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Marwa

Frau auf offener Straße erstochen

Es war ein kleiner Artikel bei wz-newsline.de 

Nach einigen Stunden war er auch schon wieder verschwunden. Er steht nur noch auf webnews als Quellenangabe newsline.   

"Düsseldorf. Die 42-jährige Deutsch-Marokkanerin Fatiha El Q. ist am Freitagabend auf der Posener Straße in Düsseldorf-Eller auf offener Straße von einem Unbekannten niedergestochen worden. Die Verletzungen der Frau waren so schwer, dass sie am späten Freitagabend in der Uni-Klinik verstarb."

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Denkmal für Marwa wurde zerstört!!!

Es gibt keinen Fremdenhass. Es gibt keine Islamopobie. Ihr von Dawa-News übertreibt doch nur.

Mahmal Denkmal Marwa

So, oder so ähnlich, lauten die Kommentare zu unseren Artikeln und Youtube Videos.
Das sind wohlgemerkt nur die wohlklingenden Kommentare…

Dass eine Frau brutal ermordert wird ist schlimm genug, aber dass dann auch noch das Mahmal zerstört wird, gleicht dem Verunstallten von jüdischen Friedhöfen.

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Solidarität mit Dr. Sabine Schiffer

Kriminalisierung von Meinungsäußerungen statt Aufklärungsarbeit im Mordfall Marwa El-Sherbini
Die juristischen Entwicklungen nach der Ermordung El-Sherbinis in Dresden machen uns besorgt und – im wahrsten Wortsinne – betroffen. Denn sie betreffen auch uns!

Gegen die Erlanger Medienwissenschaftlerin Sabine Schiffer ist ein Strafbefehl wegen übler Nachrede in Höhe von 6000 EUR bzw. zwei Monaten Haft ergangen, weil sie in einem Interview geäußert habe, der Fehlschuss des Polizisten auf den Ehemann der Ermordeten müsse auf mögliche rassistische Zusammenhänge hin untersucht werden – dies wurde in verschiedenen Interviews jeweils unterschiedlich formuliert.1

Diese juristische Vorgehensweise macht uns betroffen, weil sie auch uns und unser Rechtsstaatsverständnis betrifft.

  • Unabhängig davon, ob man es – wie in der Berliner Zeitung vom 5. und 6. Januar erörtert – für notwendig erachtet, dass die offenen Fragen um den Mord in Dresden weitere Untersuchungen erfordern
  • unabhängig davon, ob man die pointierte Vermutung Schiffers voll inhaltlich teilt oder nicht

Es kann und darf nicht sein, dass durch juristische Einschüchterungsversuche Meinungs- und Pressefreiheit beschnitten werden! Es kann und darf nicht sein, dass freies wissenschaftliches Forschen, Denken und Spekulieren, wie hier im Kontext der Rassismusforschung, durch eine eingeengte und fachfremde juristische Vorgehensweise beschränkt werden soll, die in unseren Augen den Ansprüchen an Unab­hängigkeit und Unparteilichkeit nur schwerlich genügt.

Wir fragen uns, ob nicht allein hierin bereits eine extreme Schieflage und das Messen mit zweierlei Maß deutlich werden – etwa wenn es darum geht, die Meinungsfreiheit gegenüber Muslimen zu verteidigen oder auch dann, wenn sie uns selbst weh tut. Dass es strukturellen und subtilen Rassismus an vielen Stellen in unserem Alltag gibt und dass wir entsprechend – unbewusst und ungewollt – „erzogen“ werden, ist in der Wissenschaft unbestritten.

/www.solidaritaet-mit-dr-sabine-schiffer.de

Wir bitten euch darum, bei der Unterschriftensammlung mitzumachen, damit deutlich wird, dass wir hinter Dr. Sabine Schiffer stehen und vor allem hinter der freien Meinungsäußerung, die ja sonst so hoch gelobt wird, wenn es um Karikaturen gegen den Islam geht.

In einer ersten Unterschriftensammlung haben ranghohe Namen aus Politik und Wirtschaft schon unterschrieben.

Möchten Sie auf dieser Liste stehen? Bitte Mail unter Angabe von Name, Ort und ggf. Funktion/Institution an: webmaster@solidaritaet-mit-dr-sabine-schiffer.de

Strategische Islamhetze in den Medien, mit “zionistichen Touch”?

Nach dem tragischen Fall von Marwa E., die am 01.07.09 in einem dresdner Landsgericht, von einem fanatischen Islamhasser mit 18 Messerstichen brutal ermordert wurde, habe ich die Strategie der systematischen Islamhetze in den Medien unter die Lupe genommen. Zufälligerweise sti ich hierbei auf einen Bericht vom 08.09.07 des Senders "HR", der den Fall eines Rabbiners, der in Frankfurt auf offener Straße mit einem Messerstich im Bauch verletzt wurde, ausführlich behandelte. Fakt ist, dass die Medien nur in Fällen in denen "Muslime" als Täter gelten, Gebrauch von der Pressefreiheit machen. Der Islam wird, bevor die Ermittlungen überhaupt begonnen haben, als Tatmotiv in Erwägung gezogen, während man im Falle von Marwa E., einen sogenannten "ausländerfeindlichen Hintergrund", noch prüfen musste. In dem Bericht des Senders "HR" berichtete man über "das jüdische Opfer", während man im Falle von Schwester Marwa nur "das Opfer" oder "die Zeugin" erwähnte. Ebenso erwähnte man dort, dass der Täter wohl arabisch gesprochen habe. Während man bei Schwester Marwa, von einem Deutschrussen spricht. Beim Zuschauer diesen Berichtes, beabsichtigt man mit dem Adjektiv "arabisch" eine sogenannte Kettenassoziation auszulösen:

 

"Arabisch, Moslem, Islam, 9/11, Osama bin Laden, Terror und Frauenunterdrückung."

Desweiteren erwähnt "HR", dass ein jüdischer Bundestagsabgeordneter sich empört zeigte mit den Worten:

 

"Es ist erschreckend, dass es für Bürger jüdischen Glaubens, noch immer keine Normalität im Alltage gebe."

 

Man versucht eindeutig von der Diskriminierung der Muslime abzulenken. Warum hat man im Fall von Marwa nicht ebenso die Aussagen der muslimischen Mitbürger oder Politiker in den Medien erwähnt, die auch über diese Tat empört waren? Es ist in Deutschland verpönt, auch nur in geringsterweise, etwas gegen einen Juden zu sagen auch wenn er im Unrecht ist oder Israel wegen Ihres Apartheidsystems zu kritisieren. Stattdessen wird zugunsten der Zionisten gezielte Islamhetze betrieben. Man muss als Muslim, in einem korrupten Deutschland, ertragen, dass die Medien über Mordfälle mit islamfeindlichen Hintergrund schweigen. Also wer hat keine Normalität im Alltag? Eine größere Zumutung gibt es aus meiner Sicht für diese Diskriminierung nicht. Wenn man diese Art von Übergriffen gegenüber Muslimen unwichtiger als Übergriffe gegenüber anderen Religionsgemeinschaften betrachtet, ja dann herzlich Willkommen im Jahre 1933. Heute heißen diese Menschen nicht Ariel, Uri, Israel, nein heute heißen die Bösen Ahmet, Ali oder Mohammed.

 

Wie können deutsche Politiker behaupten, dass es in Deutschland kein Platz für Islamhass gibt, wenn eine Muslima in einem Gerichtssaal ermordet wird. Dass eine Frau wegen Ihrem Glauben, vor den Augen der Staatsanwaltschaft und des Richters, mit 18 Messerstichen abgestochen wird, ist nicht nur beispiellos, ja es zeigt uns in beängstigender Weise wie weit die Gleichgültigkeit gegenüber Islamhass in Deutschland gekommen ist. Mit dieser systematischen Relativierung moslemischer Grundrechte in USA-/Israelhörigen Medien, welche von USA-/Israelhörigen, korrupten Politikern auch noch unterstützt wird, entsteht eine Athmosphäre der Gewalt gegen Muslime. Kaum eine Politik trägt zur Angst vor dem Islam mehr bei als die der Zionisten.

Man kann nur hoffen, dass das Schüren von Islamhass in Deutschland nicht als eine ausgeartete sportliche Disziplin betrachtet wird.

 

Wir beabsichtigen nicht, mit diesem Bericht, Hass gegen Israelis oder Juden hervorzurufen. Vielmehr geht es um Gleichberechtigung, unabhängig welcher Religion man angehört.

Positive Berichte über den Mord an Marwa

Es gibt sie tatsächlich, die Neutralität und Objektivität in deutschen Medien, zumindest in einigen wenigen und das auch erst mit enormer Verspätung und Druck aus dem Ausland.
Deutschland hat es verpasst frühzeitig über den brutalen Mord an unsere Schwester Marwa zu sprechen und versucht das nun wieder wett zu machen.
Angela Merkel hat sich nicht zu Wort gemeldet und selbst die Oberbürgermeisterin der Stadt Dresden ist nicht zur Trauerfeier am 11. Juli erschienen.

Unten könnt ihr einige Artikel von westlichen Medien sehen. Nach unserer Meinung zählt auch die Islamische Zeitung zu einer eher westlichen Zeitung, nachdem schon unzählige Artikel gegen einige praktizierende Muslime veröffentlicht wurden.

Forum am Freitag
“Von dem Kopftuch geht letztlich nichts böses aus. [...] Das ist für mich ein islamfeindliches Verhalten.”
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/896392/Islamfeindliche-Deutsche%253F#/beitrag/video/896392/Islamfeindliche-Deutsche%3F

Taz
“Der Mord an Marwa El Sherbini hat das Problem der Islamfeindlichkeit ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Damit sollte man sich jetzt befassen.”
http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/mordmotiv-hass-auf-muslime/

“Es bedeutete jedoch, dass das Bekämpfen der Islamfeindlichkeit – in den Medien, in den Schulen, in den Straßen, in den Gerichten – eine Aufgabe aller in Deutschland lebenden Menschen ist.”

http://www.taz.de/1/debatte/kolumnen/artikel/1/das-reine-deutsche-gewissen/

Islamische Zeitung TV
“Es ist absurd von einer Instrumentalisierung zu sprechen, es sind Emotionen nach einem Mord, die nicht zu verhindern sind.”
http://www.islamische-zeitung.de/iztv.cgi?id=12198&action=do_rate&rating=5

Cosmos TV
“Wird in Deutschland über den Islam gesprochen, geht es oft um: Terrorismus, Extremismus, Ehrenmorde.”

Pierre Vogel – die ersten Bilder aus Dresden, 11.11.09

Hier nun die ersten Eindrücke der Kundgebung in Dresden:

 

Solidarität gegen die Hetze: 11.11.09 vor dem Gericht in Dresden

Wir unterstützen den Aufruf gegen die Hetze!
Wir hoffen ihr seid auch dabei, gut wären Plakate und Schilder.

Einige Vorschläge haben wir uns ausgedacht, weitere werden – mit Allahs Erlaubnis – noch folgen.

Ihr seid gefragt, denkt euch gute Sprüche aus, die auf den Plakaten stehen können.

“Marwa starb für ihre Religion”
“Mein Kopftuch, mein Recht!”
“Mein Islam, mein Glauben”
La ikraha fi-d-din”. – Kein Zwang im Glauben” (Qur’an Sure 2, Vers 256)
Lakum dinukum wa-leyah dini” – Euch eure Religion und mir meine Religion.”
“Friedlich zusammen leben!”
“Leben in Frieden ohne Hass und ohne Angst”.

Macht auf das Projekt “Einblick in die Hetzkampagne” aufmerksam.

“Alex W. ist selber ein Opfer…”

Selbst wenn eine Schwester in einem Gericht getötet wird, fühlen sich einige Brüder nach wie vor nicht für diese Gemeinschaft zuständig. Vielen gucken auch weiterhin nur Fernsehen oder lenken sich anderweitig ab, damit sie bloß nicht handeln müssen. Das erinnert an 1939, als viele Juden sich gegenseitig aufmunterten und meinten “es ist doch gar nicht so schlimm”, oder “bald ist alles vorbei”. Die Ignoranten sind stets die, die es am schlimmsten erwischt, weil sie nicht vorbereitet waren und nichts gegen die Hetze unternommen haben!

Aber es gibt auch Brüder, die sich aktiv für die Gemeinschaft einsetzen.  Einer dieser Brüder ist Abu Anas. Mit seiner Tatkraft und seinem Engagement,  hat er nun auch das Dresdner Fernsehen angelockt und es entstand ein vier minütiges Interview.
Im Endeffekt wurde das Interview aber stark gekürzt (was auch völlig legitim und normal ist), wodurch aber ein entscheidender Satz von Abu Anas nicht hervorgehoben werden konnte: “Alex W. ist auch selber ein Opfer…” .

Selbstverständlich ist Alex W. keinesfalls nur Opfer, aber es evident, dass die ständige Lügenpropaganda und die vielen Hassparolen von politisch ignoranten Internetseiten wie PI-News oder (leider) vielen weiteren Seiten, welche mittlerweile ohne Probleme im Internet die Besucherrekorde brechen, einen großen Teil an dem Mord von Marwa  beigetragen haben.

Islamhass wird Alltag und Salonfähig.

Wenn die Politik nicht langsam Mal einschreitet und die anderen Medien nicht auch endlich anfangen, uns Muslime Mal zu Wort kommen zu lassen, dann kann das Ganze noch sehr gefährlich für uns alle enden. Unser Interesse liegt in einem friedlichen Miteinander, genau wie Abu Anas es auch in dem veröffentlichten Beitrag schildert: “Wir können alle zusammenleben. Wir können Meinungsverschiedenheiten haben, aber [wir] brauchen uns dafür nicht gegenseitig schlagen…”.

Siehe auch: Wir leben MITeinander nicht GEGENeinander.

Erwartungen an Prozess zum Mord an Marwa al-Sherbini werden enttäuscht

Von Francis Byrne

Mit großer Aufmerksamkeit wird in Ägypten der Prozess um den Mord an Marwa al-Sherbini beobachtet. Auch in Deutschland wird der Prozess von Muslimen, Migranten, Antirassisten und Antifaschisten sehr genau verfolgt. Marwa al-Sherbini war am 1. Juli diesen Jahres im Gerichtssaal des Dresdener Landgerichts vor den Augen ihres Mannes, ihres Sohnes, des Richters und vieler Zeugen mit sechzehn Messerstichen von Alex W. erstochen worden. Ihr Ehemann wurde bei dem Versuch, das Leben seiner Frau zu retten, von einem Polizisten angeschossen und sehr schwer verletzt.

Die Bild-Zeitung berichtet, dass dem Gericht Monate vor dem Mord ein Brief des Angeklagten vorlag, der von Marwa al-Sherbini wegen Beleidigung angezeigt worden war. Zum Prozessauftakt las die Richterin Birgit Wiegand Teile des Briefes vor: „Jeder weiß, dass der Islam eine gefährliche Religion ist”, schrieb er. „Es ist durchaus verständlich, dass ich sie (Muslime, die Red.) für Feinde halte.” Und weiter: „Das Kopftuch ist eine Unterwerfung vor den Männern und vor Satan. Damit hat sie mich beleidigt.” Die Prozesskosten wolle er auf keinen Fall bezahlen, ebenso wenig gehe er stattdessen in den Knast – „lieber sterbe ich.” (1)

Die antiislamische Hetze muss gesellschaftlich thematisiert werden

Viele an den Prozess und die dazugehörige Berichterstattung geknüpften Hoffnungen werden allerdings enttäuscht. Die muslimische Gemeinschaft in Deutschland ist verunsichert. Frauen mit Kopftuch und erkennbar muslimisch gekleidete Männer erleben täglich Ausgrenzung. Alex W. mag zwar nur ein unorganisierter Einzeltäter sein, doch die Stimmung in Deutschland ist durch eine allgemeine mediale Hetze gegen Muslime stark aufgeheizt. Unverzichtbar ist in dieser Situation die Aufarbeitung der Frage, wie es zu diesem giftigen Hass kommen konnte. Enttäuschend ist allerdings, dass die allgemeine Atmosphäre der Hetze und Aggression gegen Muslime in Deutschland in den Medien so gut wie nicht thematisiert wird. Gegenüber Linkezeitung.de kritisiert der muslimische Prediger und Bürgerrechtler Pierre Vogel, Abu Hamsa:
„Es geht nicht um die Frage, ob der Angreifer die Höchststrafe bekommt. Ganz sicher hat der Angreifer selbst mit der Höchststrafe gerechnet, denn wer vor so vielen Zeugen einen so brutalen Mord begeht, rechnet damit. Doch wir werden durch eine hohe Strafe Marwa nicht wieder zurückbekommen. Es geht doch jetzt darum, zukünftige Morde zu verhindern. Um weitere solcher Taten zu verhindern, muss die Hetze gegen die Muslime thematisiert werden.”

Karsten Schmitz vom Anti-Kriegs-Komitee Kein Blut für Öl beleuchtete in einem Gespräch mit Linkezeitung.de einen anderen Punkt kritisch: „Es ist ein Skandal, dass die deutsche Justiz nicht gegen den schießwütigen Einsatzbeamten ermittelt und die Medien seine Tat verschweigen. Dass der Mörder eine Waffe ins Gericht bringen konnte, ist ebenfalls skandalös. Das riecht nicht mehr nach Pannen, sondern nach vorsätzlicher Provokation der islamischen Welt.”

Auch Dr. Sabine Schiffer vom Institut für Medienforschung äußerte sich kritisch gegenüber Linkezeitung.de. „ … anknüpfend an den skandalösen Text des Koalitionsvertrages, der Rechts- und Linksextremismus, Antisemitismus und Islamismus problematisiert, wird deutlich, dass das Potenzial der Islamfeindlichkeit weiterhin geleugnet wird – unsere Medien, die an dem Feindbild Islam fleißig mitbasteln, werden sich hüten, das Thema selbstkritisch aufzubringen.”

In ihrer Kolumne GeSpiegelte Ente schreibt Frau Dr. Schiffer über den Arbeitskreis Sicherheit bei der Deutschen Islamkonferenz:: „Es ging ausschließlich um die Sicherheit VOR Muslimen, nicht VON Muslimen – und auch nicht von Menschen, die von Muslimhassern bedroht werden. Es kann durchaus damit zusammen hängen, dass ein Fehlen der Vorstellung, dass Muslime bedroht sein könnten, dazu geführt hat, dass die verbalen und schriftlichen Drohungen eines Alexander Wiens keinerlei Schutzmaßnahmen für Frau El-Sherbini und ihre Familie nach sich zogen.” (2)

Wem nutzt die Hetze gegen die Muslime?

Spätestens seit den Attentaten in den USA am 11.9.2001 gibt es zumindest in den westlichen Ländern eine massive – medial unterstützte – antimuslimische Kampagne. Die Folge: Moscheen werden angegriffen und geschändet, muslimische Kolleginnen und Kollegen werden ausgegrenzt, bespuckt und stehen unter Generalverdacht.

Warum ist das so? Der Kapitalismus steht in einer sehr tiefen Krise, viele Analysten gehen davon aus, dass die gegenwärtige Krise des Kapitalismus noch stärker ist, als die Krise von 1929, die zu Holocaust und 2. Weltkrieg führte. In dieser Situation wird die antimuslimische Kampagne von den Herrschenden aus zwei Gründen dringend benötigt.

Erstens: Für die Misere, Auswegs- und Hoffnungslosigkeit des kapitalistischen Systems wird dringend ein Sündenbock gesucht. Dringend sollen die Unterdrückten gespalten werden, damit sie nicht auf die Idee kommen, gemeinsam gegen Entlassungen und Sozialabbau zu kämpfen.

Zweitens: In der Krise setzt der Westen verstärkt auf völkerrechtswidrige Angriffskriege. Von besonderer Wichtigkeit für den Westen sind die muslimischen Ölländer in der Golfregion, die Schauplatz dieser Angriffskriege sind. Ohne die massive Hetzkampagne würden sich nur wenige Soldaten finden, die am Hindukusch die Interessen des deutschen Kapitals verteidigen würden.

Stoppt die Hetze

In den bürgerlichen Medien wird jeden Tag ein klischeehaftes Bild des Islam und der Muslime in Deutschland präsentiert. Jeden Tag wird der Islam gleichgesetzt mit Gewalt, Hass, Unterdrückung, Irrationalität und vieles mehr. Nur wenige Medien und Autoren scheren aus dieser Hetze aus. Schon längst ist die Hetze in der Mitte der Gesellschaft angekommen, wie die Äußerungen des SPD (!) Mitglieds Thilo Sarrazin gegen Türken und Araber zeigen.

Auf vielen Homepages wie Politically Incorrect und in Foren wie Grüne Pest wird der Hass gegen den Islam und gegen Muslime allerdings auf die Spitze getrieben.

Jeden Tag gibt es auf diesen Internet-Seiten Dutzende und Hunderte Artikel und Kommentare, die recht eindeutig volksverhetzenden Charakter haben. Jeden Tag wird dort mit Gift und Galle gegen Muslime gehetzt. Das geht bis zu offenen Morddrohungen. In einem Kommentar auf PI wurde beispielsweise über einen muslimischen Aktivisten geschrieben: „Diese Kakaerlake gehört auf’s Schafott!”

Eine seriöse Berichterstattung über den Prozesses müsste also die Frage beinhalten, wie der Angreifer Alex W. so stark und brutalisiert gegen Muslime aufgehetzt werden konnte, und welche Rolle die Medien selbst bei dieser Hetze spielen.

Eine seriöse Prozessführung müsste die übelsten Gift- und Mord-Hetzseiten im Internet thematisieren. Die Staatsanwaltschaft müsste selbständig aktiv werden und öffentlich prüfen, ob diese Hass-Propaganda nicht den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt.

Allerdings können wir nicht darauf hoffen, dass die Gerichte oder andere Institutionen gegen die Islamophobie am grünen Tisch kämpfen werden. Zu stark benötigt das System in der tiefen Krise die Spaltung der Menschen. Wir müssen selbst aktiv werden gegen die Hetze und gemeinsam auf Demos gegen Pro-Köln und andere Hetzer Stellung beziehen. „Wehret den Anfängen” ist unser Ruf gegen die Rassistien. Erschreckenderweise sind die Anfänge des offenen und staatlichen Rassismus gegen die Muslime in Deutschland mehr als deutlich erkennbar. Wir müssen jetzt aktiv werden!

Pastor Niemöller, selbst Betroffener von KZ-Haft unter den Nazis, hat uns ein wichtiges Vermächtnis hinterlassen:

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie die Sozialisten einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialist.
Als sie die Juden einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.”

Quelle:

http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7580&Itemid=286

Marwa-Prozess – Alex W. legt Geständnis ab!

Am siebten Tag des Prozesses um den Tod der Ägypterin Marwa El-Sherbini gesteht der Angeklagte Alex W. Doch er zeigt keine Reue

Heute hat der Angeklagte Alex W. überraschend ein Geständnis abgelegt. Der Anwalt von Alex W. hat eine Erklärung im Dresdner Landgericht vorgelesen.

Das Dokument umfasste sechs Seiten. Mit den Worten: “Heute kann ich es selbst nicht mehr verstehen, warum ich das Verbechen begangen habe”, hat der Russlanddeutsche seine Tat versucht zu erklären.

Alex W. gestand in dem Dokument die Angriffe auf Marwa El-Sherbini sowie deren Ehemann. Er wehrte als Motiv Fremdenhass ab und gab an, die Tat aus Enttäuschung an der deutschen Justiz begangen zu haben: „Es stimmt, dass ich eine ausländerfeindliche Gesinnung habe, aber das ist nicht das Motiv“, so ein Zitat aus der Erklärung von Alex W. Der Angeklagte hätte die Tat nicht geplant, das Messer trug er wohl schon mehrere Monate bei sich.

„Es stimmt, dass ich eine ausländerfeindliche Gesinnung habe, aber das ist nicht das Motiv“

An die Tat selbst, könne er sich nicht mehr vollständig erinnern. Nachdem seine Frage bei der Berufsverhandlung am 1. Juli, warum Marwa El-Sherbini in Deutschland sei, abgelehnt worden war, habe er sich selbst „das Kommando gegeben aufzustehen und auf sie loszugehen“. Dannach hätte er die Personen nur noch als Schatten und Facetten wahrgenommen. An die Einzelheiten der Tat könne er sich nicht mehr erinnern.

Der Angeklagte zeigte weder Reue noch hat er sich entschuldigt. Alex W. droht eine lebenslange Haftstrafe. Das Urteil wird am 11. November erwartet.

http://www.dresden-fernsehen.de/default.aspx?ID=7711&showNews=565255&showSearch=6988

Marwa – letzter Gerichtstag

Es war heimtückischer Mord und das nicht aus nur rassistischen, sondern aus islamophoben Gründen.
Der Hass auf den Islam wird immer größer und wird aufgestachelt von Internetseiten wie PI-News.

In unseren Serien machten (und machen wir auch weiterhin insha‘Allah) mehrmals darauf aufmerksam, dass die Muslime in Deutschland oft ungerecht behandelt und oft abgeschreckt werden.
Unsere Schwester Marwa hat sich gewehrt, auf legitimen Wege, sie wählte für ihre Probleme das deutsche Gericht und musste dafür mit ihrem Leben büßen. Das können wir nicht akzeptieren.

Wir rufen dazu auf, den Gerichtssaal am entscheidenden Tag voll zu machen.
Seid in Dresden, wenn die Medien aus der ganzen Welt dort sein werden.
Unterstützt den Mann der verstorbenen Schwester, er ist auch euer Bruder.

Eilt nach Dresden!

Es war heimtückischer Mord und das nicht aus nur rassistischen, sondern aus Islamophoben Gründen.
Der Hass auf den Islam wird immer größer und wird aufgestachelt von Internetseiten wie PI-News.

Medien und der Islam: Das Online-Magazin “Zeit”

In der aktuellsten Videoanalyse widmet sich “OpenEyeProduction” dem Online-Magazin “Zeit” und der Berichterstattung im Zusammenhang mit dem Mord an Marwa, möge Allah ihr die höchste Stufe des Paradieses geben, Amin!

[Update] Unterschiedliche Arten des Gedenkens an unsere Schwester

[Update]

Einige unserer Leser wollten wissen, was eigentlich aus der Unterschriftensammlung von www.wobleibtmerkel.de geschehen ist.
Es gibt neue Information:
Wir haben uns bei Melih Kesmen (Gründer der Unterschriftensammlung) erkundigt, es sind bis zum 17.07.09 10.854 Unterschriften gesammelt und am selben Tag an die Bundeskanzlerin überreicht worden.
Was jetzt geschieht bleibt abzuwarten, wir halten euch – mit Allahs Erlaubnis – auf dem Laufenden.

[Update Ende]
_____

Es gibt in Ägypten ein Sprichwort, das heißt: „Man sollte auf das Eisen hauen, so lange es noch heiß ist“. Die Konsequenz, die sich ergibt, wenn man das Eisen nur wenig schlägt oder erst zu spät auf den Gedanken kommt, ist einleuchtend: das Eisen wird zu hart und am Ende war die Hitze nur ein Strohfeuer. Damit der Tod von Marwa nicht jenem Strohfeuer gleicht, sondern auch für die Nachwelt eine Warnung ist, gibt es in Alexandria, dem Geburtsort unserer Schwester Marwa, nun eine Straße, die den Namen der getöteten Muslima trägt.

Die Landeshauptstadt Dresden überlegt jetzt, ob auch sie dem Opfer diese Ehre zuteil kommen lassen will und somit der Familie die Anteilnahme zu demonstrieren. Laut Informationen der Regionalzeitung möchte sich der Oberbürgermeister Helma Orosz nächste Woche mit Vertretern der muslimischen Gemeinde treffen und über die Namensänderung beraten. Wir begrüßen diese Anteilnahme, ebenso wie auch der größte Teil der Politiker in Dresden.

Eines möchten wir hier besonders klarstellen: Uns geht es auf keinem Fall darum, wie einige Behaupten, den Mord an unserer Schwester Marwa für “unsere Zwecke” zu instrumentalisieren. Unsere Intention liegt darin, den Menschen deutlich zu machen, dass der Weg, den die Medien und einige Politiker einschlagen, sehr gefährliche Spuren hinterlässt. Und dabei bedarf es zum Teil auch Erinnerungen.

Wenn es keinen Grund für diese Seite geben würde, so wären wir auch nicht auf die Idee gekommen, dieses Projekt auf die Beine zu stellen. Solange wir aber den Eindruck haben, dass die anti-islamische Bewegung immer mehr an Einfluss gewinnt, werden wir weiter machen und auf die Missstände, bezüglich den Umgang mit dem Islam, deutlich machen.

Und die Medien zeigen uns ganz deutlich, dass die einseitig-negativen Berichterstattungen über den Islam, konsequent fortgeführt werden.

“18 Stiche” – Tod im Gericht

Auf seiner Homepage ist von „Spoken Words“ die Rede.

Sayfoudin114 hat unserer Schwester Marwa einen “Rap” (man könnte es auch Gedicht nennen) gewidmet, der ganz ohne Instrumente auskommt. Wir raten zwar davon ab, auf die Startseite von Sayfoudin114 zu gehen, da dort Musik zu hören ist, jedoch haben wir großen Respekt vor dem Sprachvermögen des Rappers und haben uns nach einiger Überlegung dazu entschieden, den Rap auf unserer Seite zu veröffentlichen. Der Rapper schreibt auf seiner Homepage folgenden Text, den wir ungeändert so stehen lassen können:

„Wir wollen Zeichen setzen, unsere Anteilnahme zeigen und fordern
Stellungnahme von politischen Größen. Die Medien dürfen diesen Fall nicht einfach unter den Teppich kehren und müssen die Hintergründe dieses sinnlosen Todes hinreichend benennen! Rassismus und Islamophobie sind schon lange keine Randthemen unserer Gesellschaft mehr, sie sind aktueller denn je.“

Wir würden uns freuen, in Zukunft mehr von sayfoudin114 zu hören. Er zeigt sehr deutlich, dass es keiner Instrumente bedarf, um emotional und ergreifend zu sein.

Die Mp3-Datei kann man unter:

www.wobleibtmerkel.de hören.

Hier ein Video dazu:

Und wir haben uns die Mühe gemacht, den Songtext für euch abzuschreiben, so sind alle – so Allah will – zufriedengestellt und es ist jedem freigestellt, ob er das Video, die Mp3-Datei oder den Text annimmt und vor allem weitergibt, denn auf das Eisen muss geschlagen werden, so lange es noch heiß ist. Lasst den Tod einer Schwester nicht überflüssig werden!

“18 Stich” ein Gedicht von Sayfoudin114

Liebe Schwester, wir sind uns nie begegnet.
Haben leider nie zusammen gebetet.
Ich wusste nichts über dich,
bis zu jenem Tag, als ich zufällig den Titel las: „Tod im Gericht“.

Ich fing an zu lesen. Erfuhr, dass du einen Mann und einen Sohn hast.
Dann der große Schock im nächsten Satz, ich las, dass du schwanger warst.
Meine Neugier ließ mich nicht mehr los,
ich verschlang die Worte bis zu dem Punkt, als ich erfuhr, warum der Täter dich ermordete.

18 Stiche in 30 Sekunden, überall war dein Blut. 18 Stiche und das, wegen deinem Kopftuch.

Mir schnürte es den Hals zu, weil du meine Schwester im Glauben bist.
Mein Herz pocht jetzt noch und ich frage mich:
wie kann so was passieren, in einem Land, das sich so aufgeklärt und modern hält, dass die Gleichberechtigung und Menschenwürde an höchster Stelle stellt.
Hier in einem Land, in dem man frei zu sein scheint, ob als Homosexueller, als Punk oder Nonne, wenn man meint. Ein Land, dessen Geschichte uns erzählt, wohin Hass und Ausgrenzung führt, dennoch ein Land, welches nicht versteht, sich nicht rührt.

Warum? Weil euch das Kopftuch stört? Weil es zum Feindbild des Westens gehört? Warum? Weil der Islam eure Freiheit zerstört, habt ihr euch deshalb gegen uns verschwört?

Während der Staat damit beschäftigt, ist Schläfer zu suchen, hat die Antiislamkampagne jetzt einen Tod in Deutschland zu verbuchen.

18 Stiche in 30 Sekunden, überall war dein Blut. 18 Stiche und das, wegen deinem Kopftuch.

Die Berichterstattungen sind voller Vorurteile.
Sie füllen die Medien Zeile für Zeile.
„Die Muslimische Frau ist unterdrückt, darf ihre Meinung nicht sagen. Nur ihr Vater zwingt sie dazu Kopftuch zu tragen.“
Kein Platz für den Tod unserer Schwester Marwa.
Für den Schmerz ihres Mannes, der dazwischen ging,
den Schmerz ihres Sohnes, der an seiner Mutter hing.

Wo sind sie Frau Kanzlerin?
Auf dem G8 Gipfel sprechen sie darüber mit dem ägyptischen Präsidenten.
Doch ihre Aufmerksamkeit sollten sie uns hier lieber schenken.
Wo soll das hinführen?
Moscheen haben schon gebrannt in diesem Land.
Frauen wir Marwa werden Islamistin, Terroristen und Schl.. genannt.
Du hast kein Recht zu leben, sagte der Täter.
Was ist Frau Merkel, ist Rassismus immer noch ein Randthema?

18 Stiche in 30 Sekunden, überall war dein Blut. 18 Stiche und das, wegen deinem Kopftuch. Ich halt mir immer wieder diesen Satz vor Augen.

18 Stiche in 30 Sekunden, überall war ihr Blut. 18 Stiche und das, wegen ihrem Kopftuch.

Sollte mich jemand nach der Bedeutung des Wortes Sinnlosigkeit fragen, kann ich voller Überzeugung sagen:

18 Stiche und das, wegen einem Kopftuch.

Stellungnahme zum Mord an Schwester Marwa: Dr. Hassan Dabbagh

Hier nimmt unser hoch geschätzter Bruder Scheich Dr. Hassan Dabbagh, Imâm der Al-Rahman Moschee Leipzig, im Rahmen des Leipziger Tagesseminars vom 11.07.09, Stellung zum abscheulichen Mord an unserer Schwester Marwa S.

Eindrücke von der Kundgebung in Düsseldorf *aktualisiert*

Hier nun ein kleiner Ausschnitt von der Kundgebung in Düsseldorf vom 11.07.09. Ins Leben gerufen wurden die Kundgebungen nach der Ermordung von Schwester Marwa (rah), um auf die steigende Gefahr aufmerksam zu machen, die von Islamhetzern ausgeht. Referent: Abu Alia

www.einladungzumparadies.de

Interview mit Dr. Sabine Schiffer

Auf das neue Buch von Dr. Sabine Schiffer haben wir hier aufmerksam gemacht. Nun hat sie, anlässlich des Mordes an unsere Schwester Marwa, ein Interview mit unseren Kollegen der “Linken Zeitung” geführt. Vielen lieben Dank an Francis Bryne, der mit seinem Team tatkräftig gegen den wachsenden Islamhass vorgeht.

Hier nun das Interview:

Dr. Sabine Schiffer ist Leiterin des Instituts für Medienverantwortung iin Erlangen. Sie ist Mitherausgeberin des soeben erschienenen Buches „Antisemitismus und Islamophobie – ein Vergleich”. Das Buch ist im HWK-Verlag in der Reihe ‘Bücher, die unsere Weltsicht verändern’ erschienen. Es hat die ISBN 978-3-937245-05-8, ist überall im Buchhandel erhältlich und kostet 24,80 €.

Linkezeitung: Der offensichtlich durch antimuslimischen Rassismus motivierte Mord an einer Ägypterin in Dresden ist ein schrecklicher Höhepunkt einer jahrelangen Hetzkampagne gegen den Islam und Muslime. Die große gesellschaftliche oder mediale Empörung bleibt aus. Wie ist das möglich?

Frau Dr. Schiffer: Es ist eigentlich logisch – wer will schon zugeben, dass er selber oder wir insgesamt ein neues Problem haben? Nicht mehr ganz neu, aber nun offensichtlich: anti-islamische Einstellungen erzeugen nicht nur schlechte Stimmung und aufgeregte Polemiken, sondern auch Handlungsbereitschaften, wie man an einigen Brandanschlägen auf Moscheen und auch Friedhofsschändungen und an vielen Beleidigungen muslimischen Kopftuchträgerinnen gegenüber längst hätte sehen können und ernst nehmen müssen.

Die Politik wird sich sicher am wenigsten selbstkritisch bzw. zugestehend äußern, weil sie das Thema nicht nur heruntergespielt hat (ich könnte da von meinen Erfahrungen aus der Islamkonferenz AG 3 berichten), sondern es teils durch entsprechende Gesetze noch befödert: Kopftuchverbote, Muslimtests getarnt als Einbürgerungstests etc.

Linkezeitung: Die Anti-Islam-Hetze solcher Homepages wie „Politically Incorrect” oder rechter Splittergruppen wie „Pro-Köln” sind nur die Spitze des Eisberges.
Über die ganz normalen bürgerlichen Medien werden täglich antimuslimische Klischees und Diffamierungen verbreitet. Wie schätzen Sie die Situation ein?

Frau Dr. Schiffer: Das monieren wir seit Jahren – vor allem den Usus, negative Ereignisse mit islamsichen Symbolen in der Berichterstattung zu “verzieren”. Dies suggeriert Zusammenhänge, die manche zwar gerne behaupten, um ihre Taten zu legitimieren, die aber journalistisch hinterfragt werden müssten. Jeder behauptete Zusammenhang wird ja nicht bildlich umgesetzt und damit verfestigt.

Ja, und auch linke Kreise – vor allem die Antideutschen – bauen ein anti-islamisches Feindbild auf, aber auch in der Mitte der Gesellschaft gehört Anti-islamisches teils zum guten Ton – s. Umfrageergebnisse des Allensbacher Instituts oder die Heitmeyer-Studie. Wer sich nicht “islamkritisch” äußert, gilt schon als verharmlosender “Gutmensch” oder gar noch als schlimmer “Islamisierer”. Gerade Gruppen, die Aufklärung und Humanismus hoch halten, wie die Giordano-Bruno-Stiftung befördern das anti-islamische Ressentiment, verkennend dass die von ihnen beschworenen Prinzipien Pluralismus und Gleichwertigkeit bedeuten würden – genau diese Ideale verraten sie aber zugunsten ihrer selbstidealisierenden Sicht des vermeintlich besseren Durchblicks.

Linkezeitung: Es schleicht sich der Verdacht ein, dass mit der Hetze der Kriegseinsatz in Afghanistan gerechtfertigt werden soll und möglicherweise ein Sündenbock für die Weltwirtschaftsdepression ausgeguckt werden soll. Halten Sie das für möglich?

Frau Dr. Schiffer: Genau dieser Verdacht wird durch die Kommentare Günter Lachmanns in der Welt bestätigt (man erinnere daran, dass Antisemitismus auch immer neben der erfolgreichen Integration von Juden existiert hat und existiert!). Er stellt damit aber keine Einzelmeinung dar, führt nur schön vor, wie die Denkschiene funktioniert. Wer so tut, als würde die Forderung danach, Islamophobie als Problem der Mehrheitsgesellschaft anzuerkennen, sog. “islamistische” Anschläge in Deutschland befördern, der sucht zu verhindern, dass man derlei tatsächlich mögliche Anschläge als Ausdruck einer Ablehnung des Krieges in Afghanistan und anderen islamischen Ländern wahrnimmt. So schafft man Kohärenz, die die eigene Interpretation bestätigt, nur nichts mit der Realität zu tun hat. Hier verweise ich gerne auf Graham Fuller, der in seinem Buch fragt, wie der Nahe Osten ohne Islam aussähe: er kommt zu dem Schluss GENAUSO, wenn die Politik, die im wesentlichen von außen bestimmt wird, so bleibt.

Mit dem Verweis auf sogenannte Islamisten oder unter ständiger Verwendung des Adjektivs “radikalislamisch” kann man wunderbar von den relevanten Zusammenhängen ablenken. Auch darum wird wohl die Politik hier nicht an echter Aufklärung interessiert sein, seitdem Deutschland deutlich auf Kriegskurs gegangen ist – die anti-islamische Legitimierung, die oft auch als vermeintliches Helfersyndrom für muslimische Frauen (Stichwort. Burka, Mädchenschule) daher kommt, lässt sich aus etlichen offiziellen Texten bis hin zur sog. EKD-Friedensdenkschrift herauslesen.

Linkezeitung: Besonders auffällig ist das große Schweigen bei weiten Teilen der Linken. Das Thema scheint die Linken noch nicht erreicht zu haben. In Ihrer ersten Stellungnahme schrieben Sie: „Unser Mitgefühl gilt der Familie des Opfers! Unsere Sorge uns allen – ohne Ausnahme.” Die Hetze gegen die Muslime betrifft uns alle. Warum?

Frau Dr. Schiffer: Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, hat das Wichtigste auf den Punkt gebracht: heute trifft es die Muslime, morgen vielleicht wieder die Juden, und wen dann? (Vortrag 11.7.2007, Mannheim). Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist eben vor allem Menschenfeindlichkeit und betrifft uns alle. Wie beim Antisemitismus muss es uns gelingen, nicht beim Starren auf die jeweils betroffene Gruppe stecken zu bleiben, sondern zu verstehen, welche Funktionen rassistische Stereotype für die sog. Mehrheitsgesellschaft haben: sie bieten Projektionen zur eigenen Entlastung, haben meist selbstidealisierenden Charakter und können für weiterreichende Manipulationen ausgeschlachtet werden, wozu die Kriegspropaganda ebenso gehört wie die Ablenkung von relevanten Zusammenhängen etwa im Kontext der Wirtschaftskrise, der weltweiten Frauenbenachteilung usw.

So kann alles so bleiben, wie es ist, denn das Problem liege ja bei den anderen, die man sowieso nicht verändern können – eine extrem antiaufklärerische Einstellung. Dies blendet die konstruktiven Handlungsmöglichkeiten aus – und eine friedliche Welt kann nur eine gerechte sein, sonst wird es uns früher oder später alle treffen. Der in die Welt hinausgetragene (Wirtschafts-)krieg ist noch immer wieder zu denen zurück gekommen, die ihn entfacht haben. Übrigens, die taz und die Junge Welt waren mit die ersten Zeitungen, die die Thematik nach unserer Pressemitteilung aufgegriffen haben – insofern denke ich, wie sollten auch die Linke(n) nicht verallgemeinern.

Linkezeitung: Muslimische Verbände protestieren und demonstrieren für eine Schließung der aggressivsten Hetz-Homepages und hoffen auf ein Ende der Diffamierungen in den bürgerlichen Medien. Bräuchten sie da nicht mehr Unterstützung?

Frau Dr. Schiffer: Ja, dringend. Wo sind die jahrelangen Dialogpartner? Die Kirchen? Wo ist Wolfgang Schäuble, der sich gerne mit muslimschen Vertretern medial in Szene setzt? Von Angela Merkel will ich gar nicht reden. Was für eine Enttäuschung und Desillusionierung muss da auf seiten der Muslime vorliegen – außer uns und dem Berliner Tagesspiegel hatte sich zunächst noch der Interkulturelle Rat entsprechend geäußert (der hat übrigens letztes Jahr bereits ein Konzept zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit vorgelegt) – das offizielle Berlin schweigt. Peinlich, peinlich und vor allem jetzt, wenn deutlich wird, dass man allenfalls im Sinne einer außenpolitischen Public Diplomacy den Mund aufmacht.

Die eigenen Muslime hat man solange als Problemfall konzipiert, dass man sich offensichtlich schwer tut, aus den eingefahrenen Denkmustern wieder herauszudenken und sie wirklich als Teil des WIR zu empfinden und so zu behandeln.

Linkezeitung: Wie könnte eine solche Unterstützung aussehen?

Frau Dr. Schiffer: Es gibt derzeit konkret einige Überlegungen – vielleicht mag sich die Politik hier anschließen, willkommen! Eine Patenschaft für den Sohn des Opfers von einer renommierten deutschen Organisation wäre zunächst einmal ein wichtiges menschliches Signal.

Dann gehört das Thema Islamfeindlichkeit auf die Tagesordung, z.B. weiß ich, dass die Arbeiterwohlfahrt das Problem erkannt hat und sich schult, um entsprechende pädagogische Konzepte zur Bekämpfung des Ressentiments zu entwickeln. Entsprechende Programme benötigen wir etwa auch im Rahmen der Arbeit der Bundeszentrale für politische Bildung oder der entsprechenden Ämter, die Rechtsextremismus, Antisemitismus und Antiziganismus bekämpfen.

Überhaupt bräuchten wir eine Plattform, die ähnlich ausgerichtet wie das Zentrum für Antisemitismusforschung wissenschaftliche Ergebnisse zur Islamophobie sammelt, sowie anti-islamische Vorfälle dokumentiert und die Erkenntnisse auch in die Öffentlichkeit trägt. Das Zentrum für Antisemitismusforschung hat hier wichtige Vorarbeit geleistet und ist v.a. von Antideutschen heftig angegriffen worden dafür – vor allem, weil man es wagte den Begriff Islamophobie zu verwenden.

Nun, Antisemitismus ist auch ein falscher Begriff eigentlich, aber wir haben ihn inzwischen definiert und das Problem erkannt und darum sollte es doch gehen. In Dresden könnten die entsprechenden involvierten Stellen bis hin zum Max-Planck-Institut etwas tun, von einer aufmerksamkeitsträchtigen Veranstaltung, die die Problematik deutlich macht bis hin zu einer Spendensammlung für die Familie und andere, die ihn ähnlicher Situation sind: viele muslimische Frauen finden ja wegen ihres Kopftuches keine Stelle, wie Marwa El-Sherbini.

Wäre natürlich schöner, sie würden eine finden, aber ein Unterstützungsfonds könnte das Unrecht aufwiegen, dass hier ein Streit auf dem Rücken von Frauen ausgetragen wird, die damit auch die schwerste Last der Irrationalität der anderen zu tragen haben. Wenn ich hier alles widergebe, was diskutiert wird und, könnten wir noch lange reden – der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Juristisch wäre allerdings mindestens eine wichtige Grenze noch zu prüfen: sollen volksverhetzende Blogs und Kommentareinträge im Internet straflos ausgehen, weil der Server im Ausland steht? Hier wäre eine internationale Lösung anzustreben, die ethische Standards umsetzt und sich nicht hinter Meinungsfreiheit versteckt – denn in Bezug auf andere Darstellungen haben wir uns Maßstäbe erarbeitet und die müssen auf alle Anwendung finden, um glaubwürdig zu bleiben.

Wir danken für das Interview. Das Interview wurde geführt von Francis Byrne.

Quelle: http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7027&Itemid=1

Und die Augen schön geschlossen

Nach dem traurigen Mord an unserer Schwester Marwa, möge Allah sie in die höchste Stufe des Paradies eingehen lassen, scheint sich erschreckend wenig zu bewegen. In den Medien ist grundsätzlich wenig zu lesen, von einer politischen Stellungnahme ganz zu schweigen.

So sagte der Regierungssprecher zusammengefasst, dass man sich mit einer Stellungnahme zurückgehalten habe, da die Umstände zu unklar gewesen seien sollen. Auch von Frau Dr. Merkel gab es keine wirklich aussagekräftige Stellungnahme.

Kollektives Schweigen und Wegschauen scheint die Devise zu sein, wenn es mal nicht um das Thema Ehremmord geht – und diesmal eine hochqualifizierte Muslima mit Kopftuch wegen ihrer Religionsangehörigkeit kaltblütig vor den Augen ihres dreijährigen Sohnes niedergestochen wurde.

Dieser Artikel der “Zeit-Online” hat es auf den Punkt gebracht. So steht im Artikel, dass der Tod unserer Schwester Marwa nicht in “unser Raster” passt, denn diesmal sind die Muslime nicht in der Rolle der Ehrenmörder, Kriminellen und auch nicht in der Rolle der Terroristen. Eine Muslima, die ihr Leben in Deutschland vorbildlich verbracht hat, Kopftuch getragen hat, wurde aufgrund ihrer Religion umgebracht. Das passt einfach nicht in das Weltbild, dass uns die Medien und die Islamophoben vermitteln wollen.

Auch wird im Artikel der Generalverdacht erwähnt, der leider heute weit verbreitet ist.

http://www.zeit.de/online/2009/28/der-neue-hass

Wer Kopftuch oder einen Bart trägt, sich islamisch kleidet wird sofort mit Terror und Unheil in Verbindung gebracht.

Unsere Frage:

Wo sind die Medien, wo sind die Politiker, wo wird den Menschen klargemacht, dass es eben kein “Ausländerhass” war, sondern ein Hass, der sich auf die Religion bezogen hat? Warum schweigt man, wenn der geliebte Medienfeind Islam nun in der Opferrolle ist? Besser als im Artikel der Zeit kann man es nicht formulieren: Es passt einfach nicht in das “Raster”.

An dieser Stelle fordern wir nun auch jeden Muslim und jeden Nichtmuslim auf, sich an der Aktion “wobleibtmerkel” zu beteiligen. Es handelt sich um eine Online-Unterschriftenaktion, die Frau Dr.Merkel dazu auffordert, zu dem abscheulichen Mord Stellung zu beziehen.

http://wobleibtmerkel.de/

Klarstellung zum Gastkommentar (15)

Tatsächlich scheint bezüglich meines letzten Beitrags ein Missverständnis entstanden zu sein. Das islamische Recht sieht bei Mord die Todesstrafe in Form von Wiedervergeltung vor. Diese darf jedoch nicht von irgend jemandem, auch nicht von den nächsten Verwandten des Ermordeten in die eigene Hand genommen und in Form von Selbstjustiz ausgeführt werden, sondern nur nach von einem von einem ordentlichen Gericht ausgesprochenen Urteil. Da in der Bundesrepublik Deutschland nicht das islamische Strafrecht gilt und nach dem dort gültigen Strafrecht die Todesstrafe abgeschafft ist, steht eine Tötung von Marwas Mörder – jedenfalls im Geltungsbereich des deutschen Rechts – nicht zur Disposition, auch wenn ihre Angehörigen ein moralisches Recht darauf haben sollten.

Das heißt, sie haben sich in Geduld zu fassen und auf eine Wiedervergeltung zu verzichten. Eine Wiedervergeltung in Selbstjustiz würde nicht nur gegen islamisches Recht verstoßen, sondern unter den gegebenen Umständen noch größere Probleme schaffen. Andererseits muss das verantwortungslose Verhalten mancher deutscher Politiker angeprangert werden, die trotz der sich abzeichnenden Gefahren nichts gegen die massive Medienhetze gegen die Muslime unternommen haben. Im Namen des Rechts auf freie Meinungsäußerung ist ein Klima geschaffen worden, in dem Muslime nicht nur zunehmend vielfach beleidigt, sondern wie in diesem Fall auch ermordet werden.

Das Recht auf Leben – auch einer muslimischen kopftuchtragenden „Ausländerin“ – sollte einen höheren Wert besitzen als das Recht, unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung Volksverhetzung zu betreiben. Um eine Wiederholung dieser Bluttat zu verhindern, sind die betroffenen deutschen Verantwortungsträger gefordert, ihre Politik diesbezüglich grundlegend zu ändern, die Medien in die Pflicht zu nehmen und Leuten wie Ralph Giordano den Mund zu verbieten, gleich welcher Religion oder Volksgruppe sie angehören sollten.

Verfasst von Bruder Abud

Ausschnitt von der Kundgebung in Berlin

Hier nun ein kleiner Eindruck von der Kundgebung in Berlin, gehalten von unserem Bruder Abu Hamza.

Weitere Kundgebungen für unsere Schwester Marwa (rah) *aktualisiert*

Die Kundgebungen finden in den folgenden Städten statt:

Mönchengladbach:

Am 10.07.09 von 16-19 Uhr.
Vor dem Rathaus in MG-Rheydt am Markt 41236

Düsseldorf:

Am 11.07.09 von 17-20 Uhr.
Willi-Becker-Allee. Hinter dem Bahnhof

Heidelberg
Am 12.07.09
Thema: Unterdrückung der Islamischen Frau
Ort: Uniplatz
Heidelberg
69117 Heidelberg
Beginn: 13:00 Uhr
Einlass: 13:00 Uhr