer Minderheit wüsste, dass wer einen Menschen wegen seiner Rassen-, Volks- oder Religionszugehörigkeit angreift, nicht nur diese Minderheit, sondern die demokratische Gesellschaft als Ganzes angreift. Gleichzeitig unterstützt er aber die Unterdrückung der Palästinenser in Palästina und vertritt damit hier die israelische Unrechtspolitik. Daher sind seine Sätze unglaubwürdig. Er weiß gar nicht, was Solidarität mit Muslimen bedeutet. In Wirklichkeit kennt er nur Solidarität mit Israel. Das sieht man auch daran, dass Israel und der Zentralrat alle Untersuchungen über den Gazakrieg von der UN, Amnesty International und anderen Organisationen einfach negieren. Selbst die Aussagen der Organisation „Breaking the Silence” werden geleugnet. Ganz klar beging Israel Kriegsverbrechen im Gazakrieg gegen Zivilisten.
Das größte Freiluftgefängnis Gaza war in Wirklichkeit ein Laboratorium für neueste Waffen. Das Massaker, die Besiedlung, die ethnische Säuberung, anhaltende Blockade, die Israel weiter begeht, wird vom Zentralrat als Sprachrohr der israelischen Politik voll unterstützt.
Linkezeitung: Es gab keinen großen gesellschaftlichen Aufschrei über den rassistischen Mord. Aber auch die Linke hielten sich sehr bedeckt. Sich selbst links nennende Leute, sogenannte „Antideutsche” haben den Rassismus in Form des Islamhasses in die Linke getragen. Sie selbst sind zwar nur eine kleine Minderheit, aber sie haben weite Teile der Linken für einen Teil ihrer Argumentationen gewinnen können. Müssten linke Aktivisten und Antifaschisten nicht den Kampf gegen die allgegenwärtige Islamophobie mit ins Zentrum ihrer Aktivitäten stellen?
Evelyn Hecht-Galinski: Was heißt schon die „Linke”? Auch die Linkspartei ist über die israelische Politik in sich zerstritten. Die sog. Antideutschen sind für mich eine undefinierbare Gruppe, die Israel blind unterstützt durch Islamhetze, und die durch Störungen Israel kritischer Veranstaltungen auffällt. Es wäre mir wichtig, wenn alle gesellschaftsrelevanten Gruppen, egal zu welcher Partei- oder Religionsgemeinschaft sie gehören, sich gemeinsam zu den Menschenrechten bekennen. Wie betonte es auch Kanzlerin Merkel in ihren Reden: „Menschenrechte sind unteilbar”? Leider vergisst sie dabei z.B. die Menschenrechte der Palästinenser.
Linkezeitung: Was würden Sie den von der Hetze betroffenen Menschen in Deutschland raten? Wie können sie gegen diese Hetze aktiv werden?
Evelyn Hecht-Galinski: Ich würde uns allen raten mehr Zivilcourage zu zeigen und sich auch in der Öffentlichkeit, in Zeitungen, Parteien, Organisationen und Verbänden gegen jede Art von Rassismus und Hetze auszusprechen und zur Wehr zu setzen. Das sollten wir unseren demokratischen Grundwerten schuldig sein – gerade in Deutschland! Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass momentan eine Hetzkampagne vom Zentralrat, verschiedenen jüdischen Organisationen, Broder mit seiner „Achse des Guten”, und seiner „Lizas Welt” und befreundete Korrespondenten, wie z.B. Benjamin Weinthal und Ulrich W. Sahm , gegen Felicia Langer läuft, der alternativen Nobelpreisträgerin und israelischen Menschenrechtsanwältin, die vom Bundespräsidenten für ihr humanitäres Lebenswerk das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen bekam. Mit dieser Aktion beschmutzen diese Leute unsere demokratische Verfassung. Das dürfen wir nicht zulassen. Sie sehen also, man sollte nicht nur vor muslimischen Websites warnen, sondern man sollte auch mal die Websites der sog. Israelunterstützer unter die Lupe nehmen.
Linkezeitung: Wir stehen am Anfang einer neuen Weltwirtschaftsdepression. Manche Analysten erwarten, dass die Krise schlimmer wird als die der 1930er Jahre. Versucht der Westen sich mit dem Feindbild der Muslime einen neuen Sündenbock auszugucken? Und sollen damit möglicherweise auch die Angriffskriege gegen Afghanistan, Irak, nun auch Pakistan und demnächst vielleicht Iran gerechtfertigt werden?
Evelyn Hecht-Galinski: Ich sehe nicht die Wirtschaftskrise als Auslöser. Hier geht es meiner Meinung auch um die Energievorräte im Kaspischen Meer, auf die der Westen auf keinen Fall verzichten will. Die Kriege begannen ja schon längst vor der Wirtschaftskrise. Ich sehe den westlichen Hochmut und die Arroganz, mit der die Welt in sog. genehme und sog. „Schurkenstaaten” aufgeteilt wird. Hier macht sich der sog. Westen schuldig, insbesondere die USA und wir in Europa und Deutschland im Schlepptau. Diese Angriffskriege, wie z.B. gegen Afghanistan gehen an der Mehrheit der deutschen Bevölkerung vorbei. Erinnern möchte ich auch an die Millionen Flüchtlinge in aller Welt, die durch diese Kriege heimatlos geworden sind. Ich frage Sie, wie kann es sein, dass ein kleines Land wie Israel die ganze Welt in Atem hält als Atommacht und hochgerüstete Militärmacht auf der ganzen Welt die Angst vor der sog. „Atommacht” Iran schürt? Hängt nicht Israel am Tropf der USA, und unterstützen nicht wir Israel mit Waffen (trotz Verbots in Krisengebiete zu liefern) und Handel? Wie lange wollen wir in Europa und den USA diesem Treiben noch zusehen? Da helfen nur Sanktionen bis zur Beendigung der israelischen Besatzungs- und Unterdrückungspolitik. Anstatt Kriege anzuzetteln und den Iran anzuprangern, der sicherlich kein Beispiel für demokratischen Umgang mit seiner Bevölkerung ist, sollten wir uns besser um die Verhältnisse und Wahlen z.B. in Ägypten und Saudiarabien kümmern. Im Gegensatz dazu waren die ersten freien Wahlen im Gazastreifen demokratisch und laut Beobachtern korrekt aber den USA, Israel und Europa nicht genehm. So sind wir unglaubwürdig, indem wir mit zweierlei Maß messen. Das wird auch Präsident Obama noch zu spüren bekommen. Schöne Reden allein genügen nicht, sondern nur konsequenter Druck. Ein von Israel angezettelter Krieg gegen Iran wäre eine Katastrophe und könnte einen Flächenbrand entfachen.
Linkezeitung: Viele antimuslimische Hetzer, viele bedingungslose Unterstützer der israelischen Politik aber auch viele andere Menschen – darunter insbesondere auch Linke und Intellektuelle – setzen Antizionismus mit Antisemitismus gleich. Stimmt diese Gleichsetzung?
Evelyn Hecht-Galinski: Wer immer noch nicht den Unterschied zwischen Juden, Zionisten und Israel, also zwischen Antisemitismus, Antizionismus und Israelkritik begriffen hat, wird zwangsläufig miteinander vermengen, was auseinander zu halten ist.
Stellungnahme zum Mord an Schwester Marwa: Dr. Hassan Dabbagh
Hier nimmt unser hoch geschätzter Bruder Scheich Dr. Hassan Dabbagh, Imâm der Al-Rahman Moschee Leipzig, im Rahmen des Leipziger Tagesseminars vom 11.07.09, Stellung zum abscheulichen Mord an unserer Schwester Marwa S.
Mit dem Messer gegen Muslime
Es gibt Meldungen, die in den Massen der Mainstream-Medien einfach so untergehen. Ein Fall in Seattle zeigt uns wieder einmal, wie es um die Ernte der Islamophoben und der einseitig-negativen Islamberichterstattung in den Medien steht.
Eric Gardner ist das Endprodukt einer erfolgreich geführten Anti-Islam-Propaganda. Nachdem er durch die politische und mediale Hetzjagd hochgradig gegen Muslime geimpft wurde und ihm eingetrichtert worden ist, in Muslimen nichts anderes als Staatsfeinde Nummer eins zu sehen, ließ er seinen Hassgefühlen freien Lauf. Opfer seiner Mordlust wurde eine 25-jährige Muslima mit Kopftuch, die mit ihrem Baby unterwegs war. Eric Gardner empfing sie mit Worten, die seine antiislamische Gesinnung offen kundtaten:
“Ihr Muslime verschreckt Menschen, wenn ihr diese Kleidung anzieht. Wenn ich eine schwarze Frau sehe, würde ich mich am liebsten übergeben”
Plötzlich konfrontiert mit einem solchen Hasspotential, stellte ihm die nach außen sichtbar praktizierende Schwester verwirrt die Frage, was denn mit ihm los sei und wen er meinen würde. Darauf folgte die knappe Antwort: “euch muslimischen Leute”. Es kam zu einem kurzen Dialog, der mit Beschimpfungen seitens Gardner endete.
Alamiert durch sein agressives Verhalten, versuchte nun unsere Schwester sich und ihr sechs Monate altes Baby in Sicherheit zu bringen. Doch der Agressor verfolgte sie, holte sie ein und zog ein ca. 25 cm langes Messer heraus, das er mit folgenden Worten vor ihr Gesicht hielt:
“Ich werde dich und dein Baby mit diesem Messer aufschlitzen”
Ein Außenstehender, der Gott, dem Einen und Einzigen ohne Teilhaber sei Dank, die bedrohliche Szene mitverfolgt hatte, mischte sich ein woraufhin Gardner im weiteren Verlauf des Geschehens flüchtete.
In der darauffolgenden Nacht fand die Polizei den Amerikaner, der zu der Zeit auch die Tatwaffe mit sich trug. Er gab zu, dass Messer auf eine muslimische Frau gerichtet zu haben, da er laut seinen Worten
“seinen Anteil tat, um Amerika zu beschützen”.
Die Aussage unserer Schwester, die sie im Zuge der Vernehmung tätigte, möchten wir besonders hervorheben:
“Ich fühle mich verängstigt und entäuscht, dass er über muslimische Menschen geurteilt hat. Es ist nicht nur das Urteil. Er wollte mich und meinen 6 Monate alten Sohn töten. Ich möchte, dass die Menschen die Muslime als menschliche Wesen ansehen. Es gibt viele gute Menschen in Amerika. Muslime sind keine schlechten Menschen”
Der 24-jährige Garnder, der eine lange kriminelle Karriere aufzuweisen hat (Schikanierungen, Diskriminierungen, Körperverletzungen), sitzt nun in Haft mit einer Kaution von 100.000 Dollar.
Quelle: http://www.komonews.com/news/local/50303832.html
Der Mord an unserer Schwester Marwa (rah) hat es schon gezeigt. Die erfolgreiche Hetze der Islamophoben und die einseitige Berichterstattung der Medien weltweit, haben es soweit gebracht, dass Menschen nicht nur bereit sind, den Tod der Muslime im Internet zu fordern, sondern ihn auch in die Praxis umzusetzen. Doch anstatt dass die Politik klare Stellung bezieht, wird das Thema schwammig abgehandelt und das Problem und die daraus resultierende Gefahr, bleibt weiterhin präsent.
Möge Allah die Muslimin beschützen, amin, denn nur ER ist unser Schutzherr!
Weißt du denn nicht, daß Allah es ist, Der die Herrschaft über die Himmel und die Erde hat, und daß ihr außer Allah weder Schutzherrn noch Helfer habt?
(2:107)
Allah ist der Schutzherr derjenigen, die glauben. Er bringt sie aus den Finsternissen heraus ins Licht. Diejenigen aber, die ungläubig sind, deren Schutzherren sind die falschen Götter. Sie bringen sie aus dem Licht hinaus in die Finsternisse. Das sind Insassen des (Höllen)feuers. Ewig werden sie darin bleiben.
(2:257)
Die Menschen, die Ibrahim am nächsten stehen, sind wahrlich diejenigen, die ihm folgten, sowie dieser Prophet und die, die (mit ihm) glauben. Und Allah ist der Schutzherr der Gläubigen
(3:68)
O die ihr glaubt, wenn ihr denen, die ungläubig sind, gehorcht, lassen sie euch auf den Fersen kehrtmachen, und dann werdet ihr als Verlierer zurückkehren. Nein! Vielmehr ist Allah euer Schutzherr; und Er ist der beste Helfer.
3:149-150
Allah weiß sehr wohl über eure Feinde Bescheid, und Allah genügt als Schutzherr, und Allah genügt als Helfer.
(4:45)
BarakAllahu fiekum an die Geschwister
Interview mit Dr. Sabine Schiffer
Auf das neue Buch von Dr. Sabine Schiffer haben wir hier aufmerksam gemacht. Nun hat sie, anlässlich des Mordes an unsere Schwester Marwa, ein Interview mit unseren Kollegen der “Linken Zeitung” geführt. Vielen lieben Dank an Francis Bryne, der mit seinem Team tatkräftig gegen den wachsenden Islamhass vorgeht.
Hier nun das Interview:
Dr. Sabine Schiffer ist Leiterin des Instituts für Medienverantwortung iin Erlangen. Sie ist Mitherausgeberin des soeben erschienenen Buches „Antisemitismus und Islamophobie – ein Vergleich”. Das Buch ist im HWK-Verlag in der Reihe ‘Bücher, die unsere Weltsicht verändern’ erschienen. Es hat die ISBN 978-3-937245-05-8, ist überall im Buchhandel erhältlich und kostet 24,80 €.
Linkezeitung: Der offensichtlich durch antimuslimischen Rassismus motivierte Mord an einer Ägypterin in Dresden ist ein schrecklicher Höhepunkt einer jahrelangen Hetzkampagne gegen den Islam und Muslime. Die große gesellschaftliche oder mediale Empörung bleibt aus. Wie ist das möglich?
Frau Dr. Schiffer: Es ist eigentlich logisch – wer will schon zugeben, dass er selber oder wir insgesamt ein neues Problem haben? Nicht mehr ganz neu, aber nun offensichtlich: anti-islamische Einstellungen erzeugen nicht nur schlechte Stimmung und aufgeregte Polemiken, sondern auch Handlungsbereitschaften, wie man an einigen Brandanschlägen auf Moscheen und auch Friedhofsschändungen und an vielen Beleidigungen muslimischen Kopftuchträgerinnen gegenüber längst hätte sehen können und ernst nehmen müssen.
Die Politik wird sich sicher am wenigsten selbstkritisch bzw. zugestehend äußern, weil sie das Thema nicht nur heruntergespielt hat (ich könnte da von meinen Erfahrungen aus der Islamkonferenz AG 3 berichten), sondern es teils durch entsprechende Gesetze noch befödert: Kopftuchverbote, Muslimtests getarnt als Einbürgerungstests etc.
Linkezeitung: Die Anti-Islam-Hetze solcher Homepages wie „Politically Incorrect” oder rechter Splittergruppen wie „Pro-Köln” sind nur die Spitze des Eisberges.
Über die ganz normalen bürgerlichen Medien werden täglich antimuslimische Klischees und Diffamierungen verbreitet. Wie schätzen Sie die Situation ein?
Frau Dr. Schiffer: Das monieren wir seit Jahren – vor allem den Usus, negative Ereignisse mit islamsichen Symbolen in der Berichterstattung zu “verzieren”. Dies suggeriert Zusammenhänge, die manche zwar gerne behaupten, um ihre Taten zu legitimieren, die aber journalistisch hinterfragt werden müssten. Jeder behauptete Zusammenhang wird ja nicht bildlich umgesetzt und damit verfestigt.
Ja, und auch linke Kreise – vor allem die Antideutschen – bauen ein anti-islamisches Feindbild auf, aber auch in der Mitte der Gesellschaft gehört Anti-islamisches teils zum guten Ton – s. Umfrageergebnisse des Allensbacher Instituts oder die Heitmeyer-Studie. Wer sich nicht “islamkritisch” äußert, gilt schon als verharmlosender “Gutmensch” oder gar noch als schlimmer “Islamisierer”. Gerade Gruppen, die Aufklärung und Humanismus hoch halten, wie die Giordano-Bruno-Stiftung befördern das anti-islamische Ressentiment, verkennend dass die von ihnen beschworenen Prinzipien Pluralismus und Gleichwertigkeit bedeuten würden – genau diese Ideale verraten sie aber zugunsten ihrer selbstidealisierenden Sicht des vermeintlich besseren Durchblicks.
Linkezeitung: Es schleicht sich der Verdacht ein, dass mit der Hetze der Kriegseinsatz in Afghanistan gerechtfertigt werden soll und möglicherweise ein Sündenbock für die Weltwirtschaftsdepression ausgeguckt werden soll. Halten Sie das für möglich?
Frau Dr. Schiffer: Genau dieser Verdacht wird durch die Kommentare Günter Lachmanns in der Welt bestätigt (man erinnere daran, dass Antisemitismus auch immer neben der erfolgreichen Integration von Juden existiert hat und existiert!). Er stellt damit aber keine Einzelmeinung dar, führt nur schön vor, wie die Denkschiene funktioniert. Wer so tut, als würde die Forderung danach, Islamophobie als Problem der Mehrheitsgesellschaft anzuerkennen, sog. “islamistische” Anschläge in Deutschland befördern, der sucht zu verhindern, dass man derlei tatsächlich mögliche Anschläge als Ausdruck einer Ablehnung des Krieges in Afghanistan und anderen islamischen Ländern wahrnimmt. So schafft man Kohärenz, die die eigene Interpretation bestätigt, nur nichts mit der Realität zu tun hat. Hier verweise ich gerne auf Graham Fuller, der in seinem Buch fragt, wie der Nahe Osten ohne Islam aussähe: er kommt zu dem Schluss GENAUSO, wenn die Politik, die im wesentlichen von außen bestimmt wird, so bleibt.
Mit dem Verweis auf sogenannte Islamisten oder unter ständiger Verwendung des Adjektivs “radikalislamisch” kann man wunderbar von den relevanten Zusammenhängen ablenken. Auch darum wird wohl die Politik hier nicht an echter Aufklärung interessiert sein, seitdem Deutschland deutlich auf Kriegskurs gegangen ist – die anti-islamische Legitimierung, die oft auch als vermeintliches Helfersyndrom für muslimische Frauen (Stichwort. Burka, Mädchenschule) daher kommt, lässt sich aus etlichen offiziellen Texten bis hin zur sog. EKD-Friedensdenkschrift herauslesen.
Linkezeitung: Besonders auffällig ist das große Schweigen bei weiten Teilen der Linken. Das Thema scheint die Linken noch nicht erreicht zu haben. In Ihrer ersten Stellungnahme schrieben Sie: „Unser Mitgefühl gilt der Familie des Opfers! Unsere Sorge uns allen – ohne Ausnahme.” Die Hetze gegen die Muslime betrifft uns alle. Warum?
Frau Dr. Schiffer: Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, hat das Wichtigste auf den Punkt gebracht: heute trifft es die Muslime, morgen vielleicht wieder die Juden, und wen dann? (Vortrag 11.7.2007, Mannheim). Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist eben vor allem Menschenfeindlichkeit und betrifft uns alle. Wie beim Antisemitismus muss es uns gelingen, nicht beim Starren auf die jeweils betroffene Gruppe stecken zu bleiben, sondern zu verstehen, welche Funktionen rassistische Stereotype für die sog. Mehrheitsgesellschaft haben: sie bieten Projektionen zur eigenen Entlastung, haben meist selbstidealisierenden Charakter und können für weiterreichende Manipulationen ausgeschlachtet werden, wozu die Kriegspropaganda ebenso gehört wie die Ablenkung von relevanten Zusammenhängen etwa im Kontext der Wirtschaftskrise, der weltweiten Frauenbenachteilung usw.
So kann alles so bleiben, wie es ist, denn das Problem liege ja bei den anderen, die man sowieso nicht verändern können – eine extrem antiaufklärerische Einstellung. Dies blendet die konstruktiven Handlungsmöglichkeiten aus – und eine friedliche Welt kann nur eine gerechte sein, sonst wird es uns früher oder später alle treffen. Der in die Welt hinausgetragene (Wirtschafts-)krieg ist noch immer wieder zu denen zurück gekommen, die ihn entfacht haben. Übrigens, die taz und die Junge Welt waren mit die ersten Zeitungen, die die Thematik nach unserer Pressemitteilung aufgegriffen haben – insofern denke ich, wie sollten auch die Linke(n) nicht verallgemeinern.
Linkezeitung: Muslimische Verbände protestieren und demonstrieren für eine Schließung der aggressivsten Hetz-Homepages und hoffen auf ein Ende der Diffamierungen in den bürgerlichen Medien. Bräuchten sie da nicht mehr Unterstützung?
Frau Dr. Schiffer: Ja, dringend. Wo sind die jahrelangen Dialogpartner? Die Kirchen? Wo ist Wolfgang Schäuble, der sich gerne mit muslimschen Vertretern medial in Szene setzt? Von Angela Merkel will ich gar nicht reden. Was für eine Enttäuschung und Desillusionierung muss da auf seiten der Muslime vorliegen – außer uns und dem Berliner Tagesspiegel hatte sich zunächst noch der Interkulturelle Rat entsprechend geäußert (der hat übrigens letztes Jahr bereits ein Konzept zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit vorgelegt) – das offizielle Berlin schweigt. Peinlich, peinlich und vor allem jetzt, wenn deutlich wird, dass man allenfalls im Sinne einer außenpolitischen Public Diplomacy den Mund aufmacht.
Die eigenen Muslime hat man solange als Problemfall konzipiert, dass man sich offensichtlich schwer tut, aus den eingefahrenen Denkmustern wieder herauszudenken und sie wirklich als Teil des WIR zu empfinden und so zu behandeln.
Linkezeitung: Wie könnte eine solche Unterstützung aussehen?
Frau Dr. Schiffer: Es gibt derzeit konkret einige Überlegungen – vielleicht mag sich die Politik hier anschließen, willkommen! Eine Patenschaft für den Sohn des Opfers von einer renommierten deutschen Organisation wäre zunächst einmal ein wichtiges menschliches Signal.
Dann gehört das Thema Islamfeindlichkeit auf die Tagesordung, z.B. weiß ich, dass die Arbeiterwohlfahrt das Problem erkannt hat und sich schult, um entsprechende pädagogische Konzepte zur Bekämpfung des Ressentiments zu entwickeln. Entsprechende Programme benötigen wir etwa auch im Rahmen der Arbeit der Bundeszentrale für politische Bildung oder der entsprechenden Ämter, die Rechtsextremismus, Antisemitismus und Antiziganismus bekämpfen.
Überhaupt bräuchten wir eine Plattform, die ähnlich ausgerichtet wie das Zentrum für Antisemitismusforschung wissenschaftliche Ergebnisse zur Islamophobie sammelt, sowie anti-islamische Vorfälle dokumentiert und die Erkenntnisse auch in die Öffentlichkeit trägt. Das Zentrum für Antisemitismusforschung hat hier wichtige Vorarbeit geleistet und ist v.a. von Antideutschen heftig angegriffen worden dafür – vor allem, weil man es wagte den Begriff Islamophobie zu verwenden.
Nun, Antisemitismus ist auch ein falscher Begriff eigentlich, aber wir haben ihn inzwischen definiert und das Problem erkannt und darum sollte es doch gehen. In Dresden könnten die entsprechenden involvierten Stellen bis hin zum Max-Planck-Institut etwas tun, von einer aufmerksamkeitsträchtigen Veranstaltung, die die Problematik deutlich macht bis hin zu einer Spendensammlung für die Familie und andere, die ihn ähnlicher Situation sind: viele muslimische Frauen finden ja wegen ihres Kopftuches keine Stelle, wie Marwa El-Sherbini.
Wäre natürlich schöner, sie würden eine finden, aber ein Unterstützungsfonds könnte das Unrecht aufwiegen, dass hier ein Streit auf dem Rücken von Frauen ausgetragen wird, die damit auch die schwerste Last der Irrationalität der anderen zu tragen haben. Wenn ich hier alles widergebe, was diskutiert wird und, könnten wir noch lange reden – der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Juristisch wäre allerdings mindestens eine wichtige Grenze noch zu prüfen: sollen volksverhetzende Blogs und Kommentareinträge im Internet straflos ausgehen, weil der Server im Ausland steht? Hier wäre eine internationale Lösung anzustreben, die ethische Standards umsetzt und sich nicht hinter Meinungsfreiheit versteckt – denn in Bezug auf andere Darstellungen haben wir uns Maßstäbe erarbeitet und die müssen auf alle Anwendung finden, um glaubwürdig zu bleiben.
Wir danken für das Interview. Das Interview wurde geführt von Francis Byrne.
Quelle: http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7027&Itemid=1
Und die Augen schön geschlossen
Nach dem traurigen Mord an unserer Schwester Marwa, möge Allah sie in die höchste Stufe des Paradies eingehen lassen, scheint sich erschreckend wenig zu bewegen. In den Medien ist grundsätzlich wenig zu lesen, von einer politischen Stellungnahme ganz zu schweigen.
So sagte der Regierungssprecher zusammengefasst, dass man sich mit einer Stellungnahme zurückgehalten habe, da die Umstände zu unklar gewesen seien sollen. Auch von Frau Dr. Merkel gab es keine wirklich aussagekräftige Stellungnahme.
Kollektives Schweigen und Wegschauen scheint die Devise zu sein, wenn es mal nicht um das Thema Ehremmord geht – und diesmal eine hochqualifizierte Muslima mit Kopftuch wegen ihrer Religionsangehörigkeit kaltblütig vor den Augen ihres dreijährigen Sohnes niedergestochen wurde.
Dieser Artikel der “Zeit-Online” hat es auf den Punkt gebracht. So steht im Artikel, dass der Tod unserer Schwester Marwa nicht in “unser Raster” passt, denn diesmal sind die Muslime nicht in der Rolle der Ehrenmörder, Kriminellen und auch nicht in der Rolle der Terroristen. Eine Muslima, die ihr Leben in Deutschland vorbildlich verbracht hat, Kopftuch getragen hat, wurde aufgrund ihrer Religion umgebracht. Das passt einfach nicht in das Weltbild, dass uns die Medien und die Islamophoben vermitteln wollen.
Auch wird im Artikel der Generalverdacht erwähnt, der leider heute weit verbreitet ist.
http://www.zeit.de/online/2009/28/der-neue-hass
Wer Kopftuch oder einen Bart trägt, sich islamisch kleidet wird sofort mit Terror und Unheil in Verbindung gebracht.
Unsere Frage:
Wo sind die Medien, wo sind die Politiker, wo wird den Menschen klargemacht, dass es eben kein “Ausländerhass” war, sondern ein Hass, der sich auf die Religion bezogen hat? Warum schweigt man, wenn der geliebte Medienfeind Islam nun in der Opferrolle ist? Besser als im Artikel der Zeit kann man es nicht formulieren: Es passt einfach nicht in das “Raster”.
An dieser Stelle fordern wir nun auch jeden Muslim und jeden Nichtmuslim auf, sich an der Aktion “wobleibtmerkel” zu beteiligen. Es handelt sich um eine Online-Unterschriftenaktion, die Frau Dr.Merkel dazu auffordert, zu dem abscheulichen Mord Stellung zu beziehen.
Ausschnitt von der Kundgebung in Berlin
Hier nun ein kleiner Eindruck von der Kundgebung in Berlin, gehalten von unserem Bruder Abu Hamza.
Gastkommentar von Bruder Abud (11)
Der Sekretär der Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, bezeichnet in einem Interview (Intv. A.Mazyek zu Scharia u. Integration ZEIT 22.5.2009) das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland als „wunderbar“. Auf die Frage, welcher Artikel des Grundgesetzes ihm persönlich am meisten bedeutet, lautet seine Antwort: „Der, der auch dort an erster Stelle steht: ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar.‘ Daraus folgt alles andere.“ Das sind schöne Worte, doch sieht die Realtität anders aus. Warum war für einen der höchsten Vertreter des deutschen Staates, Bundesaußenminister Steinmeier die Würde des in Deutschland aufgewachsenen Türken Murat Kurnaz nicht unantastbar, so dass er ihn einige weitere Jahre im Lager von Guantánamo den schrecklichsten Qualen ausgesetzt sein ließ, obwohl er dies hätte verhindern können? Man könnte hier noch zahlreiche weitere Beispiele nennen. Auch Dr. Hassan Dabbaghs Würde, die laut Grundgesetz unangetastet zu bleiben und durch selbiges auch zu geschützt werden hat, ist durch die Berichte der ARD-Magazine verletzt worden.
Das Grundgesetz kann mit einer Hausordnung verglichen werden: in einer Wohnanlage benötigen die verschiedenen Bewohner eine gemeinsame Ordnung, um in Frieden zusammen leben zu können. Es ist jedoch sowohl moralisch als auch gesetzlich unzulässig, dieser Hausordung den Rang eines Glaubensdogmas zu geben, wie dies im allgemeinen Diskurs fälschlich gemacht und wobei von den Muslimen – nicht jedoch von den Nichtmuslimen – ein „Bekenntnis“ zum Grundgesetz verlangt wird. Man verlangt von ihnen, sich entweder für das Grundgesetz oder den Qur’Än zu entscheiden. In Deutschland gibt es nicht nur das Grundgesetz, sondern zahlreiche weitere Gesetze, die im praktischen Leben unmittelbar von größerer Wirkung und Bedeutung sind als das GG. All diese von Menschen gemachten Gesetze haben jedoch den Mangel, dass sie von vielen Menschen nur dann befolgt werden, wenn diese davon ausgehen, dass ihre Verstöße dagegen von der irdischen Gerichtsbarkeit entdeckt und strafrechtlich verfolgt werden. Dahingegen befolgt ein gläubiger Mensch die von Gott gegebenen Gesetze auch dann, wenn er davon ausgehen kann, dass keine irdische Gerichtsbarkeit ihn dafür zur Rechenschaft ziehen wird, zumindest aus Furcht vor der Strafe im Jenseits, wenn nicht darüber hinausgehend allein aus Liebe zu seinem Herrn und Schöpfer.
Die meisten der in Deutschland geltenden Gesetze stehen nicht in Widerspruch zur islamischen Normenlehre, wie dies der Allgemeinheit von den Medien suggeriert wird. Wenn nun ein Muslim nicht stiehlt, betrügt, niemanden beleidigt, ermordet usw., auch wenn er die Möglichkeit dazu hätte, wie dies viele Nichtmuslime tun, die nicht an göttliche Gesetze und das Jüngste Gericht glauben, und sich dazu der für seine eigene Gesundheit und für die Gesellschaft schädlichen Laster, wie des Alkoholgenusse und des Rauchens enthält, die von den deutschen Gesetzen nicht verfolgt werden, dann wird er dadurch für den Staat zu einem nützlicheren und gesetzestreueren Mitglied der Gesellschaft als die meisten Nichtmuslime, während die Medien seine Verbundenheit mit der Religion meistens so darzustellen suchen, als würde er dadurch zu einer Gefahr für Staat und Gesellschaft. Wenn jedoch Neonazis und andere Rassisten, Raubtierkapitalisten und andere einflußreiche Gruppen ihre jeweilige Normenlehre über das Grundgesetz stellen, dann soll das die Bundesbürger wohl nicht mit Sorge erfüllen? Das ist wirklich absurd.
Wenn für einen Muslim die islamische Normenlehre über den von Menschen gemachten Gesetzen steht, bedeutet dies keineswegs, dass er diese auch in denjenigen wenigen Fällen anwenden dürfte, in denen sie mit den geltenden weltlichen Gesetzen in Widerspruch steht. Selbstjustiz ist im Islam nicht erlaubt, und außerhalb eines islamischen Staates und einer islamischen Rechtsordnung ist das islamische Strafrecht nicht anwendbar. Das Grundgesetz selbst gesteht jedem das Recht zu, zumindest daran zu glauben, dass eine andere Ordnung als diejenige des deutschen Grundgesetzes besser ist als diese, solange er nichts dahingehend unternimmt, diese Ordnung auf außergesetzlichem Wege zu ändern.
Es sei daran erinnert, dass im Grundgesetz mit parlamentarischer Zweidrittelmehrheit Änderungen vorgenommen werden können. Wenn allerdings die Muslime auch nur den Gedanken daran äußern, in einiger Zukunft vielleicht einmal von diesem Recht Gebrauch machen zu können, dann wird das, was für die anderen eine Selbstverständlichkeit ist, bezüglich der Muslime als etwas Böses angesehen.
LKA-Sprecherin widerlegt ARD-Berichterstattung vom 25.05.09
Nach den unhaltbaren Vorwürfen und massiven Angriffen gegenüber Dr. Hassan Dabbagh seitens der ARD-Magazine, hat sich der Imam und unser geschätzter Bruder im Islam zu den Vorwürfen in der Leipziger Volkszeitung geäußert.
Das Interview könnt ihr hier online lesen
Erstaunlich ist aber die Äußerung einer LKA-Sprecherin, betreffend der Vorwürfe, die in den ARD-Magazinen gemacht worden sind. Hier ein Zitat aus dem unteren Zeitungsartikel:
Die ARD-Magazine FAKT und Report Mainz hatten zudem berichtet, dass Dabbagh in einem vertraulichen Bericht des Landeskriminaltamtes (LKA) Sachsen als „Kontaktperson für islamische Extremisten dschihad-bereite Kämpfer“ beschrieben werde. Dem Bericht zufolge habe er „von Personen die dem Umfeld von El Kaida zugerechnet werden, Geld überwiesen bekommen.“
Auch zu Hintermännern der Attentate des 11. Septembers 2001 soll er, so die ARD-Magazine unter Berufung auf das LKA Papier, Kontakt gehabt haben.
Eine LKA-Sprecherin mochte dies nicht bestätigen: Es handle sich dabei um selektive, aus dem Kontext gerissene Zitate aus einem behördeninternen Papier, die die Intention des LKA-Auswertungsberichts nicht wiedergeben, so die LKA-Sprecherin.
Aus dem Kontext gerissene Zitate! Es ist eine unglaubliche Frechheit, dass die Fakt-Redaktion derart gehetzt hat und sogar vom Landeskriminalamt als Wirklichkeit verfälschend beschrieben wird.
Noch beschämender für die Fakt-Redaktion ist die Antwort, die anscheinend alle Verfasser eines Leserbriefs bekommen haben. Hier der entscheidende Ausschnitt:
Sehr geehrter Herr ***
Sie schreiben, dass Sie sich über unseren Beitrag geärgert haben. Das finde ich bedauerlich. Allerdings muss ich Ihnen sagen, dass wir diesen Bericht nicht leichtfertig recherchiert und gesendet haben. Wir beschäftigen uns seit gut einem Jahr mit dem Thema und sämtliche Vorwürfe in dem Beitrag sind mehrfach fundiert.
Das nennt man also gut recherchiert? Ich zitiere noch einmal die LKA-Sprecherin:
Es handle sich dabei um selektive, aus dem Kontext gerissene Zitate aus einem behörden internen Papier, die die Intention des LKA-Auswertungsberichts nicht wiedergeben
Ein ganz großer Skandal stellt sich hier dar. Verleitet durch die Gier nach Einschaltquoten, werden ohne Skrupel die Rechte eines Bundesbürgers verletzt. Seine Würde, die laut Grundgesetz unangetastet zu bleiben hat und durch selbiges auch geschützt wird, erfährt durch die Berichte der ARD-Magazine eine klare Verletzung.
Ein Grund mehr, der FAKT-Redaktion weitere Leserbriefe zu schreiben. Die Verantwortlichen müssen offenlegen, welche Zielsetzung sie mit dem Verzerren von Wahrheiten und der Verbreitung von Falschinformationen verfolgen. Nichts anderes macht eine Demokratie aus.
“Hassprediger schulen junge Gotteskrieger” – Leserbrief Nr.4
Nachdem wir nun eine Stellungnahme zu der Fakt Reportage “Hassprediger schulen junge Gotteskrieger” veröffentlicht haben, fordern wir nun alle Muslime und ehrlichen Nichtmuslime dazu auf, sich an Fakt zu wenden. Jeder Muslim sollte sich verpflichtet fühlen, sich gegen diese Hetze auf eine höfliche Art und Weise zu wehren. Denn das Feindbild sind nicht einzelne Prediger – es ist der Islam als Religion. Wenn wir weiter tatenlos zusehen werden, so wird die Hetze immer weitere Dimensionen erreichen. Es kann nicht sein, dass Nicht-Muslime unsere Religion verteidigen, während wir unsere Zeit im Tiefschlaf verbringen. Diese Zeiten müssen sich ändern, wir müssen uns endlich für unsere Religion einsetzen! Darum bitten wir auch jeden, diese Forderung weiterzulteiten.
Hier nun die Kontaktaddresse:
Unter falscher Flagge: „FBI verhindert neuen 11. September“
„Seit Juni 2008 beobachteten die Sicherheitsbehörden jeden Schritt von vier, jetzt verhafteten „mutmaßlichen“ Terroristen. […] Sie hatten nichts anderes als einen “Dschihad” geplant.“
http://www.welt.de/politik/article3780132/FBI-verhindert-neuen-11-September-in-New-York.html
Das Prozedere kennen wir doch, es ist im Grunde genau das Gleiche wie bei den „Terroristen“ aus dem Sauerland. Erst lässt man die Männer arbeiten, dann kommt urplötzlich ein Informant, hilft ihnen bei der Arbeit und lässt sie am Ende alle hochgehen. Arbeiten FBI und BND nun zusammen und verkaufen ihre Terroristengeschichten im Doppelpack?
Was war geschehen?
Ein Jahr lang ermittelt New Yorks Polizei gegen 4 Terroristen, drei von ihnen seien Prozedere Konvertiten. Laut Staatsanwalt Lev Dassin hätten die Beschuldigten vorgehabt, eine Synagoge und ein jüdisches Gemeindezentrum in der Bronx mit Sprengstoff zu zerstören. Noch interessanter wird das ganze durch die angebliche Planung der „mutmaßlichen Terroristen“, Raketen zu kaufen, mit denen sie amerikanische Flugzeuge, die auf dem Boden stationiert sind, zu zerstören.
Achtet einmal darauf, wie oft das Wort „mutmaßlich“ im Zusammenhang mit Terroristen erwähnt wird, warum sprechen die Medien eigentlich nie direkt von Terroristen und warum werden fast alle „mutmaßlichen Terroristen“ wieder freigelassen, da die Beweislage fehlt und warum wird über die Freilassung anschließend nie berichtet?
Pressestimmen
Interessant ist, was die Associated Press (AP) berichtet:
“They were amateurs every step of the way. They had trouble finding guns […]â€
Zusammengefasst: AP sagt, die angeblichen Terroristen waren – bei allem was sie taten- nur Amateure, die sogar Probleme hatten, ihre Waffen eigenständig zu finden.
Noch viel amüsanter ist meiner Meinung nach der folgende Satz:
„One was a convicted purse snatcher, another smoke marijuana the day the plot was to be carried out.“
Einer der Verdächtigen raucht also Marihuana, während der Andere sogar ein Brieftaschendieb ist. Weder das eine noch das andere ist im Islam erlaubt. Kennen gelernt haben sich die Jungs übrigens im Gefängnis, wo sie laut ihrer Verwandten ziemlich oft waren.
„ Payne’s lawyer said Payen was [..] on medication for schizophrenia“
Also bewusstseinsverändernde Medikamente hat einer der vier Angeklagten genommen, da er unter Schizophrenie leidet.
Warum wird in den Medien eigentlich nicht darüber berichtet. Wieso wird eigentlich prinzipiell nicht gesagt, dass vier Teilzeithäftlinge, von denen einer schizophren ist und einer Marihuana nimmt, unter Leitung eines FBI-Agenten, versucht haben einen Anschlag zu verüben. Wieso wird das ganze auf den Islam geschoben, der damit am aller wenigsten zu tun hat?
Infowars.com fasst das Geschen ziemlich gut zusammen:
“Of course, it was only after an FBI informant radicalized these bums and provided them with weapons that they become any kind of threat, providing the feds the opportunity to swoop in, declare a victory in the war on terror and use the case as a poster child for Americans to accept police state measures and believe the hype surrounding “domestic terrorists†in the wake of controversy surrounding the MIAC report.â€
http://www.infowars.com/exactly-as-we-predicted-deadly-ny-terror-cell-are-semi-retarded-potheads/
Zusammengefasst: Ohne den FBI-Informanten, hätten die Männer nie die Mittel gehabt an eine Waffe zu kommen. Der Informant hat die Männer aufgestachelt, um sie am Ende alle hochgehen zu lassen, damit die Presse sich wie Assgeier auf das gefundene Fressen stürzen kann und es als einen „Schlag gegen den Terror“ zu feiern.
Der Hintergrund schreibt folgendes:
Salahuddin Mustafa Muhammad, der Imam der Moschee in Newburgh, vor der es zum ersten Kontakt mit dem FBI-Agenten kam, erklärte, dass keiner der vier Verhafteten in der Moschee aktiv gewesen sei. Cromitie kam einmal im vergangenen Juni dorthin und traf gleich jenen sonderbaren „Fremden“. Dieser Fremde ist der FBI-Kontaktmann, ein Krimineller, der für zukünftige Informantendienste eine fünfjährige Gefängnisstrafe wegen Betrugs erlassen bekam und dem in diesem Zusammenhang die Ausweisung drohte. Seit 2002 arbeitet er mit dem FBI zusammen.
Dem Imam Muhammad war der seltsame Fremde schon 2007 aufgefallen, als er sich immer wieder verdächtig in der Gegend der Moschee herumdrückte. Der Imam weiß, dass der seltsame Mann Gläubige zum Essen einlud und dabei von Gewalt und Djihad sprach. „Da war etwas faul mit dem“, erklärt Muhammad. Mitglieder der Gemeinde sagten ihm, sie glaubten, der Mann sei ein Geheimagent. Schließlich bot dieser FBI-Informant einem Gläubigen eine erhebliche Summe Geld, damit er sich seinem „Team“ anschließe.
Die Welt schreibt in ihrem Artikel zu den „Anschlägen“:
„Kelly [New Yorker Polizeichef] zitierte einen der Verdächtigen mit den Worten: „Wenn Juden bei diesem Angriff getötet werden, … wäre dies in Ordnung.“
Erstmal ist zu betonen, dass diese Aussage eigentlich keine ist, denn wenn ich einen Terroranschlag mache, dann ist es den Tätern meist egal, wer dabei getötet wird. Terrorismus dient in erster Linie dazu, auf sich aufmerksam zu machen und unterscheidet sich somit klar von gezielten Anschlägen auf z.B. Juden. Man hätte genauso sagen können: „wenn Schwarze unter ihnen gewesen wären, wäre dies in Ordnung“. Dass es aber nicht nur gegen Juden gerichtet war, möchte nun der Bürgermeister Michael Bloomberg klarstellen.
Jeder ist bedroht
„Bloomberg wandte sich gegen voreilige Schlüsse und betonte, der Riverdale Temple sei für Angehörige aller Glaubensrichtungen offen gewesen.“
Somit bestätigt Bloomberg, dass nicht gezielt Juden angegriffen werden sollten.
Wieso betont der Bürgermeister das? Ganz klar, wie schon erwähnt soll Terrorismus Aufmerksamkeit erregen. Das Wort Terrorismus stammt im Übrigen vom lateinischen Wort Terror und lässt sich mit Furcht oder Schrecken übersetzen. Es soll also Furcht und Schrecken erregt werden und durch die Erwähnung, dass der Riverdale Temple für alle Glaubensrichtungen offen ist, soll sich der „Anschlag“ an alle Menschen richten.
Auf den Punkt gebracht: Jeder kann betroffen sein, hab auch du Angst!
Konsequenzen
„Dieser jüngste Versuch, unsere Freiheiten anzugreifen zeigt, dass die Bedrohungen gegen New York leider nur zu real sind, und unterstreicht, warum wir in unseren Bemühungen gegen den Terrorismus wachsam bleiben müssen“
, sagte Bloomberg.
Natürlich ist das der letzte Satz des Welt-Artikels, der einem im Kopf bleibt, denn er soll uns nochmal klar machen, wie groß die Gefahr vor dem Terrorismus sei und wie gut die Bemühungen, unsere Freiheiten, die angeblich angegriffen werden, zu verteidigen.
Wir haben es hier wieder einmal mit absoluter Panikmache und künstlicher Angsterzeugung zu tun. Doch ich mag es nicht, einen Artikel mit etwas negativem zu beenden, deswegen hier die ersten beiden Kommentare zu dem Artikel auf Welt.de:
21.05.2009,
16:08 Uhr
colorful scheme sagt:
Die Zeitungen und sonstigen Medien paktieren mit der Politik und den Geheimdiensten und sind schon lange nicht mehr glaubwürdig. Ich wette mein ganzes Vermögen darauf, dass mindestens die Hälfte dieses Märchens erlogen ist. Ein Märchen wie schon viele davor.
21.05.2009,
16:14 Uhr
Ran sagt:
Wer unseren Medien glaubt, ist selbst schuld.
Ich empfehle mal, alternative Medien zu besuchen.
Als Beispiel “Infokrieg” oder “Alles Schall und Rauch”…
Ich bin sehr überrascht, doch so viele positive Kommentare zu lesen (neben einigen sehr trivialen Äußerungen von typischen politisch-ignoranten-Lesern).
Wo sind die Muslime, die sich gegen solche „mutmaßlichen“ und „scheinbaren“ „Vermutungen“ zur Wehr stellen. Insha’Allah werden wir in Zukunft auf solchen Internetseiten einen großen Gegenpol bilden können. Möge Allah – der Erhabene- uns dabei helfen. Amin.

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