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Toleranz

SV Muslime – ein Fußball- und Sportverein, der islamische Werte achtet

Am 21.04.2012 hat der NDR eine Reportage über Deutschlands erste islamische Fußballmannschaft gesendet. Der Verein heißt "SV Muslime e.V. von 2008" und besteht aus ausländischen und deutschen Muslimen, aber auch Nichtmuslime sind willkommen. Außer Fußball wird in diesem hamburger Sportverein noch Basketball angeboten, und ein Angebot für Frauensport ist gerade im Aufbau.

http://www.svmuslimehamburg.de/28.html 

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Kommentar zur Kundgebung in Hamburg: Kann man sich irren?

Am letzten Samstag fand eine öffentliche Kundgebung von Personen zur öffentlichen Darstellung ihrer Meinungen statt. Kurz und knapp auch Demonstration genannt. Es waren Muslime, die dazu aufgerufen hatten. Sie fühlen sich von der Gesellschaft falsch verstanden und möchten sich bei den Mitbürgern Gehör verschaffen. Die Grundrechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit stützen das Demonstrationsrecht. So kam es dann auch trotz jeder Menge Proteste und Warnungen verschiedener Institutionen zu dem Auftritt mit Pierre Vogel. Ein Beweis für die Unantastbarkeit und Einhaltung des Grundgesetzes. 

Gustav Heinemann hat einmal vom Grundgesetz als einem großen Angebot gesprochen. Damit meinte er nicht, dass der Staat und seine Ordnung ein Supermarkt sei, aus dem sich jeder nach seinen Bedürfnissen oder sogar darüber hinaus, bedienen solle. Im Gegenteil: Das Angebot, dass uns das Grundgesetz macht, ist eine Aufforderung, das Gemeinwesen aktiv mitzugestalten. Möglichst viele sollen sich in die öffentlichen Angelegenheiten einmischen, weil es um ihre Lebensbedingungen geht und um ihre Zukunftschancen.

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CDU will Kopftücher an Schulen verbieten!

Das Tragen von Kopftüchern soll nach dem Willen der CDU an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern künftig untersagt werden. „Abgrenzende Symbole, wie das Tragen des Kopftuches, werden wir an den Bildungseinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern ab dem Jahr 2012 mit einem Landesgesetz verbieten.“

"Abgrenzende Symbole" – Okay, verbietet Marken-Kleidung, Handys, Mp3-Player, bestimmte Marken-Schuhe oder Taschen, denn all das kann zur Ausgrenzung jener führen, welche sie nicht haben.

So steht es im Entwurf des CDU-Wahlprogramms, das am Samstag auf einem Landesparteitag in Ludwigslust beschlossen werden soll und aus dem der Rundfunksender NDR 1 Radio MV am Dienstag zitierte. Eine Sprecherin der Partei betonte, dass das angestrebte Verbot für Lehrerinnen, nicht aber für Schülerinnen gelten solle.

Ach, nur für Lehrerinnen. Von wem sind denn Lehrerinnen ausgegrenzt? Trinkt der männliche Kollege keinen Kaffee mehr mit ihr? Oh, wie Schade!

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Wer grenzt sich hier ab?

Islamfeindlichkeit ist ja nichts neues mehr und leider nach wie vor präsent. In einigen Regionen bzw. Ortschaften Deutschlands mal mehr oder weniger, aber sie ist da. Die Medienspritze mit dem Inhalt „Islam ist bösartig“ wurde dem Volk kräftig injiziert und schon tritt dessen Wirkung ungehemmt hervor. Politiker, wie die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder oder der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, mischen in dem Trubel um Islam und Integration ungehemmt mit. Ungeachtet dessen, dass sie politisch eine verantwortungsvolle Position in diesem Land bekleiden und somit ständig der Öffentlichkeit ausgesetzt sind. Mit Aussagen wie: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ schafft man viel Unruhe und Diskussionen die nicht sein dürften. Schließlich leben wir in einem freien Land und uns ist es freigestellt welche Religion wir ausüben. Im Grundgesetz in Artikel 4, Absatz 1 und 2 steht:

„Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“

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ntv will mit “Quotentürken” Islam beleidigen und stellt sich selbst dabei bloß

Unter dem Link findet ihr eine Stellungnahme des Comedian Serdar Somuncu zum Thema Islam und Pierre Vogel. Unpassend finde ich dabei nicht nur den Inhalt des Videos, sondern auch den Namen des Uploaders „BodenDerEhre2011“ wie den ihm gewählten Titel „Ein Krusty der Clown Fake beleidigt Pierre Vogel und Islam“. Obwohl die gemachten Äußerungen des Komikers unter aller Würde sind, müssen wir dieser Person aus islamischer Perspektive würdevoll entgegentreten und dass, obwohl er das mit uns nicht macht. Dies ist vor allem wichtig, dass wir uns nicht auf sein Niveau herabbegeben und damit unseren Stand als die beste Gemeinschaft der Menschen festigen. Denn so hat das einen positiven Abstrahleffekt für die Dawa-Arbeit, so dass Außenstehende sagen können „Schau mal wie diese Person die Moslems beleidigt und schau wie anständig sie trotzdem mit ihm umgehen“.

Provokation als Programm

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Syrien hebt das Niqab-Verbot auf

Folgende Meldung erreichte uns:

http://www.forbes.com/feeds/ap/2011/04/06/general-ml-syria_8393538.html

Syria reverses ban on Islamic face veil in schools

BEIRUT — Syria's Education Ministry has reversed a decision that banned teachers from wearing the niqab – the full Islamic veil that reveals only a woman's eyes – and authorities closed the country's only gambling center.

The move appears to be an attempt to please the Muslim majority in Syria as the regime faces pro-reform protests throughout the country that have left more than 80 people dead in three weeks.

State-run media reported the decisions to allow teachers wearing the niqab to return to work and to close Casino Damascus on Wednesday.

In July, Syrian authorities dismissed 1,200 female teachers wearing the niqab apparently to keep the country's secular identity.

Unterdrückt durch das Vorbild der westlichen Politik: Die muslimische Frau mit Niqab

Kommentar eines aufmerksamen DAWA-NEWS-Lesers:

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Tolerance Day am 08. April auf pro sieben

Da hat sich "Pro7" mal was ausgedacht: Ein bisschen für Toleranz werben. Egal ob Deutscher, Ausländer, Christ, Muslim oder Atheist.

Lassen wir uns überraschen, was dabei raus kommt.

"ProSieben versucht mit Hilfe von Beiträgen, Dokumentationen und dem Spielfilm "Die Welle" die Zuschauer neugierig zu machen und sich auf die Vielfalt ihres Umfelds postiv einzulassen."

Vielleicht sollte Pro Sieben gleich bei sich selbst anfangen und die Nachrichten und Berichterstattungen neutraler machen und somit statt Vorurteile zu nähren Toleranz zu unterstützen.

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4 Minuten die sich lohnen!

Salaamu alaikum liebe Geschwister und Hallo allerseits,

O Christ, O Muslim, kennst du deine heilige Schrift?

httpv://www.youtube.com/watch?v=aGQcdZYTeto

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Das Dilemma des Minarett-Verbotes


Die umstrittene Initiative für ein Volksentscheid zum Minarett-Verbot ist von den Schweizern angenommen worden und der schweizer Verfassungstext wird um den Zusatz "Der Bau von Minaretten ist verboten" oder "Minarette sind verboten" ergänzt. Die Abstimmung dazu war direkt-demokratisch. Er gilt aber in den Augen vieler als "verfassungswidrig".

Der frühere Sprecher der Genfer Moschee, Hafid Ouardiri, reichte eine Klage gegen den Volksentscheid vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein, weil das Verbot seiner Ansicht nach gegen die Religionsfreiheit und das Diskriminierungsverbot verstößt.
Allerdings wird die Klage sehr wahrscheinlich nicht angenommen, da zum einen der Kläger nicht alle Instanzen der Gerichte in der Schweiz ausgeschöpft hat, zum anderen er nicht konkret von dem Verbot betroffen ist. Es bedarf eines konkreten Bauverbotes für ein Minarett, bis sich ein Gericht mit dem Thema beschäftigt und den Verfassungstext für ungültig erklärt.

Jörg Paul Müller und Daniel Thürer, schweizer Rechtsproffesoren wollen auf diesen Präzedenzfall nicht warten.
Sie schlagen einen "Tolleranz-Artikel" vor, der den Text des Minarett-Verbotes ersetzen soll.

Ihre Motive für den Vorschlag:
- Eine Verfassung soll nur ein Rahmen für Gesetze schaffen. Das Minarett-Verbot passt nicht in den Tenor einer Verfassung.
- Das rechtliche Problem soll nicht durch Gerichte, sondern durch den demokratischen Mechanismus gelöst werden.
- Die Geschichte hat gezeigt, dass Bestimmungen durch Volksentscheide früher oder später aufgehoben oder verändert wurden, weil sie ungerecht, unzumutbar oder nicht praktikabel waren.

Also ihre Motive im Klartext: Bevor die Gerichte das Verbot aufheben, muss man es anders ("freier") formulieren, solange man die Möglichkeit dazu hat.


Zitat aus der Ausarbeitung: "Vorschlag: Das geltende Minarettverbot durch einen fortschrittlicheren Toleranzartikel aufzuheben"

Zunächst der bisherige Verfassungstext:

Artikel 12 Glaubens- und Gewissensfreiheit
1 Die Glaubens- und Gewissensfreiheit ist gewährleistet.
2 Jede Person hat das Recht, ihre Religion und ihre weltanschauliche Überzeugung frei zu wählen und allein oder in Gemeinschaft mit anderen zu bekennen.
3 Jede Person hat das Recht, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören und religiösem Unterricht zu folgen.
4 Niemand darf gezwungen werden, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören, eine religiöse Handlung vorzunehmen oder religiösem Unterricht zu folgen.

Neu soll Absatz 5 eingefügt werden:

5 Die Religionsgemeinschaften nehmen in ihrer Darstellung im öffentlichen Raum, etwa mit Gebäuden, Aufrufen, Kleidervorschriften für ihre Mitglieder oder Symbolen, auf einander und auf das Empfinden und das Wohl der übrigen Bevölkerung Rücksicht.
Sie vermeiden ein bedrängendes Auftreten und tragen zu einem von Toleranz getragenen Zusammenleben bei. Sie fügen sich in ihrem Wirken in die Anforderungen einer demokratischen Gesellschaft ein und respektieren die Menschenrechte aller.

Kommentar:
Es geht in diesem neuen Absatz 5 von Art. 15 der Bundesverfassung darum, legitime Bedürfnisse der Befürworter der Minarettsinitiative aufzunehmen und in der Form von allgemeinen, d.h. nicht diskriminierenden Regeln darzustellen. Das jetzt geltende Minarettverbot wird dadurch überflüssig und gestrichen.

Der erste Satz betrifft das Aussenverhältnis. Es geht darum, das Auftreten der Religionsgemeinschaften gemeinverträglich zu gestalten. Dies wird mit der Formulierung ausgedrückt: „Die Religionsgemeinschaften nehmen auf einander und auf das Empfinden und das Wohl der übrigen Bevölkerung Rücksicht“. Die Wortwahl für einen Verfassungstext ist schwierig, obwohl zu gut Deutsch die Aussage: Wir wollen einen Staat, in dem es jedem wohl sein kann, durchaus verständlich und deutlich wäre.

Zweiter Satz:
„Sie vermeiden ein bedrängendes Auftreten“ meint die Ablehnung jeden aggressiven Missionierens, aber auch der Kundgabe eigener religiöser Riten oder Herrschafts-/Machtansprüche gegen Aussen. Angesprochen ist auch das öffentliche Auftreten in Kleidungen, die etwa angesprochenen Personen im öffentlichen Raum (Verkehrsmittel, Läden) Angst einflössen könnten. Die extremen Formen der Verschleierung sind nach Meinung mancher geeignet, dies zu bewirken. Bedrängend für Mitbürger können auch Bauformen sein, die sich nicht ins Stadt- oder Dorfbild einfügen und unangemessen den Geltungs- oder Machtanspruch einer Religionsgemeinschaft ausdrücken.

Drittes Element: Beitrag zu einem von Toleranz getragenen Zusammenleben und Einfügung in die Anforderungen einer pluralistischen/demokratischen Gemeinschaft und Respekt der Menschenrechte aller.

Hier wird die Wirkung im Innern mit einbezogen: den Glaubensgemeinschaften wird Religionsfreiheit garantiert, sie sind aber auch an die Grundsätze demokratischen Zusammenlebens und des Respekts der Menschenrechte nach Innen und nach Aussen gebunden. Diese Forderung konkretisiert und verdeutlicht die bereits bestehende Verfassungsbestimmungen des Artikels 35 Abs. 1 und 3 Bundesverfassung, die bestimmen: Die Grundrechte sind in allen Teilen der Rechtsordnung zu verwirklichen und gelten grundsätzlich sowohl in öffentlichrechtlichen wie auch privatrechtlichen Beziehungen.

Mit der Bindung an die Menschenrechte sind auch Praktiken wie Mädchenbeschneidung und Zwangsheirat einbezogen.

Zitat Ende.


1) Was fügt der neue Absatz in ihrem Wortlaut inhaltich hinzu, was nicht durch die vorherigen Absätze klar ist?
Religionsfreiheit und kein Religionszwang sind doch schon festgehalten.

2) Soll dieser Text eine Entscheidung vor Gericht überflüssig machen?
Gerade das nicht. Dieser Text wird Grundlage sein, mit dem sich jeder jeden verklagen kann. Viel Arbeit für Richter und Anwälte.

3) Wer ist die "übrige Bevölkerung"?
Für Muslime sind es die Nicht-Muslime,
für Christen sind es die Nicht-Christen,
für Juden sind es die Nicht-Juden,
für die Gläubigen sind es die Nicht-Gläubigen usw.

Zunächst sind damit also vordergründig verboten: Minarett, Muezzin-Ruf, große Moscheenbauten, Burka, Hijab, Kopftuch, Halbmond mit Stern, arabische Inschriften auf Gebäuden, der Ausruf "Allahu Akbar", lange Bärte,…

Allerdings auch: Kirchtürme, große Kirchbauten, Glockenläuten, Nonnen-Uniformen, Pfarrer- und Priesterkleidung, Kreuzanhänger, Kreuze auf Gebäuden, Bibel- und Torah-Zitate in der Öffentlichkeit, Ausrufe wie "Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes", das Verteilen von Broschüren und Bibeln/Koran, Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit…

Das wären die Sachen, wegen der die "Gläubigen" sich gegenseitig verklagen könnten.
Aber zum Schutz der Atheisten und Agnostiker müsste man aber generell das Beten, das Predigen und die religiöse Aufklärung in der Öffentlichkeit (Schule, Arbeitsplatz, Medien, usw) verbieten.

Man sieht also, dass dieser Text so schwammig geschrieben ist, dass er alles und nichts verbieten kann. Es ist keine Grundlage für ein friedliches Miteinander, nicht einmal für ein "friedliches Nebeneinander"

4) Die Religionen sollen bedrängendes Auftreten vermeiden.
Wenn also ein Mann in einem Weihnachtsmannkostüm (Gesicht nicht erkennbar, eindeutig religöse Kleidungsmotivation, künstlich vergrößerter Bauchbereich) auf mich zukommt (Aufdringlichkeit), dann verklage ich ihn.
Wenn Zeugen Jehovas an meiner Tür klingeln, dann verklage ich sie.
Wenn der Klassenlehrer meines Sohnes mich zweimal anruft, um zu erfahren, wieso mein Sohn nicht am Religionsunterricht teilnimmt, dann bedrängt er mich. Auch den werde ich verklagen.

Natürlich ist der Gesetzestext nicht für diese Beispiele gedacht.
Man sieht daran aber wunderschön, wie auch Rechtsprofessoren sich schwer tun, Diskriminierung, Ungleichbehandlung und Rassismus so auszudrücken, dass es genau nicht danach klingt.

5) In dem Kommentar wird gesagt, dass Riten wie Mädchenbeschneidung und Zwangsheirat, die religiös bedingt sind, verboten werden. Ich frage mich, in welcher Religion diese Riten geboten bzw erlaubt werden. Im Islam jedenfalls nicht.
Bedarf es denn überhaupt einem Verbot?
Mädchenbescheidung fällt unter Körperverletzung und Zwangsheirat ist im Eherecht verboten.
Wieder also eine diffamierende Äußerung mit Unterstellung.


 

In einer Diskussion wurde mir mal gesagt:
Es geht nicht um den Islam, es geht nur um die Minarette.
Der "Tolleranz-Artikel" zeigt:
Es geht nicht nur um die Minarette , es geht um den Islam.

Mein Vorschlag: Lasst das Gericht entscheiden.

Wenn das Gericht den Zusatz für rechtens erachtet, dann müssen wir ohne neue Minarette leben.
Wenn das Gericht den Zusatz für menschenrechtsverletzend erachtet, dann müssen "die 57% der Schweizer" mit einer richterlichen "Ohrfeige" leben.

Quelle: http://www.sonntagonline.ch


England und Islam (SF)

England und der Islam
Neulich habe ich folgende Berichterstattung gesehen:

10vor10 vom 18.12.2009

Das Schweizer Fernsehen berichtet über die Toleranz der Briten gegenüber den Muslimen. Was die Bilder sagen und was der Kommentator erzählt, stimmen aber in ihrer Richtung nicht überein.

Zunächst beginnt man mit den Londoner Anschlägen vom 07.07.2005.
Entgegen der Mainstream-Meinung gibt es aber dazu viele Widersprüche. Diese Widersprüche kann man in dem Artikel Der Anschlag in London war selbstinszeniert nachlesen. Die Anschläge den Muslimen zuzuordnen ist schlecht recherchierter Journalismus. Deswegen wundert sich der Nachrichtensprecher auch, mit welcher "außergewöhnlichen Toleranz" den Muslimen dort begegnet wird. Auch erstaunt es ihn, dass Scharia-Scheidungsgerichte in England Praxis gefunden haben. Dazu später mehr.

Er beendet seinen Satz, dass für viele Briten die Toleranz offenbar zu weit geht. Ich nehme mir also vor, die Augen nach solchen Briten aufzuhalten.

Der Bericht beginnt mit Bildern von der gut besuchten Ost-London-Moschee, die als gemäßigt und modern gilt. Der Sprecher der Moschee spricht über die gute Zusammenarbeit mit den Nachbarn im Stadtteil. Dies wird auch später von einem anglikanischen Pfarrer aus der Nachbarschaft bestätigt. Dieser hatte sich damals für den Bau der Moschee ausgesprochen. Es werden gemeinsam Projekte auf die Beine gestellt und Probleme gemeinsam angegangen. Zur Toleranz gehört auch, sich an die komplett verhüllten Frauen auf den Straßen zu gewöhnen oder auch die Religion der Arbeitnehmer zu respektieren. Dass eine bekannte englische Supermarktkette aber dazu vor einem schweizer Fernsehteam keine Stellung nehmen will, deutet der Reporter wie folgt: "Vielen Briten geht die Toleranz zu weit".
Weiter wird auf die von der anglikanisch-christlichen Kirche befürworteten Scharia-Schiedsgerichte eingegangen. Ein Schiedsgericht dient dazu, einen Rechtsstreit zwischen zwei Personen beizulegen, damit man unötige Kosten durch ein Gerichtsverfahren und Anwälte vermeidet. Im Bericht wird dies jedoch negativ dargestellt. Dabei müssen beide Parteien mit der Einigung einverstanden sein.

Nun zeigt der Bericht Briten, die mit der Toleranz nicht einverstanden sind: Die rechtsextreme Gruppierung British Defense League. Wie sich herausstellen wird, die einzigen Briten im Film, die gegen das friedliche Zusammenleben der Religionen sind. Leider kam aber auch keiner aus dieser Gruppierung im Bericht zu Wort.

Weiter wird über die Forderung der Gruppe "Islam for UK" die Einführung der Scharia in England korrespondiert. Der Bericht erwähnt nicht die Größe und die Anhängerschaft dieser Gruppierung, nur dass sie radikal sei.

Zum Schluss stellt sich der Reporter in eine beschmückte Straße und behauptet, man suche vergeblich nach typischer weihnachtlicher Beleuchtung, weil diese die muslimische Bevölkerung störe. Dies wird jedoch vom Sprecher der Ost-London-Mosche bestritten. Die Muslime würden sich nicht durch Weihnachtsschmuck und -sterne beleidigt fühlen. Sie wissen, dass das zur christlichen Kultur so gehöre.

So endet der Bericht.

Ich wundere mich, wie man mit Filmmaterial, das keine Probleme der integrierten Muslime beinhaltet, dennoch versucht, ein negatives Meinungsbild zu erzeugen. Ein schweizer Reporter in England ist noch lange kein Brite, so dass seine Aussage, die Toleranz ginge zu weit, als Aussage eines Briten aufgefasst werden kann. Vielmehr sollte dieser Bericht ein Beispiel sein, wie religiöse Pluralität friedlich nebeneinander und miteinander funktionieren kann.

Sarrazin und das Kopftuch

Die Öffentlichkeit kannte Thilo Sarrazin vor dem Oktober 2009 nicht. Dann nämlich wurde sein Interview mit „Lettre International“ heiß diskutiert. Da teilte er die Ausländer in gute (EU-Ausländer, Amerikaner, Russen) und böse (Türken, Araber) ein.

Auch sagte er, er müsse "niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert“. Natürlich ist das Zitat jetzt aus dem Kontext gegriffen. Er meinte eher, dass er niemanden anerkennen müsse, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert. Nur um das mal nebenbei klarzustellen.

Bei einer Podiumsdiskussion forderte er nun:
„Ich würde Kopftücher im Unterricht untersagen. Sie sind kein religiöses Symbol, sondern ein politisches. Ein Symbol des Machtanspruches des Mannes über die Frau.“

Zunächst einmal würde keine Muslima ein Kopftuch tragen, wenn nicht im Koran stehen würde, dass sich die Frauen in der Öffentlichkeit verhüllen sollen. Wegen der Anbetung Allahs und der Einhaltung Seines Gebotes entscheidet sich die Muslima ein Kopftuch zu tragen. Daher ist die Aussage "Sie sind kein religiöses Symbol, sondern ein politisches" schlicht FALSCH.

Das Kopftuch ist kein besitzanzeigendes Kleidungsstück. Dort steht nicht der Name des Ehemannes drauf. Zu behaupten, es sei ein "Symbol des Machtanspruches des Mannes über die Frau", ist absolut fehlerhaft. Demnach müssten verwitwete Musliminen/Muslimas, die aus dem "Joch des Mannes" befreit werden, sofort ihr Kopftuch ablegen. Eine sehr fragwürdige Logik.

Nun will Herr Sarrazin im Unterricht Kopftücher untersagen. Es ist zu bezweifeln, dass er der Fachman für Schulwesen und eine Autorität in pädagogischen Angelegenheiten ist. Für einen Christen ist es kein Gebot ein Kreuz zu tragen, für einen Juden kein Gebot eine jüdische Kippa zu tragen, aber Allah gebietet es den gläubigen Musliminen sich zu verhüllen. Das Verbot solcher Religionsäußerungen muss daher auch differenziert betrachtet werden. Zumal es Herrn Sarrazin ja nicht um das Kreuz oder die Kippa geht.

Mit scheinheiligen Begründungen will man nach und nach das Praktizieren des Islam immer schwieriger gestalten. Sollte sich so ein Verbot durchsetzen, dann bleibt es natürlich nicht dabei. Denn Sarrazin weiter: „In Europa haben wir steigende Zahlen von Muslimen, was in allen Ländern Probleme macht."
Wir haben in Europa auch immer mehr Arbeitslose, immer mehr Kinderarmut und immer mehr Insolvenzverfahren von Betrieben. Zuerst sollte er sich seinem Sachgebiet widmen, bevor ihn seine islamophobische Paranoia zu solchen Aussagen zwingt.

Und die Lösung für das "Problem" mit den Muslimen hat er auch gleich parat: "Erstens den Zuzug begrenzen. Zweitens diejenigen, die da sind, unter Integrationsdruck setzen. Politik und Gesellschaft müssen eine Erwartungshaltung herstellen."
Ich lese in der Zwischenzeile den Unterton: "… und die, die diese Erwartung nicht erfüllen, mögen wieder aus Deutschland ausreisen".

Die Gesinnung, zum einen den Zuzug von Ausländern verbieten und zum anderen die Ausländer, die schon hier sind, loswerden zu wollen, nennt man auch Rassismus.

Weiter besteht Sarrazin darauf, "dass man [in Schulen] deutsch redet."
Natürlich soll in Schulen auf Deutsch geredet werden, und auf Englisch. Und es soll auch Mathematik unterrichtet werden. Dafür ist eine Schule da. Dadurch, dass er seine diskriminierenden Forderungen mit einem Status-Quo abschließt, versucht er Zustimmung mit Populismus einzuholen.

Allerdings versteht jeder auch so, was Sarrazin will. Ein Rassist versteht das, ein Muslim versteht das, ein Ausländer versteht das und die Politiker verstehen das. Aber wer erklärt dem kleinen muslimischen Mädchen oder der jungen muslimischen Frau, warum man ihr nicht erlaubt, sich ihr Kopftuch aufzusetzen, wenn es doch ihr Gott so gebietet?

Studie zeigt Vorurteile gegenüber Minderheiten

Studie zeigt Vorurteile gegenüber Minderheiten

In der am 13.11.2009 vorgestellten Studie der Amadeu Antonio Stiftung wurden je 1000 Personen aus mehreren europäischen Ländern gefragt, wie tolerant und aufgeschlossen sie gegenüber verschiedenen Minderheiten bzw. Lebensgewohnheiten sind. Eine genaue Presseveröffentlichung findet man unter:
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/gfepressrelease.pdf

Demnach sind Vorurteile negative Bewertungen von Gruppen und von Einzelpersonen aufgrund ihrer (tatsächlichen oder wahrgenommenen) Gruppenzugehörigkeit. Sie werden dazu benutzt, soziale Ungleichwertigkeit und Ungleichheit zu legitimieren.

Somit sind Vorurteile nicht mit einem demokratischen Verständnis vom Miteinander zu vereinbaren. Einige Ergebnisse dieser Studie (in Deutschland) sind:

Vorurteile gegenüber Einwanderern:

50,0% sagen : Es gibt zu viele Immigranten in ihrem Land.
37,6% „fühlen sich manchmal wie Fremde“ in ihrem Land.
42,4% sagen: Wenn Arbeitsplätze knapp sind, sollten sie [Einheimische] mehr Rechte auf einen Job haben als Zuwanderer.
25,0% stimmen der Aussage nicht zu: "Zuwanderer bereichern unsere Kultur".

Antisemitismus:

19,6% sagen: Juden haben in Deutschland zuviel Einfluss.
48,9% sagen: Juden versuchen heute Vorteile daraus zu ziehen, dass sie während des Nationalsozialismus die Opfer gewesen sind.
29,4% sagen: Juden im Allgemeinen kümmern sich um nichts und niemanden, außer um ihre eigene Gruppe.
31,2% stimmen der Aussage, Juden bereichern unsere Kultur, nicht zu.

Vorurteile gegenüber Muslimen:

46,0% sagen: Es gibt zu viele Muslime in Deutschland.
54,1% sagen: Muslime in Deutschland stellen zu viele Forderungen.
52,5% sind der Meinung, dass der Islam eine Religion der Intolleranz ist.

Rassismus bezogen auf die Hautfarbe:

13,5% sagen: Schwarze und Weiße sollten besser nicht heiraten.
30,5% sagen: Es gibt eine natürliche Hierarchie zwischen Schwarzen und Weißen.

Sexismus:

12,0% meinen: Wenn Arbeitsplätze knapp sind, sollten Männer mehr Recht auf eine Arbeit haben als Frauen.
52,7% sagen: Frauen sollten ihre Rolle als Ehefrau und Mutter ernster nehmen.

Homophobie:

38,0% stimmen der Aussage, es gibt nichts Unmoralisches an Homosexualität, nicht zu.
39,7% stimmen der Aussage nicht zu: Es ist eine gute Sache, Ehen zwischen zwei Frauen bzw. zwei Männern zu erlauben.

 

Die vielschichtigen Gründe sind einfach und kompliziert zugleich:

1) Befürwortung von (gesellschaftlicher) Autorität und somit jegliche Ablehnung von Störfaktoren, die diese Autorität verändern oder in Frage stellen wollen. Dabei wollen die Minderheiten nur ihren Platz in dieser Gesellschaft einnehmen. Ausländer zB. sind keine Unruhestifter, gegen die man vorgehen muss. Die Forderung nach einem gleichberechtigten Platz in der Gesellschaft wird aber von den Meisten als Aufruhr angesehen, die unterdrückt werden muss. Haben denn nicht genau diese Aufruhr und diese Konfliktpunkte dazu geführt, dass sich die Gesellschaft so weiterentwickelt hat (Revolution, Demonstrationen, Proteste)? Denkt mal drüber nach.

2) Wahrgenommene Bedrohung durch Immigranten. Die mediale Darstellung der Immigranten in sog. "Talkshows", Statistiken und die subjektiv ausgewählte Berichterstattung über Täter mit "Migrationshintergrund" (die Personen ohne MIgrationshintergrund sind wohl nicht so "berichtenswert"), schaffen einen Stereotyp des ungebildeten, kriminellen Ausländers, welcher völlig an der Realität vorbeigeht. Eine Kleine Anektodete dazu: Wenn auf einer Schultafel 10 leichte Aufgaben stehen, von denen neun richtig und eine falsch gelöst wurden und man die Schüler fragt, was ihnen auffällt: Was denkt ihr sagen die meisten bzw. alle Schüler? Was fällt eher auf? Neun richtige oder eine falsche? Denkt mal drüber nach.

3) Die Ablehnung von Vielfalt, welche z.B. durch die Sprichwörter: "Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht", "Gleich und gleich gesellt sich gern" oder "Schuster, bleib bei deinen Leisten" formulieren treffend, warum Menschen Veränderungen ablehnen. Man befürchtet, dass das Resultat der homogenen Gesellschaft die Einzelperson schlechter darstellt, als vor der "Vermischung". Dabei sollte man doch einfach bedenken, woher die Einflüsse kommen, die heute unsere Kultur so bereichern. Seien es Erfindungen, Speisen, Einrichtungen oder Architektur. (Dabei) Die Menschen streben doch (z.B. EU-Erweiterung, Wirtschaftszusammenarbeit und internationale Kongresse) nach einer gegenseitigen Bereicherung der Kulturen. Wenn man in der Geschichte jegliche Vielfalt und jeden Andersdenkenden abgeleht hätte, wo stünden wir heute? Denkt mal drüber nach.

4) Der Begriff der "Social Dominance Orientation", sagt aus, dass in einer hirarchischen Gesellschaft es Gruppen gibt, welche "oben" und welche "unten" zu sein haben. Die Angst vor dem Verlust der gesellschaftlichen Stellung impliziert die Vorurteile. Begriffe wie "assoziales Pack" oder "reiche Schnösel" zeigen die Diskrepanz der Bevölkerungsgruppen, um ihre "rechtmäßige" Stellung gegenüber anderen Gruppen zu rechtfertigen. Wäre es aber nicht die beste "naiv-optimistische" Lösung, dass alle "oben" sind oder dass alle in der selben "gesellschaftlichen Gruppe" sind? Denkt mal drüber nach.

5) Politische Machtlosigkeit betrifft diejenigen, die denken, dass sie keinen Einfluss auf die Regierung haben und sie von den Regierenden nicht ernstgenommen werden. Diese Machtlosigkeit führt zu Vorurteilen gegenüber den Gruppen, von dem man denkt, dass die Politiker sich um diese eher kümmern. Teures Benzin – Ölkonzerne. Soli-Zuschlag – Ostdeutsche. Leere Kirchen – Moscheen. Jedes Problem hat wohl also ein Sündenbock. Aber sollten wir nicht die Machtlosigkeiten gegenüber den Politikern nicht dadurch zum Ausdruck bringen, indem wir uns mit den Politikern auseinandersetzen und nicht "schnell und einfach" einen Schuldigen suchen? Denkt mal drüber nach.

6) Die politische Orientierung und die Sozialisation, in der man aufwächst, ob ganz links oder ganz rechts, ist prägend für Vorurteile und deren Verbreitung. Wenn ich also "rechts" bin, habe ich mich "rechts" zu verhalten und "rechte" Vorurteile zu haben. Handle ich immer so, wie man es von mir erwartet, oder betrachte ich mein Informationskonsum kritisch? Denkt mal drüber nach.

7) Selbstberichtete Religiosität ist der Hauptgrund für speziell religiöse Vorurteile. Die Bedrohung der anderen Religionen an dem, wovon ich denke, dass es das Richtige ist, erzeugt Kritikresistenz gegenüber Argumenten und Beweisen, die darauf abzielen mich in meinem Glauben zu beeinflussen. Diese Resistenz kann nur standhalten, wenn man sich allerdings nicht selbst auf die Suche nach der Wahrheit macht und jegliche Andersdenkenden mit Vorurteilen belastet, um eine selbstgerichtete Blockade aufrechtzuerhalten. Wenn es aber nur einen Schöpfer geben kann, ist es dann nicht wichtig, sich selbst zu überzeugen, was er von den Menschen will und was nicht? Denkt mal drüber nach.

8 ) Die eigene finanzielle Situation relativ zu den anderen erzeugt Vorurteile, um sich selbst einzureden, wieso diese Differenz herrscht. Ein Türke, der einen BMW fährt, muss wohl ja nur ein Drogendealer sein. Wenn eine Frau den Arbeitsplatz bekommt, für den ich mich auch beworben hatte, muss sie wohl den Job bekommen haben, weil sie eine Frau ist. Wenn eine islamische Gemeinde Geld durch Spenden aufbringt, um Ihre Moschee auszubauen, aber durch meine Kirchensteuern sehe ich keine Verschönerung meiner Kirchen, dann muss es wohl daran liegen, dass die Finanzierung des Moscheenbaus dubios sein muss. Begründet man also seine derzeitige finanzielle Situation realistisch oder spielen Neid und mangelnder Einsatz eine Rolle? Denkt mal drüber nach.

9) Gruppenbezogene Deprivation (Mangel). Dazu aus der Studie: " Hier sollten die Befragten angeben ob sie den ökonomischen Status ihrer Landsleute besser, gleich oder schlechter einschätzen als den von Einwanderern in ihrem Land. Dies ist wieder ein rein subjektiver Eindruck und steht in keinem Zusammenhang mit realen Fakten. Diejenigen, die die Situation ihrer Gruppe (als) schlechter einschätzten, tendierten eher zu GMF [Vorurteilen]. Es scheint, dass Zielgruppen (von Vorurteilen) als Sündenbock für die eigene Entbehrung herhalten müssen." Denkt mal drüber nach.

10) Alter und Bildung Dazu die Studie: "Je älter die Befragten und je schlechter sie gebildet sind, desto mehr stimmen sie Vorurteilen im Allgemeinen zu". Da die Immigration, kulturelle Annäherung und Emanzipation eine Bewegung der "neueren" Zeit ist, überrascht es mich nicht, dass genau die Leute, die in ihrer Kindheit und in ihrem Arbeitsleben am wenigsten mit Ausländern, anderen Glaubensrichtungen und Lebensweisen zu tun hatten, eher vorurteilsbildend sind. Wissen es aber nicht genau diejenigen, die in der Schule einen farbigen Freund, im Büro eine russische Kollegin oder am Fließband einen türkischen Mitarbeiter hatten oder als Student ein Auslandsemester in Südamerika waren, wie Ausländer sind? Und wenn Bildung Vorurteile abbaut, wie sollte man die Leute mit Vorurteilen nennen? Denkt mal drüber nach. Alles in allem ist die Studie ein Ausdruck der Angst vor Immigranten, Juden, Moslems und Ausländern, wo auch immer der Grund dafür liegen mag. Aber die Studie zeigt indirekt auch, wie Vorurteile abgebaut werden können. Jeder sollte sich selbst fragen, welchen Vorurteilen er zusagt und wieso dieses Vorurteil bei ihm herrscht. Und wenn sich jemand nochmal die Zeit nimmt, zu untersuchen, mit offenem Herzen, ob dieses Vorurteil womöglich nicht stimmt, dann hat er sich schon viel mehr Mühe gemacht und ist erkenntnisreicher als jemand, der ein Vorurteil als Argumentationsgrundlage für Verbreitung von Zwietracht in unserer Gesellschaft benutzt.

Denkt mal darüber nach.

Zusatz von jana:

Neue Studie belegt: Fremdenhass in Europa ist weit verbreitet.

Eine neue Studie über „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Europa“ belegt, dass in vielen europäischen Ländern Vorurteile gegenüber Ausländern, Muslimen, Juden und Homosexuellen weit verbreitet sind.
http://www.welt.de/wissenschaft/article5204486/Vorurteile-gegen-Fremde-in-Europa-weit-verbreitet.html

Mehr als die Hälfte der Befragten halten den Islam für eine intolerante Religion und sind der Meinung, dass es zu viele Einwanderer im jeweiligen Land gibt. Außerdem befürworten ein Drittel der Befragten eine „natürliche Hierarchie zwischen Schwarzen und Weißen“. Ich frage mich an dieser Stelle, wie das wohl aussehen soll? Warum meint ein Mensch, dass es eine Hierarchie zwischen weißen und dunkelhäutigen Menschen geben muss? Ein Schlag ins Gesicht der Emanzipation: Die Mehrheit der Europäer (60,2%) befürwortet die traditionelle Geschlechterrollenverteilung und möchte, dass Frauen sich mehr auf ihre Mutterrolle konzentrieren. So viel zur Emanzipation in Europa.
Auch belegt die Studie, dass ein persönlicher Kontakt zu den betreffenden Personen zum Abbau von Vorurteilen geführt hat.

Nun wird wohl die breite Bevölkerung in Deutschland höchstwahrscheinlich keine Erfahrungen auf persönlicher Ebene mit Einwanderern oder Ausländern gemacht haben. Wie erklärt man sich sonst die wachsende Ablehnung gegenüber Ausländern und Muslimen, wenn sie auf ihre religiöse Ausübung bestehen und eine Moschee bauen wollen? In Deutschland hat man vor allem Fremden Angst. Diese negative Berichterstattung beeinflusst die Menschen, so dass sie vielleicht erst gar nicht Kontakt zu Migranten haben möchten, weil sie eben schon eine vorgefertigte Einstellung haben. Man braucht sich nur die Medienberichterstattung zu dem Thema Islam und Muslime anzuschauen. Es sind immer dieselben Schemata: Ist ein Minarett nicht ein Zeichen des Machtanspruches des Islam in Deutschland? Das Kopftuch ist ein politisches Symbol und unterdrückt die Frau! Der Islam ist eine intolerante Religion und immer politisch. Die Mehrheit der Muslime lebt in Parallelgesellschaften und ist nicht integriert. Damit meint man aber wohl „nicht assimiliert“. Denn integriert sind hier wohl die Meisten. Sie beherrschen die deutsche Sprache, arbeiten, zahlen ihre Steuern und schicken ihre Kinder auf deutsche Schulen und Kindergärten. Es ist einerseits richtig, dass viele Muslime ihren Ruf durch ihr schlechtes Verhalten geschädigt haben. Andererseits darf man nicht eine Religion am Verhalten einiger ihrer Anhänger, die sie nicht praktizieren, beurteilen.

Noch halten sich die Politiker mit ihren öffentlichen Äußerungen zurück. Political correctness nennt man das. Aber warten wir ab, bis es einer so direkt und unverblümt bei M.Illner, Maischberger oder in einer Parteiversammlung ausspricht. Dann wird eine Welle ausgelöst….

Wie Martin Luther am 15.2.1546 öffentlich in seiner letzten Kanzelabkündigung damals sagte:

“ Darum sollt ihr Herren sie (die Juden) nicht leiden, sondern wegtreiben.“ (Martin Luther, “Von den Juden und ihren Lügen“, Erstausgabe Wittenberg 1543)

Stellt euch mal vor, Roland Koch oder Kristina Köhler (die Islamismus- und Terrorismusexpertin der CDU) würden das ungefähr so ausdrücken: „Ihr sollt die (kriminellen) Muslime nicht leiden, sondern wegtreiben (abschieben)“. ( „Von den Muslimen und ihren Lügen“, 2039)

Der Eine oder Andere mag das übertrieben finden oder gar unmöglich. Aber die Geschichte wiederholt sich. Die Menschen lernen nicht aus der Geschichte. Als 1941 die ersten Juden deportiert wurden, konnte es noch keiner von ihnen glauben. Letztendlich wurden 4 Millionen Juden vergast. So furchtbar kann die Geschichte sein. So furchtbar ist der Mensch.

Minarett-Verbot in Deutschland?

Quelle: http://news.de.msn.com/politik/politik.aspx?cp-documentid=151134694

 

Dieser Artikel war 30.11.2009 auf der Startseite der deutschen MSN-News-Seite. Meiner Meinung nach ist es sehr traurig, dass gerade in einem Land wie der Schweiz solche rassistichen Entscheidungen getroffen werden. Die Schweiz ist ein Land, das wegen seiner politischen Stellung immer als neutral galt, ein Land, das sehr enge Geschäftsverbinungen zu vielen muslimischen Ländern pflegt, ein Land, das Investitionen in den meisten Golfstaaten und iranischen Ölfirmen hat. Die Schweiz begrüßt jährlich viele Schüler aus muslimischen Ländern in ihren privaten Internaten und förderte bis jetzt generell einen dynamischen interkulturellen Strom. Ich kann mir nicht erklären, wieso sich diese Tendenz jetzt gerade im Zusammenhang mit dem Islam so verändert hat.


Dass nun Herr Bosbach indirekt für ein solches Verbot in Deutschland appelliert ist nichts Überraschendes. Er hat sich schon mehrmals gegen den Moscheenbau in Deutschalnd geäußert und ist besonders besorgt über das Projekt in Köln.


Ich würde gerne Herrn Bosbach und allen anderen Politikern angesichts der bestehenden wirtschaftlichen Krise nur eine Sache ans Herz legen: Jeder Politiker sollte alles daran setzen in dieser schwierigen Zeit der Krise, sein Wissen, seine Erfahrung und seine Kraft nur einer Sache zu widmen: die jetzige wirtschaftliche Situation so schnell und effektiv wie möglich zu verbessern, denn der Islam ist da und den Islam kann man nicht mit einem Minarett-Verbot stoppen. Der Islam hängt nicht von Minaretten ab, aber das friedliche Zusammenleben der Menschen in einer multi-kulturellen Gesellschaft hängt definitiv von der Politik eines Landes ab. Die Politik sollte „Pro Mensch“ und nicht „ Gegen Islam“ sein, so wird man nie das gemeinsame Ziel für ein friedliches Zusammenleben erreichen. Das ist doch unser aller Ziel, oder?

Ausländer die sich asozial verhalten!

Ausländer, die sich asozial verhalten!
Tadelt euch selbst!

In diesem Vortrag, den die Brüder aus Mönchengladbach gemacht haben, handelt es sich um kriminelle Jugendliche bzw. Ausländer und ihr Fehlverhalten.

Dabei beschreiben Abu Alia und Abu Adam sehr treffend wie schlimm sich diese Jugendlichen verhalten und dass sie unfähig sind im Alltag mit anderen Mitmenschen vernünftig und menschenwürdig umzugehen. Sie prügeln, pöbeln, beschimpfen, beleidigen, brechen ein, randalieren, geben an. Und sie sind zumeist arbeitslos, frustriert, haben keine Schulbildung oder diese abgebrochen, vorbestraft und hoffnungslos überfordert mit sich und dieser Welt. Sie bekommen keine Anerkennung in der Gesellschaft, also holen sie sich das durch die Gewalt, in dem sie auf jemanden eindreschen bis zur Bewusstlosigkeit oder gar bis zum Tod.

Leider kommen diese Jugendlichen zumeist aus sozial schwachen Familien und haben ausländische Wurzeln mit muslimischem Hintergrund. Diese Tatsache, wird übrigens immer wieder von den Medien dazu benutzt, den Islam als Ursache und Übel für diese Probleme zu sehen.

Welchen Ausweg gibt es aus diesem Dilemma? Was sollen „wir“ als Gesellschaft tun, um diese Entwicklung zu verhindern?

Wir wissen, dass viele Faktoren dazu führen, dass es in der Gesellschaft Gewalt gibt und die Probleme sind nicht einfach mit ein paar Ratschlägen zu lösen.
Aber wir wissen auch, dass Bildung und stabile Familienverhältnisse die beste Grundlage bilden, um solchen Problemen vorzubeugen und diese erst gar nicht entstehen zu lassen. Und auch die Tatsache, dass ein Mensch in dieser modernen, sich ständig verändernden Welt ein Ziel bzw. Sinn im Leben (z. B. ein Glauben zu praktizieren), eine Orientierung hat, welches sein Weltbild wohlgeordnet festhält, lässt die Chance gering werden, dass dieser Mensch auf die schiefe Bahn gerät. Dennoch, wenn derjenige sich schon in dieser Gewaltspirale befindet, muss er sich von seiner negativen Umgebung sofort distanzieren und die Kontakte abbrechen. Bekanntermaßen sinkt die Hemmschwelle für Gewalt in der Gruppe. Erst dann kann man über die eigenen Fehler und Missetaten nachdenken und sich dafür zur Rechenschaft ziehen. Das ist eine Sache, die nicht leicht ist, wie die Brüder beschreiben, die auch nicht jeder kann.

Außerdem sollte man sich in jeder Situation und Lebenslage, den Propheten Muhammad (Möge Allahs Friede und Segen auf Ihm sein) als Beispiel nehmen. Wenn sich die Jugendlichen auf den wahren Islam besinnen würden, ihn verstehen, akzeptieren und praktizieren, würden sich ihre Sorgen und Probleme lösen. Sie würden begreifen, wie wichtig Bildung ist, sie würden begreifen wie wichtig eine Familie ist. Sie würden begreifen wie vorzüglich ein guter und schöner Charakter ist. Sie würden zu den Gewinnern dieser Gesellschaft zählen. Und sie würden begreifen, dass man mit all diesen Sachen sehr viel erreichen kann. Nicht nur hier im diesseitigen Leben, sondern, so Gott will, auch im Jenseits.

Hier das Video dazu:

Konvertiten und gebürtige Muslime

Ich möchte gerne mal über ein Thema berichten, welches mich als zum Islam konvertierte Schweizerin sehr beschäftigt.

Ich bin nun, alhamdulillah, seit bald 10 Jahren Muslima. Ich bin nicht zum Islam konvertiert für einen Menschen und auch nicht unter Zwang, sondern habe mich seit meiner Heirat mit einem Muslim (und auch einige Zeit davor schon), mit dem Islam beschäftigt. Nach mehr als 5 Jahren bin ich danach aus voller Überzeugung Muslima geworden. Alhamdulillah. Ich habe diesen Schritt nie bereut und danke Allah immer wieder dafür, dass er mir die Augen geöffnet hat.

Leider habe ich in meiner ersten Zeit als Muslima und manchmal noch später erfahren müssen, dass man als Konvertitin nicht von allen gebürtigen Muslimen mit offenen Armen aufgenommen und als gleichwertiges Mitglied der Ummah angesehen wird.

Manche sind etwas skeptisch, fühlen sich vielleicht auch in irgendeiner Weise unangenehm berührt, gerade wenn dieser Mensch selber vielleicht nicht immer alles praktiziert wie er sollte, oder Andere haben vielleicht auch einfach das Gefühl, Ihre Religion doch viel besser zu kennen als der Bruder oder eben die Schwester, welche doch gerade erst den Islam angenommen hat.

Allah, der Erhabene, spricht im heiligen Hadith: „Stolz und Allmacht gehören mir. Wer mir dies streitig macht, den werde ich bestrafen.“ (Hadith Qudsi).

Ich finde diese Unterteilung in “Konvertiten” und gebürtige Muslime nicht gut. Es gibt doch schon so genug Gruppierungen und Spaltungen! Sollten wir nicht alle zusammenhalten? Sind wir nicht alle gleich? Hat der Prophet Muhammed. Allahs Segen und Frieden auf ihm, einen Unterschied gemacht, zwischen einem geborenen Muslim und einem Menschen, der zum Islam gekommen ist? Nein!

Ich fühle mich als Konvertitin keineswegs besser als eine gebürtige Muslima (audhubillah), aber auch nicht weniger wert.

Ich weiß nichts besser, als ein Mensch der als Muslim geboren ist, außer es ist Allahs Wille, ich kann aber mit Allahs Wille mit der Zeit genauso viel oder mehr über meine geliebte Religion wissen, wie ein Mensch, der von Geburt aus Muslim ist und als Muslim erzogen wurde.

Ich hätte mir manchmal gewünscht, dass eine gebürtige Muslima einen Schritt auf mich zukäme, mir dabei geholfen hätte einige Dinge zu lernen etc. Vielfach bin ich aber eher angeeckt, auch dadurch, dass ich immer mehr versucht habe, den Islam wirklich richtig zu leben und zu praktizieren. Ich begann auf andere Geschwister zuzugehen und habe versucht auch “Schlechtes” zu ändern, wenn ich etwas sah, was nicht in Ordnung war. Genauso wie es der Prophet Muhammed gesagt hat:

Wer von euch etwas Verabscheuungswürdiges sieht, der soll es mit der (Tat) seiner Hand verändern, und wenn er das nicht vermag, dann mit den (Worten) seiner Zunge, und wenn er (auch) das nicht vermag, dann mit dem Wunsch seines Herzens, und das ist das wenigste am Glauben.

Nummer des Hadith im Sahih Muslim [Nur auf Arabisch]: 70

Manche Geschwister denken leider, es reicht völlig aus, wenn man das tägliche Pflichtgebet verrichtet, sich soweit nach den Regeln richtet und den andern rechts und links seinen Weg gehen lässt, egal welcher das ist. Unterscheidet man sich da, steht man manchmal schon außen vor.

Ja, ich weiß, dass es leider auch Menschen gibt, die für einen Partner den Islam “annehmen” und nicht mit dem Herzen dabei sind. Ich selber habe solche Menschen kennengelernt. Einerseits kann ich somit verstehen, wenn manch gebürtiger Muslim oder gebürtige Muslima ein wenig skeptisch auf neue Geschwister zugeht, aber auch hier gilt wieder, man darf nicht alle in denselben Topf werfen!

Auch gibt es möglicherweise Geschwister, die als zum Islam gekommener Mensch das Gefühl haben, besser zu sein als andere. An diese Geschwister appeliere ich mit: “der Beste unter uns, ist der mit dem stärksten Iman, und der mit dem stärksten Iman, hat das beste Benehmen.”

„Derjenige, der in seinem Herzen Hochmut vom Gewicht eines Senfkorns hat, wird nicht ins Paradies eingehen.“
(Überliefert von Imam Ahmed)

Alhamdulillah, gibt es natürlich auch ganz viele Muslime und Muslimas, die uns “Konvertiten” gegenüber sehr herzlich sind, uns vollkommen in ihre Reihen aufnehmen, uns helfen und uns gerade am Anfang auf dem Weg unterstützen. Alhamdulillah!

Räuber nimmt den Islam an

Hier eine Meldung vom Juni 2009, auf die uns unter anderem unser Bruder Abud aufmerksam gemacht hat. Dieser schreibt:

(…) In dem zu New York gehörigen Long Island wurde ein Ladeninhaber pakistanischer Herkunft von einem Räuber überfallen, der als Waffe nur einen Knüppel hatte. Der Ladeninhaber zog unter der Theke ein Gewehr hervor, mit dem er dem Räuber überlegen war, so dass dieser sich ergab und um Gnade flehte. Als er dem Ladeninhaber seine Not schilderte, ergriff diesen Mitleid, und er gab ihm 40 Dollar aus seiner Kasse, sowie ein Stück Brot und Milch. Nachdem der Räuber sich über dieses Verhalten gewundert hatte und erfuhr, dass der Ladeninhaber dies getan hatte, weil seine islamische Religion ihn dazu auffordert, nahm der Räuber den Islam an. (…)

Hier das Video – sehr sympathisch ist uns hier der amerikanische Moderator von Fox News aufgefallen, der auch Wörter wie “inshaAllah” im Laufe des Interviews verwendet. Möge Allah auch ihn zum Islam führen, Amin! (Sofern er nicht schon den Islan angenommen hat)

BarakAllahu fiek an Bruder Abud

IWPS sucht Freiwillige für Olivenernte in Palästina

Leider haben wir erst heute von diesem Projekt erfahren, barakAllahu fieki an unsere Schwester, die uns darauf aufmerksam gemacht hat. InshaAllah hat es aber trotzdem noch Relevanz. Für Fragen bitte an die unten genannte E-Mail wenden.

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Der International Women’s Peace Service (IWPS) sucht im Zeitraum vom 15. bis zum 29. Oktober internationale Helfer, die palästinensische Familien bei ihrer Olivenernte begleiten wollen.

Durch den Bau der Mauer und die Angriffe radikaler Siedler können die Landwirte nur noch unter sehr erschwerten Bedingungen ihre Ernte einholen. Gerade die Präsenz von internationalen Unterstützern verringere die Gewalt der Siedler gegenüber der palästinensischen Bevölkerung, schaffe internationale Öffentlichkeit im Falle von Übergriffen, helfe bei Verhandlungen mit den Besatzungssoldaten bei militärischen Absperrungen und zeige der palästinensischen Bevölkerung die internationale Solidarität, heißt es in der Pressemitteilung.

In Kooperation mit dem Internationalen Versöhnungsbund Österreich bietet IWPS vom 27. bis zum 30. August 2009 in Linz ein Vorbereitungswochenende für die Teilnehmer der Olivenkampagne an.

IWPS wurde 2002 mit Sitz in Hares, in der Region Salfit gelegen, gegründet und bemüht sich um Frieden in Palästina. Das Team besteht aus 16 Frauen aus europäischen, nordamerikanischen und afrikanischen Ländern.

Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen erhalten Sie unter iwpseurope@gmx.net.

06.08.2009

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Quelle: http://www.palaestina.org/news/nachrichten/zeigeNachricht.php?ID=6758

Alltag (4) – es gibt auch positive Ereignisse

Da in letzter Zeit leider viel Negatives vermerkt werden muss, da immer mehr passiert, möchte ich euch positive Ereignisse schildern.

Ich arbeite bei einer international tätigen Firma im Büro. Alhamdulillah, dürfen Muslimas dort das Kopftuch tragen, ich wurde bei der Einstellung sogar aufgefordert mich zu melden, falls mich jemand aufgrund meiner Religion beleidigt oder mir das Leben schwer machen will.

Am Anfang habe ich die Gebete immer nach der Arbeit Zuhause verrichtet oder bin in der Mittagspause (falls sie lange genug war) in eine Moschee gegangen, welche sich in der Nähe befindet. Dies war aber auf die Dauer keine Lösung, daher habe ich Allah um Mut gebeten und einige Tage später meine Chefin gefragt, ob ich das Mittagsgebet nicht in einem freien Raum innerhalb des Büros verrichten darf.

Alhamdulillah, sofern dieses Gebet in meine Mittagspause fällt oder dann verrichtet werden kann, ist es mir offiziell erlaubt, in einem Raum des Büros zu beten. Voraussetzung ist nur, dass niemand anders diesen Platz für Büroarbeiten etc. zur selben Zeit nötig hätte. Das Schild an der Tür wird auf “Besetzt” gestellt und ich kann mein Gebet in Ruhe dort verrichten.

Auch kommt man uns muslimischen Mitarbeitern (wir waren fünf, nun sind zwei gegangen) oft im Ramadan entgegen. Es ist uns gestattet, ab und zu die Mittagspause zu verkürzen und allenfalls gegen Abend etwas früher Feierabend zu machen oder am Morgen etwas später zu beginnen, solange dies nicht jeden Tag (im Ramadan) gemacht wird.

Ich danke Allah dafür, dass er mich zum Besseren geführt hat. Denn ich habe auch das Gegenteil erlebt, dies schreibe ich aber in einem andern Bericht.

Bitte Geschwister, versucht auch mal positive Erfahrungen etc. mitzuteilen, auch wenn das Schlechte überhand hat im Moment, dürfen wir nicht vergessen, dass es auch Menschen gibt, welche uns respektieren oder uns zumindest tolerieren.

Schweiz: Menschenrechte durch die Hintertür abschaffen?

Diesen Aufruf haben wir von einer Schwester per E-Mail erhalten. Unsere Hilfe ist gefragt, liebe Geschwister!

Drei Schweizer Kommunen (in der Schweiz “Gemeinde” genannt) aus dem Kanton Bern versuchen Menschenrechte durch die Hintertür abzuschaffen. Das Kopftuch der muslimischen Frau ist ein Gebot ihrer Religion, eine Vorschrift des allmächtigen Gottes. Es ist durch die schweizerische Verfassung im Artikel 15:[1] geschützt.

Aber von Menschenrechten scheinen einige Schulen nicht viel zu halten. Klammheimlich versuchen sie die muslimische Frau zu unterdrücken und ihr die Freiheit zu nehmen. Kopftuchausziehzwang! Uns sind drei Schulen bekannt, die über die Hausordnung versuchen, den gläubigen Schülerinnen ihr Kopftuch zu verbieten.

Hier nun ein Auszug aus den Richtlinien zum Umgang mit kulturellen und religiösen Symbolen, sowie der Bekleidung in den Schulen Studen, Aegerten und Schwadernau-Scheuren:

Kleider, Kopfbedeckung, Haartracht

Worum es geht:

Wir begegnen in der Oeffentlichkeit vermehrt Angehörigen von Religionsgemeinschaften oder ethnischen Gruppen, die bestimmte Bekleidungs- und Haartracht-Vorschriften befolgen und damit u.a. ihre Gruppenzugehörigkeit dokumentieren.

Rechtliches:

Der Kanton Bern hat für Schulen keine Bekleidungs- oder ähnliche Vorschriften erlassen.

Weisung:

An den Schulen Studen, Aegerten und Schwadernau erwarten wir korrekte Kleidung. Religiös motivierte, provokative, politisch herabwürdigende, allzu freizügige Kleidung ist untersagt.

Kopfbedeckung jeglicher Art sind während des Unterrichts und in der Tagesschule nicht erlaubt.

Die Richtlinien treten am 1. August 2009 in Kraft.

Wir haben nur durch Schülerin A von diesem Skandal erfahren. Die gläubige und praktizierende Muslima besucht seit einigen Jahren eine dieser genannten Schulen. Bisher war das Kopftuch nie ein Thema gewesen. Aber nun soll sie es plötzlich nicht mehr tragen dürfen. Es sei schließlich ungerecht gegenüber den Jungs, denn diese müssen ihre Mützen im Unterricht ja auch ausziehen, meinte eine Lehrerin dazu. Doch Schülerin A hat nicht aufgegeben und sich geweigert ihren Hijab auszuziehen. Sie kämpft um ihre Religionsfreiheit. Elterngespräche haben bereits stattgefunden. Der Kampf geht weiter.

Obwohl die Freiheitsberauber selber zugeben müssen, dass der Kanton keine Kleidervorschriften erlassen hat, haben sie damit leider großen Erfolg. Viele Muslime kennen sich mit den Rechten diesbezüglich nicht genügend aus und tappen in die Falle. Sie lassen sich einschüchtern und unterdrücken. Und so scheinen solche Hausordnungen gerade arg im Trend zu sein. Man sagt, dass es auch in weiteren Gemeinden wie z.B. Münchenbuchsee, Lyss und vielen anderen mehr solcher Fälle gäbe. Aber leider war es uns nicht möglich dies in so kurzer Zeit zu überprüfen.

Liebe Geschwister, wir brauchen eure Hilfe! Bitte schreibt E-Mails, Briefe, Faxe oder ruft an. Jedes einzelne Schreiben zählt. Wir müssen uns für die Schwestern einsetzen und gegen diese Menschenrechtsverletzung kämpfen.
Möge Allah euch belohnen.

Hier findet ihr zwei Musterbriefe. Aber bitte kopiert sie nicht einfach, sondern ändert sie wenigstens geringfügig ab. Das Ziel ist nicht, dass diese Gemeinden x gleiche Schreiben erhalten. Eine Idee wäre es auch im Schreiben einen Link zu einer authentischen Islamseite anzugeben, so dass die Leute inscha Allah auch die Möglichkeit haben, sich über den Islam zu informieren.

Musterbrief 1

Sehr geehrte Damen und Herren.

Wie ich erfahren musste, versuchen Sie Menschenrechte durch die Schulordnung abzuschaffen! In Ihren “Richtlinien zum Umgang mit kulturellen und religiösen Symbolen, sowie Bekleidung in den Schulen Studen, Aegerten, Schwadernau-Scheuren”, schreiben Sie unter anderem:

“An den Schulen Studen, Aegerten und Schwadernau erwarten wir korrekte Kleidung. Religiös motivierte, provokative, politisch herabwürdigende, allzu freizügige Kleidung ist untersagt. Kopfbedeckung jeglicher Art sind während des Unterrichts und in der Tagesschule nicht erlaubt.”

Dies ist eine klare Menschenrechtsverletztung! Das Kopftuch der Muslimin ist ein Gebot des Islams (siehe Koran, Surah 24:31, Surah 33:53 und Surah 33:59) und ist somit durch die Religionsfreiheit in der Bundesverfassung Artikel 15:[1] geschützt. Diese “Richtlinie” ist daher rechtswiedrig und illegal.

Ich verlange deshalb, dass Sie diese sofort zurückziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Name xxxx

Musterbrief Nr. 2

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich beziehe mich auf Ihre “Richtlinien zum Umgang mit kulturellen Symbolen…”. Mit folgender Vorschrift versuchen Sie hier geschickt Menschenrechte durch eine Schulordnung außer Kraft zu setzen:

“Religiös motivierte, provokative, politisch herabwürdigende, allzu freizügige Kleidung ist untersagt. Kopfbedeckung jeglicher Art sind während des Unterrichts und in der Tagesschule nicht erlaubt.”

Die Kleidung der muslimischen Frau, wozu bekanntlich auch das Kopftuch gehört, ist durch die Religionsfreiheit geschützt. Das Kantonsgericht Neuenburg erlaubte 1999 einer islamischen Schülerin ausdrücklich, ihr Kopftuch während des Unterrichts zu tragen. Deshalb fordere ich, dass sie diese rechtswidrige “Vorschrift” auf der Stelle streichen.

Mit freundlichen Grüßen

Name xxxx

Adressen:

Studen:
Gemeindeschreiberei
Hauptstrasse 61, Postfach 128, 2557 Studen
Telefon 032 374 40 80, Telefax 032 374 40 99
E-Mail: gemeindeschreiberei@studen.ch

Aegerten:
Schulleiterbüro
Lily Bachmann und Philipp Althaus
2558 Aegerten
Tel. 032 372 12 40
schuleaegerten@bluemail.ch

Einwohnergemeinde Aegerten
Schulstrasse 3
CH-2558 Aegerten
Tel. 032 374 74 00
gemeinde@aegerten.ch

Und zuständig für Aegerten:
Schulinspektorat Seeland
(Kreis 13)
Zentralstrasse 32 a
Postfach, 2501 Biel
Tel. 032 328 70 21
Zuständig: Dieter Sturm

Schwadernau:
Gemeindeverwaltung Schwadernau
Hauptstrasse 52
2556 Schwadernau
Tel 032 373 72 10
Fax 032 373 12 77
gemeindeverwaltung@schwadernau.ch

Primarschule Scheuren / Schwadernau
Schulhaus Schwadernau
Schulstrasse 17
2556 Schwadernau
schule@schwadernau.ch

Scheuren:
Primarschule Scheuren / Schwadernau
Schulhaus Scheuren
Hauptstrasse 56
2556 Scheuren
primscheuren@bluewin.ch

Hier alle E-Mailadressen nochmals, bereits mit Komma verbunden, so dass ihr sie nur kopieren könnt:

gemeindeschreiberei@studen.ch, schuleaegerten@bluemail.ch, gemeinde@aegerten.ch, gemeindeverwaltung@schwadernau.ch, schule@schwadernau.ch, primscheuren@bluewin.ch

Wir leben MITeinander nicht GEGENeinander

Dass die Medien sich auf das neue Feindbild Muslim geeinigt haben, ist evident. Dass der Islam für fast alles Schlechte mittlerweile verantwortlich gemacht wird und bei jedem Terroranschlag "Al Qaida" vermutet wird, ist auch den meisten Menschen klar. Dass es aber auch anders geht, beweisen uns tagtäglich unsere nichtmuslimischen Mitmenschen, unsere Nachbarn und vielleicht sogar nichtmuslimischen Verwandten. „Wo leben wir eigentlich?“, möchte man sich tagtäglich fragen. „In einer Welt, in der die Medien uns vorgeben, was wir zu denken haben, aber auf der Straße ein ganz anderes Bild herrscht?! "In einer Welt, in der wir uns nicht zurechtfinden, weil wir nicht wissen, wem wir vertrauen können, uns aber dann doch geholfen wird oder eventuell in einer Welt, in der ständig von Hass geredet, aber oft Liebe entgegengebracht wird?!“ Es ist mit Sicherheit von Allem ein bisschen. Eigentlich hat Allah, der Gepriesene und Erhabene, uns nicht erschaffen, damit wir uns bekriegen:

„Und sie bemühen sich, auf der Erde Unheil zu stiften. Aber Allah liebt nicht die Unheilstifter.“

(Qur’an 5:64)

Allah, der Gepriesene und Erhabene, hat uns geschaffen, damit wir ihm dienen

"Und Ich habe die Djinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen."

(Surah Az-Zariyyat, Vers 56)

Warum hat Allah, der Gepriesene und Erhabene, uns dann aber in unterschiedliche Völker aufgeteilt? Die Antwort dazu finden wir auch im Qur‘an: Wir sollen uns gegenseitig kennenlernen:

„Oh ihr Menschen, Wir haben euch ja von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennen lernt. Gewiss, der Geehrteste von euch bei Allah ist der Gottesfürchtigste von euch. Gewiss, Allah ist Allwissend und Allkundig.

“ (Qur’an 49:13)

Wir sind somit dazu aufgefordert, uns gegenseitig kennen zu lernen, im Islam ist es demnach verboten in einer Parallelgesellschaft zu leben, wenn noch nicht einmal versucht wurde, sich kennen zu lernen. Wir möchten deswegen die Hand ausstrecken, noch einen weiteren Schritt auf unsere Mitmenschen zugehen, damit sie uns – und wir sie – kennenlernen. Dawa-News ist entstanden, weil wir dem Hass entgegentreten wollten und Allah, der Gepriesene und Erhabene, uns im Qur’an befiehlt uns zu verteidigen, wenn wir angegriffen werden:

„Und kämpft auf Allahs Weg gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht! Allah liebt nicht die Übertreter.“

(Qur’an 2:190)

Wir sind gegen Hass jeglicher Art, wir wissen, dass es Blogs gibt, die uns Muslime hassen und wir wissen, welche Auswirkungen sie haben können (siehe Marwa – möge Allah, der Gepriesene und Erhabene, sie belohnen), doch mit Gegenhass kommen wir nicht weiter, das wissen wir auch wieder vom Qur’an:

„…Und der Hass gegen eine Gruppe soll euch nicht (dazu) verleiten, anders als gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist der Gottesfurcht näher…

(Quran, 5:8)

Des Weiteren ist unser Vorbild, der geliebte Prophet Mohammed (Frieden und Segen auf ihn), der Mensch mit dem besten Charakter. Also sollten auch wir uns dazu bemühen einen guten Charakter zu erlangen:

„Ich bin gesandt worden, um die vornehmen Charaktereigenschaften zu vervollkommnen.”

(Al-Mustadrak Ala Al-Sahihain Hadith Nr. 4221)

Damit wir auch in Zukunft weiter aufeinander zugehen und von den positiven Aspekten des Zusammenlebens berichten können, brauchen wir Unterstützung von euch. Wir rufen Nichtmuslime und Muslime auf:

Schreibt uns eure Erfahrungen von einem positiven Miteinander, berichtet davon, wie Muslime und Nichtmuslime zusammen in einem Land leben und sich nicht gegenseitig hassen oder ausgrenzen. (Siehe Alltag)

Ihr seid gefragt.

Email: redakteur@dawa-news.net